Foto des Tages: Auf Patrouille

Private First Class Olando Thomas, 21, of Miami, Florida of 2nd Platoon, Hawk Company of 3rd Squadron, 2nd Stryker Cavalry Regiment pulls security during a patrol in the village of Tsapowzai in Maywand district, Kandahar province, Afghanistan, Thursday, April 14, 2011. While security in Maywand district is better in comparison to last year, the suicide bomber and IED threat level remains high as insurgents continue to operate in the area. (Foto © Simon Klingert)

Trotz Mängeln in der Ausbildung gute Chancen für die Gorch Fock

Über den Bericht des Verteidigungsministeriums an den Bundestags-Verteidigungsausschuss zur Gorch Fock ist gestern bereits eine Menge geschrieben worden (und ich habe da den Bericht fälschlich als den der Havariekomission eingeordnet). Dieser Bericht ist nun der, der als offzieller Ministeriumsbericht gilt – nachdem ein früherer Bericht der Marine zwar den Abgeordneten vorgelegt wurde, dann aber ausdrücklich nicht als Stellungnahme des Ministeriums eingeordnet wurde.

In der Takelage der Gorch Fock (Foto: Bundeswehr/Mandt via flickr unter CC-Lizenz)

Die Berichterstattung der Kollegen will ich hier nicht duplizieren, aber zur besseren Einschätzung ein paar Stellen aus dem Bericht widergeben. Vor allem ist ja interessant, welche Schlussfolgerungen nach Unfällen wie dem Tod der Kadettin Sarah Lena Seele auf dem Großsegler für die Ausbildung der Offizieranwärter (OA) gezogen werden:

Zur besseren Vorbereitung der OA auf ihre Zeit auf der Gorch Fock sowie zur notwendigen Anpassung der Ausbildung werden weitere Maßnahmen angeordnet, die mit Beginn der Ausbildung der OA der Crew VII/2011 erprobt werden sollen.

Erstens wird der Ausbildungszeitraum auf der Gorch Fock so verschoben, dass die OA erst nach einer sechsmonatigen Dienstzeit an Bord gehen. Die Zeit davor soll zur gezielten Vorbereitung und auch Verbesserung der lörperlichen Leistungsfähigkeit genutzt werden. Eine wissenschaftliche Begleitung und Überprüfung durch das Schifffahrtsmedizinische Institut der Marine wird sichergestellt. Im Rahme der besonderen Anforderungen, die ein Klettern und Arbeiten in der Takelage der Gorch Fock mit sich bringen, sind auch die medizinischen Vorschriften anzupassen. weiterlesen

Zahlenspiele

Im (Kopf)Rechnen bin ich eher schwach und überlasse den detaillierten Umgang mit Zahlen gerne anderen. Da aber heute die Vorabmeldung der Wirtschaftswoche Bundeswehr ist ineffizienteste Nato-Armee für Furore sorgt, habe ich doch mal versucht, das zu Grunde liegende Zahlenmaterial anzusehen – und bei aller Zurückhaltung: Da kann doch irgend etwas nicht stimmen? (Natürlich auch mit dem Vorbehalt, dass ich bislang nur die Vorabmeldung der WiWo kenne und nicht den ganzen Bericht.)

Also gucken wir mal, welche Zahlen die European Defence Agency (EDA) dazu veröffentlicht hat – auf diese Agentur beruft sich ja der Bericht. Da stoße ich als aktuellste Veröffentlichung auf die Defence Data of EDA participating Member States in 2009, die einen Vergleich der EDA-Mitgliedsstaaten (alle EU-Staaten außer Dänemark) erlaubt.

Und natürlich gibt es dort, das ist ja der Kern der nunmehr bekannt gewordenen Kritik, einen Deployability-Vergleich: Wie viel Prozent der gesamten Truppe steht überhaupt für Auslandseinsätze zur Verfügung? Dazu empfiehlt sich S. 41:

Ärgerlicherweise fehlt in dieser Übersicht – warum auch immer – ein Land, das uns besonders interessiert: Deutschland.

Und da beginnen dann die Zahlenspiele. Die beiden anderen großen europäischen Nationen melden nach diesem Zahlenwerk recht beeindruckende Werte für die Deployability: Großbritannien fast 40 Prozent, Frankreich 36 Prozent und auch Italien noch 30 Prozent, mal ganz abgesehen von den Niederlanden mit mehr als 40 Prozent. weiterlesen