RC N Watch: Im Westen was Neues?

Noch ist es eher ein vager Eindruck – kommt es im Westen des Regionalkommandos Nord in Afghanistan, vor allem in der Provinz Faryab und im Bezirk Ghowrmach, der eigentlich zur Provinz Badghis gehört, wieder vermehrt zu Auseinandersetzungen mit Aufständischen? Jüngste Meldung dazu im heutigen Morning Operational Update des ISAF Joint Command (da der angesprochene Bezirk direkt nördlich des PRT Meymaneh liegt, dürften hier vor allem die Norweger aktiv geworden sein):

During a security operation in Shirin Tagab district, Faryab province, an Afghan and coalition combined security force killed several insurgents who were planning an ambush attack. The security force was notified of the impending attack after receiving several reports from concerned citizens throughout the week.

The force followed intelligence leads to the insurgent operating location, where they noticed several individuals preparing for the reported ambush attack on a separate Afghan and coalition force. After assessing a threat, the security force fired at the individuals, killing several. Several other suspected insurgents were detained for further questioning.

Kosovo: Kein Ende der Spannung in Sicht

Vorsichtshalber behalten wir mal die Lage im Kosovo weiter im Blick…

Haben nun die Kosovo-Serben die Machtprobe mit KFOR gewonnen, wie dpa heute meldet? Oder hat der (deutsche) KFOR-Kommandeur Generalmajor Erhard Bühler nur vorübergehend darauf verzichtet, die Blockaden zu räumen, wie die serbische Nachrichtenagentur Tanjug unter Berufung auf Bühlers Interview mit dem kosovarischen Fernsehen meldet?

(Falls einer meiner Leser Zugang zu dem Wortlaut des Bühler-Interviews in einer deutschen oder englischen Fassung hat, wäre das sehr hilfreich.)

Ein zweites Mal darf das nicht vorkommen. Beim nächsten Mal müssen wir Gewalt einsetzen, und jedermann sollte das wissen, sagt Bühler hier:

(Hätte jetzt gern hier die letzte Sachdarstellung von bundeswehr.de verlinkt, wo es unter anderem heisst, dass die Entsendung des ORF-Bataillons in den Kosovo noch nicht endgültig abgesagt ist… Leider ist die Seite derzeit down.)

Nachtrag: Interessanter Bericht der Schweizer Depeschen-Agentur (sda) über den Einsatz der Schweizer Soldaten (Swisscoy). Das Verblüffendste daran: im ganzen 6.000-Mann-NATO-Kosovo-Einsatz haben die Schweizer die beiden einzigen nachtflugfähigen Hubschrauber?!

Foto des Tages: Wenn der erste Schuss fällt

U.S. Army soldiers of Bravo Battery, 4th Battalion 25th Field Artillery Regiment as part of 3rd Brigade 10th Mountain Division react to incoming DShK machine gun fire in the village of Saydshahkhel in the Jalrez district of Wardak province, Afghanistan, July 19, 2009. (Foto: © Simon Klingert)

Militärischer Schutz für Hilfe gegen Hunger in Ostafrika?

Noch ist nicht klar, ob es wirklich eine Diskussion wird – aber man sollte ein Auge darauf haben: Angesichts des Ausmaßes der Hungersnot in Ostafrika und der Probleme, die Hilfe zu den Hungernden zu bringen, sind die ersten Forderungen nach einer militärischen Absicherung von Hilfslieferungen zu hören. Vor allem deshalb, weil offensichtlich die islamistischen Milizen in Somalia trotz der katastrophalen Situation die Hilfe behindern und/oder versuchen, ihren Schnitt dabei zu machen.

Bundeswehr soll in Ostafrika helfen – Hannoversche Allgemeine Zeitung

Somalia helfen, notfalls militärisch – Zeit Online/Tagesspiegel

Nun gibt es natürlich schon eine militärische Mission, nämlich die African Union Mission in Somalia (AMISOM), die sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten um genau so eine Hilfe bemüht.

Und der Westen steht auch 18 Jahre später noch unter dem Eindruck von Blackhawk down: Die Ansätze der Operation Restore Hope, die im Chaos endeten. Der damalige Ansatz: to create a protected environment for conducting humanitarian operations in the southern half of Somalia.

Vor diesem Hintergrund wird sich natürlich die Frage stellen: Gibt es Länder, die nicht nur in der Lage wären, zur Unterstützung der Hungerhilfe militärisch zu intervernieren – sondern dazu auch willens sind?

Operation CONTINUE HOPE - Germany

Archivbild: Ein Bundeswehrsoldat mit somalischen Kindern in Belet Weyne (Foto: DefenseImagery via Wikimedia Commons)

RC North-Kommandeur Kneip auf dem Rückweg nach Afghanistan

Der deutsche Kommandeur des ISAF-Regionalkommandos Nord, Generalmajor Markus Kneip, ist fast genau zwei Monate nach seiner schweren Verwundung auf dem Rückweg nach Afghanistan. Kneip war bei einem Anschlag im Gouverneurspalast von Taloqan in der Provinz Takhar am 28. Mai verwundet worden – die Bombe galt offensichtlich vor allem dem Polizeichef für Nordafghanistan, General Daoud Daoud, der bei dem Attentat ums Leben kam. Zwei enge Mitarbeiter von Kneip, ein Adjutant und ein Personenschützer, fielen dabei ebenfalls.

Die offizielle Meldung der Bundeswehr dazu hier.

Ursprünglich hatte der General schon deutlich eher auf seinen Posten zurückkehren wollen. Die Verwundungen, vor allem Brandverletzungen, waren jedoch offenschtlich schwerer als zunächst gedacht.

Archivbild: CAMP MARMAL, Afghanistan – An American Soldier holds the rare distinction of wearing a German Silver Cross of Honor for his actions in coordinating medical evacuation of casualties a February terrorist attack in northern Afghanistan. German Maj. Gen. Markus Kneip, commander of Regional Command – North, Afghanistan, presented U.S. Army Maj. Robert Federigan, medical operations officer, Headquarters Headquarters Company, 4th Combat Aviation Brigade, 4th Infantry Division., International Security Assistance Force, with the Silver Bundeswehr (German military) Cross of Honor for outstanding meritorious service April 25. (Foto: ISAFmedia via flickr unter CC-Lizenz)

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