Der General war sich der Gefahr bewusst

Der afghanische General Daoud Daoud, der am Samstag bei dem Bombenanschlag in Taloqan getötet wurde (dem auch zwei deutsche Soldaten zum Opfer fielen), hatte mit Attentätern in seinem Umfeld gerechnet. Aufständische sowohl des Haqqani-Netzwerks als auch der Taliban hätten versucht, seine Leibwächter und Polizisten zu bestechen, um ihn töten zu können, hatte der General der BBC erzählt.

Die Aufständischen hätten angesichts der Erfolge der ISAF und der afghanischen Sicherheitskräfte ihre Taktik geändert, sagte Daoud: They are not able to achieve any big victory in clashes with the security forces, so they have turned to rogue soldiers. Such attacks create mistrust within security agencies and demoralise them.

Das deckt sich zwar nicht mit der hier zu Lande gepflegten Wahrnehmung, dass der Anschlag vor allem einem deutschen General gegolten habe, aber offensichtlich mit der Ansicht des deutschen Verteidigungsministers Thomas de Maizière: Es gebe Hinweise, dass General Markus Kneip, Kommandeur der Internationalen Schutztruppe Isaf, der bei dem Anschlag verletzt wurde, nicht das Ziel war; der Terrorangriff galt afghanischen Zielen.

Sehr interessant dazu auch zu lesen: Deepening crisis feared after Taliban bomb kills Afghanistan general

Piraten im Roten Meer, tödlicher Waffeneinsatz trotz Geiseln

Die Piratenlage am Horn von Afrika vernachlässige ich derzeit ein wenig – aber wenigstens ein paar Hinweise zur aktuellen Entwicklung:

– am Bab el Mandeb und im Roten Meer meldet das International Maritime Bureau in den vergangenen Tagen wieder einige Angriffe – eigentlich ungewöhnlich.

– das unterschiedliche Vorgehen von NATO (und de facto wohl auch EU)-Einheiten und den nicht in diese Systeme kollektiver Sicherheit eingebundenen US-Seestreitkräften lässt sich in der vorzüglichen Zusammenfassung von globaldefence.net nachlesen (die Schiesserei mit Piraten auf dem gekaperten taiwanesischen Fischtrawler Jih Chun Tsai 68, bereits Mitte Mai und mit einem toten Kapitän, hat die meisten Medien über das taiwanesische Außenministerium gestern abend erreicht).

– die iranische Marine meldet ihre elfte Auseinandersetzung mit Piraten.

Die deutschen ISAF-Gefallenen

Bislang sind im Einsatz in Afghanistan 33 Bundeswehrsoldaten gefallen – eine Übersicht

(Teilinformationen fehlen; nicht bei allen habe ich die Einheit und das Alter erfasst. Ich hoffe, dass sonst keine schwerwiegenden Fehler darin sind – dann bitte ein Hinweis in den Kommentaren. Erfasst sind nur Tote durch Feindeinwirkung. Die Namen der Gefallenen der vergangenen Tage wurden noch nicht veröffentlicht.)

2011 – bisher 6 insgesamt
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28.05.2011
Taloqan, Provinz Takhar, Gouverneurspalast
Selbstmordanschlag auf ein Sicherheitstreffen
Major (43), Führungsunterstützungsbataillon 282 Kastellaun, Militärischer Berater von Kommandeur RC North GenMaj Markus Kneip
Hauptfeldwebel (31), Feldjägerbataillon 152 Hannover, Personenschützer von GenMaj Kneip
(Kneip wurde bei dem Anschlag leicht verletzt; der nordafghanische Polizeichef Gen. Daud Daud kam ums Leben)

25.05.2011
Char Darrah, Provinz Kundus, „Route Cherry“
Hauptmann Markus M. (33), Stab Division Spezielle Operationen, Stadtallendorf
IED-Anschlag auf Transportpanzer „Fuchs“

18.02.2011
OP North, Provinz Baghlan
ANA-Soldat innerhalb des Camps eröffnet Feuer auf Gruppe deutscher Soldaten beim Technischen Dienst an einem „Marder“.
An den Schussverletzungen sterben Hauptfeldwebel Georg Missulia (30), Stabsgefreiter Konstantin Menz (22) und Hauptgefreiter Georg Kurat (21), alle 4./PzGrenBtl 112, Regen weiterlesen

Anschlag in Taloqan: Die Gefallenen

Nach dem tödlichen Anschlag in Taloqan am Samstag hat die Bundeswehr jetzt mehr Einzelheiten zu den beiden getöteten Deutschen mitgeteilt:

Bei den Gefallenen handelt es sich um einen 43-jährigen Major aus dem Führungsunterstützungsbataillon 282 in Kastellaun und einen 31-jährigen Hauptfeldwebel des Feldjägerbataillons 152 aus Hannover.

Der Major war der militärische Berater (möglicherweise auch der Adjutant, das ist nicht ganz klar) des ISAF-Regionalkommandeurs Markus Kneip, der Hauptfeldwebel einer seiner Personenschützer.

Nachtrag: und eine Ergänzung – unter anderem mit dem Hinweis, dass die schwer Verwundete eine Soldatin ist:

Die zwei gefallenen Soldaten werden am Montag, 30. Mai, gemeinsam mit dem am 25. Mai nahe Kundus gefallenen Soldaten nach Deutschland überführt. Über den Verbleib der Verwundeten ist noch nicht entgültig entschieden. Generalmajor Markus Kneip wird im Einsatzland bleiben. Eine Aussage zum Zustand der schwer verwundeten Patientin kann derzeit nicht getroffen werden.

Nachtrag 2: Zur Dokumentation die Erklärung von GenLt Markus Kneip vom Sonntag: „Wir werden die Erwartungen der Menschen in Afghanistan erfüllen“

Langsam, langsam

Und noch mal muss ich um Nachsicht bitten: Mein Webhoster hat mir zwar für die vergangene Nacht eine interne Umstellung versprochen, aber nach wie vor krabbeln die Daten recht langsam durch die Leitung beim Aufruf von augengeradeaus.net…

Bitte ein wenig Geduld. Und vielleicht manchmal ein paar Minuten warten, ehe man einen Kommentar schreibt ;-)

Nachtrag: jetzt habe ich erst mal die Statistik abgeschaltet, weil die die Performance drastisch verringert hat. Und denke darüber nach, wie ich den Überblick über die Besucher behalte, wenn ich eben nicht Google Analytics nutzen will.