Täglich ein Piratenangriff

Weiterhin erfolgreiche Zeiten für Piraten am Horn von Afrika: Nach einer Meldung des Piracy Reporting Centre des International Maritime Bureau haben somalische Piraten rein rechnerisch in diesem Jahr bisher jeden Tag eine Kaperung versucht. 117 Angriffe, 20 davon erfolgreich – und vermutlich sind darin (wie bisher) etliche kleinere Fischereiboote und Dhaus nicht erfasst:

Worldwide Incidents: (updated on 28 April 2011)
Total Attacks Worldwide: 173
Total Hijackings Worldwide: 23

Incidents Reported for Somalia:
Total Incidents: 117
Total Hijackings:20
Total Hostages: 338
Total Killed: 7

Current vessels held by Somali pirates:
Vessels: 26
Hostages: 518

Eine Übersicht über die derzeit in Piratenhand am Horn von Afrika befindlichen Schiffe hat, wie regelmäßig, Reuters zusammengestellt: Factbox: Ships held by Somali pirates

Und die NATO hat inzwischen mit einem Daily Piracy Overwiew begonnen…. hier die Übersichtskarte des Bündnisses von heute für die Angriffe der vergangenen Tage:

Unglaublich: Der Bundeswehr fehlt Geld

Es kommt für die Leser hier wahrscheinlich nicht so überraschend, wenn in der Zeitung zu lesen ist Der Bundeswehr fehlt Geld. Wer sich für die dort genannte Studie des Professors und Generalleutnant a.D Jürgen Schnell interessiert: Die liegt nicht nur Zeitungen vor. Wer das interessante Papier vom Januar (das ich auch schon verwendet habe) gerne selbst lesen möchte: Hier steht die Studie auf der Webseite der Bundeswehr-Universität München zum Herunterladen bereit.

Jetzt doch harte Sanktionen gegen Syrien!

Es ist zwar völlig off topic, aber das muss jetzt sein: Sanktionen gegen Syrien sind zwar im UN-Sicherheitsrat vorerst gescheitert. Aber Großbritannien ergreift auf eigene Faust harte Schritte gegen das Regime in Damaskus!

Syrian Ambassador attendance at the Royal Wedding unacceptable

(und diese von diversen Medien per Eilmeldung verbreitete Information soll alles sein, was hier zur Royal Wedding zu lesen ist. Vermutlich kann ich am morgigen Freitag den Laden zumachen, weil ohnehin alle auf dieses Traumereignis in London gucken.)

Mit „Sigi“ auf Piratenjagd

Das Engagement privater Sicherheitsfirmen, die mit eigenen Schiffen Frachter und Tanker am Horn von Afrika vor somalischen Piraten schützen wollen, wird konkreter. Nach einem Bericht des niederländischen Algemeen Dagblad hat das Sicherheitsunternehmen Schütz&Swart dafür ein ausgemustertes schwedischen Patrouillenboot erworben und umgebaut. Unter britischer Flagge soll die Sigi (2.000 Seemeilen Reichweite, ballistischer Schutz gegen Beschuss) im Golf von Aden stationiert werden und Reedern Geleitschutz für ihre Schiffe bieten – für einige tausend US-Dollar pro Tag, berichtet das Blatt. Die Sigi fährt unter britischer Flagge, weil das Heimatland des niederländischen Unternehmens dafür nicht infrage kommt – dessen Waffengesetze verbieten die halbautomatischen Waffen der Sicherheitsfirma.

Mehrere Unternehmen, vor allem aus Großbritannien, hatten bereits den Aufbau einer privaten Marine gegen Piraterie angekündigt. Die niederländische Firma scheint allerdings die erste, die mit einem eigenen Boot ans Horn von Afrika verlegt.

Green on Blue: Misstrauen inklusive

Im August vergangenen Jahres stand ich in einem nüchternen Hangar am Rande des Flugfelds von Herat in West-Afghanistan an drei Särgen, die mit einer spanischen Flagge bedeckt waren. Zwei spanische Soldaten und ein ziviler, ebenfalls spanischer Übersetzer waren wenige Stunden zuvor in Qal-i-Naw in der Provinz Badghis gefallen – als ein afghanischer Polizist das Feuer auf sie eröffnete. Sehr schnell hieß es, der Afghane habe zuvor Streit mit dem afghanisch-stämmigen Übersetzer gehabt. Die beiden Soldaten hätte er gar nicht töten wollen, die hätten zufällig daneben gestanden.

Der heutige Vorfall auf dem militärischen Teil des internationalen Flughafens von Kabul, bei dem amerikanische ISAF-Soldaten ums Leben kamen (die Meldungen sind derzeit noch uneinheitlich, von sechs, dann wieder von acht US-Soldaten und einem zivilen ISAF-Contractor ist die Rede), klingt ähnlich. Ein afghanischer Soldat, nach den Berichten ein 50-jähriger Pilot, habe nach einem Streit das Feuer eröffnet.

Die Angriffe von afghanischen Uniformträgern auf ISAF-Soldaten haben in den vergangenen Wochen eine beunruhigende Zahl erreicht. Sieben solcher Angriffe allein seit Januar meldet AP unter Berufung auf die internationale Schutztruppe, und gerade die Deutschen erinnern sich an den Zwischenfall vom 18. Februar im OP North in Baghlan, als ein Afghane innerhalb des Stützpunkts drei Bundeswehrsoldaten erschoss.

Noch bedrückender ist allerdings eine andere Rechnung. weiterlesen

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