Die neuen Mechanismen

Der Bericht der Untersuchungskommission zu den Vorfällen auf der Gorch Fock liegt ja nun im Verteidigungsministerium vor, und natürlich ist die Frage, wie nun von Marineinspekteur und (neuem) Verteidigungsminister damit umgegangen wird. Zur Erinnerung: Der frühere Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hatte selbst entschieden, dass Gorch Fock-Kommandant Kapitän zur See Norbert Schatz suspendiert wird, also sein Kommando vorerst nicht ausübt.

Wird der neue Verteidigungsminister Thomas de Maizière das aufrecht erhalten, einkassieren oder das völlig der Marine überlassen? Noch wissen wir es nicht, aber diese Aussage dazu vom stellvertretenden Sprecher des Ministeriums, Kapitän zur See Christian Dienst, heute in der Bundespressekonferenz sollten wir festhalten:

Gehen Sie nicht von der Annahme aus, dass die Mechanismen, die in der Zeit von Minister zu Guttenberg gegriffen haben, auch die Mechanismen sind, die in der Zeit von Minister de Maizière greifen werden. Dieser Bericht ist deutlich auf der Ebene unterhalb des Ministers in Behandlung. Ob und wann sich der Minister damit beschäftigt, werden wir sehen.

re:publica – update

Jetzt ist es terminiert: Auf der re:publica 2011 reden der Bendlerblogger und ich über Krieg im Netz – Stuxnet, WikiLeaks und Bloggen von der Front. Am Freitag, dem 15. April um 12 Uhr.

Direkt davor, um 11 Uhr,  spricht Sandro Gaycken über den Cyberwar und seine Folgen für die Informationsgesellschaft. Ich denke, die beiden Panels werden sich ganz gut ergänzen.

US-Flugzeugträger weicht Strahlungswolke aus

Die Katastrophe in Japan, nach Erdbeben und Tsunami vor allem die Ereignisse in den Atomkraftwerken, sind (noch?) kein Thema der Verteidigungspolitik; deshalb habe ich dieses Thema hier auch nicht aufgegriffen. Aber auch wenn ich nur als Interessierter die Entwicklung verfolge, an einer Stelle erlaube ich mir einen kurzen Hinweis:Meldungen, die USA zögen aufgrund der Strahlen-Bedrohung ihren Flugzeugträger von der Küste Japans ab, ist, nun, ein wenig übertrieben. Und bei aller Besorgnis (die ich teile), würde ich schon mal auf die Fakten schauen:

Nach einer offiziellen Mitteilung der 7. US-Flotte (die auch die Grundlage der Berichte in Medien wie der New York Times zu sein scheint), wiesen drei Hubschrauber mit 17 Besatzungsmitgliedern bei der Rückkehr von Unterstützungsflügen über Japan erhöhte Strahlungswerte auf. Die Soldaten hätten leicht mit Wasser und Seife dekontaminiert werden können, der Flugzeugträger Ronald Reagan und andere Schiffe der 7. Flotte vor Japan hätten ihren Kurs geändert, um nicht in Windrichtung möglicher Strahlung aus den defekten Atomkraftwerken zu liegen. Die Hilfsaktionen der Marine für Japan würden aber fortgesetzt.

SENDAI, Japan (March 12, 2011) An SH-60B helicopter assigned to the Chargers of Helicopter Antisubmarine Squadron (HS) 14 from Naval Air Facility Atsugi flies over the city of Sendai to deliver more than 1,500 pounds of food to survivors of an 8.9 magnitude earthquake and a tsunami. The citizens of Ebina City, Japan, donated the food, and HS-14 is supporting earthquake and tsunami relief operations in Japan as directed. (U.S. Navy photo/Released)

RC N Watch: Erneut Anschlag auf Armee-Rekrutierungszentrum in Kundus

In Kundus ist (erneut) ein Rekrutierungszentrum der Afghanischen Armee (ANA) von einem Selbstmordattentäter angegriffen worden. Nach ersten Berichten soll es dabei 20 Tote gegeben haben, darunter drei Soldaten.

Im Dezember hatte es schon mal einen solchen Angriff auf ein ANA-Rekrutierungszentrum in Kundus gegeben.

Nachtrag: Die afghanische Agentur Pajhwok berichtet allerdings von einem Angriff auf ein Rekrutierungszentrum der Polizei.

Nachtrag 2: Die BBC spricht jetzt von mindestens 33 Toten.

Erst vergangene Woche war der Polizeichef der Provinz Kundus ebenfalls von einem Selbstmordattentäter ermordet worden.

Die Fähigkeit der Aufständischen, auch in vermeintlich gesicherten Bereichen wie der Stadt Kundus selbst zuzuschlagen (es hieß doch, die Aufständischen seien aus dieser Gegend vertrieben…) scheint ungebrochen.

Bitte lesen: Die bitteren Erfahrungen eines traumatisierten Afghanistan-Veteranen

Diese Geschichte des Zeit-Online-Kollegen Hauke Friedrichs kann ich nur allen (vor allem den Politikern) zum Lesen empfehlen: Gefangen in der Kriegsfilm-Endlosschleife

Besonders unverständlich: Fraktionsübergreifend haben die Bundestagsabgeordneten im vergangenen Jahr verlangt, die Grenze für die Unterstützung von PTBS-Geschädigten von bislang 50 auf 30 Prozent Minderung der Erwerbsfähigkeit herunterzusetzen. Aber die Parlamentarier werden offensichtlich vom Beamtenapparat schlicht ignoriert?

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