re:publica – „Krieg im Netz“

Kleine Vorankündigung: Der Bendlerblogger und Augen geradeaus! werden auf der re:publica 2011 im April in Berlin über das Thema Krieg im Netz – Stuxnet, WikiLeaks und Bloggen von der Front reden: Wie das Netz die Sicherheitspolitik verändert.

Noch sind wir am Nachdenken und Basteln – aber geplant ist: Wir wollen die Fragen und Anregungen unserer Leser einbeziehen. Die Runde machen wir dann in den nächsten Wochen.

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US-Kriegsschiff befreit japanischen Tanker aus Piratenhand

Da hat der Sicherheitsraum als Rückzugsort für die Besatzung eines gekaperten Schiffes mal wieder funktioniert: Der US-Zerstörer Bulkeley, Teil der Combined Maritime Forces (CMF), de facto eine US-geführte Koalition der Willigen, hat in der Arabischen See den japanischen Tanker  Guanabara aus der Hand von – höchstwahrscheinlich somalischen – Piraten befreit. Die Besatzung hatte sich nach der Kaperung in die Zitadelle zurückgezogen und ein Notsignal abgesetzt – in diesem Fall deswegen erfolgreich, weil gleich zwei Kriegsschiffe in der Nähe waren: Außer der Bulkeley auch die türkische Fregatte Giresun, Teil der NATO-Operation Ocean Shield.

Die Piraten an Bord der Guanabara  (Foto: Türkischer Generalstab)

Offiziell ist gar nix

Die Meldung von Spiegel Online, auf die mich Leser hingewiesen haben, ist in der Tat ein bisschen merkwürdig:

Die USA und andere Nato-Staaten zogen unterdessen starke Einheiten auf der Mittelmeerinsel Kreta zusammen. Wie griechische Medien und Augenzeugen am Samstag berichteten, liefen bereits zwei große amerikanische Schiffe in der Bucht von Souda ein, darunter der Hubschrauberträger „USS Kearsarge“. Im nahegelegenen Flughafen von Souda-Akrotiri sollen Spezialeinheiten aus verschiedenen Nato-Staaten angekommen sein, darunter auch aus Deutschland.

Ich habe daraufhin mal nachgefragt: offiziell sind alle deutschen Soldaten des Evakuierungsverbandes (mit Ausnahme der drei Schiffe der Marine natürlich) gestern nach Deutschland zurück verlegt worden. Es gibt also keine Bestätigung der dafür, dass noch oder wieder Bundeswehrsoldaten auf Kreta sind.

Einerseits: wenn es sich tatsächlich um Spezialeinheiten handelt, gibt es natürlich keine Bestätigung.

Andererseits: zu welchem Zweck sollen sie dort sein? Ohne vorherige Zustimmung des Bundestages kämen sie nur für Evakuierungsaufgaben infrage, und ein wie auch immer geartetes Eingreifen der NATO in Libyen – wonach es derzeit nicht aussieht – wäre ohne Parlamentsbeteiligung nicht denkbar. Oder denke ich da falsch?

Die laufende Berichterstattung aus Libyen ist übrigens nach meiner Ansicht am besten in den Liveblogs von Al Jazeera und der BBC.