RC N Watch: IED-Anschlag westlich von Kundus

In diesen Tagen drohen solche – zum Glück weniger schweren – Vorfälle unterzugehen, deshalb der Hinweis: Neun Kilometer westlich des PRT Kundus gab es heute einen IED-Anschlag auf eine deutsche Patrouille der Task Force Kunduz (interessantes Detail am Rande: offiziell heisst die doch in Deutschland Ausbildungs- und Schutzbataillon…). Zwei Soldaten wurden im angesprengten Dingo verwundet, allerdings waren sie anschließend in der Lage, aus dem Rettungszentrum ihre Angehörigen selbst zu informieren.

(Leichte Irritation beim Blick auf die Karte: Neun Kilometer westlich des PRT ist doch der Bezirk Char Darrah, der inzwischen als befriedet und weitgehend Taliban-frei gilt?)

5 Gedanken zu „RC N Watch: IED-Anschlag westlich von Kundus

  1. Im Distrikt Char Darah gilt lediglich der südliche Teil als weitgehend feindfrei.
    Und das die Bezeichnung „ASB“ anscheinend mehr dem Etikettenschwindel deutscher Politiker zu verdanken ist als dem eigentlichen Auftrag, der weitaus offensiver ist als die Bezeichnung vermuten lässt, sollte ja bekannt sein.
    Auch das ASB MeS firmiert vor Ort als Task Force MeS. Die Bezeichnung Task Force wird wohl eher mit Kampfbereitschaft verbunden (vor allem multinational) und spiegelt damit den eigentlichen Auftrag besser wieder.

  2. Naja, ANSO berichtet, dass der Widerstand im nördlichen Char Darah und in Gor Tepa schon Anfang Januar weitgehend gebrochen war, aber viele IEDs zurückgelassen wurden (ANSO-Bericht, erste Januar-Hälfte, S. 8).

    Und auch die Zeit hat heute ein verhalten positives Bild von der Sicherheitslage um Kunduz gezeichnet: Fragile Erfolge am Hindukusch.

    Insgesamt sieht’s halt wirklich so aus, als würde man sich derzeit wie angekündigt eher dem Norden der Provinz zuwenden – meldet zumindest mal der Distrikt-Gouverneur von Imam Sahib über Xinhua.

    Von daher sieht das derzeit eher nach einem Einzelfall aus – „ruhig“ ist in Afghanistan ja immer noch relativ, und um eine IED zu legen brauchts nicht soviel. Und gerade Konvois gepanzerter Fahrzeuge sind anscheinend so auffällig, dass sie vergleichsweise leicht zu treffende Ziele abgeben. Eine koordinierter Angriff scheint es ja nicht gewesen zu sein – und das wäre für dieses Gebiet ja schon ein Fortschritt.

  3. @PapaBear
    Die Etiketten-Lage bei TF und ASB ist mir schon klar. Ich fand’s nur witzig, dass sich jetzt der Begriff Task Force auch in den offiziellen Bw-Mitteilungen durchgesetzt hat.

  4. @ T.Wiegold

    Bisher hat man es aber oft erlebt, dass gerade die Bundeswehr die jeweils “neuen“ Begriffe wie “Krieg“, “Feind“ oder eben „Task Force“ verwendete. Auch wwaren bundeswehreigene Publikationen viel offener als das wohl von der Politik geduldet worden wäre. Und wenn man den Trend jetzt vervollständigt, wird auch das Kabinett demnächst den “Task Forces“ zu ihren ASB sagen.

  5. Ob dies dauerhafte Erfolge sind wird sich im Frühling und Sommer zeigen. Es ist normal, dass im Winter die Kämpfe abflauen. Wichtig ist, dass die Kämpfer später nicht wieder zurückkehren können.

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