Nachwuchswerbung: Die Bundeswehr und die „Echtzeit“

Die in dieser Woche gestartete neue Videoserie der Bundeswehr-Nachwuchswerbung unter dem Label Bundeswehr exclusive aus dem Mali-Einsatz ist zwar Reality TV, aber natürlich keine Liveübertragung. Das scheint aber nicht allen Zuschauern klar zu sein – deshalb veröffentlichte die Nachwuchswerbung über ihren Mali-Bot, einen Chatbot auf Facebook, diesen Hinweis:

+++ ACHTUNG WICHTIG +++ Wo wir beim Thema „Nachtalarm“ sind: Mich erreichen viele Fragen, ob das alles gerade wirklich live passiert. Deine Einheit wurde von Anfang bis Ende ihres Einsatzes in Mali begleitet, das Material ist abgedreht und inzwischen sind alle wieder zuhause.
Damit du den Auslandseinsatz trotzdem hautnah miterleben kannst, poste ich in Echtzeit. Echtzeit bedeutet, dass du die Ereignisse zu der Uhrzeit und in der Reihenfolge, in der sie wirklich passiert sind, erlebst, nur zeitlich ein paar Wochen versetzt. Zur Sicherheit unserer Soldatinnen und Soldaten – denn die hat oberste Priorität. Der Nachtalarm heute früh hat vor ein paar Wochen genau so um 00:36 Uhr stattgefunden. Und du konntest ihn in Echtzeit – nicht live – erleben. weiterlesen

Reality-TV aus dem Mali-Einsatz: „Willkommen auf dem Mars, hier ist’s schön“ (m. Nachtrag)

4, 5 Millionen Euro hat die Bundeswehr dafür ausgegeben, ihre neue Reality-Video-Serie über den Mali-Einsatz flächendeckend zu bewerben (mehr als das doppelte der Produktionskosten der Videos). Und den Hinweisen auf den Einblick in den Auslandseinsatz in Westafrika ist ja praktisch nicht zu entkommen, siehe obiges Beispiel aus dem Kölner Hauptbahnhof. Auf Facebook sowieso nicht, und der Chat-Bot findet sich auch auf der Kölner Anzeigetafel wieder: weiterlesen

Video-Serie ‚Die Rekruten‘: Die Bundeswehr ist wieder Pausengespräch

Die Bundeswehr-YouTube-Serie Die Rekruten, bei der angehende Soldaten in der Marinetechnikschule Parow während ihrer Grundausbildung begleitet und beobachtet wurden, ist aus Sicht des Verteidigungsministeriums ein voller Erfolg. Nicht nur wegen der millionenfachen Abrufe, Hunderttausende von Kommentaren und der Verbreitung, die die Serie messbar erreicht hat: Mit diesen Videos sei es gelungen, die Bundeswehr (wieder?) zum Pausengespräch auf dem Schulhof zu machen, freute sich der Beauftragte für die Kommunikation der Arbeitgebermarke Bundeswehr, Dirk Feldhaus.

Ob sich diese Form der Nachwuchswerbung auf auf die Personalstärke der Bundeswehr auswirken wird? Da ist Feldhaus noch vorsichtig: Für diese Bewertung sei es noch zu früh. Aber es gebe zunehmend mehr Bewerber für die Truppe, auch in sehr nachgefragten technischen Bereichen.

Bei der Bilanz am (heutigen) Mittwoch im Showroom der Bundeswehr in Berlin kündigte Feldhaus auch an, dass es eine Art Fortsetzung dieser Serie geben werde: Einige der Protagonisten, die die Zuschauer durch die Grundausbildung begleiten konnten, sollen die Videoteams auch in ihrer neuen Verwendung beobachten können. Wer dafür ausgewählt wird, sollen eben diese Zuschauer entscheiden – da wird es ein öffentliches Votum geben. weiterlesen

Bundeswehr meldet Zuschauer-Rekord bei YouTube-Nachwuchswerbung

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Für ihre Nachwuchswerbung auf dem YouTube-Kanal Die Rekruten meldet die Bundeswehr Rekord-Zuschauerzahlen. Teilweise wurden einzelne Clips mit Szenen aus der Grundausbildung neuer Soldaten mehr als eine halbe Million mal angeklickt. In den zwei Wochen seit dem Serienstart am 1. November hätten über 200.000 Nutzer den Youtube-Kanal abonniert, teilte das Verteidigungsministerium am (heutigen) Mittwoch mit:

Die kontrovers diskutierte Serie ist damit eines der erfolgreichsten Social Media Projekte in Deutschland. (…)
„Mit der Serie „Die Rekruten“ über die Grundausbildung auf YouTube haben wir offenbar einen Nerv getroffen. Ich finde auch die Debatte um die Serie wichtig. Denn die Bundeswehr mit ihrem grundgesetzlichen Auftrag ist ein Teil dieser Gesellschaft“, so Dr. Ursula von der Leyen, Bundesministerin der Verteidigung.

Nach Angaben des zuständigen Sales Directors von Google Deutschland, Markus Hinz, ist das Angebot einer der am schnellsten wachsenden Branded Channels der letzten Jahre – übrigens getrennt von bisherigen Bundeswehr-Videoangebot auf dieser Plattform. Laut Verteidigungsministerium gab es bislang mehr als 40.000 Kommentare, täglich knapp eine Million Views und einen regelmäßigen Spitzenplatz der täglich neu eingestellten Videos in den YouTube Trends.

(Foto: Screenshot aus dem „Die Rekruten“-Video vom 15.11.2016)

Jetzt online: Bundeswehr-Doku-Serie „Die Rekruten“

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Die Bundeswehr hat am (heutigen) Dienstag auf YouTube ihre neue Doku-Serie Die Rekruten gestartet: Eine Gruppe junger Leute wird durch die Grundausbildung begleitet, auf dem Weg zum Soldaten.

Die ersten Folgen aus dem Leben der neuen Rekruten sind jetzt online, in einem eigenen Video-Kanal (also getrennt vom normalen YouTube-Kanal der Bundeswehr). Das sieht dann zum Beispiel so aus:


(Direktlink: https://youtu.be/P2YkqYzAlKU)

Ich vermute, dass es dazu hier gewissen Diskussionsbedarf gibt… Aber bitte eines im Hinterkopf behalten: Das ist keine Dokumentarserie im journalistischen Sinn. Sondern ein Produkt der Nachwuchswerbung (kostet deshalb ja auch 1,7 Millionen Euro reine Produktionskosten plus 6,2 Millionen Euro begleitende Mediakosten, z.B. für Plakate und weitere Werbung). Jeder andere Arbeitgeber würde auch nicht gerade das in den Vordergrund stellen, was in seinem Laden nicht so funktioniert…

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