Pentagon will Ausgaben für US-Soldaten und Gerät in Europa vervierfachen

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Die USA wollen künftig für die Stationierung von Truppen und Gerät in Europa und für Übungen an der Ostflanke der NATO mehr als vier Mal so viel ausgeben wie bisher. Der nächste Verteidigungshaushalt solle 3,4 Milliarden US-Dollar dafür vorsehen, sagte US-Verteidigungsminister Ashton Carter am (heutigen) Dienstag bei der Vorstellung des Budgetplans für das so genannte Fiscal Year 2017. Bislang waren es rund 800 Millionen US-Dollar. Grund für die massive Aufstockung ist die Gegnerschaft zu Russland, das bereits in der kürzlich veröffentlichten Strategie des U.S. European Command als Hauptproblem bezeichnet wurde.

Aus Carters Rede zu den Haushaltsplänen vor dem Economic Club of Washington:

Another near-term investment in the budget is how we are reinforcing our posture in Europe to support our NATO allies in the face of Russia’s aggression – in Pentagon parlance, this is called the European Reassurance Initiative – and after requesting about $800 million for last year, this year we’re more than quadrupling it for a total of $3.4 billion in 2017. weiterlesen

Überarbeitete US-Militärstrategie für Europa: Russland im Mittelpunkt

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Die US-Streitkräfte in Europa, geführt vom U.S. European Command (USEUCOM) in Stuttgart, haben eine neue, überarbeite Strategie für ihren Einsatzraum – und bei der steht die Abschreckung Russlands an erster Stelle. Das Kommando, geführt vom US-Luftwaffengeneral Philip Breedlove (der zugleich NATO-Oberbefehlshaber ist), veröffentlichte das Papier Anfang dieser Woche, und die Aussagen sind deutlich genug:

Deter Russian Aggression
While Russia has supported some common security e orts in counterterrorism and counternarcotics, these contributions are overshadowed by its disregard for the sovereignty of its neighbors in Europe and its violation of numerous agreements which require Russia to act within international norms. One of the United States’ national military objectives is to deter state adversaries from threatening the U.S. homeland and U.S. interests while assuring the security of allies. Because Russian aggression threatens NATO allies and partners in Europe, USEUCOM is leading Department of Defense (DoD) efforts to deter further Russian actions that destabilize regional security.

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USA wollen Kampf gegen ISIS nicht nur in Irak und Syrien, nächste Woche Minister-Treffen

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Die USA wollen gegen die ISIS-Terrormilizen nicht nur im Irak und in Syrien vorgehen, sondern sehen die Bekämpfung als globale Aufgabe im Krieg gegen den Terrorismus. Die Metastasen der Organisation in Nordafrika, in Afghanistan und im Jemen müssten ebenfalls angegangen werden, sagte US-Verteidigungsminister Ashton Carter am (gestrigen) Mittwoch (Ortszeit) bei einer Rede in Fort Campbell in Kentucky. Zugleich mahnte Carter mehr Anstrengungen von Koalitionspartnern im Kampf gegen ISIS an; in der kommenden Woche soll eine Konferenz von sechs Kernstaaten der Anti-ISIS-Allianz, darunter auch Deutschland, in Paris stattfinden.

Die Rede Carters enthält viele interessante Aspekte und ist hier komplett nachzulesen; die Passage zur Ausweitung des Kampfes über Syrien und Irak hinaus:

Next, let me describe the fight outside of Iraq and Syria. As we work to destroy the parent tumor in Iraq and Syria, we must also recognize that ISIL is metastasizing in areas such as North Africa, Afghanistan, and Yemen. The threat posed by ISIL, and groups like it, is continually evolving, changing focus and shifting location. It requires from us, therefore, a flexible and nimble response with a broad reach.
And that’s why the Defense Department is organizing a new way to leverage the security infrastructure we’ve already established in Afghanistan, the Middle East, East Africa, and Southern Europe into a network to counter transnational and transregional threats like ISIL. weiterlesen

Operation Atlantic Resolve: ‚Es geht um Geschwindigkeit‘

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Angesichts der Debatte über den Kampf gegen ISIS, den Einsatz der Bundeswehr auch in Syrien und in anderen Regionen ist in der öffentlichen Diskussion weitgehend in den Hintergrund getreten, was Anfang des Jahres noch bestimmend war: Das Verhältnis des Westens, insbesondere der NATO, zu Russland – nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise. Und das, obwohl – ebenso weitgehend unbemerkt – Soldaten etlicher NATO-Länder, auch aus Deutschland, in diesem Jahr praktisch andauernd durch die osteuropäischen Staaten der Allianz rotieren, um mit Übungen diese Länder an der Ostflanke der Allianz des Rückhalts ihrer Verbündeten zu versichern.

Deshalb zur Erinnerung an diese weitgehend unveränderte Situation und zur Dokumentation der Wortlaut eines Pressebriefings, das der Kommandeur der U.S. Army Europe, Generalleutnant Ben Hodges, am (heutigen) Donnerstag in Washington gegeben hat. Da geht es um die Beurteilung Russlands, seiner militärischen Fähigkeiten, und um eine Einschätzung der nach wie vor bestehenden Schwierigkeiten innerhalb der NATO, militärische Präsenz zu demonstrieren.

(Ich habe daraus übrigens einen neuen Begriff gelernt: Suwalki Gap, der 95 Kilometer breite Streifen NATO-Gebiet zwischen der russischen Exklave Kaliningrad und Weißrussland, benannt nach der nordpolnischen Stadt Suwalki. Mal sehen, ob der künftig ähnlich prominent wird wie einst der Fulda Gap.)

Hodges‘ Äußerungen, in der Abschrift des Pentagon: weiterlesen

Nach dem ‚Krieg gegen den Terror‘ rückt für die USA die Abschreckung in den Mittelpunkt

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Nach mehr als einem Jahrzehnt, in dem der Krieg gegen den Terror die militärische Ausrichtung der USA weitgehend geprägt hat, soll wieder die Abschreckung alter Art in den Vordergrund rücken. Und dabei werden zwei Länder im Vordergrund stehen: Russland und China. Das kündigte US-Verteidigungsminister Ash Carter bei einer Grundsatzrede am (gestrigen) Samstag beim Reagan Defense Forum in Simi Valley, Kalifornien, an: After fourteen years of counterinsurgency and counter-terrorism – two skills we want to retain – we are in the middle of a strategic transition to respond to the security challenges that will define our future.

Das dürfte auch Auswirkungen auf das Vorgehen der USA in Europa und auf die Beziehungen des größten NATO-Mitglieds zu seinen Verbündeten haben. Deshalb zur Dokumentation die vom Pentagon veröffentlichte Rede im Wortlaut: weiterlesen

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