Telefonat Putin – Obama: Putin weist Vorwurf der Einmischung in der Ukraine zurück

Angesichts der eskalierenden Situation in der Ukraine haben am (heutigen) Montag US-Präsident Barack Obama und der russische Präsident Wladimir Putin (erneut) in einem Telefonat die Lage erörtert. Putin wies dabei den Vorwurf zurück, Russland mische sich im Südosten der Ukraine ein: solche Spekulationen basierten auf unzutreffender Information. Zugleich betonte der russische Präsident in der vom Kreml verbreiteten Meldung über das Gespräch, dass beide Seiten vereinbart hätten, die diplomatischen Bemühungen um eine Beilegung der Krise fortzusetzen.

Die russische Meldung dazu in der englischen, vom Kreml verbreiteten Fassung (vom Weißen Haus gab es bis 2300 MESZ noch keine Erklärung dazu):

Vladimir Putin had a telephone conversation with President of the United States of America Barack Obama.
The leaders discussed various aspects of the crisis in Ukraine, first and foremost in the southeastern regions engulfed by mass protests against the policies of the current authorities in Kiev. weiterlesen

Manöver in Osteuropa und der Ukraine? Deutschland bleibt vorsichtig

Rapid Trident 2013

Seit Jahren läuft die Manöverserie Rapid Trident, mit der die USA und andere NATO-Mitglieder andere Staaten ihres Partnership for Peace-Programms an die Allianz heranführen wollen – und seit Jahren läuft sie in der Ukraine. Auch mit deutscher Beteiligung. Für den kommenden Juli ist diese Übung erneut vorgesehen, und wieder in der Ukraine. Ob sie wirklich stattfindet, ist noch nicht so ganz klar – auch wenn die U.S. Army in ihrer jüngsten Mitteilung dazu betont, dass die Planung weiterläuft:

Rapid Trident 2014 is a Ukrainian led, U.S. Army Europe supported Situational Training Exercise and Battalion Field Training Exercise designed to train a U.S. – Ukrainian combined battalion headquarters with a peace support operations scenario.
Rapid Trident 2014 will involve approximately 1100 military personnel from 15 different countries. The countries currently scheduled to participate are:
Armenia, Azerbaijan, Bulgaria, Canada, Czech Republic, Georgia, Germany, Greece, Moldova, Poland, Romania, The United Kingdom, Turkey, Ukraine and the United States.
The final planning conference is currently scheduled for May, with the exercise taking place near L’viv, Ukraine, this July. Exercise planning will continue until we are told otherwise.

Aus deutscher Sicht ist das alles noch nicht ganz so klar. weiterlesen

Unklare Meldungslage: US-Drohne über der Krim abgefangen? (Update)

Es ist ein weiteres Mosaiksteinchen in diesem Informationskrieg um die Ukraine und die Krim: Seit einigen Stunden gibt es Meldungen, über der Krim sei eine US-Aufklärungsdrohne vom Typ Hunter MQ-5B abgefangen worden (im Foto oben diese Drohne bei einem Trainingsflug in Bayern). Das Fluggerät soll bereits am (gestrigen) Donnerstag abgeschossen mit elektronischen Mitteln abgefangen worden sein und der 66th Intelligence Brigade gehören, die in Deutschland stationiert ist, meldet unter anderem eine russischsprachige Webseite (Gugel-Übersetzung hier). Quelle dafür ist offensichtlich ein Unternehmen, der russische Staatskonzern Rostec (auf dessen Website ich die Meldung allerdings nicht finden kann).

Es soll bereits das zweite Unmanned Aerial Vehicle der USA sein, das über der Krim verloren geht. Bei dem Hunter handelt es sich um eine unbewaffnete Aufklärungsdrohne.

Eine Bestätigung dafür gibt es bislang nicht; das Pentagon hat die Meldung laut US-Sender ABC dementiert. Auch gibt es bisher keine Fotos von einer abgeschossenen Drohne. Und ohne Beleg ist es vorerst wirklich nur Informationskrieg.

Update: Rostec weist inzwischen zurück, dass das Unternehmen gemeldet habe, mit ihrem System sei eine US-Drohne abgefangen worden, und weist die Verantwortung für die Meldung der (oben genannten) russischen Webseite zu.

(Foto: A U.S. Army Hunter MQ-5B Unmanned Aerial System (UAS) takes off for a training flight at the Hohenfels Training Area, Hohenfels, Germany, July 22, 2013 – U.S. Army photo by Staff Sgt. Caleb Barrieau, 7th Army Joint Multinational Training Command)

Westliche Unterstützung für die Ukraine – auf allen Ebenen

Die USA und die EU verstärken ihr Engagement in der Ukraine-Krise – die USA allerdings, weiter gehend als die Europäer, auf allen Ebenen bis hin zu bilateralen Verteidigungskonsultationen. Die osteuropäischen NATO-Verbündeten werden mit demonstrativer Verstärkung wie der Entsendung von zusätzlichen F-16-Kampfflugzeugen (Archivbild oben) nach Polen unterstützt, aber auch der Ukraine selbst hat Washington ebenso demonstrativ Hilfe zugesagt. Das US-Außenministerium veröffentlichte am (heutigen) Mittwoch eine Liste der geplanten Aktivitäten – eine Auswahl:

We intend to resume activities of the Strategic Partnership Commission at the Ministerial level with the goal of deepening the U.S.-Ukrainian Strategic Partnership in the areas of nuclear security and nonproliferation, political dialogue and rule of law, energy security, security cooperation, and science and technology.
The Department of Commerce will organize a U.S.-Ukraine Business Summit in Washington, DC that will bring together senior-level USG and GOU officials, U.S. companies with investments in Ukraine, and leading economic and legal experts on the Ukrainian market, to discuss how to increase economic growth in Ukraine and deepen our bilateral commercial relationship. (…)
Special Envoy for International Energy Affairs Carlos Pascual will visit Kyiv this month for a meeting of the Energy Security Working Group, which will focus on efforts to boost Ukraine’s energy security, including energy efficiency and the development of alternative energy sources.
The Department of Defense will hold U.S.-Ukraine Bilateral Defense Consultations with Ukrainian counterparts in Kyiv within the next month. (…) weiterlesen

Obama ‘wollte nur noch raus’ aus Afghanistan

Der frühere US-Verteidigungsminister Robert Gates, den Europäern vor allem in Erinnerung wegen seiner harschen Kritik am europäischen militärischen Engagement, hat jetzt seine Memoiren vorgelegt – und rechnet dabei mit der Afghanistan-Politik seines früheren Chefs Barack Obama ab. Kostprobe:

“As I sat there, I thought: The president doesn’t trust his commander, can’t stand Karzai, doesn’t believe in his own strategy and doesn’t consider the war to be his,” Mr. Gates wrote. “For him, it’s all about getting out.”

berichtet die New York Times – die und die Washington Post sind offensichtlich bislang die einzigen Medien, die tatsächlich ein Vorabexemplar von Gates’ neuem Buch Duty: Memoirs of a Secretary at War besitzen und daraus zitieren. Alle anderen Berichte, in den USA wie international, stützen sich auf die Berichterstattung dieser beiden Blätter. Also reicht es vermutlich vorerst, auch nur diese beiden Berichte zu lesen:

New York Times: Bipartisan Critic Turns His Gaze Toward Obama – In His New Memoir, Robert M. Gates, the Former Defense Secretary, Offers a Critique of the President

Washington Post: Robert Gates, former defense secretary, offers harsh critique of Obama’s leadership in ‘Duty’

(Foto: U.S. Secretary of Defense Robert M. Gates walks with a group of service members at Forward Operating Base Walton, Sunday, June 5, 2011, in Kandahar, Afghanistan – ISAF Regional Command South/Ensign Haraz Ghanbari via DVIDSHUB auf Flickr unter CC-BY-Lizenz)

weiter »