‘Meuterei’ auf der Hermelin: Verfahren wegen geringer Schuld eingestellt

Der Vorfall auf dem deutschen Schnellboot Hermelin, bei dem Mitte Februar mehrere Soldaten einen Bootsmann überwältigten und fesselten, hat keine strafrechtlichen Konsequenzen. Das Verfahren gegen sechs Soldaten vor dem Amtsgericht Rostock wurde wegen geringer Schuld eingestellt, berichtet der NDR:

Das Verfahren gegen sechs Marinesoldaten vor dem Amtsgericht Rostock ist wegen geringer Schuld der Angeklagten eingestellt worden. Die sechs waren wegen des Verdachts der Meuterei, Körperverletzung und Freiheitsberaubung angeklagt. Eine Straftat konnte während der neunstündigen Verhandlung am Amtsgericht Rostock nicht nachgewiesen werden. Es seien jedoch Grenzen überschritten worden, erklärte der Richter. weiterlesen

Und dann noch: Deutsche UNIFIL-Soldaten in Zypern überfallen

Aus dem Einsatzgebiet Afghanistan gibt es heute schon genug schlechte Nachrichten für die Bundeswehr; da muss diese Meldung aus Zypern nicht auch noch sein…

Am 5. Mai 2013 gegen 3:00 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit wurden zwei deutsche Soldaten im Bereich ihrer Hotelunterkunft in Limassol (Zypern) von drei Unbekannten überfallen. weiterlesen

“Besonderes Vorkommnis” bei UNIFIL – mit merkwürdigem Hintergrund

Im UNIFIL-Einsatz der Deutschen Marine vor dem Libanon hat sich Mitte Februar ein etwas merkwürdiges Ereignis zugetragen, das in einer Meldung über ein Besonderes Vorkommnis mündete – und heute Abend hat die Bundeswehr das auch von sich aus bekannt gemacht:

Am 15. Februar nach 19 Uhr zogen mindestens vier Obermaate einen ihnen vorgesetzten Bootsmann aus seiner Koje auf dem Schnellboot Hermelin im Hafen von Beirut im Libanon. Der Bootsmann wurde mit Tape und einem Spanngurt auf einem Tisch fixiert und anschließend am Bein bemalt.
Die vier Soldaten wurden inzwischen repatriiert. Es laufen Ermittlungen gegen weitere Soldaten, die möglicherweise beteiligt waren. Weitere personelle Maßnahmen werden geprüft.
Der Vorfall wurde am 22. Februar wegen des Verdachts eines tätlichen Angriffs auf einen Vorgesetzten an die Staatsanwaltschaft abgegeben.

Da fehlen noch ein paar Einzelheiten…

Zum einen war es zwar das Boot S73 Hermelin (siehe Foto oben), aber nicht die Hermelin-Stammbesatzung: Im UNIFIL-Einsatz werden die Besatzungen regelmäßig getauscht, während die Boote selbst im Einsatz bleiben. Die Mannschaft stammte vom Schwesterboot Ozelot.

Interessanter ist allerdings der mögliche Hintergrund, zu dem es keine offiziellen Angaben gibt: Der betroffene Bootsmann ist thailändischer Abstammung. Deshalb steht natürlich die Frage an, ob es eine fremdenfeindliche Motivation für die Tat gibt – allerdings habe ich bei meiner Recherche darüber noch keine Klarheit bekommen, und so eindeutig ist es bislang nicht. Und Klarheit ist auch bei dem Detail nötig, dass angeblich einige Soldaten von dem misshandelten Bootsmann Fotos gemacht haben sollen – die aber wiederum, angeblich auf Befehl, gelöscht worden sein sollen.

Nachtrag: Ich hatte bei der Frage nach dem Hintergrund – vielleicht nicht ausreichend – darauf hingewiesen, dass es nicht eindeutig auf einen fremdenfeindlichen Hintergrund hindeutet. Dazu passt auch eine weitere Information: Zwar haben die Maaten dem Bootsmann – wie es heißt: sinngemäß – aufs Bein gemalt: Hier wohnen die Mongos. Andererseits gibt es – bislang nicht belegte -Hinweise, dass gerade dieser Vorgesetzer seine Untergebenen als Mongos tituliert haben soll. Das klingt dann in der Tat wieder eher nach Code Red.

 (Foto Bundeswehr/Paulsen via Flickr unter CC-BY-ND-Lizenz)

Von UNIFIL nach Syrien – mit deutschen Truppen?

Hatte ich gestern noch den nächsten Halt Bamako als möglichen neuen deutschen (wenn auch unbewaffneten) Militäreinsatz gesehen, lassen jetzt Äußerungen des UN-Sondergesandten für Syrien, Lakhdar Brahimi, aufhorchen: Nach – bislang nur in englischsprachigen Medien zu findenden – Meldungen aus Istanbul denkt der UN-Vermittler darüber nach, ob nicht die derzeitigen führenden Nationen in der UNIFIL-Truppe vor und im Libanon den Kern einer UN-Friedenstruppe für Syrien stellen könnten.

Nun bedürfte eine solche Blauhelmtruppe natürlich der Zustimmung des UN-Sicherheitsrats – und damit auch Russlands und Chinas, von denen bislang nichts zu erwarten ist, was sich gegen das derzeitige syrische Regime richten könne. Dennoch sind die Berichte interessant…

Aus dem Telegraph:

Instead, Mr Brahimi is thought to be looking at more nations that currently contribute to Unifil, the 15,000 strong mission set up to police Israel’s borders with Lebanon. They alone are thought to have the infrastructure and on-the-ground knowledge that any peacekeeping operation would require.
Countries contributing to Unifil include Ireland, Germany, France, Spain and Italy, one of which would be expected to play a leading role in the Syria peacekeeping force.

Und ein Geschichte in mehreren australischen (!) Medien:

The remarks came as the UN and Arab League envoy to Syria, Lakhdar Brahimi, is reportedly sounding out which countries would be willing to contribute soldiers to a 3000-member peacekeeping force.
Mr Brahimi is thought to be looking at nations that contribute to UNIFIL, the 15,000-strong mission set up to police Israel’s borders with Lebanon. Those countries include Ireland, Germany, France, Spain and Italy.

 

Jetzt geht’s los: Die erste Korvette geht in den Einsatz

Nun scheint es doch zu klappen: Nach einer lang andauernden Pannenserie geht die erste der fünf neuen Korvetten der Deutschen Marine in den ersten Auslandseinsatz. Am kommenden Montag läuft die Magdeburg vom Marinestützpunkt Hohe Düne in Warnemünde aus, um in die UNIFIL-Mission vor der libanesischen Küste zu gehen. Den Bundestagsabgeordneten teilte das Verteidigungsministerium dazu heute knapp mit:

Die Korvette MAGDEBURG hat als erste ihrer Klasse den vorgesehenen Einsatzausbildungsplan erfolgreich durchlaufen und sich für Einsätze im Fähigkeitsspektrum UNIFIL qualifiziert. Durch die Teilnahme an UNIFIL soll die Leistungsfähigkeit der Korvette im Einsatz unter Beweis gestellt werden.

Die entscheidende Aussage steht im ersten Satz: qualifiziert für Einsätze im Fähigkeitsspektrum UNIFIL. Oder, wie ich es hier schon mal formulierte: Teil-fit für den Einsatz, noch nicht für den Krieg. Hauptsache, der Maschinenraum wird mit der nötigen Vorsicht kontrolliert.

Korvette Magdeburg (F261) (Foto: Deutsche Marine, Archivbild aus dem August 2007)

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