DroneWatch: Entscheidung über Korvetten-Drohne für dieses Jahr geplant

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Bei ihrer Sommerreise am (heutigen) Donnerstag war Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen nicht nur beim Heer, sondern auch bei der Marine: Sie besuchte in Rostock-Warnemünde das 1. Korvettengeschwader und besichtigte die Korvette Magdeburg (Foto oben).

Dabei kam auch was zur Sprache, was den Korvetten nach wie vor fehlt: Die Schiffe waren von vorherein für den Einsatz eines unbemannten fliegenden Systems ausgelegt. Der zunächst favorisierte CamCopter der österreichischen Firma Schiebel wurde nach einem Stopp des Beschaffungsprozesses im vergangenen Jahr nicht gekauft.

Auf der Magdeburg kündigte die Ministerin nun an, dass voraussichtlich in diesem Jahr über die Drohne für die Korvetten entschieden werden soll. Wichtig war ihr dabei offensichtlich, dass es sich um Aufklärungsdrohnen ohne jegliche Bewaffnung handeln wird (angesichts der politischen Debatte über bewaffnungsfähige Drohnen ja auch verständlich):

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Nachdem die modernsten Kriegsschiffe der Welt (Bundeswehr-Spruch) seit kurzem ihre Hauptwaffensysteme haben, wird’s nun langsam vielleicht doch ein komplettes System…

 

DroneWatch: AGS & Global Hawk – der deutsche Überblick

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Bei ihrem Besuch der Marine auf Sizilien Anfang Juli nutzte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen für An- und Abreise die Marinefliegerbasis Sigonella – und konnte, wenn sie beim Abflug rasch genug aus dem Fenster geschaut hat, eine der dort stationierten GlobalHawk-Drohnen der U.S. Air Force sehen (Foto oben).

Nun spielte diese Drohne und das für die Stationierung in Sigonella vorgesehene Alliance Ground Surveillance (AGS)-System der NATO bei dieser Ministerinnenreise keine Rolle und war deshalb kein Thema. Aber den den deutschen Kenntnisstand über die bisherige Entwicklung von AGS hat die Bundesregierung in einer am (heutigen) Mittwoch veröffentlichten Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linkspartei dargelegt.

So richtig überraschend Neues habe ich erst mal in den Antworten nicht entdecken können; aber fürs Archiv zu den unbemannten fliegenden Systemen, offiziell Remote Piloted Aircraft, hier zum Nachlesen:

Bundestagsdrucksache 18/5538: NATO-Drohnen im Programm Alliance Ground Surveillance

Nachtrag: Jetzt bin ich in der umfangreichen Antwort der Bundesregierung doch über etwas gestolpert, nämlich über Frage 22 und die Antwort darauf: weiterlesen

Laser gegen Drohnen

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Militärisch ist das System noch im Versuchsstadium, aber die Versuche sind ja auch für den zivilen (Polizei)Bereich interessant: MBDA Deutschland, eine Firma, die für Lenkflugkörper bekannt ist (und auch wesentlich am geplanten neuen Flugabwehrsystem der Bundeswehr beteiligt), hat die Bekämpfung von (Klein)Drohnen mit einem Laser vorgeführt. Innerhalb weniger Sekunden, betont das Unternehmen, wurde bei einem Versuch im Mai eine frei fliegende Mini-Drohne zerstört.

Das Video  (veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung von MBDA Deutschland):


(Direktlink: https://youtu.be/5GTWER1NI5g)

Die Mitteilung des Unternehmens dazu: weiterlesen

DroneWatch: Zwei neue Anläufe in Europa (Update: drei)

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Auf europäischer Ebene sind am (heutigen) Montag zwei Programme angeschoben worden, mit denen Europa im Bereich der unbemannten Flugsysteme aufholen will. Als Merkposten, weil uns die Details in den nächsten Monaten und Jahren bestimmt noch beschäftigen werden:

• Die Verteidigungsminister Deutschlands, Frankreichs und Italiens haben die Absichtserklärung für eine europäische Studie für eine MALE-Drohne unterzeichnet. Dabei geht es zunächst nur um eine auf zwei Jahre angelegte Untersuchung der Möglichkeiten eines solchen Systems – und auch wenn sie von den Verteidigungsministern gestartet (und wohl auch finanziert) wird, spielt natürlich auch immer das Ziel einer zivilen Nutzung solcher Systeme – und der damit verbundene Markt – eine große Rolle. weiterlesen

DroneWatch: Entwicklungsabkommen für die Euro-Drohne nächste Woche

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Das gemeinsame Projekt von Deutschland, Frankreich und Italien zur Entwicklung einer europäischen Drohne wurde von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatspräsident François Hollande Ende März angeschoben, jetzt soll es wirklich losgehen: Beim EU-Rat für Auswärtige Angelegenheiten am 18. Mai, Montag kommender Woche, wollen die drei Länder eine Declaration of Intent unterzeichnen – zunächst aber nur für eine Studie, die in den nächsten zwei Jahren ausloten soll, wie die Realisierungschancen eines solchen unbemannten Luftfahrzeugs aussehen.

Der Vorschlag dazu kam ursprünglich von der Industrie, schon im Sommer 2013. Damals hatten die Unternehmen Airbus (damals EADS), Dassault und Finmeccanica Alenia Aermacchi einen gemeinsamen Vorstoß gemacht und die Vorzüge einer europäischen Eigententwicklung hervorgehoben: weiterlesen

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