Afghanistan-Abzug über Trabzon angelaufen (neu: Fotos)

Der Abzug, oder wie es offiziell heißt, die Rückverlegung von Bundeswehrmaterial aus Afghanistan über den türkischen Schwarzmeerhafen Trabzon hat am (heutigen) Donnerstag begonnen. Auf dem Flughafen von Trabzon landete eine Frachtmaschine vom Typ Antonov AN124 mit sechs geschützten Fahrzeugen vom Typ Eagle IV und einem Bergepanzer, wie Bundeswehrsprecher Hans Didi telefonisch mitteilte. Die Fahrzeuge, deren Waffen und Waffenstationen zuvor demontiert wurden, sollen nun auf dem Seeweg zurück nach Deutschland geschafft werden. Die Verladung in Trabzon verringert die Flugzeit aus Afghanistan und damit die Transportkosten deutlich. weiterlesen

Der schwierige Verbündete Türkei

Trabzon,harbour

Deutschland und die Türkei sind zwar NATO-Partner, aber die Zusammenarbeit ist, nun, bisweilen doch ein wenig mit Friktionen behaftet. Das zeigte sich beim Einsatz der deutschen Patriot-Flugabwehrstaffeln im Süden des Landes, das scheint aber auch für die Kooperation beim Abzug, pardon: der Rückverlegung aus Afghanistan zu gelten…

Für diese Rückverlegung will die Bundeswehr im türkischen Schwarzmeerhafen Trabzon (Foto oben) ihre Hauptumschlagbasis errichten. Da gibt es bei den Absprachen Probleme, wie tagesschau.de berichtet:

Die Türkei will offenbar nicht zulassen, dass Waffen der Bundeswehr im Rahmen des Abzuges aus Afghanistan über einen Umschlagplatz auf türkischem Territorium umgeladen werden. weiterlesen

Streit um den Patriot-Einsatz: Die Türkei sieht sich im Recht

Die Klagen der Bundeswehrsoldaten im Patriot-Einsatz in der Türkei, am Wochenende durch einen Bericht des Wehrbeauftragten Hellmut Königshaus bekanntgeworden, haben in Deutschland hohe Wellen geschlagen – aber offensichtlich auch in der Türkei. Der türkische Generalstab reagierte am (heutigen) Montag mit einer ausführlichen Erklärung, in der alle Vorwürfe zurückgewiesen wurden.

Die Faktensammlung des türkischen Militärs ist hier in der Google-Übersetzung ins Englische zu lesen (danke für die Leserhinweise darauf). Interessant ist, dass sich die türkische Seite in erster Linie auf die von deutschen Soldaten angeführten hygienischen Mängel bezieht und lapidar darauf verweist, dass die Deutschen doch selber für die Sauberkeit ihrer Toiletten zuständig seien. weiterlesen

Patriot-Einsatz “Active Fence”: Der NATO-Partner zeigt sich wenig verbündet

Bei ihren Besuchen beim deutschen Patriot-Flugabwehrkontingent in der Türkei, dem NATO-Einsatz Active Fence, sparten Bundeskanzlerin Angela Merkel (Foto oben) und Verteidigungsminister Thomas de Maizière nicht mit warmen Worten, was die Unterstützung und Kooperation in der NATO mit dem Bündnispartner angeht. Die Realität sieht nicht ganz so erfreulich aus: Nach einem Truppenbesuch lieferte der Wehrbeauftragte des Bundestages, Hellmut Königshaus, eine sieben Seite umfassende Mängelliste bei den Abgeordneten des Verteidigungsausschusses ab. Quintessenz seines Katalogs: Die Zusammenarbeit mit den türkischen Streitkräften ist, wie es der Wehrbeauftragte zurückhaltend ausdrückt, problembehaftet. Man könnte auch sagen: Die Türken verhalten sich eher destruktiv.

Die Mängel und teilweise Schikanen, die das Leben der deutschen Soldaten in der türkischen Stadt Kahramanmaras schwierig gestalten, sind heute von verschiedenen Medien bereits geschildert worden – von Schimmel in den Unterkünften bis zu unhaltbar verdreckten Sanitäreinrichtungen und Versorgungsproblemen, aber auch im Umgang türkischer Offiziere mit deutschen Soldaten. Unter anderem ist das bei Spiegel Online nachzulesen. Neben diesen, sagen wir zurückhaltend, Einsatzerschwernissen gibt es in der Mängelliste des Wehrbeauftragten aber auch einige Punkte, die belegen, dass die türkischen Streitkräfte systematisch versuchen, den Einsatz des deutschen Kontingents zu behindern.

Das wird vor allem an den Beschwerden deutlich, die den Umgang der Türken mit den Bestimmungen des NATO-Truppenstatuts betreffen: weiterlesen

Bürokratische Probleme in der Türkei: Patriot-Einsatz fast 5 Mio € teurer

Vorführung einer deutschen Patriot-Staffel (am 18. Dezember 2012) in Warbelow

Da haben die Verbündeten offensichtlich ein wenig Ärger mit der türkischen Bürokratie. Die Patriot-Flugabwehreinheiten sowohl der Bundeswehr als auch der US-Streitkräfte, die in der Türkei einen befürchteten Raketenangriff aus dem benachbarten Bürgerkriegsland Syrien abwehren sollen, kämpfen mit den Feinheiten des Host Nation Support, der Unterstützung durch die Türkei. Für Deutschland bedeutet das für die Beteiligung an der Operation Active Fence Turkey (AF TUR) fast fünf Millionen Euro Mehrausgaben, wie das Verteidigungsministerium diese Woche den Bundestagsabgeordneten des Verteidigungsausschusses mitteilte:

Das zwischen der NATO (SHAPE) und der Türkei gezeichnete Implementing Agreement (IA) legt den durch die Türkei zu leistenden Host Nation Support fest. Da demnach nicht alle Unterstützungsleistungen durch die Türkei unentgeltlich zu erbringen sind, werden die einsatzbedingten Zusatzausgaben der Bundeswehr für die Beteiligung deutscher Feuereinheiten PATRIOT an AF TUR voraussichtlich um rund 4,8 Mio. Euro auf insgesamt rund 29,9 Mio. Euro anwachsen. Im Wesentlichen begründet sich die Erhöhung durch Mehrausgaben für Betriebsstoffe sowie durch Mehrausgaben für die temporäre Unterbringung des deutschen Personals in Hotels.

Immerhin sind die deutschen Patriot-Staffeln schon einsatzbereit. Die US-Batterien, die eigentlich schon recht früh in Marsch gesetzt worden waren, kämpfen mit der Bürokratie um den richtigen Standplatz, wie die amerikanische Soldatenzeitung Stars&Stripes berichtet:

U.S. Patriot missile batteries deployed as part of the NATO mission to protect Turkey from a possible missile strike from Syria remain inactive in connection with a bureaucratic logjam, according to U.S. officials.
“We’ve been pushing,” said Rep. Rob Wittman, R.-Va.,in an interview Wednesday during a congressional delegation visit at Incirlik Air Base.
There is no dispute over the NATO mission itself, but the delay is due to Turkish bureaucratic red tape, Wittman said. He along with others in his delegation met with Turkish President Abdullah Gül and other government officials in an effort to prod action.

Der vorgesehene Stationierungsort nahe der türkischen Stadt Gaziantep scheint nicht so ganz der richtige...

Hours before a convoy of trucks was slated to arrive at the Turkish army base here, U.S. Army Maj. Ryan Schrock faced a logistical challenge. Nearly 100 trucks carrying everything from water and MREs to multimillion-dollar Patriot missiles needed a place to unload, but there were few good options.
“This is bad,” Schrock said Thursday as he surveyed a muddy, makeshift road. “I’m in a single lane here. We’re going to bottleneck.”
Schrock and his Turkish counterpart scouted out an alternate route, improvising on a military post not accustomed to the heavy equipment that comes with a Patriot missile defense system.

Unklar ist bislang, ob ein Anschlag auf die US-Botschaft in der türkischen Hauptstadt Ankara am (heutigen) Freitag mit der Patriot-Stationierung in Verbindung steht. Verantwortlich für den Anschlag soll eine linksradikale Gruppierung sein, die bereits mehrfach mit Gewalt gegen die NATO und die USA vorgegangen sein soll.

 

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