Neue Zahlen vom Pentagon: 11.000 statt 8.400 US-Soldaten in Afghanistan (Update)

Die USA haben in Afghanistan derzeit rund 11.000 Soldaten im Einsatz und damit deutlich mehr als die bislang öffentlich bekannte Zahl von 8.400 US-Soldaten. Diese Zahl nannte Generalleutnant Kenneth McKenzie, der Direktor des Joint Staff, am (heutigen) Mittwoch bei einer Pressekonferenz im US-Verteidigungsministerium. Zuvor hatte Verteidigungsminister James Mattis nach Angaben des Ministeriums angeordnet, im Interesse der Transparenz die tatsächlichen Zahlen der eingesetzten Soldaten offenzulegen, zunächst in Afghanistan. weiterlesen

Entscheidung über US-Truppenstärke in Afghanistan erst nach dem Sommer

Tja, das dürfte die Planung der Verbündeten und nicht zuletzt der Deutschen ein wenig schwerer machen: Die USA sollten, so die Empfehlung des ISAF-Kommandeurs, erst nach dem Sommer entscheiden, wie viele amerikanische Soldaten nach Auslaufen der ISAF-Mission Ende 2014 in Afghanistan bleiben sollen. Der Marines-General Joseph Dunford (Foto oben Mitte)  äußerte sich heute entsprechend vor dem zuständigen US-Parlamentsausschuss, wie Reuters berichtet:

The U.S. commander of international forces in Afghanistan said on Tuesday he will make a recommendation of how many American troops should remain in Afghanistan after he sees how well Afghan security handles the summer fighting season. weiterlesen

Darf’s ein bisschen mehr sein?

Das ist doch eine lustige Situation. Auf eine Aussetzung der Wehrpflicht lassen sich jetzt alle Parteien ein (FDP, Grüne und Linkspartei ohnehin, die SPD hat noch ihr Konstrukt einer freiwilligen Wehrpflicht, und die Spitzen von CDU und CSU sind jetzt auch für die Abschaffung dieses Zwangsdienstes). Aber damit haben die großen Parteien nur die Hälfte der Frage beantwortet, wie die künftige Bundeswehr aussehen soll: Um die Antwort, wie groß die deutschen Streitkräfte künftig sein sollen, drücken sich alle ein wenig herum.

Zum Beispiel die Präsidien von CDU und CSU. Von denen ist zwar hinter vorgehaltener Hand zu hören, dass sie eine Bundeswehr-Größe von 180.000 bis 190.000 Soldaten anstreben, deutlich mehr als die bislang von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg vorgeschlagenen und von Generalinspekteur Volker Wieker planerisch aufgeschlüsselten 163.500 Soldatinnen und Soldaten: «Wir haben gestern im Präsidium beschlossen, dass die Truppenstärke deutlich über das bisher Bekannte ausgedehnt werden muss», sagte CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt. Aber auf eine konkrete Zahl legen sich die Spitzen der beiden C-Parteien offiziell nicht fest.

Ähnlich unpräzise verhält sich die SPD, die auf ihrem Parteitag zwar den Vorschlag der Fraktions-Verteidigungsexperten für eine Truppenstärke von 200.000 zur Kenntnis nahm, aber die konkrete Zahl in ihrem Parteitagsbeschluss vermied.

GRAFENWOEHR, GERMANY - AUGUST 24: German Bundeswehr soldiers training for ISAF deployment in Afghanistan demonstrate a manuever for Defense Minister Karl-Theodor zu Guttenberg at the military training facility on August 24, 2010 at Grafenwoehr, Germany. Zu Guttenberg announced the day before plans to restructure the German armed forces by ending compulsory military service and reducing the number of troops by one third. (Photo by Sean Gallup/Getty Images)

Bundeswehrsoldaten beim Manöver in Grafenwöhr (Foto: Sean Gallup/Getty Images via picapp)

Mit anderen Worten: Das Gezerre im Hintergrund geht auch nach Einigung auf das Ende der Wehrpflicht weiter. Aus doppeltem Grund. weiterlesen