Lagebild Afghanistan: „Die afghanischen Sicherheitskräfte sind nicht vorbereitet“

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Das Institute for the Study of War hat am (heutigen) Dienstag ein Lagebild für Afghanistan veröffentlicht, und es sieht nicht gut aus. Die Regionen, die nach Einschätzung des Think Tanks in Washington unter Taliban-Kontrolle stehen, gibt es überwiegend im Süden des Landes, aber auch im Norden (der angesichts des deutschen Engagements hier besonders im Mittelpunkt des Interesses steht). Neben den Taliban spielen aber auch die örtlichen Machthaber eine Rolle – und das nicht unbedingt im Sinne der Regierung in Kabul.

In Ergänzung zur Karte oben (Klick führt auf größere Darstellung) aus dem Threat Assessment:

The ANSF is unprepared to counter the Taliban militants’ summer campaign. Northern warlords will take advantage of Taliban militants’ gains to establish themselves as security providers and gain leverage against the fragile National Unity Government.(…)
Northern warlords and political opposition groups are increasing pressure on the fragile National Unity Government in the face of these security challenges, hindering the administration’s ability to respond to insurgent offensives. weiterlesen

Übrigens: Kundus, Afghanistan

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Aus dem Norden Afghanistans liest man hierzulande derzeit wieder recht wenig. Eigentlich erstaunlich, denn ruhig geht es dort zurzeit nicht zu… Als Merkposten zwei aktuelle Berichte des afghanischen Senders TOLONews:

Aus Kundus:

Afghan National Army (ANA) forces have intensified air and ground strikes against the Taliban operating in areas around Kunduz in their attempt to push the insurgents out of the province. (…)
Security officials in Kunduz have expressed satisfaction however over the outcome of ongoing military repression against the Taliban in Kunduz, citing that Taliban have suffered a major casualty toll since the operation was launched against the resurgent group a week ago.
They said that dozens of Taliban so far have been eliminated and wounded in the operation.

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Afghanistan: Taliban scheinen so stark wie seit 2001 nicht mehr

US Army and Afghan National Army Soldiers Conduct Patrol in Nangahar Province

Die NATO-Unterstützungsmission Resolute Support (RS) und die US-Streitkräfte in Afghanistan werden angesichts anhaltender Auseinandersetzungen der afghanischen Sicherheitskräfte mit den Taliban, aber auch mit ISIS-Gruppierungen aktiver. Die US-Luftwaffe habe ihre Angriffe deutlich ausgeweitet, um vor allem ISIS-Mitglieder am Hindukusch zu treffen, berichtet die New York Times. Zudem seien die Taliban so stark wie seit 2001 nicht mehr. Alle RS-Länder weiteten die Unterstützung der ihnen zugeordneten afghanischen Truppen aus und werden dafür auch außerhalb ihrer eigenen Feldlager aktiv, auch die Bundeswehr.

Aus dem Bericht der New York Times:

The United States has significantly intensified its bombing campaign in Afghanistan in the past two months as part of President Obama’s widening war against the Islamic State militants who have seized territory outside of Iraq and Syria, according to senior military commanders. weiterlesen

Afghanistan: Lagebild von ‚Resolute Support‘

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Wie sieht eigentlich die NATO-Mission Resolute Support die aktuelle Lage in Afghanistan? Dazu gab’s am (heutigen) Freitag ein Briefing von US-Brigadegeneral Wilson Shoffner, per Telekonferenz für die Journalisten in Washington. Die Fragen der US-Kollegen richteten sich recht intensiv auf Daesh (ISIS) in Afghanistan – die aber dort weiterhin nicht besonders an Bedeutung zu gewinnen scheinen. Und aus deutscher Sicht interessant: In Baghlan gehen die afghanischen Sicherheitskräfte so erfolgreich gegen die Taliban vor, dass die sich zurückziehen – nach Kundus.

(Hinweis: Ein interessanter Nachtrag dazu unten angefügt)

Das Transkript des Pressegesprächs mit dem Deputy Chief of Staff for Communications gibt es in voller Länge auf der Pentagon-Webseite; zur Dokumentation (und zum schnelleren Wiederfinden) stelle ich es aber mal hier ein:

GEN. SHOFFNER: Well, thanks, everybody, yet again. Appreciate your patience, and I apologize for the delay this morning, but I — I did appreciate the chance to give you a quick update here on Afghanistan. So I’ll talk for just a few minutes, and then go to you for your questions.

So we’re going to focus mostly on what’s happened since I — I talked to you last, about a month ago. And I’m gonna hit on a couple topics, and we can come back to any of these during your questions.

You know, since the authorities change in mid-January, we have continued to keep the pressure on Daesh in Afghanistan, and have had continued success with that. Daesh remains contained in Nangarhar province, and the — the strikes that we’re having continue to have an effect. weiterlesen

Unsicherheit in Afghanistan: Helmand und anderswo

Ungeachtet der low ops zur Weihnachtspause hier (die in den Konfliktregionen dieser Welt ja ohnehin keine Rolle spielt…) ein notwendiger Blick auf Afghanistan: In der Provinz Helmand gibt es heftige Kämpfe um die Stadt Sangin – was hierzulande weniger wahrgenommen wird als in Großbritannien, denn dieser Ort hat für den britischen Afghanistan-Einsatz der vergangenen Jahre eine ähnliche Symbolik wie die nordafghanische Stadt Kundus für die Deutschen.

Die Lage entwickelt sich ständig, ein Überblick am (heutigen) Dienstagnachmittag bei der BBC:

British military personnel have been deployed to Afghanistan’s Helmand province as reports suggest the Taliban is close to overrunning Sangin town. (…)
Helmand’s governor, Mirza Khan Rahimi, insisted the authorities were still in control of Sangin, in Helmand province, but his own deputy said the town had been overrun by Taliban militants.
The police headquarters reportedly remains under siege after a Taliban attack.

Von einem neuen Kampfeinsatz der Briten kann aber nicht die Rede sein – sie nehmen offensichtlich die gleichen Beratungsaufgaben war wie die Bundeswehr (zusammen mit anderen Nationen) im Oktober in Kundus. weiterlesen

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