Weitere Baustelle: Problem-Projekt Panzer Puma

An dem Pressegespräch mit Verteidigungsminister Thomas de Maizière zu Rüstungsthemen am (heutigen) Freitagvormittag konnte ich nicht teilnehmen, weil ich unterwegs war – aber was ich dazu lese, finde ich schon bemerkenswert: Zwar sollte es bei dem Gespräch im Wesentlichen um Folgerungen aus dem EuroHawk-Debakel gehen. Spannender scheint mir aber, was der Minister zum Thema des neuen Schützenpanzers Puma zu sagen hatte, immerhin auch eines der Leuchtturmprojekte der Bundeswehr (auch wenn die ursprünglich geplante Zahl von 405 Exemplaren auf nun 350 reduziert wurde). Wie es allerdings mit der Einführung dieses Gefechtsfahrzeugs in die Truppe aussieht, scheint völlig offen, wie der ARD-Kollege Christian Thiels berichtet:

Heute nun verkündete der jetzige und womöglich auch künftige Verteidigungsminister Thomas de Maizière in Berlin, dass es “keine Grundlage für die Übernahme in die Nutzung” für den “Puma” gebe. weiterlesen

100 Leos, 50 Marder für Indonesien

Der Wunsch Indonesiens, moderne Kampfpanzer und zusätzliche Schützenpanzer für seine Armee zu bekommen, scheint sich zu erfüllen. Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters hat die Bundesregierung den Export von 100 Leopard-Kampfpanzern und 50 Marder-Schützenpanzern an den Inselstaat genehmigt:

Die Bundesregierung hat Rüstungskreisen zufolge den Export gebrauchter Kampfpanzer nach Indonesien genehmigt. Es sei die Lieferung von rund 100 Leopard-2-Kampfpanzern sowie 50 Schützenpanzern des Typs Marder gebilligt worden, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Freitag von einem Insider. Die Rüstungsschmiede Rheinmetall solle die Panzer vor dem Export aufbereiten.

Vorerst allerdings ist nicht ganz klar, wo die gebrauchten Leoparden herkommen, die Rheinmetall auf den neuesten Stand bringen soll. Zwischenzeitlich hatten sich indonesische Militärs die Bestände der niederländischen Armee angesehen. Darüber hinaus ist Indonesien auch an einer Zusammenarbeit mit Spanien interessiert, wo Leopard-Kampfpanzer in Lizenz von der General-Dynamics-Tochter Santa Barbara produziert werden. weiterlesen

Der General darf in Rente, der Schützenpanzer noch nicht

General Wolf-Dieter Langheld, 2011Langheld im August 2011 bei einer Reise durch Afghanistan (Foto: Sgt. Mallory VanderSchans, U.S. Marine Corps via Wikimedia Commons)

Eine kurze Randbemerkung machte Verteidigungsminister Thomas de Maizière am (gestrigen) Mittwochabend, als er den deutschen Vier-Sterne-General Wolf-Dieter Langheld in Berlin mit einem großen Zapfenstreich in den Ruhestand verabschiedete: Langheld wurde im Juni 1971 Soldat, vor mehr als 41 Jahren, bei den Panzergrenadieren. Ungefähr zeitgleich, seit Mai 1971, erhielten die Panzergrenadiere ihr damals neues Arbeitsgerät, den Schützenpanzer Marder (der natürlich in den vergangenen Jahren verschiedene Upgrades erfahren hat).

Der General, beliebt und berüchtigt auch wegen seiner bisweilen markigen Sprüche, ist am Ende seiner Dienstzeit angekommen. Der Schützenpanzer nach bald 42 Jahren noch nicht – noch ist er im Einsatz in Afghanistan gefragt, noch ist das Nachfolgemodell Puma nicht in der Truppe angekommen. Mir schien, das fand auch der Minister (der selber ungefähr zur gleichen Zeit wie Langheld Soldat wurde und auch auf dem Marder eingesetzt war) nicht besonders lustig.

Vertraglich festgezurrt: 350 Puma-Schützenpanzer

For the record: Geplant und auch dem Verteidigungsausschuss mitgeteilt war es schon länger, jetzt ist es auch vertraglich festgezurrt: Die Bundeswehr kauft statt der ursprünglich geplanten 405 Stück nun noch 350 Schützenpanzer Puma. Die entsprechende Vertragsänderung sei am (gestrigen) Mittwoch unterschrieben worden, teilt das Verteidigungsministerium heute mit.

Was der Bund dadurch spart, war ja auch schon bekannt: 340 Millionen Euro.

Interessant ist auch der Hinweis in der BMVg-Meldung:

Derzeit werden die ersten ausgelieferten Serienfahrzeuge einer intensiven technischen Nachweisführung unterzogen, die mit dem Vertrag um neun Monate verlängert wurde. Im nächsten Jahr soll die Nachweisführung mit der Einsatzprüfung durch den Bedarfsträger abgeschlossen werden.

Alles ein bisschen später als geplant, oder irre ich?

Sparen mit Pumas

Nein, liebe Kollegen von der Financial Times Deutschland (FTD), es ist keine Neuigkeit, dass die Bundeswehr nur noch 350 statt der ursprünglich geplanten 405 neuen Schützenpanzer Puma bekommen soll – das war schon seit dem vergangenen Jahr klar. Interessant ist aber, dass jetzt wohl Klarheit über die finanziellen Auswirkungen herrscht: 55 Schützenpanzer weniger sparen nach FTD-Angaben dem Bund 340 Millionen. Und: im kommenden Jahr sollen nur elf statt wie zuvor geplant 23 Pumas ausgeliefert werden.Darauf konnten sich die Herstellerfirmen Rheinmetall und Krauss-Maffei Wegmann ja schon seit einem halben Jahr einstellen – allerdings, so berichtet das Blatt, sähen die Aussichten für eine internationale Vermarktung des Waffensystems nicht so gut aus …

(Archivfoto Krauss-Maffei Wegmann)

(Der Bericht der FTD wird aus bekannten Gründen nicht verlinkt.)

 

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