RC N Watch: Und wieder Khilagay

Der Combat Outpost Khilagay, im Norden Afghanistans neben der großen Basis in Masar-i-Scharif der letzte verbliebene Stützpunkt mit deutschen Soldaten, ist am (heutigen) Dienstag erneut beschossen worden, wie die Bundeswehr mitteilte:

Am 15. April gegen 00.30 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit (03.00 Uhr afghanischer Zeit) kam es zu einem Beschuss des ISAF-Stützpunktes Khilagay, circa 10 Kilometer südöstlich von Pol-i Khomri.
Das Geschoss unbekannter Art schlug im afghanischen Teil des Lagers ein. Es kam weder zu Personen- noch Materialschäden.
Stand: 14.34 Uhr

Ich wette ja fast auf die spätere Aktualisierung, dass es sich um eine 107mm-Rakete gehandelt hat. Wie in etlichen Fällen in der jüngeren Vergangenheit, die ich nach dem letzten Beschuss Khilagays vor zehn Tagen hier zusammengestellt hatte.

RC N Watch: ISAF-Stützpunkt in Nordafghanistan angegriffen (Neufassung)

Khilagay_DBwV_2010

Der Combat Outpost Khilagay in der nordafghanischen Provinz Baghlan, der letzte Stationierungsort deutscher Soldaten in Afghanistan außerhalb der Basis Masar-i-Scharif, ist am Samstag erneut von Aufständischen angegriffen worden. Deutsche Soldaten wurden nicht verwundet, als Aufständische zwei Mörsergranaten auf den Stützpunkt (oben ein Archivbild von 2010) abfeuerten, wie die Bundeswehr mitteilte:

Am 05.April gegen 13.55 Uhr Mitteleuropäische Sommerzeit (17.25 Uhr afghanischer Ortszeit), kam es zu einem Beschuss des ISAF-Stützpunktes Khilagay, circa 10 Kilometer südostwärts von Pol-i Khomri.
Es wurden zwei Mörsergranaten auf den Stützpunkt abgefeuert, wovon eine circa 100 Meter ostwärts des Lagers und eine Granate im deutschen Teil der Liegenschaft einschlug.
Es wurde kein deutscher Soldat verletzt. weiterlesen

RC N Watch: Machtkampf in Kundus

Seitdem die Bundeswehr – und damit ISAF – aus der nordafghanischen Stadt Kundus abgezogen ist, hört man hierzulande nicht mehr so richtig viel aus dieser Region. Deshalb ist es um so interessanter, was das Afghanistan Analysts Network aus Kundus berichtet:

In the beginning, it looked like good news: had Kunduz police chief, Khalil Andarabi, been sacked because he had led Afghan Local Police (ALP) and militia units on a looting rampage against civilians? If this were the case, it would have meant that the bad track record of the Local Police and illegal militias was finally being acknowledged and acted upon. A second look, however, finds that the situation is much more complicated. AAN’s guest author and researcher Lola Cecchinel tells a tale illustrating the intricate power plays in Kunduz and Baghlan before the elections.

Die ganze Analyse hier: The End of a Police Chief: Factional rivalries and pre-election power struggles in Kunduz

(Archivbild: Einfahrt nach Kundus 2004)

 

RC N Watch: Örtliche Journalisten beklagen Sicherheitslage in Kundus

Zur Situation in Nordafghanistan, im ISAF-Regionalkommando Nord, hier mal unkommentiert die Einschätzung der örtlichen Journalisten:

A number of journalists in northern Kunduz and Takhar provinces expressed their grave concerns over what they feared growing insecurity and lack of cooperation by local authorities to cover the activities during the landmark elections.
Shahbaz Sabiri, a journalist, while addressing a gathering of media-people in Kunduz said many areas in the province were in control of Taliban which was a serious threat to the entire election process.

Nachtrag: Dieser Bericht des Wall Street Journal zur Situation in Afghanistan, über den RC North hinaus, gehört hier auch hin: West Explores Plan B for Forces in Afghanistan – Kabul Diplomats Conclude Karzai Won’t Sign Security Deal With U.S. weiterlesen

RC N Watch: 2013 deutlich mehr Angriffe in Nord-Afghanistan

Nun gibt es doch eine Statistik für die Angriffe auf ISAF-Truppen in Afghanistan im vergangenen Jahr. Nachdem es zunächst geheißen hatte, diese Zahlen seien nicht verfügbar, meldet dpa vergangene Nacht:

Die Gewalt im nordafghanischen Verantwortungsbereich der Bundeswehr hat dramatisch zugenommen. Im vergangenen Jahr wurden dort bis November 1660 “sicherheitsrelevante Zwischenfälle” erfasst und damit bereits 35 Prozent mehr als im gesamten Vorjahr mit 1228. Das geht aus Zahlen des Einsatzführungskommando der Bundeswehr hervor.
Die Statistik der internationalen Schutztruppe Isaf zeichnet sogar ein noch düstereres Bild.

Die Meldung hier.

Da waren die dpa-Kollegen hartnäckig und haben nicht nur der Bundeswehr, sondern auch ISAF eine Statistik entlockt, die sie eigentlich nicht mehr veröffentlichen wollten – weil die Zahlen inzwischen zu großen Teilen auf Angaben der afghanischen Sicherheitskräfte beruhen. Ob diese Zahlen als zu unzuverlässig eingeschätzt werden oder aber vielleicht doch einfach nur ein zu düsteres Bild vermitteln…? Die ISAF-Statistik würde ich ja gerne komplett sehen (und habe auch schon angefragt).

(Foto: Soldaten der Northern Reaction Unit am 23. Dezember 2013 in Masar-i-Scharif bei einer Vorführung für Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen)

weiter »