NATO vor der Wahl: Luftüberwachung an der russischen Grenze – oder gegen ISIS?

FOB maintains readiness as Component participates in Anatolian Eagle

Ein Merkposten, (wohl nicht nur) angesichts des Wochenendes bislang ohne Bestätigung: Der von der NATO geplante Einsatz von AWACS-Überwachungsflugzeugen für Missionen gegen die ISIS-Terrormiliz in Irak und Syrien könnte zu Lasten der NATO-Luftraumüberwachung an der Ostflanke des Bündnisses gehen. Das berichtet dpa am (heutigen) Samstag aus Brüssel:

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur stehen nicht genügend Aufklärungsflugzeuge vom Typ Awacs zur Verfügung, um die von den USA für den Anti-IS-Einsatz angeforderten Leistungen ohne Kürzungen in anderen Bereichen zu ermöglichen.
Deswegen sollen militärischen Vorschlägen zufolge bis zu 720 Awacs-Flugstunden aus dem Kontingent des aktuellen Osteuropa-Einsatzes genutzt werden. weiterlesen

ExerciseWatch: Mobiler Luftraum-Gefechtsstand im Baltikum

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Im Rahmen der Persistent Presence, der ständigen Präsenz zur Unterstützung der NATO-Verbündeten im Nordosten des Bündnisgebiets an der russischen Grenze, ist die Luftwaffe derzeit mit einem mobilen Gefechtstand beteiligt. Das Deployable Control and Reporting Centre (DCRC) war eigentlich für diese Reassurance der baltischen Länder in der Allianz nicht vorgesehen. Aber die ursprünglich eingeplanten Objektschützer der Luftwaffe wurden in Mali gebraucht…

Die NATO hat einen Blick in diesen deutschen Gefechtsstand geworfen, der demonstrativ die Kontrolle des Luftraums über dem Baltikum sicherstellen soll:


(Direktlink: https://youtu.be/q2yaGHrsn3o)

(Foto: Screenshot aus dem Video)

 

NATO-Einsatz in der Ägäis: Deutscher Kommandeur, niederländisches Flaggschiff

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Der deutsche Flottillenadmiral Kay-Achim Schönbach wird ab September den NATO-Einsatz gegen illegale Migration und Menschenschmuggel in der Ägäis von Bord der niederländischen Fregatte de Ruyter (Foto oben) führen. Die Luftverteidigungsfregatte werde ab Anfang September als Flaggschiff der Standing NATO Maritime Group 2 (SNMG2) zur Verfügung stehen, teilte das niederländische Verteidigungsministerium am (heutigen) Dienstag mit. Am Montag hatten Außenminister Bert Koenders und Verteidigungsministerin Jeanine Hennis-Plasschaert das Parlament informiert.

Schönbach führt die Mission derzeit von Bord der deutschen Fregatte Karlsruhe – die war allerdings zuvor schon in der EU-Mission Sophia vor Libyen im Einsatz, ehe sie in den NATO-Verband abgeordnet wurde. Neben der Karlsruhe gehören derzeit drei weitere Schiffe der SNMG2 – aus Griechenland, der Türkei und den USA – zu den in der Ägäis patrouillierenden Einheiten, die vor allem in den Meerengen zwischen den griechischen Inseln Lesbos und Chios und dem türkischen Festland das Übersetzen von Flüchtlingen nach Europa verhindern sollen. Die Mission wurde angesichts des schwierigen Verhältnisses zwischen den beiden NATO-Mitgliedern Griechenland und Türkei eingerichtet.

(Archivbild: die de Ruyter im Oktober 2015 bei der magnetischen Vermessung in Wilhelmshaven – Wikimedia Commons/Ein Dahmer unter CC-BY-SA-Lizenz)

Gipfelbeobachtung: ‘Sea Guardian’ statt ‘Active Endeavour’ im Mittelmeer

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Die NATO will mit einer neuen maritimen Sicherheitsmission im Mittelmeer aktiv werden: Sea Guardian (Meereswächter) soll die neue Operation heißen, die die seit mehr als einem Jahrzehnt laufende Operation Active Endeavour (OAE) ersetzen soll. Das kündigte NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg auf dem Gipfel des Bündnisses in Warschau am (heutigen) Samstag an:

And third, we will launch a new maritime security operation in the Mediterranean Sea, Operation Sea Guardian. It will have a broad scope, including the situational awareness, counter terrorism and capacity building.
We intend to work closely with the European Union’s Operation Sophia in the Central Mediterranean. Building on our swift and effective cooperation with the EU to cut the lines of international human smuggling in the Aegean.

Mit der neuen Mission setzt die Allianz nicht nur etwas andere Schwerpunkte – sie verabschiedet sich vor allem von einer Operation, die – praktisch als letzte – noch auf der Ausrufung des NATO-Bündnisfalls nach den Angriffen auf New York und Washington am 11. September 2001 beruhte. weiterlesen

Gipfelbeobachtung: Weiter geht’s in Afghanistan

NATO Secretary General meets with the President and the Chief Executive of Afghanistan - NATO Summit Warsaw

Die Staats- und Regierungschefs der NATO haben sich am (heutigen) Samstag beim Gipfeltreffen in Warschau darauf verständigt, die Mission der Allianz in Afghanistan, Resolute Support, über dieses Jahr hinaus wie bisher fortzusetzen und nicht wie geplant ihr Engagement am Hindukusch zu reduzieren. Die Entscheidung war absehbar, spätestens nachdem US-Präsident Barack Obama in dieser Woche angekündigt hatte, die US-Truppenstärke im Land geringer als zunächst vorgesehen zu reduzieren (Instead of going down to 5,500 troops by the end of this year, the United States will maintain approximately 8,400 troops in Afghanistan into next year).

Der wesentliche Grund dafür liegt natürlich darin, dass die afghanischen Sicherheitskräfte zwar formal die Verantwortung für die Sicherheit des Landes haben – aber nach wie vor nicht in der Lage sind, das ohne äußere Hilfe auch sicherzustellen. Im vergangenen Jahr war das unter anderem mit der vorübergehenden Eroberung der nordafghanischen Provinzhaupstadt Kundus durch die Taliban deutlich geworden.

Deshalb sieht die Gipfel-Erklärung von Warschau nicht nur vor, die ausländischen Truppen länger im Land zu lassen. Zugleich wird auch die Unterstützung für die afghanische Armee und Polizei bis 2020 versprochen: weiterlesen

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