100 Leos, 50 Marder für Indonesien

Der Wunsch Indonesiens, moderne Kampfpanzer und zusätzliche Schützenpanzer für seine Armee zu bekommen, scheint sich zu erfüllen. Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters hat die Bundesregierung den Export von 100 Leopard-Kampfpanzern und 50 Marder-Schützenpanzern an den Inselstaat genehmigt:

Die Bundesregierung hat Rüstungskreisen zufolge den Export gebrauchter Kampfpanzer nach Indonesien genehmigt. Es sei die Lieferung von rund 100 Leopard-2-Kampfpanzern sowie 50 Schützenpanzern des Typs Marder gebilligt worden, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Freitag von einem Insider. Die Rüstungsschmiede Rheinmetall solle die Panzer vor dem Export aufbereiten.

Vorerst allerdings ist nicht ganz klar, wo die gebrauchten Leoparden herkommen, die Rheinmetall auf den neuesten Stand bringen soll. Zwischenzeitlich hatten sich indonesische Militärs die Bestände der niederländischen Armee angesehen. Darüber hinaus ist Indonesien auch an einer Zusammenarbeit mit Spanien interessiert, wo Leopard-Kampfpanzer in Lizenz von der General-Dynamics-Tochter Santa Barbara produziert werden. weiterlesen

Der General darf in Rente, der Schützenpanzer noch nicht

General Wolf-Dieter Langheld, 2011Langheld im August 2011 bei einer Reise durch Afghanistan (Foto: Sgt. Mallory VanderSchans, U.S. Marine Corps via Wikimedia Commons)

Eine kurze Randbemerkung machte Verteidigungsminister Thomas de Maizière am (gestrigen) Mittwochabend, als er den deutschen Vier-Sterne-General Wolf-Dieter Langheld in Berlin mit einem großen Zapfenstreich in den Ruhestand verabschiedete: Langheld wurde im Juni 1971 Soldat, vor mehr als 41 Jahren, bei den Panzergrenadieren. Ungefähr zeitgleich, seit Mai 1971, erhielten die Panzergrenadiere ihr damals neues Arbeitsgerät, den Schützenpanzer Marder (der natürlich in den vergangenen Jahren verschiedene Upgrades erfahren hat).

Der General, beliebt und berüchtigt auch wegen seiner bisweilen markigen Sprüche, ist am Ende seiner Dienstzeit angekommen. Der Schützenpanzer nach bald 42 Jahren noch nicht – noch ist er im Einsatz in Afghanistan gefragt, noch ist das Nachfolgemodell Puma nicht in der Truppe angekommen. Mir schien, das fand auch der Minister (der selber ungefähr zur gleichen Zeit wie Langheld Soldat wurde und auch auf dem Marder eingesetzt war) nicht besonders lustig.

Angriff auf einen Marder – wie schon geübt

Der heutige tödliche Angriff auf einen Bundeswehr-Schützenpanzer Marder in der nordafghanischen Provinz Baghlan ist in seinem Ergebnis erschreckend – wenn auch nicht überraschend.

Erschreckend deshalb, weil der Marder 1A5 mit seinen Nachrüstungen, insbesondere gegen Minen und Sprengfallen (IED) eines der am besten, wenn nicht das bestgeschützte Fahrzeug der Bundeswehr im Afghanistan-Einsatz ist. Zu Recht weist der Befehlshaber des Einsatzführungskommandos in seiner Pressemitteilung darauf hin, dass diese Version des Marders der modernste Typ des Schützenpanzers ist.

Im Klartext: Den Aufständischen ist mit ihrem Anschlag erstmals gelungen, einen deutschen Soldaten in diesem Panzer zu töten (mit allem Vorbehalt – noch kennen wir nicht die Details, unklar ist ja unter anderem, wo sich der Gefallene aufhielt, ob die Luken/die Heckrampe des Fahrzeugs geschlossen waren etc.). Auf jeden Fall ist damit zu rechnen, dass das von der Propaganda als Erfolg vermarktet werden wird.

Was das nicht Überraschende angeht: Einen solchen Angriff auf den Schützenpanzer üben die deutschen Soldaten bereits – wie zum Beispiel im vergangenen Jahr bei der Informations-Lehrübung Nord gezeigt. Da gab es genau dieses Szenario zu sehen: Ein Marder wird von einem IED angesprengt.

Im Übungsszenario blieb es bei einem Verwundeten.

Archivbild: Informations-Lehrübung Nord im September 2010: Der Marder links im Bild wurde angesprengt, hier simuliert durch die rote Rauchpatrone.