Raumüberwachung fürs Bundeswehrcamp in Mali per Ballon: Kommt ca. 2022

Über den Einsatzgebieten der internationalen Truppen in Afghanistan gehörten (und gehören) sie zur Standardausstattung: Die stationären Luftschiffe, informell Blimps, formal Aerostat genannt, die über den Camps in der Luft hängen und mit daran montierten Kameras und Sensoren ein Überwachungsbild an den Boden übermitteln.

Solche Blimps, so hatte die Bundeswehr bereits vor mehr als einem Jahr überlegt, wären auch für den gefährlichen UN-Einsatz in Gao im Norden Malis eine praktische Sache. Über die US-Botschaft in Berlin war sogar bereits angefragt worden, ob gebrauchte, in Afghanistan nicht mehr benötigte Luftschiffe dieser Art günstig zu bekommen wären.

Gut ein Jahr später habe ich in dieser Woche mal nachgefragt, wie denn dieses Projekt vorangekommen ist. weiterlesen

Bundestag verlängert Bundeswehreinsätze in Mali (Update)

Der Bundestag hat am (heutigen) Donnerstag die Einsätze der Bundeswehr in Mali verlängert. Mit den Stimmen der Regierungskoalition, der FDP und weitgehend der Grünen billigten die Abgeordneten sowohl eine weitere Beteiligung an der UN-Mission MINUSMA als auch an der EU-Trainingsmission in dem westafrikanischen Land.

Für die Fortsetzung der Beteiligung an der UN-Mission MINUSMA in Mali, die zugleich aufgestockt wird, sprachen sich in namentlicher Abstimmung 496 Abgeordnete aus. 156 stimmten dagegen, vier enthielten sich. Bei der ebenfalls namentlichen Abstimmung über die EU-Mission (EUTM Mali) sprachen sich 486 Parlamentarier dafür aus; 144 stimmten dagegen und zwei enthielten sich.

Das neue Mandat (Bundestagsdrucksache 19/1098) für die Blauhelmmission läuft über 13 Monate statt wie üblich über ein Jahr, um die UN-Mission mit der deutschen Beteiligung an der EU-Ausbildungsmission in Mali zeitlich zu synchronisieren. Die Obergrenze wird von bislang 1.000 Soldatinnen und Soldaten auf 1.100 erhöht. Für EUTM Mali sieht das neue Mandat (Bundestagsdrucksache  19/1597) eine Erhöhung von bislang 300 auf 350 Soldaten vor. Damit ist das Engagement in dem westafrikanischen Land der größte Auslandseinsatz der Bundeswehr vor Afghanistan mit insgesamt bis zu 1.300 Soldaten.

weiterlesen

Falsche Blauhelme griffen UN-Truppe in Mali an

Die UN-Blauhelmtruppe und französische Soldaten in Mali sind am Wochenende erneut angegriffen worden – und auch wenn dieser Angriff bei Timbuktu und damit außerhalb des eigentlichen Einsatzgebiets der Bundeswehr in der UN-Mission MINUSMA stattfand, ist hier ein Hinweis nötig: Die Art des Angriffs bedeutet für den internationalen Einsatz in dem westafrikanischen Land eine neue Qualität. Es war ein komplexer Angriff, und die Angreifer tarnten sich als UN-Blauhelme.

Ein UN-Soldat wurde dabei getötet, sieben französische Soldaten der Operation Barkhane und weitere Blauhelme wurden verwundet. Offensichtlich konnte der Angriff vor allem deshalb zurückgeschlagen werden, weil die Franzosen am gleichen Ort waren und ihre Feuerkraft einsetzen konnten.

Aus der Mitteilung von MINUSMA am (heutigen) Sonntag:

Gestern [Samstag] Nachmittag haben die MINUSMA-Friedenstruppen in Timbuktu in enger Abstimmung mit den internationalen Streitkräften einen komplexen Großangriff tapfer abgewehrt.
Gestern gegen 15:00 Uhr wurden das MINUSMA-Lager und das Flughafengelände von Timbuktu zum Ziel von Raketen- oder Mörserfeuer, gefolgt von heftigem Schusswechsel und der Explosion von mindestens einem mit Sprengstoff beladenen Selbstmordfahrzeug in der Nähe des Lagers. weiterlesen

Kanada schickt Hubschrauber nach Mali – Ablösung für die Bundeswehr (mehr Einzelheiten)

Kanada will als Teil seiner angekündigten Rückkehr in UN-Friedensmissionen sechs Hubschrauber zur Unterstützung der UN-Mission MINUSMA nach Mali schicken. Die zwei Transport- und vier Mehrzweckhubschrauber werden voraussichtlich die deutschen NH90-Transporthubschrauber ablösen, die zur Jahresmitte aus Gao im Norden des westafrikanischen Landes abgezogen werden sollen.

Der kanadische Verteidigungsminister Harjit Sajjan and Außenministerin Chrystia Freeland kündigten am (heutigen) Montag in Ottawa an, der Einsatz solle im August beginnen. Details würden jetzt mit den Vereinten Nationen ausgehandelt.

Aus der Mitteilung des kanadischen Außenministeriums:

As part of Canada’s return to peace operations, the Honourable Harjit S. Sajjan, Minister of National Defence, and the Honourable Chrystia Freeland, Minister of Foreign Affairs, today announced the Government of Canada’s second smart pledge: a commitment to deploy an Aviation Task Force to the United Nations Multidimensional Integrated Stabilization Mission in Mali (MINUSMA) for a period of 12 months. weiterlesen

UN-Einsatz in Mali: Mehr Soldaten, weniger Hubschrauber

Das neue Mandat für die deutsche Beteiligung an der UN-Blauhelmmission MINUSMA in Mali sieht eine leicht höhere Obergrenze für die Zahl der eingesetzten Soldaten vor. Zugleich sollen, wie schon angekündigt, die deutschen Hubschrauber zur Jahresmitte aus dem westafrikanischen Land abgezogen werden. Das Bundeskabinett billigte am (heutigen) Mittwoch einen entsprechenden Entwurf, der nun dem Bundestag zur Beschlussfassung vorgeht.

Das Mandat mit den Aufgaben der deutschen Soldaten in der UN-Mission bleibt gegenüber dem bisherigen Mandat praktisch unverändert – mit den zwei genannten Ausnahmen Personalaufstockung und Hubschrauber-Abzug. Während der Abzug der Helikopter schon von Anfang an angepeilt worden war, ist die Begründung für die Aufstockung interessant. Laienhaft gesagt: Da scheint sich doch jemand bei der Planung übernommen zu haben, wenn es nun heißt: Um allen im Mandat verankerten Aufgaben nachkommen zu können, sind 100 zusätzliche Soldatinnen und Soldaten erforderlich. Es war wohl zu sehr auf Kante genäht, und vor allem der Materialverschleiß in dem extremen Wüstenklima ist nicht ausreichend berücksichtigt worden.

Aus der Begründung im Mandatstext: weiterlesen

weiter »