Chinesische Blauhelme in Mali: Fehlen da 21 Tonnen Waffen und Munition?

Die Geschichte von Reuters scheint es bislang nicht auf Deutsch zu geben – dabei ist sie schon spannend: Auf dem Weg aus China nach Mali sind bei der Lieferung von Waffen und Munition für chinesische Blauhelme, so haben UN-Experten herausgefunden, so etwa 21 Tonnen verschwunden. Irgendwo auf dem Transportweg über die Elfenbeinküste. Gegen die es ein UN-Waffenembargo gibt. Und das Außenministerium in Peking sagt, da fehle nichts – die 21 Tonnen seien ja Güter des täglichen Bedarfs für seine Soldatinnen und Soldaten in der MINUSMA-Mission gewesen.

Alles sehr verwirrend. Und von Reuters schön hier aufgeschrieben (trotz der langweiligen Überschrift):

UN should halt arms shipments via Ivory Coast after China breach – panel

(Foto: Chinesische Soldatinnen der MINUSMA-Mission in Gao, Januar 2014 – MINUSMA/Marco Dormino)

Mehr deutsche Ausbilder in Mali – dann auch im Norden?

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Die Ausbildung von malischen Soldaten in Mali selbst, als Trainingsmission der Europäischen Union, soll für Deutschland künftig noch mehr Priorität bekommen. Aus Berliner Sicht gedacht als Entlastung vor allem der Franzosen, die außer in Mali inzwischen auch in der Zentralafrikanischen Republik Tausende von Soldaten im Einsatz haben. Wie das aussehen könnte, hat Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen im aktuellen Spiegel etwas konkretisiert:

Derzeit liegt die Mandatsobergrenze bei 180 Mann, 99 Soldaten sind vor Ort. Dieses Engagement könnten wir verstärken, das erwarten auch unsere Verbündeten, allen voran die französische Regierung. Ich könnte mir vorstellen, dass das Mandat auf bis zu 250 Mann aufgestockt wird.

Interessant wird die Frage, was damit an zusätzlichen Aufgaben für die Bundeswehr verbunden wird. Derzeit stellen die deutschen Streitkräfte Pionier-Ausbilder für die bislang vier malischen Bataillone, die das Training in Koulikoro, 60 Kilometer nördlich der Hauptstadt Bamako, durchlaufen haben oder noch durchlaufen. Und Sanitätskräfte für ein Role2-Hospital. Was kommt auf die dann rechnerisch maximal 150 weiteren deutschen Soldaten zu? weiterlesen

Mehr Bundeswehr in Afrika: Offiziell noch vorsichtige Zurückhaltung

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Bei den bekannt gewordenen Plänen für einen stärkeren Einsatz der Bundeswehr in Afrika übt sich die Bundesregierung – bislang – offiziell noch in vorsichtiger Zurückhaltung. Wie Außenminister Frank-Walter Steinmeier am (heutigen) Montagmorgen vor dem Treffen der EU-Außenminister in Brüssel (hier ein Video-Mitschnitt der EU):

Über Beiträge werden wir im Detail heute noch nicht reden können, sagte Steinmeier (im Video ab 01:50) zu den EU-Plänen für eine europäische Mission zur Unterstützung der Franzosen in der von Gewalt erschütternten Zentralafrikanischen Republik. Die Vorschläge könnten aber in einer europäischen Überbrückungsmission enden. Initiativen für den Einsatz einer EU-Battglegroup, wie sie vor allem von Schwedens Außenminister Carl Bildt kamen, lehnte der deutsche Außenminister rundweg ab (im Video ab 04:05): Ich sehe nicht, dass wir vor einem Einsatz der Battlegroup stehen.

Vielleicht sagt Steinmeier das auch deshalb so, weil er weiß, dass auf die derzeitige griechisch geführte EU-Battlegroup ab dem 2. Halbjahr 2014 eine belgisch geführte Battlegroup folgt, an der auch Bundeswehr-Einheiten beteiligt sind. weiterlesen

Mehr Bundeswehr nach Afrika?

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Das deutsche militärische Engagement in Afrika wird möglicherweise sehr schnell deutlich ausgeweitet. In Mali könnte die Bundeswehr zusätzlich zu der bisherigen Ausbildungsaufgabe in der EU-Trainingsmission (Foto oben) eine Schutzkomponente stellen. Für den geplanten Einsatz unter EU-Kommando in der krisengeschüttelten Zentralafrikanischen Republik, mit dem französische und afrikanische Truppen unterstützt werden sollen, seien Lufttransport und -betankung geplant, heißt es in weitgehend übereinstimmenden Berichten von Spiegel Online und Süddeutscher Zeitung (hier aus bekannten Gründen kein Link). Für beide Vorhaben seien neue Bundestagsmandate erforderlich.

Die Ausweitung laut diesen Medienberichten im Einzelnen:

• Mali: Einsatz von Teilen der deutsch-französischen Brigade, die auch erstmals in ihrer Brigadestruktur in den Einsatz gehen soll. Auf deutscher Seite wären daran das Jägerbataillon 292 aus Donaueschingen und das Artilleriebataillon 295 aus Immendingen beteiligt, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Laut Spiegel Online sollen diese Truppenteile die Force Protection in der Hauptstadt Bamako und am Ausbildungscamp in Koulikoro übernehmen. An einen Einsatz im Norden Malis (analog zu den Niederländern) scheint aber nicht gedacht.

• Zentralafrikanische Republik: Der Lufttransport mit den Fliegern der Luftwaffe, bislang nur in das Nachbarland Kamerun, soll direkt in die Hauptstadt Bangui gehen. Von einer Präsenz deutscher Bodentruppen im Rahmen der geplanten EU-Mission ist nicht die Rede.

Trotz der Ausweitung: Ein Kampfeinsatz á la France würde das bei weitem nicht. Aber eine Bestätigung dessen, was der Wehrbeauftragte bei der Debatte seines Berichts im Bundestag mahnend angemerkt hatte: Mit der Zusage von Lufttransport sei die Bundesregierung schnell dabei – obwohl es auch dort an die Reserven gehe.

Dazu von Reuters: EU ministers to back sending force to Central African Republic

(Foto: EUTM Mali)

 

Mali: Orden für deutschen Oberfeldarzt – und weiter tödliche Unruhen im Norden

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Der deutsche Oberfeldarzt Michael Clauss, mit der EU-Trainingsmission EUTM Mali als Kommandeur des deutschen Sanitätskontingents im Einsatz in dem westafrikanischen Land, ist vergangene Woche vom malischen Verteidigungsminister Soumeylou Boubeye Maïga mit dem Orden Chevalier de l’Ordre  national du Mali ausgezeichnet worden (Foto oben). Diese Auszeichnung und die Arbeit des deutschen Feldlazaretts und der EU-Ausbilder, darunter deutsche Pioniere, scheinen allerdings derzeit zu den wenigen positiven Nachrichten aus Mali zu gehören.

Am (heutigen) Montag fand in der Hauptstadt Bamako der offizielle Abschied von zwei Soldaten aus dem Tschad statt, die als Peacekeeper der UN-Mission MINUSMA am 23. Oktober bei einem Anschlag in der nord-malischen Stadt Tessalit ums Leben kamen. weiterlesen

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