Deutsche LUNA-Drohne: Erstflug im MINUSMA-Einsatz in Mali

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Fürs Archiv: Die taktischen Aufklärungsdrohnen vom Typ LUNA (Luftgestützte Unbemannte Nahaufklärungsausstattung) dürfen nun auch im UN-Einsatz in Mali starten. Am vergangenen  Mittwoch absolvierten sie ihren Erstflug bei Gao im Norden des westafrikanischen Landes, teilten die Bundeswehr und die Herstellerfirma EMT mit. Das unbemannte Luftfahrzeug mit der Seriennummer 255, dem Bundeswehr-Kennzeichen 90+98 und der UN-Kennung UNO-114P war dabei mehrere Stunden in der Luft.

Ein interessantes Detail am Rande: Nach Angaben der Bundeswehr brauchte die Drohne vor dem ersten Flug neben der üblichen deutschen Zulassung auch eine Zertifizierung der Vereinten Nationen, denen die Blauhelmmission MINUSMA in Mali untersteht. Die hätten die Genehmigung am 24. Juni  nach einem umfangreichen Zertifizierungsverfahren erteilt.

Das wird dann auch Bedeutung für den Plan haben, die weitaus größeren und weiter fliegenden Heron-Drohnen im Bundeswehreinsatz in Mali zu nutzen: Auch die brauchen dann, wenn auf deutscher Seite Leasingvertrag und Zulassung geklärt sind, eine UN-Zertifizierung.

(Foto: LUNA nach dem Erstflug bei der Landung – Bundeswehr)

Angriffe in Gao: Chinesischer Blauhelmsoldat getötet, Deutsche nicht betroffen

Niederländische und deutsche Soldaten des Einsatzkontingents MINUSMA im niederländischen Camp Castor in Gao, am 24.02.2016.

Die Angriffe auf die internationalen Truppen im Norden Malis nehmen zu. Am (gestrigen) Dienstagabend gab es in der Stadt Gao, in der auch deutsche Soldaten stationiert sind, simultan einen Selbsmordangriff auf die Truppen der UN-Mission MINUSMA und einen Anschlag auf Mitarbeiter der Anti-Minen-Aktion der Vereinten Nationen (UNMAS). Dabei wurden vier Menschen getötet, inzwischen ist klar, dass dabei erstmals ein chinesischer Blauhelmsoldat in einem UN-Einsatz in Afrika gefallen ist. Die in Gao stationierten deutschen Soldaten waren nach Angaben der Bundeswehr nicht betroffen.

Die Mitteilung von MINUSMA dazu gibt es bislang nur auf Französisch; in diesem Blogeintrag ist der Sachstand vom Dienstagabend auf Englisch wiedergegeben (und noch von einem Raketen- oder Mörserangriff die Rede):

Tuesday night the Multidimensional Integrated Stabilization in Mali (MINUSMA) and the United Nations Mine Action Service (UNMAS) were targeted in Gao by almost simultaneous attacks. weiterlesen

Gewalt in Mali: Angriffe breiten sich nach Süden aus

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Im westafrikanischen Staat Mali breitet sich die Gewalt durch terroristische Angriffe auch auf Blauhelm-Soldaten der Vereinten Nationen weiter nach Süden aus. Am (gestrigen) Sonntag starben in der zentralmalischen Region bei Sevaré fünf UN-Soldaten aus Togo:

Five United Nations peacekeepers from Togo were killed and one other was seriously injured in an ambush in central Mali on Sunday, the United Nations said.
The soldiers of the U.N. Multidimensional Integrated Stabilisation Mission in Mali (MINUSMA) were in a convoy which was attacked 30 kilometres (19 miles) west of Sevaré, the U.N. said. weiterlesen

EU-Ausbildungsmission in Mali: Größeres Einsatzgebiet gebilligt

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Die Beteiligung der Bundeswehr an der EU-Ausbildungsmission in Mali wird wie geplant ausgeweitet – regional auf mögliche Ausbildungseinsätze auch im gefährlichen Norden. Der Anteil deutscher Soldaten an der EU-Mission in dem westafrikanischen Land wird dagegen von 350 auf künftig maximal 300 reduziert, weil die Bundeswehr im Sommer die Führung der Mission an Belgien abgibt. Der Bundestag billigte am (heutigen) Donnerstag einen entsprechenden Vorschlag der Bundesregierung mit 496 Ja-Stimmen bei 67 Gegenstimmen und zwei Enthaltungen.

(Es kursiert im Netz  die Falschmeldung, 300 zusätzliche deutsche Soldaten sollen entsandt werden. Ein Blick ins Mandat, in dem die Obergrenze von 300 Soldatinnen und Soldaten festgeschrieben wird, beseitigt diesen Irrtum sehr schnell.)

Neu ist, wie vom Kabinett nach einem entsprechenden EU-Ministerratsbeschluss vorgeschlagen, die Ausbilder künftig nicht mehr nur im sicheren Süden Malis arbeiten zu lassen. Die genaue Festlegung:

Das Einsatzgebiet liegt im Süden Malis innerhalb der malischen Staatsgrenzen und umfasst das Staatsgebiet bis zum Nigerbogen einschließlich der Ortschaften Gao und Timbuktu sowie der Verbindungsstraße zwischen den beiden Ortschaften nördlich des Niger.

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Geplanter Drohnen-Einsatz in Mali: Luftbildauswertung in der Heimat

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Aus Mangel an Fachpersonal denkt die Luftwaffe darüber nach, beim geplanten Einsatz von Heron-Drohnen in Mali die Auswertung der Luftbilder im heimischen Schleswig-Holstein vorzunehmen. Die Spezialisten seien bereits in Afghanistan und in Incirlik in der Türkei (Foto oben) im Einsatz, für eine weitere Mission fehlten einfach die Leute, sagte der Kommodore des Taktischen Luftwaffengeschwaders 51 in Jagel, Michael Krah:

Wir überlegen, ob wir die Auswertung aus Deutschland sicherstellen können. Wenn wir noch zusätzliches Personal nach Mali schicken, ist das Maß meiner Meinung nach überschritten.(…) weiterlesen

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