Von der Leyen erwartet bald Vertrag über neue (alte) Bundeswehr-Kampfpanzer

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Vor mehr als eineinhalb Jahren, im April 2015, hatte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen angekündigt, dass die Panzertruppe der Bundeswehr nach Jahren des Abbaus wieder aufgestockt wird: Die Bundeswehr solle künftig 320 Kampfpanzer in ihren Einheiten haben und nicht, wie bisher geplant, nur 225. Dafür sollen 100 eingelagerte Leopard2-Kampfpanzer älterer Bauart von der Industrie zurückgekauft  und modernisiert werden.

Der ganze Prozess zog sich bislang etwas hin; am (heutigen) Mittwoch kündigte die Ministerin in der Haushaltsdebatte des Bundestages an, dass der Vertrag aus Sicht ihres Ressorts nun abgeschlossen werden könne: Das Verteidigungsministerium hat jetzt seine Hausaufgaben gemacht, wir sind bereitm den Vertrag zu schließen. Jetzt müsse die Industrie sich bewegen und zum Vertragsabschluss kommen. weiterlesen

Auf dem Weg nach Bergen: Deutsch-niederländisch-deutsch-niederländische Unterstellung

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In Bergen in Niedersachsen wird am (heutigen) Donnerstag vollzogen, was die Verteidigungsministerinnen Deutschlands und der Niederlande im vergangenen Jahr angekündigt hatten: Eine noch weitergehende Verzahnung der Landstreitkräfte Deutschlands und der Niederlande. Mit einem Appell wird die 43 Gemechaniseerde Brigade der Niederlande der deutschen 1. Panzerdivision unterstellt. Der Brigade wiederum wird das neue deutsche Panzerbataillon 414 unterstellt, und in diesem Bataillon gibt es eine niederländische Kompanie.

Neben der weiteren Verflechtung von Königlicher Landmacht und Heer hat das für beide Seiten noch einen ganz praktischen Vorteil: Die Niederländer, die ihre Panzertruppe abgeschafft haben, bekommen wieder Zugriff auf solche Gefechtsfahrzeuge – und die Deutschen bekommen handfeste (finanzielle) Unterstützung für das neue Bataillon, das am Standort Bergen aus dem Boden gestampft wurde, weil sonst der Ort nach dem Abzug der Briten verarmt wäre.

Also rundum Grund zur Freude. Oder, in den offiziellen Worten des Deutschen Heeres: weiterlesen

Bis 2018 Studien für den nächsten (Leopard-)Kampfpanzer

Nachdem die Verteidigungspolitiker der schwarz-roten Koalition im vergangenen Jahr nicht nur eine Verstärkung der Panzertruppe gefordert hatten, sondern auch den Beginn eines Entwicklungsprogramms für einen neuen Kampfpanzer, sind inzwischen Studien dafür angelaufen. In den nächsten drei Jahren soll konzeptionell entwickelt werden, welche Fähigkeiten in einem solchen neuen System verwirklicht werden sollen, ob es nun Leopard 3 heißt oder anders. Und diese Studien laufen gemeinsam mit Frankreich, wie aus einem Schreiben des Parlamentarischen Staatssekretärs im Verteidigungsministerium Markus Grübel vom 19. Mai an den Verteidigungsausschuss hervorgeht:

Mit dem sich abzeichnenden Nutzungsdauerende des Kampfpanzers LEOPARD 2 um 2030 ergibt sich die Notwendigkeit zur Untersuchung von Maßnahmen zum langfristigen Fähigkeitserhalt. Dazu wurden bereits im Rahmen einer Deutsch-Französischen Kooperation Fähigkeitsforderungen an ein Nachfolgesystem hergeleitet und abgestimmt. Aufbauend auf diese Ergebnisse werden im Zeitraum 2015 bis 2018 Technologien und Konzepte in gemeinsamen Studien unter Einbeziehung der deutschen Industrie untersucht.

Über das Schreiben hatte zuerst Spiegel Online berichtet. Der Startschuss für den neuen Panzer scheint mir allerdings nicht erst jetzt gefallen, wenn die Fähigkeitsforderungen bereits zwischen Deutschland und Frankreich abgestimmt sind… Und höchstwahrscheinlich spielt dabei auch eine große Rolle, dass der deutsche Leopard-Entwickler und -Produzent Krauss Maffei-Wegmann und der französische Konzern Nexter ohnehin auf dem Weg zu einer Fusion sind. Die deutsch-französische Zusammenarbeit ist deshalb nicht überraschend, der enge Zeitplan schon eher.

(Die zu dem Thema bereits aufgelaufenen Kommentare im Bällebad verschiebe ich hierher.)

(Foto: Der neue Kampfpanzer Leopard 2 A7 des Panzerbataillons 203 in Augustdorf am 18.03.2015 – Bundeswehr/Dorow)

Ohne Uran-Munition: Nur hilflose Leos?

Ein Artikel in der gestrigen Welt am Sonntag hat hier im Blog die Debatte ziemlich angefacht: Ohne Munition mit abgereichertem Uran (DU), so die These des ehemaligen Chefs des Planungsstabes im Verteidigungsministerium, Hans Rühle, seien die Leopard-Kampfpanzer der Bundeswehr hilflos gegen russische Panzer:

Der Bundeswehr fehlt für den Kampf gegen russische Panzer T90 wirksame Munition. Das Problem hätte schon in den 80er-Jahren behoben sein können. Doch die Furcht vor Friedensaktivisten war zu groß.

(Link aus bekannten Gründen nicht)

Im Eintrag über die geplante Panzer-Aufrüstung der Norweger wurde (und wird) das heftig diskutiert – und die These, dass nur DU-Munition wirksam sei, auch infrage gestellt. Zumal diese Munition auch andere Nachteile, nicht zuletzt für Soldaten wie die Umwelt, mit sich bringt.

Ich hatte (u.a. wg. Wochenende…) daraus keinen eigenen Thread gemacht, hole das aber hiermit nach und verschiebe die aufgelaufenen Kommentare hierher.

(Foto: Leopard 2A6 des Panzerbataillons 104 bei der Gefechtsübung Grantiger Löwe 2015 im Februar 2015 – Bundeswehr/Vennemann)

 

Aufrüstung in Norwegen: Modernisierung der Panzer

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Norwegen will seine Streitkräfte massiv aufrüsten – und in erster Linie seine Panzerflotte modernisieren. Die Leopard 2A4NO (aus deutscher Produktion) sollten auf den modernsten Stand gebracht werden. Außerdem soll ein neues Flugabwehrsystem beschafft und die Armee mit moderneren Schützenpanzern der CV90-Reihe ausgerüstet werden. Insgesamt sind dafür 1,7 Milliarden US-Dollar vorgesehen.

Aus der offiziellen Mitteilung der norwegischen Streitkräfte (zum Glück in englischer Fassung…):

On April 23 the Norwegian Ministry of Defence announced plans to further strengthen the capabilities of the Norwegian Army. Defence minister, Ms Ine Eriksen Søreide stated that a plan to modernize the main battle tank Leopard 2A4NO and to procure a new and modern air defence system will come in addition to the ongoing fielding of a host of modern infantry  fighting vehicles in the CV-90 family. The total investment is estimated to approximately $1700 millions. weiterlesen

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