Train, Advise, Assist: Auch der künftige Einsatz in Afghanistan ist nicht risikolos

Voraussichtlich am Donnerstag kommender Woche, so meldete es jedenfalls der persische Dienst der BBC, wird Afghanistan nach Monaten der Unklarheit das Bilaterale Sicherheitsabkommen (BSA) mit den USA unterzeichnen – Voraussetzung für weitere Abkommen mit anderen Staaten (wie Deutschland) und damit die Möglichkeit für ein weiteres internationales Militärengagement im kommenden Jahr, wenn die ISAF-Mission ausläuft. Die Rolle der dann deutlich geschrumpften internationalen Truppen in der Resolute Support Mission wird Beratung und Unterstützung der afghanischen Sicherheitskräfte. Im Militärjargon: Train, Advise, Assist. Und eben kein Kampfauftrag mehr.

Dass das dennoch nicht risikolos ist und auch schiefgehen kann, zeigt ein Video der US-Soldatenzeitung Stars&Stripes: US troops sent to advise Afghan forces drawn into firefight

(Direktlink: http://youtu.be/lrmbc0LwDBY) weiterlesen

RC N Watch: ISAF-Stützpunkt in Nordafghanistan angegriffen (Neufassung)

Khilagay_DBwV_2010

Der Combat Outpost Khilagay in der nordafghanischen Provinz Baghlan, der letzte Stationierungsort deutscher Soldaten in Afghanistan außerhalb der Basis Masar-i-Scharif, ist am Samstag erneut von Aufständischen angegriffen worden. Deutsche Soldaten wurden nicht verwundet, als Aufständische zwei Mörsergranaten auf den Stützpunkt (oben ein Archivbild von 2010) abfeuerten, wie die Bundeswehr mitteilte:

Am 05.April gegen 13.55 Uhr Mitteleuropäische Sommerzeit (17.25 Uhr afghanischer Ortszeit), kam es zu einem Beschuss des ISAF-Stützpunktes Khilagay, circa 10 Kilometer südostwärts von Pol-i Khomri.
Es wurden zwei Mörsergranaten auf den Stützpunkt abgefeuert, wovon eine circa 100 Meter ostwärts des Lagers und eine Granate im deutschen Teil der Liegenschaft einschlug.
Es wurde kein deutscher Soldat verletzt. weiterlesen

ISAF: Ende 2014 ‘ist Dienstschluss’

Da jetzt auch im Koalitionsvertrag für das geplante Bündnis von Union und SPD Abzug aus Afghanistan steht, darf man das ja auch sagen (und muss nicht immer von Rückverlegung reden). Wie der Abzug gemanagt wird, haben am (heutigen) Mittwoch der zuständige (deutsche) NATO-General und der Inspekteur der Streitkräftebasis (SKB) der Bundeswehr erläutert.

General Hans-Lothar Domröse, als Chef des Joint Forces Command Brunssum der NATO mit den Planungen befasst, zeigte sich zwar weiterhin hoffnungsvoll für eine Nachfolgemission für die Afghanistan-Schutztruppe ISAF, machte aber auch klar: Für ISAF sei Ende 2014 Dienstschluss – was auch immer danach komme. Und die derzeitige Unklarheit, wann ein Sicherheitsabkommen von USA und Afghanistan in Kraft trete, Voraussetzung für weitere Anwesenheit von US-Soldaten wie dann auch anderen Nationen (auch Deutschland) am Hindukusch, trage eben immer noch nicht die Unterschrift von Afghanistans Präsident Hamid Karzai: Der Präsident unterschreibt immer nächsten Montag. weiterlesen

(Voraussichtlich) Letztes ISAF-Mandat der Vereinten Nationen

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat am (heutigen) Donnerstag das voraussichtlich letzte Mandat für den ISAF-Einsatz in Afghanistan verabschiedet. Einstimmig beschlossen die Mitglieder des UN-Gremiums die Verlängerung des Auftrags für die International Security Assistance Force bis Ende 2014. Aus der Meldung der UN:

The United Nations Security Council today extended the authorization of the International Security Assistance Force (ISAF) until the end of 2014, when it is expected that the force will draw down and the Government of Afghanistan will assume full responsibility for security throughout the country. (…)
In a unanimously adopted resolution, the Council welcomed the agreement between the Afghan Government and countries contributing to ISAF to transfer full security responsibility to the authorities by the end of 2014, and the ongoing implementation of the transition process since July 2011.
The 15-member body also called on UN Member States to contribute personnel, equipment and other resources to ISAF and to continue to pursue their efforts to support security, stability and transition in Afghanistan.
In addition, the Council welcomed the strong commitment of the Government to further develop, with the support of ISAF nations, Afghan National Security Forces (ANSF) which are “governed by the Afghan Constitution and capable of providing peace, security and stability to all Afghans operating under effective civilian leadership and in accordance with the rule of law, and respecting and promoting human rights, including the rights of women, and capable of contributing to the region’s security through the stabilization of the situation in Afghanistan.”

Wenn ich das richtig sehe, wird jede Aussage, was von internationaler Seite ab 2015 kommt, vom Sicherheitsrat bislang sorgfältig vermieden.

(Foto: ISAF-Kommandeur Joseph Dunford, r., mit  Generalmajor Abdul Wahab Wardak, Kommandeur der afghanischen Luftwaffe, am 6. August 2013 in Kabul – ISAFmedia via Flickr unter CC-BY-Lizenz)

RC N Watch: Das Ende der Zweisterner?

Interessant, was aus US-Militärkreisen über eine Umstrukturierung von ISAF bereits im kommenden Jahr zu hören ist: Die bisherigen Regionalkommandos wie zum Beispiel das Regional Command North in Masar-i-Scharif, derzeit geführt vom deutschen Zwei-Sterne-General Jörg Vollmer (oben im Bild mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Verteidigungsminister Thomas de Maizière), sollen schon 2014 zu Tactical Advise and Assist Commands heruntergestuft werden und eine andere Rolle bekommen. Das sagt jedenfalls der stellvertretende Chef des ISAF Joint Command der Military Times:

Senior coalition military commanders in Afghanistan will shake up their command structure as part of the ongoing drawdown in forces, eliminating regional commands in favor of smaller headquarters units, U.S. military officials said. weiterlesen

weiter »