G36 und fliegendes Gerät: Berichte aus dem Chaos

Da mich heute der Zahnarzt operativ aus dem operativen Verkehr gezogen hatte … kann ich zur heutigen Verteidigungsausschuss-Sitzung nur nachlesen, wo es wohl geknallt hat. Zum Beispiel beim Thema G36:

Im vertraulich tagenden Verteidigungsausschuss warf der Wehrbeauftragte Hellmut Königshaus von der Leyens Haus am Mittwoch sogar vor, durch Einflussnahme auf einen Prüfer der Wehrtechnischen Dienststelle für Waffen und Munition (WTD) gegen das Dienstrecht verstoßen zu haben.(…) weiterlesen

Die andere Stimme zum NH90: Der Kommandeur

Nachdem der im Juni in Termez notgelandete NH90-Hubschrauber der Bundeswehr am (heutigen) Montag auf der Basis in Masar-i-Scharif in Afghanistan angekommen ist, nachdem am vergangenen Wochenende die Debatte über den Zwischenfall und die Folgen hier ausgiebig geführt wurde, jetzt mal eine andere Stimme: Der (Noch-)Kommandeur des Transporthubschrauberregiments 10 in Faßberg, Oberst Andreas Pfeifer, hat mir ebenfalls heute seine Sicht der Dinge geschildert. Das Fazit des Kommandeurs, der auch mit den NH90 im Einsatz war: Von Verunsicherung der Crews oder gar Flugangst könne nach seinen Beobachtungen nicht die Rede sein.

Zwar habe es unmittelbar nach der Havarie verunsicherte Stimmen gegeben, die aber aufgrund der eingehenden Informationen verstummt seien. Auch habe sich niemand von den Besatzungen vom Flugdienst abgemeldet, und sei es quasi inoffiziell durch Krankmeldung, betont Pfeifer. Nicht zuletzt habe das Regiment in den vergangenen zwei Wochen intensiv mit vier NH90 und den Fallschirmjägern aus Seedorf geübt – das ganze Spektrum der Luftbeweglichkeit, mit Lufttransportausbildung, mit Außenlasttansport, einschließlich taktischer Szenarien. 73 Flugstunden in zwei Wochen, das belege, so das Fazit des Kommandeurs, dass das Zutrauen zu der Maschine da ist. weiterlesen

Hubschrauber-Deal: Eigentlich wie erwartet

Das Verteidigungsministerium und Airbus Helicopters, meldet Spiegel Online am (heutigen) Mittwochabend, haben sich auf die Endfassung des German (oder Global) Deal, die Vereinbarung über die Beschaffung von NH90-Transporthubschraubern, NH90-Marinehubschraubern und Tiger-Kampfhubschraubern geeinigt. Inhaltlich scheint es wenig überraschend nach dem, was hier in den vergangenen Wochen und Monaten in Einträgen und Kommentaren zu lesen war. Die Kernaussagen des Berichts:

Die hohen Kosten der Anschaffung wenigstens beim Transporthubschrauber NH 90 sollen zwischen mehreren Ländern aufgeteilt werden. So sollen 22 Helikopter bestellt werden. Sie sollen zwar in Deutschland stationiert sein, jedoch gemeinsam mit mehreren Partnerländern betrieben werden.(…)
Laut dem internen Papier soll nun auch endgültig der umstrittene Marine-Hubschrauber MH 90 Sea Lion bestellt werden. (…)
Vom Kampfhubschrauber Tiger bestellt das Verteidigungsministerium nun wieder elf Flieger mehr, allerdings verzichtet das Haus dafür auf ein Ersatzteilpaket.

Die Verteilung der Kosten für den NH90 in der Transportversion auf mehrere Verbündete war ja erklärtes Ziel des Schreibens von Generalinspekteur Volker Wieker an Partnernationen weiterlesen

NH90-Unfall war ‘Einzelfall’ – Hubschrauber fliegen wieder

In aller Kürze der Sachstand NH90, wie ihn das Heer am (heutigen) Mittwochmorgen meldet:

Der Flugsicherheitsausschuss stuft den Zwischenfall als Einzelfall ein und sieht keine weiteren Maßnahmen für den operationellen Betrieb als notwendig an.
Der Inspekteur des Heeres hat daraufhin entschieden, den Flugbetrieb NH 90 wieder aufzunehmen, der zuvor als Vorsichtsmaßnahme vorläufig ausgesetzt worden war.

Mehr Hintergründe zum Zwischenfall im vorangegangenen Thread.

Bundeswehr setzt Flugbetrieb mit NH90 vorläufig aus – Update

Jetzt ist es offiziell: Die NH90-Hubschrauber der Bundeswehr müssen bis auf Weiteres am Boden bleiben. Der Flugbetrieb sei als Vorsichtsmaßnahme vorläufig ausgesetzt, bis gesicherte Erkenntnisse für weitere Entscheidungen vorliegen, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am (heutigen) Montag auf Anfrage von Augen geradeaus!.

Hintergrund ist die Explosion eines Triebwerks in einem NH90-Helikopter im Juni über Usbekistan. Danach hatten Techniker der Bundeswehr und der Herstellerfirma Airbus Helicopters festgestellt, dass es zu Fehlfunktionen im Zusammenhang mit der Feuerlöschanlage kommen könne. Nach dem Vorfall hatte die Bundeswehr eine Untersuchung der Triebwerke aller 35 NH90 angeordnet.

Zu dem Vorfall und den möglichen Konsequenzen gab es am Montag eine Flugsicherheitsberatung beim Luftfahrtamt der Bundeswehr in Köln. Die Besprechung soll am morgigen Dienstag fortgesetzt werden. weiterlesen

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