Jetzt offiziell: Deutschland bietet UN Hubschrauber für Einsatz in Mali an (Nachtrag: franz. Helis))

20160809_tiger_static_fritzlar

Nachdem bereits im Oktober absehbar war, dass Deutschland Hubschrauber in den UN-Einsatz nach Mali schicken wird, ist es jetzt offiziell: Außenminister Frank-Walter Steinmeier und Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen haben den Vereinten Nationen Helikopter für die UN-Mission MINUSMA angeboten. Genauere Details sind in dem Schreiben nicht enthalten;  außer dem Hinweis auf MedEvac- und Unterstützungshubschrauber. Zuvor war schon klar, dass es sowohl Transporthubschrauber NH90 für die Evakuierung Verwundeter als auch Kampfhubschrauber Tiger (Foto oben) sein werden.

Das Angebot gilt bis Mitte 2018, und wie schon zuvor angekündigt, ist eine absehbare Ablösung durch andere Nationen Voraussetzung.

Zur Dokumentation aus dem Schreiben der beiden Minister mit Datum vom (gestrigen) Montag:

Die VN-Friedensmission MINUSMA ist unabdingbar für die Umsetzung des Friedensabkommens von Algier und den Schutz der Zivilbevölkerung in Mali. Die Bundesregierung hat sich daher entschlossen zu prüfen, wie der für 2017 drohende akute Engpass bei den Hubschrauber-Fähigkeiten nach dem Abzug niederländischer Hubschrauber aus der Mission durch die Entsendung eines deutschen Hubschrauber-Kontingents nach Gao aufgefangen werden könnte.
Diese Entscheidung wird für Deutschland nicht leicht umzusetzen sein. Die Bundeswehr verfügt über keine freien Hubschrauber-Kapazitäten, das heißt, diese müssen von ihren derzeitigen Aufgaben abgezogen werden.
Dennoch sind wir überzeugt, dass es geboten ist, den Vereinten Nationen unsere Unterstützung anzubieten. Deutschland beabsichtigt, möglichst nahtlos nach dem Abzug der Niederlande MedEvac- und Unterstützungshubschrauber mit zusätzlichen Soldatinnen und Soldaten für den Flugbetrieb nach Gao zu entsenden. weiterlesen

Hubschrauber für Mali: BMVg spricht von „grober Verständigung“ mit dem Außenministerium (m. Transkript)

tw20160809-133

Die Bundesregierung tut sich noch ein bisschen schwer, ihre Überlegungen zum Einsatz deutscher Hubschauber im UN-Einsatz in Mali zu präzisieren. Der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Jens Flosdorff, sprach am (heutigen) Mittwoch von einer groben Verständigung mit dem Auswärtigen Amt über diese Frage. Entscheidungen müssten aber von den Vereinten Nationen getroffen werden, weil es doch ein UN-Einsatz sei. Einig sind sich beide Ressorts offensichtlich vor allem in einem Punkt: Deutschland darf nicht dauerhaft in diese Aufgabe rutschen.

Da blieb doch glatt offen, ob es von deutscher Seite nun eine Entscheidung über ein solches Angebot an die UN gibt. Ach, hört einfach selbst, was Flosdorff und Außenamtssprecher Martin Schäfer dazu zu sagen hatten:

bpk_hubschrauber_mali_26okt2016     

 

Nachtrag: Die Abschrift dazu: weiterlesen

Einsatz deutscher Hubschrauber in Mali scheint festzustehen

tw20160809-199

Nach monatelanger interner Debatte in der Bundesregierung scheint nun festzustehen, dass die Bundeswehr im kommenden Jahr Hubschrauber in ihren Blauhelmeinsatz bei der UN-Truppe MINUSMA in Mali schickt. Als Ersatz für die niederländischen Helikopter, die im Frühjahr 2017 abgezogen werden sollen, werde Deutschland sowohl Transporthubschrauber vor allem für die Verwundetenevakuierung als auch Kampfhubschrauber stellen, meldet dpa:

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur haben sich Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) grundsätzlich darauf verständigt, drei „Tiger“-Kampfhubschrauber, drei Sanitätshubschrauber vom Typ NH90 sowie zwei Hubschrauber als Reserve für die UN-Friedensmission in Mali zur Verfügung zu stellen. Der Einsatz soll im März oder April nächsten Jahres beginnen und auf ein Jahr befristet sein.

Eine offizielle Bestätigung gab es zunächst nicht, aus Regierungskreisen hieß es dazu lediglich, es gebe noch keine Entscheidung.

Allerdings war zu hören, die dpa-Informationen, der deutsche Hubschraubereinsatz werde auf ein Jahr beschränkt, danach sollte eine andere Nation die Helikopter stellen, seien zutreffend. weiterlesen

Airbus gegen Polen: Da brennt die Luft

20150715_airbus_hm225m_caracal

Vor wenigen Tagen hat die polnische Regierung einen bereits sicher scheinenden Vertrag mit Airbus über die Lieferung von 50 Hubschraubern abgesagt. Das führte nicht nur zu wütenden Reaktionen aus Frankreich

France reacted angrily on Friday after Poland scrapped a multi-billion-dollar helicopter deal with Airbus, warning it would review defense cooperation with its NATO ally and cancelling a presidential visit to Warsaw.
Poland had agreed to buy 50 Airbus utility helicopters in April 2015 for 13.5 billion zlotys ($3.5 billion) as part of efforts to modernize its military at a time of tensions with Russia. Its previous centrist government, beaten by the Law and Justice (PiS) party in elections last October, had agreed the provisional deal, but on Oct. 4 the new authorities said they were scrapping the contract altogether.

sondern am (heutigen) Dienstag auch zu öffentlichen Reaktionen des Unternehmens, wie ich sie jedenfalls aus der Rüstungsindustrie so noch nicht gesehen habe.

Aus der Stellungnahme von Airbus-Chef Tom Enders, im Original auf Deutsch veröffentlicht:

Noch nie wurden wir von einem Regierungskunden in ähnlicher Art behandelt wie jetzt durch die polnische Regierung. Die kontroversen und widersprüchlichen Erklärungen der polnischen Regierung im Laufe dieses Beschaffungsvorgangs vermittelten den Eindruck beispielloser Konfusion. weiterlesen

Mali: Niederlande wollen (offiziell) Reduzierung ankündigen; doch Einsatz deutscher Hubschrauber?

NL-Apache_MaliA

Die niederländische Regierung will am (heutigen) Freitagnachmittag offiziell mitteilen, dass das Engagement der niederländischen Streitkräfte in Mali zum kommenden Jahr um die Hälfte reduziert wird – und dass, wie schon bekannt war, auch ihre Hubschrauber abgezogen werden. Das berichten mehrere niederländische Medien. In der Mitteilung an das Parlament wird nach Angaben der Zeitung Volkskrant auch stehen, dass sich die Niederlande mit einer oder auch mehreren anderen Nationen geeinigt haben, die künftig die MedEvac- und die Kampfhubschrauber für den UN-Einsatz MINUSMA in Gao im Norden des westafrikanischen Landes stellen sollen – wer das sein wird, ist allerdings noch nicht bekannt.

In Gao sind zusammen mit den Niederländern auch deutsche Soldaten stationiert, die das Kontingent des Nachbarlandes schrittweise ablösen sollen. Die Hubschrauberfrage ist für beide Nationen kritisch, für die Bundeswehr mit ihrer dann größeren Beteiligung an MINUSMA um so mehr: Nur mit Helikoptern kann sichergestellt werden, dass die Rettungskette für verwundete Soldaten in dem riesigen Wüstenland rechtzeitig funktioniert. weiterlesen

weiter »