Marine-Einsatz gegen Piraterie: Jetzt wieder mit Hubschrauber

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Nach etwas längerer, nennen wir es Abstinenz, hat die Deutsche Marine wieder Hubschrauber in ihren Einsätzen zur Verfügung: Auf der Fregatte Bayern im Einsatz bei der EU-Antipirateriemission Atalanta vor Somalia wurden zwei SeaLynx-Helikopter eingeschifft, wie die Marine am (heutigen) Montag mitteilte. Habe es doch eine technisch bedingte Zwangspause gegeben.

Die Zwangspause war in der Tat technisch bedingt, der Begriff Desaster wäre allerdings passender: Im September vergangenen Jahres wurde bekannt, dass die Marine alle ihre 22 SeaLynx am Boden halten musste, weil Risse im Heckausleger festgestellt worden waren. Erst im Januar dieses Jahres konnten die ersten Maschinen wieder starten –  unter Auflagen.

Nicht so ganz klar ist nach der Mitteilung der Marine, ob alle Auflagen erledigt sind. Oder ob es noch operationelle Einschränkungen gibt?

(Foto: Sea Lynx landet auf der Fregatte Bayern – Deutsche Marine)

 

 

Neues A400M-Problem: Keine Luftbetankung von Hubschraubern?

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Das Bild oben, dass eine A400M-Transportmaschine bei der Luftbetankung von Hubschraubern zeigt, ist von der Herstellerfirma Airbus Defense&Space ausdrücklich als Photomontage gekennzeichnet. Wie es scheint, aus gutem Grund: Angeblich, so berichtet ein französisches Fachmagazin, plant Frankreich trotz seiner Beschaffung von A400M den Kauf von Hercules C-130J-Flugzeugen aus den USA, um sie als Tanker für Helikopter einzusetzen – weil die Konstruktion der A400M die Luftbetankung für Drehflügler gefährlich mache.

Aus dem Bericht des Fachblattes Air&Cosmos: weiterlesen

NH90 darf weiter fliegen – Nachrüstung der Bordelektronik bis nächstes Jahr

Die Bordelektronik des Transporthubschraubers NH90 soll bis zum ersten Quartal des kommenden Jahres nachgerüstet werden, bis dahin dürfen diese Helikopter der Bundeswehr weiterhin fliegen. Darauf verständigten sich Vertreter von Verteidigungsministerium und Bundeswehr mit der Herstellerfirma Airbus Helicopter Deutschland am (heutigen) Mittwoch bei einer Besprechung im Luftfahrtamt der Bundeswehr. Nach Angaben des Ministeriums erfolgt die Nachrüstung innerhalb der so genannten compliance time, innerhalb der ein technischer Fehler in einem Luftfahrzeug behoben werden muss. Allerdings bleibt offen, ob diese compliance time für den NH90 nach den engeren Bestimmungen für Hubschrauber oder den zeitlich weiter gefassten für Flugzeuge berechnet wird.

Experten innerhalb und außerhalb der Streitkräfte hatten zuvor empfohlen, den Flugbetrieb bis zu dieser Nachrüstung auf 20 Flugstunden zu begrenzen, wie der Spiegel am vergangenen Wochenende berichtet hatte. Hintergrund ist ein Zwischenfall im Sommer vergangenen Jahres, bei dem die Auslösung der Feuerlöschanlage zu massiven Störungen in der Bordelektronik geführt hatte (die Details bis in die kleinsten technischen Einzelheiten sind hier im Blog schon minutiös debattiert worden – das nur als Hinweis für neue Leser…)

Die Mitteilung des Verteidigungsministeriums im Wortlaut: weiterlesen

Gemeinsamer europäischer Hubschrauber-Verband: Wer zahlt eigentlich?

Das Thema Multinationaler Hubschrauber-Verband verdient trotz des vorhin gestarteten neuen Drehflügler-Threads einen eigenen Eintrag. Denn Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat am (heutigen) Freitag bei einer Konferenz des German Marshal Fund (GMF) in Brüssel nicht nur den Prozess zur Entwicklung einer europäischen Armee weiter vorangetrieben (sagt jedenfalls ihr Ministerium). Sondern sie hat auch Neues zu dem geplanten multinationalen NH90-Hubschrauberverband in Deutschland erzählt.

Nach dem GMF-Transkript (das insgesamt sehr lesenswert ist) sagte die Ministerin unter anderem auf die Frage nach Lufttransport im europäischen Zusammenhang:

It’s a good thought because we have a multinational helicopter institution in Germany. We build it up right now. So we are buying the helicopters. And small nations are fitting in with personnel and have the chance to equip their personnel with helicopters which are located in this multinational organization in Germany, when we buy the helicopters. Of course, this is the right idea. It’s the way to go. And we have — as a framework nation, of course we have to supply the frame with a lot of equipment and infrastructure so that other smaller nations can plug in with highly specialized personnel, which we lack. So we need them to. And that’s the way NATO works.

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Von der Leyen verteidigt Hubschrauber-Deal

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Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat den Vertrag zur geplanten Beschaffung der Hubschrauber NH90 in der Transport- und der Marineversion sowie des Kampfhubschraubers Tiger verteidigt, den der Bundestags-Haushaltsausschuss in der vergangenen Woche gebilligt hatte. Im Interview der Woche des Deutschlandfunks mit dem Kollegen Klaus Remme nahm die CDU-Politikerin unter anderem zu den erkannten Problemen mit den Triebwerken des NH90 Stellung:

Der Hubschrauber, von dem Sie sprechen, fliegt seit zehn Jahren, 13 Nationen haben ihn, fliegen ihn, er hat 70.000 Flugstunden hinter sich bereits – und ja, Triebwerkstagnation hat stattgefunden: 19-mal. Und wenn wir das gegen 70.000 Flugstunden setzen, dann weiß man auch: Ja, Stagnation – in den 19 Fällen –, das ist ein Problem, das behoben werden muss, aber in der Relation zu dem, was der Hubschrauber seit zehn Jahren leistet, müssen wir auch die Kirche im Dorf lassen. weiterlesen

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