Der Drehflügler Januar 2016/II

Die allfällige Debattenseite zum Thema Hubschrauber.

Nachtrag zum KSK-Hubschrauber: Erst mal bleiben die Maschinen im Werk

Übergabe H145M

Ein notwendiger Nachtrag zum (gestrigen) Eintrag zur Übergabe der ersten Light Utility Helicopters – Special Operations Forces (LUH SOF), der H145M von Airbus Helicopters, an die Bundeswehr: Die zwei gestern formal übergebenen neuen Maschinen, die vor allem vom Kommando Spezialkräfte  (KSK) genutzt werden sollen, bleiben erst mal beim Hersteller in Donauwörth. Voraussichtlich Ende März kommenden Jahres würden sie an das Hubschraubergeschwader 64 in Laupheim übergeben, sagte ein Sprecher der Luftwaffe. Bis dahin läuft unter Federführung des Bundesamtes für Ausrüstung, IT und Nutzung (BAAINBW) noch die einsatzbezogene Prüfung. Zugleich beginnt im Januar die fliegerische Erstausbildung für die Piloten dieser Hubschrauber.

Und es fehlen ja, wie hier auch schon in den Kommentaren diskutiert, noch ein paar Dinge, ehe die Maschinen einsatzreif sind. Wie Airbus Helicopters selber in einem Handout deutlich machte: weiterlesen

Neue Hubschrauber fürs KSK: Wenn das Parlament Druck macht

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Das Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr hat am (heutigen) Montag die ersten zwei von geplant 15 neuen Hubschraubern bekommen. Genau genommen die Luftwaffe, die künftig von Laupheim aus die Spezialkräfte aus Calw mit den neuen Helikoptern von Typ H145M in Missionen fliegen soll. Das ist für die Truppe gut, das ist aber aus einem ganz anderen Grund bemerkenswert.

Vor noch nicht mal fünf Jahren, nämlich 2011, hatten Abgeordnete (damals unter anderem aus der heute nicht mehr im Parlament vertretenen FDP) im Bundestag Druck gemacht, dass diese neuen Hubschrauber beschafft werden. Im Oktober 2012, also vor gut drei Jahren, wurde das Projekt ausgeschrieben. Im Juni 2013, also vor zweieinhalb Jahren, billigte der Haushaltsausschuss die Beschaffung der 15 Helikopter für rund 200 Millionen Euro, im Juli 2013 wurde der Vertrag unterzeichnet.

Mit anderen Worten: Das ging schnell. weiterlesen

Reizthema Hubschrauber NH90: „Gefährliches Halbwissen“

Hubschrauber sind offensichtlich ein hochgradig emotionales Thema, nicht nur hier bei Augen geradeaus!, sondern auch in der Truppe und bei allen anderen, die mit Drehflüglern zu tun haben. Das führt dann bisweilen zu sehr merkwürdigen Ergebnissen. So hatte sich im vergangenen Jahr der Kollege Gerald Traufetter vom Spiegel mit dem KPMG-Gutachten für Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen befasst und dabei auch bei Randthemen im Bereich des Hubschrauberprojekts NH90 Problemhinweise entdeckt:

In dem 1500 Seiten starken Bericht der KPMG-Prüfer finden sich haarsträubende Details zu weiteren Pannen, die sich bei der Entwicklung neuer Waffensysteme ereignet haben. Gehäuft treten sie auf beim Transporthubschrauber NH90. Das anschaulichste Beispiel dafür sind die Helme der Piloten. Die „physiologisch ungünstige Schwerpunktlage des Helmsystems“, so schreiben die Gutachter auf Seite 492, führe dazu, dass die Piloten „tageweise nicht am Flugdienst teilnehmen können“.

Solche Berichterstattung scheint bei manchem zu schnittfestem Schaum vor dem Mund zu führen. Aber gegen die Presse kann man ja was tun –  andere Journalisten dagegen in Stellung bringen. Wie zum Beispiel den so genannten Newsletter Verteidigung, in dessen jüngster Ausgabe in einer lobende Eloge auf den NH90 zu lesen ist:

Blogger, wie ›Augen geradeaus‹, lancieren gefährliches Halbwissen weiterlesen

Deutsche MedEvac-Hubschrauber wieder nach Afghanistan

Auf dem militärischen Teil des Flughafens Tegel wird ein für den Afghanistan-Einsatz bestimmter Transporthubschrauber CH 53 in ein russisches Frachtflugzeug Antonov AH-124-100 verladen.©Bundeswehr/S. Wilke Aufnahmedatum:19.01.2011

Die Bundeswehr wird im September erneut Aufgaben der medizinischen Evakuierung (MedEvac) im Norden Afghanistans übernehmen und dafür zusätzliche Hubschrauber an den Hindukusch verlegen. Geplant sei der Einsatz von zwei Helikoptern des Typs CH53 GS mit MedEvac-Einrüstung, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am (heutigen) Freitag auf Anfrage von Augen geradeaus!. Außerdem würden voraussichtlich drei zusätzliche Besatzungen einschließlich Sanitätspersonal nach Masar-i-Scharif geschickt.

Die Aufstockung des deutschen Einsatzes wurde notwendig, nachdem die dänischen Streitkräfte nach einem Parlamentsbeschluss den bisherigen Einsatz von MedEvac-Hubschraubern in der Resolute Support Mission in Afghanistan beenden. weiterlesen

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