NH90: Bericht des Ministeriums zu ‘angeblichen technischen Störungen’

Die hier versammelte Drehflügler-Gemeinde interessiert das natürlich brennend: Das Verteidigungsministerium hat dem Verteidigungsausschuss des Bundestages den angeforderten Bericht zu angeblichen technischen Störungen beim Transporthubschrauber NH90 zugesandt. Das Schreiben des Parlamentarischen Staatssekretärs Markus Grübel vom (gestrigen) Montag ging heute im Ausschuss ein. Der Inhalt ist für die Kenner nicht wirklich überraschend; die meisten Details sind hier schon sehr ausführlich besprochen worden. Einschließlich der Aussage (an der das Ministerium festhält), dass die Probleme mit dem Overhead Control Panel bei der Havarie in Uzbekistan im vergangenen Jahr ein Einzelfall waren.

Angesichts des großen Interesses, das ich vermute, und da das Schreiben keinen Einstufungsvermerk trägt: weiterlesen

Der Drehflügler, zweite Januarhälfte 2015

Und weiter geht’s, diesmal sogar mit einem aktuellen Anlass: Rechnungshof bemängelt von der Leyens Hubschrauber-Deal, titelt SpOn, und weiter:

Nach umfangreicher Prüfung bemängelt der Rechnungshof, dass die Bundeswehr den “Tiger” und NH90 zu teuer einkauft, technische Mängel akzeptiert und gravierende Zweifel beim Marine-Heli nicht berücksichtigt hat. (…) Trotz drastisch reduzierter Stückzahlen gebe das Verteidigungsministerium 104 Millionen Euro mehr aus als vereinbart, rechnen die Experten vor. Das Urteil fällt harsch aus: So verfehle das Ministerium die “angestrebten Einsparungen”. Zudem sei bis heute ungewiss, ob der Marinehelikopter “das geforderte Fähigkeitsprofil vollumfänglich erfüllt”.

Hm, das kommt nicht so ganz überraschend, zumindest für die Leser hier nicht. Und wie hatte das Ministerium selbst Ende November erklärt: Die mit der Rahmenvereinbarung gefundene Regelung ist aus Sicht des Ministeriums nicht optimal, aber die beste Lösung, die auf Basis der ungünstigen alten Vertragsposition verhandelt werden konnte. Interessant wird jetzt das parlamentarische Vorgehen, wenn die 25-Mio-Vorlage den Haushaltsausschuss erreicht.

 

Die Marine kriegt ihre Sea Lynx wieder in die Luft – teilweise

Nach dem Desaster des vergangenen Jahres, als die Deutsche Marine alle ihre Bordhubschrauber vom Typ Sea Lynx erst mal grounden musste, können jetzt einige Helikopter in den Einsatz – unter Auflagen. Die Marine meldete am (heutigen) Montag:

Die Bordhubschrauber „Sea LynxMK 88A haben nach erfolgter Instandsetzung wieder den ersten Flugbetrieb aufgenommen. Somit können voraussichtlich im zweiten Quartal diesen Jahres zwei Bordhubschrauber auf der Fregatte „Bayern“ für den Einsatz eingeschifft werden.(…) weiterlesen

G36 und fliegendes Gerät: Berichte aus dem Chaos

Da mich heute der Zahnarzt operativ aus dem operativen Verkehr gezogen hatte … kann ich zur heutigen Verteidigungsausschuss-Sitzung nur nachlesen, wo es wohl geknallt hat. Zum Beispiel beim Thema G36:

Im vertraulich tagenden Verteidigungsausschuss warf der Wehrbeauftragte Hellmut Königshaus von der Leyens Haus am Mittwoch sogar vor, durch Einflussnahme auf einen Prüfer der Wehrtechnischen Dienststelle für Waffen und Munition (WTD) gegen das Dienstrecht verstoßen zu haben.(…) weiterlesen

Die andere Stimme zum NH90: Der Kommandeur

Nachdem der im Juni in Termez notgelandete NH90-Hubschrauber der Bundeswehr am (heutigen) Montag auf der Basis in Masar-i-Scharif in Afghanistan angekommen ist, nachdem am vergangenen Wochenende die Debatte über den Zwischenfall und die Folgen hier ausgiebig geführt wurde, jetzt mal eine andere Stimme: Der (Noch-)Kommandeur des Transporthubschrauberregiments 10 in Faßberg, Oberst Andreas Pfeifer, hat mir ebenfalls heute seine Sicht der Dinge geschildert. Das Fazit des Kommandeurs, der auch mit den NH90 im Einsatz war: Von Verunsicherung der Crews oder gar Flugangst könne nach seinen Beobachtungen nicht die Rede sein.

Zwar habe es unmittelbar nach der Havarie verunsicherte Stimmen gegeben, die aber aufgrund der eingehenden Informationen verstummt seien. Auch habe sich niemand von den Besatzungen vom Flugdienst abgemeldet, und sei es quasi inoffiziell durch Krankmeldung, betont Pfeifer. Nicht zuletzt habe das Regiment in den vergangenen zwei Wochen intensiv mit vier NH90 und den Fallschirmjägern aus Seedorf geübt – das ganze Spektrum der Luftbeweglichkeit, mit Lufttransportausbildung, mit Außenlasttansport, einschließlich taktischer Szenarien. 73 Flugstunden in zwei Wochen, das belege, so das Fazit des Kommandeurs, dass das Zutrauen zu der Maschine da ist. weiterlesen

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