Sanktionen gegen Russland: Was wird aus den französischen Kriegsschiffen?

Die französischen Hubschrauberträger (und schwimmenden Kommandozentralen) der Mistral-Klasse sind schon imponierende Kriegsschiffe – wie schon der Größenvergleich (Foto oben) mit einem französischen Zerstörer und einer spanischen portugiesischen Fregatte zeigt. Dass auf einer französischen Werft zwei dieser Schiffe für Russland gebaut werden, ist spätestens seit der russischen Annexion der Krim ein Reizthema im Westen, in der EU wie in der NATO. Am (heutigen) Donnerstag wird die EU darüber beraten, ob sie nach dem (als sicher angenommenen) Abschuss des malaysischen Passagierflugzeugs über der Ukraine und der russischen Unterstützung für die Separatisten im Osten die Sanktionen gegen Russland verschärft – und dabei auch den Rüstungssektor im Blick hat. Das wäre das vermutlich das Aus für die Schiffslieferung – allerdings bleibt die Frage offen, ob das auch für das erste, fast fertige Kriegsschiff geht. Ein kurzer Überblick über die Situation: weiterlesen

DroneWatch: Großbritannien und Frankreich starten Planung für eigene Kampfdrohne

UK AND FRANCE STRENGTHEN DEFENCE COOPERATION

Großbritannien und Frankreich wollen, wie geplant, eine eigene bewaffnete Drohne für beide Länder entwickeln. Eine entsprechende Vereinbarung unterschrieben der britische (Noch-)Verteidigungsminister Philip Hammond und sein französischer Kollege Jean-Yves Le Drian am (heutigen) Dienstag am Rand der Farnborough Air Show. Für die Entwicklung von Technologie und Konzept eines Unmanned Combat Air Vehicle (UCAV) mit den Unternehmen BAE Systems, Dassault Aviation, Thales France, Selex, Rolls Royce and Safran sollen zunächst für eine Machbarkeitsstudie 120 Millionen britische Pfund (gut 150 Millionen Euro) bereitgestellt werden.

Damit zeichnet sich ab, dass es zwei parallele Entwicklungsstränge für eigene europäische Drohnen geben wird. Neben der UCAV-Entwicklung, die Großbritannien und Frankreich angehen wollen, gibt es den Vorschlag der europäischen Unternehmen Airbus Defence&Space, Dassault und Alenia für eine HALE MALE (Medium Altitude Long Endurance-)Drohne mit möglicher Bewaffnungsoption. Auffällig ist zum einen, dass Dassault bei beiden Vorhaben mit im Boot ist. Und zum anderen, dass BAE Systems zufällig… ein bisschen mehr über seinen UCAV-Demonstrator Taranis vor ein paar Tagen mitteilte.

Die Mitteilung des britischen Verteidigungsministeriums im Wortlaut: weiterlesen

Französischer Einsatz in Mali endet, Einsatz im Sahel beginnt

Die französischen Streitkräfte beenden offiziell ihre Operation Serval in Mali – um einen länderübergreifenden Einsatz in der gesamten Sahel-Zone zu beginnen:

France on Sunday said it would replace its Serval operation in Mali that broke the grip of Islamists in the north with a sweeping initiative covering the broad, largely unruly Sahel region. weiterlesen

Nach den Briten will auch Frankreich (zusätzliche) Kampfjets ins Baltikum schicken (Update)

Rafale AASM

Nachdem Großbritannien vor wenigen Tagen angekündigt hatte, Eurofighter-Kampfjets zur Unterstützung der NATO-Luftraumüberwachung über dem Baltikum zu entsenden, scheint nun Frankreich einen ähnlichen Schritt zu planen. Nach französischen Medieninformationen will Verteidigungsminister Jean-Yves le Drian bei seinem Besuch in den baltischen Staaten den Einsatz von drei Rafale-Jägern (Foto oben) anbieten:

Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian flog am Freitagmorgen nach Vilnius in Litauen. Nach unseren Informationen will er den französischen Vorschlag diskutieren, drei Rafale-Jagdflugzeuge für die Luftraumüberwachung, das “air policing” über dem Baltikum, anzubieten.

Wie die britische Offerte ist offensichtlich auch das französische Angebot als zusätzliche Unterstützung für die ohnehin geplanten Einsätze anderer NATO-Länder bei der Luftraumüberwachung über Estland, Lettland und Litauen an der Grenze zu Russland zu sehen. weiterlesen

Französische Erwartungen wg. Zentralafrika: Ein bisschen mehr darf’s schon sein

CAR_France_Lkw

Es mag sein, dass der deutsche Entwicklungsminister Gerd Müller bei seinem Besuch in der Zentralafrikanischen Republik vergangene Woche keinen Ruf nach Soldaten gehört hat. Die Abgeordneten des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag dürften ihn dafür am (heutigen) Mittwoch um so deutlicher gehört haben: Ihre französische Kollegin Elisabeth Guigou, Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses in der Nationalversammlung, machte deutlich, dass ihr Land von der Bundesrepublik mehr Engagement erwartet als das bislang in Aussicht gestellte – und noch nicht beschlossene - MedEvac-Flugzeug und einige Stabsoffiziere.

Insgesamt sei sie mit der europäischen Unterstützung für den französischen Einsatz in der Zentralafrikanischen Republik nicht zufrieden, sagte Guigou am Mittwochmittag im Gespräch mit Journalisten in Berlin: Europa hatte ja vieles versprochen, hatte sogar ein Datum genannt. Jetzt haben wir an unserer Seite nur die Georgier. Der französische Kommandeur der geplanten EU-Mission EUFOR RCA hatte den Start dieses Einsatzes mit geplant bis zu 1.000 Soldaten wegen fehlender Zusagen der anderen EU-Staaten zunächst verschoben. Derzeit sind rund 2.000 französische und mehrere Tausend afrikanische Soldaten in dem von blutigen inneren Unruhen betroffenen Land im Einsatz.

Auch Deutschland habe mehr versprochen, beklagte die französische Abgeordnete. Dabei gehe es nicht um Kampftruppen, sondern vor allem um logistische Unterstützung: Die Bundesrepublik habe Gerät zugesagt, das aber wiederum von Soldaten bedient und bewegt werden müsse. Da erwarten wir mehr, sagte Guigou. Gerade Transport und Logistik werde in Zentralafrika eine zentrale Herausforderung, auch wenn die unmittelbaren Unruhen eingedämmt werden könnten, um die Versorgung auch der Bevölkerung vor allem in der Hauptstadt Bangui sicherzustellen.

Nachtrag mit ergänzenden Informationen:

- Die UN zur Situation in der Zentralafrikanischen Republik

- EU aims to deploy Central Africa mission by end-April

(Foto: defense.gouv.fr)

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