‚Patriot‘-Einsatz in der Türkei: Letzte Bundeswehr-Systeme verschifft

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Nach fast drei Jahren ist der Einsatz deutscher Patriot-Flugabwehrsysteme im Süden der Türkei endgültig zu Ende gegangen. Bereits am (gestrigen) Dienstag verließ ein dänischer Frachter mit den letzten Fahrzeugen der deutschen Flugabwehrtruppe den türkischen Hafen Iskenderun, wie die Nachrichtenagentur Anadolu berichtete. Mit der Verlegung nach Iskenderun hatte der NATO-Einsatz Active Fence Turkey (AF TUR) am 8. Januar 2013 begonnen; die deutschen Staffeln meldeten am 28. Januar 2013 ihre Einsatzbereitschaft.

Vor diesen drei Jahren, als die Patriot-Einheiten aus Deutschland, den USA und den Niederlanden ihre Stellung nahe türkischer Großstädte im Süden des Landes bezogen, war die Einschätzung der Lage dort an der syrischen Grenze noch eine andere. weiterlesen

Neues Luftverteidigungssystem: CSU-Abgeordneter bestätigt Entscheidung für MEADS

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Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, Rüstungs-Staatssekretärin Katrin Suder und Generalinspekteur Volker Wieker wollten es eigentlich erst am (morgigen) Dienstag mitteilen, jetzt hat es der CSU-Verteidigungspolitiker Florian Hahn bereits bestätigt: Das neue Taktische Luftverteidigungssystem (TLVS) der Bundeswehr wird auf Basis des von den USA, Deutschland und Italien entwickelten MEADS (Medium Extended Air Defense System) beschafft. Damit hat die US-Firma Raytheon mit der angebotenen neuen Version ihres Patriot-Flugabwehrsystems das Nachsehen.

Hahn bestätigte die Entscheidung tagesschau.de:

Nach Informationen des ARD-Hauptstadtstudios hat der Generalinspekteur der Bundeswehr, Volker Wieker, die Auswahlentscheidung getroffen, ein neues Boden-Luft-Abwehrsystem zu beschaffen. Grundlage für die Beschaffung soll das von der deutsch-italienischen Rüstungsschmiede MBDA und dem US-Unternehmen Lockheed Martin entwickelte System MEADS (Medium Extended Air Defense System) sein.
Der Bundestagsabgeordnete Florian Hahn, außen- und sicherheitspolitischer Sprecher der CSU, bestätigte der ARD den Vorgang.

Dass die Spitze des Ministeriums MEADS gegenüber Patriot den Vorzug gibt, war schon spätestens seit Mitte Mai absehbar. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums wollte dazu am Montagabend keinen Kommentar abgeben.

Details des milliardenteuren Deals dann wohl eher morgen.

(Foto: Ein Testschuss des MEADS-Systems mit einer PAC3-Rakete 2013 in White Sands – Lockheed Martin)

Lagebeobachtung Ukraine: Der Crash von MH17

Über dem Osten der Ukraine ist am (heutigen) Donnerstag eine Boeing 777 der Malaysia Airlines auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur abgestürzt – und es wird immer wahrscheinlicher, dass diese Maschine abgeschossen wurde. Unklar allerdings vorerst, von wem: unbeabsichtigt von der ukrainischen Armee, von pro-russischen Separatisten, die ein Flugabwehrsystem in ihre Gewalt bekommen haben, oder von russischer Seite? Die Separatisten sollen sich des Abschusses gerühmt haben, in dem Glauben, ein ukrainisches Transportflugzeug getroffen zu haben – aber sicher ist das nicht.

Die Entwicklung vor allem in den von den Lesern  zusammengetragenen Informationen (vielen Dank!) in den Kommentaren.

Bundeswehr-Stinger verfehlte ziviles Flugzeug

Doch, man kann auch mit einer Stinger daneben schießen – zum Glück etlicher Passagiere in einer Zivilmaschine über Schleswig-Holstein, wie die Lübecker Nachrichten* berichten:

Auf einem Schießplatz der Bundeswehr im schleswig-holsteinischen Putlos ist es bereits vor einiger Zeit fast zu einer tödlichen Katastrophe gekommen: Ein Soldat feuerte demnach bei einem Übungsschießen eine Stinger-Flugabwehr-Rakete nicht wie vorgesehen auf eine Drohne, sondern auf ein ziviles Flugzeug ab. Der Vorfall vom Mai 2011 wurde erst jetzt bekannt, weil ein 25-jähriger Feldwebel, der damals den Abschuss angeordnet hatte, sich nun vor dem Amtsgericht in Oldenburg (Holstein) verantworten musste, weiterlesen

Neues Leben für den „Gepard“: Schutz von Fußball und Papst in Brasilien

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Bei der Bundeswehr ist der Flugabwehrkanonenpanzer Gepard mit dem Ende der bodengebundenen Luftverteidigung des Heeres außer Dienst gestellt worden. In anderen Ländern ist diese deutsche Technik offensichtlich weiterhin begehrt: Brasilien plant den Kauf von 34 gebrauchten Geparden, wie brasilianische Medien berichten (und mehrere Agenturen, unter anderem Reuters, ebenfalls). Die carros de combate sollen bereits in diesem Jahr den katholischen Weltjugendtag mit Stargast Papst Franziskus, im kommenden Jahr die Fußballweltmeisterschaft und 2016 die olympischen Sommerspiele in dem südamerikanischen Land schützen – vor Angriffen mit Flugzeugen, Hubschraubern und Drohnen.

Die Verkaufsbemühungen für das ausgesonderte Material laufen schon länger. weiterlesen

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