Deutsch-niederländische Flugabwehr-Kooperation: Gemeinsam gegen die Lücke

Die intensive Zusammenarbeit der deutschen und der niederländischen Streitkräfte in den vergangenen Jahren wird in der öffentlichen Wahrnehmung von Heer und Marine dominiert: Gegenseitige Unterstellungen von Einheiten der Landstreitkräfte bis zur Eingliederung von niederländischen Soldaten in eine deutsche Panzerkompanie oder die Unterstellung des deutschen Seebataillons unter das niederländische Korps Mariniers haben die Berichte bestimmt. Parallel und weniger auffällig haben auch die Luftwaffen beider Länder ihre Kooperation vorangetrieben – und hoffen nicht zuletzt darauf, gemeinsam eine offensichtliche Fähigkeitslücke zu schließen. weiterlesen

Kein Vertrag über neues Luftverteidigungssystem vor der Wahl

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Die Ankündigung ist nicht wirklich überraschend: Nachdem das Verteidigungsministerium schon Anfang Februar gewarnt hatte, dass es möglicherweise vor der Bundestagswahl keine Entscheidung über das geplante neue Taktische Luftverteidigungssystem (TLVS) geben werde, steht das seit dem (heutigen) Dienstag fest: Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen informierte die Verteidigungspolitiker der Koalitionsfraktionen darüber, dass bis zur Wahl im September kein Vertrag über das neue Flugabwehrsystem mit dem Generalunternehmer, der MBDA Deutschland, zustande kommen werde. weiterlesen

TLVS auf MEADS-Basis angeblich fast doppelt so teuer wie geplant

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Das sieht nach einem ordentlichen Scoop der Reuters-Kolleginnen Sabine Siebold und Andrea Shalal aus:

Die Kosten für das neue Raketenabwehrsystem der Bundeswehr namens Meads könnten sich nach Angaben von Insidern um mehrere Milliarden Euro erhöhen. Die Fertigentwicklung des Systems werde laut Angebot bis zu drei Milliarden Euro teuerer als erwartet, sagten mehrere mit dem Projekt vertraute Vertreter aus Sicherheitskreisen der Nachrichtenagentur Reuters. Ein anderer Insider setzte die Gesamtkosten für Fertigentwicklung und Bau sogar noch höher an und zeigte sich skeptisch zur Zukunft des Rüstungsvorhabens: „Bei neun oder zehn Milliarden Euro ist es schwierig zu wissen, wie man denn dort noch verhandeln kann.“
(Online bislang nur in der internationalen Fassung)

Das Firmenkonsortium für den Bau des so neuen Taktischen Luftverteidigungssystems (TLVS) der Luftwaffe, das vor allem aus der US-Firma Lockheed Martin und der deutschen Tochter des Lenkflugkörperherstellers MBDA besteht, hatte Ende September ein Angebot für das System vorgelegt. Bisherige Kostenschätzungen waren von vier bis fünf Milliarden Euro für die Beschaffung ausgegangen. Nach Angaben von Reuters wollten sich weder das Unternehmen noch das Verteidigungsministerium zu den Informationen zu einem möglichen höheren Preis äußern. weiterlesen

Industrie legt Angebot für neues Luftverteidigungssystem vor

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Rund fünf Monate später als erwartet hat der Lenkflugkörperhersteller MBDA sein Angebot für das künftige deutsche Luftverteidigungssystem TLVS (Taktisches Luftverteidigungssystem) eingereicht. Das neue System, basierend auf der Entwicklung des – nicht realisierten – amerikanisch-deutsch-italienischen Projekts MEADS (Medium Extended Air Defense System) soll bei der Luftwaffe das bisherige Patriot-System ersetzen.

Aus der Mitteilung von MBDA:

MBDA Deutschland GmbH hat am 28. September 2016 das Angebot für die Entwicklung des zukünftigen deutschen Taktischen Luftverteidigungssystems (TLVS) an das BAAINBw (Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr) übermittelt.
„Das Angebot ist das Ergebnis einer detaillierten Analyse und intensiver Verhandlungen mit unseren Lieferanten. Es basiert auf der Angebotsaufforderung, die wir Ende Februar 2016 erhalten haben und ist Grundlage für die Vertragsverhandlungen mit unserem deutschen Kunden“, sagte Thomas Gottschild, Geschäftsführer von MBDA Deutschland. Das gemeinsame Ziel von Industrie und Kunde ist die parlamentarische Befassung im Frühjahr 2017. weiterlesen

‚Patriot‘-Einsatz in der Türkei: Letzte Bundeswehr-Systeme verschifft

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Nach fast drei Jahren ist der Einsatz deutscher Patriot-Flugabwehrsysteme im Süden der Türkei endgültig zu Ende gegangen. Bereits am (gestrigen) Dienstag verließ ein dänischer Frachter mit den letzten Fahrzeugen der deutschen Flugabwehrtruppe den türkischen Hafen Iskenderun, wie die Nachrichtenagentur Anadolu berichtete. Mit der Verlegung nach Iskenderun hatte der NATO-Einsatz Active Fence Turkey (AF TUR) am 8. Januar 2013 begonnen; die deutschen Staffeln meldeten am 28. Januar 2013 ihre Einsatzbereitschaft.

Vor diesen drei Jahren, als die Patriot-Einheiten aus Deutschland, den USA und den Niederlanden ihre Stellung nahe türkischer Großstädte im Süden des Landes bezogen, war die Einschätzung der Lage dort an der syrischen Grenze noch eine andere. weiterlesen

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