Seenotrettung im Mittelmeer: ‘Schleswig-Holstein’ und ‘Werra’ als Ablösung

Die Deutsche Marine stellt sich auf einen langfristigen Einsatz zur Rettung von Migranten aus Seenot im Mittelmeer ein und wird Anfang Juni erneut zwei Schiffe entsenden. Die Fregatte Schleswig-Holstein und der Tender Werra sollen in den nächsten Wochen die Fregatte Hessen und den Einsatzgruppenversorger Berlin ablösen, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am (heutigen) Mittwoch auf Anfrage von Augen geradeaus!. Beide Schiffe seien für einen Mittelmeer-Einsatz von vier Monaten vorgesehen und sollten dann von zwei weiteren deutschen Kriegsschiffen abgelöst werden. weiterlesen

Boote versenken im Mittelmeer: Der Unterschied zwischen vorher und nachher

Da scheint, nicht nur in meiner Branche, eine gewisse Verwirrung zu herrschen. Nachdem am (heutigen) Sonntag die Bild am Sonntag (Link aus bekannten Gründen nicht) berichtet hatte, die Deutsche Marine zerstöre nach der Rettung von Flüchtlingen von ihren meist seeuntüchtigen Booten im Mittelmeer eben diese Boote, wird das offensichtlich gerne mit dem EU-Plan durcheinandergebracht, die Boote von Schleusern zu zerstören, bevor die Migranten damit die gefährliche Überfahrt antreten.

Deshalb zur Unterscheidung: Dass die Marine die – leeren – Boote versenkt, ist nicht neu und war von dpa bereits vor einer Woche gemeldet worden. Hauptgrund ist, wie das Einsatzführungskommando der Bundeswehr heute noch mal erläuterte, dass die leeren und zudem in der Regel nicht seetüchtigen Boote ein Hindernis und eine Gefährdung für die Schiffahrt darstellen. Zudem ist ein zuständiger Flaggenstaat in der Regel ebenso wenig ermittelbar wie ein Eigner des Bootes – außer den Flüchtlingen ist meist niemand an Bord.

Ein ganz anderes Problem ist die Debatte darüber, ob die EU die Infrastruktur von Schleusern – und damit auch solche Boote – zerstören kann, darf und soll, bevor diese Boote auf den Weg gebracht werden. Darüber werden die Außen- und Verteidigungsminister am (morgigen) Montag beraten. Und da stellt sich in der Tat die Frage nach der rechtlichen Grundlage und ebenso danach, wie man eigentlich zweifelsfrei feststellt, ob ein Boot für eine solche Migranten-Schleusung genutzt werden soll – oder vielleicht doch ein ziemlich heruntergekommenes Fischerboot ist. Zumal diese Grenzziehung bisweilen gar nicht möglich ist.

(Bei diesem Thema setze ich gerne die Kommentare alle auf moderiert.)

(Foto:  Ein Schlauchboot mit 107 Personen an Bord im Mittelmeer 83 Kilometer nordöstlich von Tripolis am 14. Mai. Die Migranten wurden von der Fregatte Hessen aufgenommen –  Bundeswehr/Kruse)

 

Migranten im Mittelmeer: Weiter Rettung, weiter Vorbereitung auf (Militär)Aktion gegen Schleuser

Im Mittelmeer läuft weiterhin die Rettung von Migranten, die mit kaum seetüchtigen Booten auf dem Weg nach Europa sind und unter anderem von der britischen Royal Navy (Foto oben) und der Deutschen Marine aus Seenot gerettet werden. Und parallel laufen die Bemühungen der EU, den Rahmen abzustecken für eine (auch militärische) Operation gegen die Schleuser. weiterlesen

Seenotrettung Mittelmeer: Migranten in Italien abgesetzt, Boote versenkt

Ein Nachtrag zum Einsatz des Einsatzgruppenversorgers Berlin und der Fregatte Hessen zur Rettung von Migranten im Mittelmeer, da die Frage wiederholt auftauchte: Die Boote, von denen die Menschen gerettet wurden, wurden anschließend von den beiden Kriegsschiffen versenkt – so berichtet dpa unter Berufung auf das Einsatzführungskommando (bisher nur bei der FAZ gefunden, deshalb aus bekannten Gründen kein Link):

Die drei Boote, mit denen Menschenschlepper versucht hatten, die Flüchtlinge von Libyen nach Italien zu bringen, wurden laut Einsatzführungskommando der Bundeswehr von den Soldaten versenkt.

Und hier noch mal die Meldung der Bundeswehr vom Samstagnachmittag (die war im vorangegangenen Thread als Nachtrag weit runtergerutscht): weiterlesen

Deutsche Marine bringt mehr als 400 gerettete Flüchtlinge nach Italien (Zusammenfassung)

Bei ihrem ersten Einsatz zur Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer hat die Deutsche Marine am (heutigen) Freitag 419 Menschen vor der Küste Libyens von ihren nicht seetüchtigen Booten an Bord genommen und bringt sie jetzt in den italienischen Hafen Reggio Calabria. Die Fregatte Hessen nahm nach Angaben des Verteidigungsministeriums 224 Personen auf, der Einsatzgruppenversorger Berlin 195 Menschen.

Diese erste Mission der beiden deutschen Kriegsschiffe hatte ich heute hier, hier  und hier schon aktuell mit Meldungen begleitet; die zusammenfassende Meldung des Verteidigungsministeriums:

Der Einsatzgruppenversorger BERLIN und die Fregatte HESSEN haben nur einen Tag nach Beginn ihrer Patrouille im Seegebiet zwischen der italienischen und libyschen Küste mehr als 400 Schiffbrüchige aus akuter Seenot gerettet. weiterlesen

weiter »