Update: NATO-Webseite immer noch nicht erreichbar…

NATO_DDoS_2

Das scheint jetzt doch über die übliche DDoS-Attacke hinauszugehen: Der Angrif auf die NATO-Webseite(n), den ich hier gestern Abend schon gemeldet hatte, dauert immer noch an. Manche bekommen immerhin oben stehenden Hinweis zu sehen, bei mir reicht es nicht mal dafür, und ich sehe weiterhin nur meinen Systemhinweis Der Server unter nato.int. konnte nicht gefunden werden.

Auch wenn das, wie das Bündnis versichert, keine Auswirkungen auf operative Systeme hat: Es ist für die NATO schon ein bisschen peinlich, wenn so etwas auch nach mehr als zwölf Stunden nicht bereinigt werden kann…

 

Wg. Ukraine – Angriff auf NATO-Webseite?

nato-dos-attack_20140315

Jetzt wird’s doch interessant: Eine anonyme Gruppe, die sich CyberBerkut (nach der ukrainischen Polizeieinheit Berkut) nennt, nimmt für sich in Anspruch, die Webseite der NATO (und noch ein paar andere) lahmgelegt zu haben:

Ukrainian hacker group CyberBerkut launched a DDoS-attack on NATO main web server (www.nato.int), NATO Parliamentary Assembly (www.nato-pa.int) and NATO Cooperative Cyber Defence Centre of Excellence (www.ccdcoe.org). The above mentioned web servers are not responding.
Actions of CyberBerkut were carried out as a protest against NATO involvement in the Ukrainian crisis.
Hackers made a statement on their website www.cyber-berkut.org

In der Tat ist nato.int derzeit nicht erreichbar, die Webseite des NATO Cooperative Cyber Defence Centre of Excellence in Tallinn, Estland, dagegen schon – wenn auch recht langsam. Das sieht also zumindest zum Teil nach einer massiven Distributed Denial of Service (DDoS)-Attacke aus. (Merkwürdigerweise sind NATO-Subdomains wie isaf.nato.int erreichbar.)

Die Gruppe hat, ihrer Webseite zufolge, schon etliche ukrainische Webseiten angegriffen und verfolgt einen offensichtlich pro-russischen Kurs, und natürlich einen gezielt gegen die NATO. Die Gugel-Übersetzung gibt eine grobe Idee, ist allerdings so extrem holperig, dass man sich schon sehr mühen muss (das einzustellen, macht hier wenig Sinn).

Nachtrag: Die NATO hat den Angriff bestätigt.

Hey, CyberWarriors…

So was muss auch mal sein, an einem Samstagabend.

(Danke an Thomas Rid).

Britische Streitkräfte rüsten auf – im Cyberspace

A serviceman accesses social media channels using an iPad, outside MOD Main Building in London

Die britischen Streitkräfte haben in jüngster Zeit vor allem durch Kürzungen von sich reden gemacht. Da lässt die Ankündigung, dass das Land aufrüsten will, doch aufhorchen: Hunderte von Computerexperten, so kündigte Verteidigungsminister Philip Hammond am gestrigen Sonntag an, sollen für ein neues Cyber-Kommando gewonnen werden, um die nationale Sicherheit zu verteidigen:

As part of MOD’s full-spectrum military capability, Philip Hammond has announced that the department is set to recruit hundreds of computer experts as cyber reservists to help defend the UK’s national security, working at the cutting-edge of the nation’s cyber defences.
Mr Hammond confirmed the creation of a new Joint Cyber Reserve which will see reservists working alongside regular forces to protect critical computer networks and safeguard vital data. He said:
“In response to the growing cyber threat, we are developing a full-spectrum military cyber capability, including a strike capability, to enhance the UK’s range of military capabilities. Increasingly, our defence budget is being invested in high-end capabilities such as cyber and intelligence and surveillance assets to ensure we can keep the country safe.
The Cyber Reserves will be an essential part of ensuring we defend our national security in cyberspace. This is an exciting opportunity for internet experts in industry to put their skills to good use for the nation, protecting our vital computer systems and capabilities.”

Die Kosten dafür, erläuterte der Minister in der Daily Mail, sollten bei 500 Millionen britischen Pfund (rund 600 Mio. Euro) liegen.

Interessant ist (vielleicht besonders aus deutscher Sicht), dass mit dem britischen Ansatz die Grenzen zwischen Landesverteidigung und Kampf gegen Computerkriminalität zu verschwimmen scheinen. Die BBC hatte bereits im Juli berichtet, dass die Streitkräfte zur Abwehr von Cyberangriffen enger mit der Wirtschaft zusammenarbeiten wollen. Und schon im vergangenen Jahr waren die Pläne für eine Cyber Reserve Defense Force bekannt geworden – ausdrücklich auch zur Abwehr von Computerkriminalität, angesiedelt beim Verteidigungsministerium.

(Übrigens würde ich ein Fragezeichen hinter die Behauptung machen, die Briten seien die ersten, die zugäben, ein solches Kommando auch mit Offensivfähigkeiten aufzustellen. Der Auftrag für das U.S. Cyber Command prepare to, and when directed, conduct full spectrum military cyberspace operations schließt das sicherlich mit ein.)

(Foto: Harland Quarrington/MOD unter MOD Crown Copyright/Open Government License)

Der Bundeswehr fehlen die Autos für den Cyberkrieg (mit Nachtrag)

KdoStratAufkl (v)

Ein wenig verblüfft mich schon, woran die Cyberwar-Kapazitäten der Bundeswehr derzeit scheitern. Nein, nicht an fehlendem Fachpersonal oder an zu wenig Geld für Computer. Das ist alles viel trivialer:

Die Bundeswehr soll spätestens in drei Jahren vollständig zu Angriffen über das Internet in der Lage sein. Eine “Anfangsbefähigung” sei zwar jetzt schon erreicht, es fehle aber noch an geschützten Fahrzeugen für mobile Cyber-Trupps, sagte der Chef des Kommandos Strategische Aufklärung, Brigadegeneral Jürgen Setzer. weiterlesen

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