RC N Watch: Gefechte in Badakshan

In Badakshan, der Provinz im Nordosten Afghanistans, spitzt sich die Lage wieder zu. Aus der Meldung des afghanischen Online-Portals Khaama Press:

Heavy clashes have been reported among Afghan security forces and Taliban militants in north-eastern Badakhshan province of Afghanistan on Saturday.
According to local authorities, the clashes took place in Keran/Manjan district early Saturday and Taliban group claimed that their fighters have taken control of the district.
However, provincial governor spokesman Abdul Maruf denied Taliban group claims and said only parts of the district was taken by Taliban militants.

In deutschsprachigen Agenturmeldungen klingt es noch etwas heftiger:

Ein Jahr nach dem Abzug der deutschen Bundeswehr aus Badachschan haben die Taliban einen entlegenen Distrikt in der nordostafghanischen Provinz unter ihre Kontrolle gebracht. Aus örtlichen Behördenkreisen hieß es heute, der Verwaltungs- und der Polizeichef des Distrikts Koran-wa-Monjan seien geflohen.
Aufständische hätten Koran-wa-Monjan am Vortag aus dem benachbarten Unruhedistrikt Wardusch heraus angegriffen.

Ob der Distrikt tatsächlich unter Kontrolle der Aufständischen ist, scheint im Moment unklar – aber die Lage klingt nicht beruhigend.

Aus den Distrikten Khanabad und Dasht-e Archi der Provinz Kundus hat der BBC-Kollege Bilal Sarwary unterdessen auch wenig Gutes mitzuteilen:

Elders from Kundoz province tells me, armed militia men in Khan Abad& Dashte Arche districts forcing people 2 give them voting cards.

RC N Watch: Operation in Badakhshan beendet – 150 deutsche Soldaten vor Ort

Die Operation der afghanischen Sicherheitskräfte im Distrikt Warduj (Wardusch) der Nordostprovinz Badakshan ist beendet: Afghanische Polizei und Armee, heißt es aus Sicherheitskreisen, haben den Distrikt, vor allem das weitläufige Tal, gesichert – ihre Gegner seien ausgewichen, haben also diese Region verlassen und sind anderswo untergetaucht. Der Distrikt nahe der Grenze zu Tadschikistan, in dem sowohl Aufständische als auch Kriminelle (mit allen Formen der Überschneidung) aktiv waren, soll jetzt durch Combat Outposts der Afghan Local Police (ALP) langfristig gesichert werden.

Aus deutscher Sicht interessant: Bei dieser Operation waren rund 150 deutsche Soldaten eingesetzt. weiterlesen

RC N Watch: Und weiter Gefechte in Badakshan

Die Gefechte mit Aufständischen im Distrikt Warduj (Wardusch) der nordafghanischen Provinz Badadkshan gehen weiter, und nach wie vor versuchen die afghanischen Sicherheitskräfte, Polizei wie Armee, die Lage unter Kontrolle zu bekommen – die Provinz ist in ihrer Sicherheitsverantwortung. Die internationale Schutztruppe ISAF ist bislang nur am Rande beteiligt, scheint sich aber jetzt aber stärker zu beteiligen, wie das deutsche Verteidigungsministerium in dieser Woche den Abgeordneten des Verteidigungsausschusses mitteilte:

Seit dem 26.03.13 unterstützt das RC North auch mit deutschen Kräften der Partnering Advisory Task Group (PATG) sowie der Partnering Advisory Task Forces (PATF) Mazar-e Sharif und Kunduz die Operation. weiterlesen

RC N Watch: Ausländische Geiseln in Nordafghanistan befreit

Die vor gut einer Woche in der nordafghanischen Provinz Badakshan entführten Mitarbeiter der Schweizer Hilfsorganisation Medair sind in der vergangenen Nacht befreit worden. Unter ihnen sind auch zwei ausländische Mitarbeiterinnen, nach unbestätigten Berichten eine Britin und eine Kenianerin. Details sind noch unklar; inzwischen gibt es auch eine offizielle Mitteilung von ISAF dazu: ISAF Forces Rescue Four Civilians from Taliban

Die ersten Meldungen des Kabuler BBC-Producers Bilal Sarwary:


Die Meldung von Reuters dazu: Five aid workers freed in operation in Afghanistan

Nachtrag:
Nach einem Bericht des britischen Guardian wurden die Geiseln von britischen und US-Spezialkräften befreit.

Nachtrag2: Der britische Premierminister David Cameron lobt (in einem Video des Telegraph) die britischen Spezialkräfte für ihren Einsatz – mit der Warnung an Terroristen, die britische Bürger als Geiseln nehmen: They can expect a swift and brutal end.

Und Nachtrag 3: Ein Video-Interview dazu mit dem stellvertretenden ISAF-Kommandeur

RC N Watch: Schüsse in MeS

Die Meldung ist deswegen ein bisschen erstaunlich, weil sie eben nicht aus den Unruhegebieten Nordafhganistans rund um Kundus oder Baghlan kommt: Am Rande von Masar-i-Scharif, zwischen dem (überwiegend von US-Truppen genutzten) Camp Mike Spann (zusammen mit dem ANA-Camp Shaheen) und dem Hauptlager Camp Marmal wurde ein Bundeswehr-Konvoi vermutlich mit Handwaffen beschossen. Und zwar gleich zwei Mal, sowohl auf der Hin- als auch auf der Rückfahrt. Muss nicht wirklich etwas Schlimmes bedeuten, ist aber zumindest seltsam.

In Faisabad wurde heute, das wiederum weniger überraschend, die Sicherheitsverantwortung für Teile der entlegenen Provinz Badakshan an die Afghanen übergeben. Badakshan stand auf der Liste für die zweite Runde der Transition. Im winterlichen Norden scheinen übrigens die ohnehin harschen Lebensbedingungen derzeit noch mal verschärft – Schnee und Lawinen haben etliche Menschen in den Tod gerissen.

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