RC N Watch: Für die Statistik – drei von Deutschen angeforderte Luftangriffe im Norden

Es ist gut, dass die Kollegen von dpa beim Einsatzführungskommando der Bundeswehr mal nachgefragt haben, aber die Antwort wird die Leser von Augen geradeaus! nicht überraschen: In drei Fällen hat die Bundeswehr im Norden Afghanistans in diesem Jahr Luftunterstützung für die afghanischen Sicherheitskräfte angefordert, bei denen es zum Einsatz von Waffen kam. Aus der dpa-Meldung (zu finden auf verschiedenen Zeitungswebsites, Link aus bekannten Gründen nicht):

Die Bundeswehr hat in Nordafghanistan in diesem Jahr bereits drei Luftangriffe gegen Aufständische veranlasst und damit mehr als bisher bekannt. In allen Fällen dienten die von US-Kampffliegern ausgeführten Luftschläge der Unterstützung der afghanischen Streitkräfte. (…) Zivilisten seien durch die Luftschläge nach den vorliegenden Erkenntnissen nicht geschädigt worden, erklärte ein Sprecher auf dpa-Anfrage.

Ein Fall war von der Bundeswehr bereits selbst mitgeteilt worden, nämlich der Luftangriff im Distrikt Char Darrah, wenige Kilometer vom deutschen Feldlager in Kundus entfernt, am 7. September. Damit sollte verhindert werden, dass Aufständische einen Posten der afghanischen Sicherheitskräfte überrennen – die den Deutschen aus den vergangenen Jahren gut bekannte Höhe 432 bei Isa Khel.

Die beiden anderen Fälle von Close Air Support mit Waffeneinsatz waren zu vermuten – beide Male im Distrikt Warduj in der Nordostprovinz Badakshan: weiterlesen

RC N Watch: Der tote Polizist

Zum Einstieg in die Woche ein, zugegeben etwas grimmiger, Lesetipp:

The Dead Afghan’s Tale: How Afghanistan’s Poorest Are Bearing the Brunt of the War

auf TIME.

Das sagt mehr über die afghanischen Sicherheitskräfte als der Blick auf deren Vorzeigesoldaten.

RC N Watch: Operation in Badakhshan beendet – 150 deutsche Soldaten vor Ort

Die Operation der afghanischen Sicherheitskräfte im Distrikt Warduj (Wardusch) der Nordostprovinz Badakshan ist beendet: Afghanische Polizei und Armee, heißt es aus Sicherheitskreisen, haben den Distrikt, vor allem das weitläufige Tal, gesichert – ihre Gegner seien ausgewichen, haben also diese Region verlassen und sind anderswo untergetaucht. Der Distrikt nahe der Grenze zu Tadschikistan, in dem sowohl Aufständische als auch Kriminelle (mit allen Formen der Überschneidung) aktiv waren, soll jetzt durch Combat Outposts der Afghan Local Police (ALP) langfristig gesichert werden.

Aus deutscher Sicht interessant: Bei dieser Operation waren rund 150 deutsche Soldaten eingesetzt. weiterlesen

RC N Watch: Und weiter Gefechte in Badakshan

Die Gefechte mit Aufständischen im Distrikt Warduj (Wardusch) der nordafghanischen Provinz Badadkshan gehen weiter, und nach wie vor versuchen die afghanischen Sicherheitskräfte, Polizei wie Armee, die Lage unter Kontrolle zu bekommen – die Provinz ist in ihrer Sicherheitsverantwortung. Die internationale Schutztruppe ISAF ist bislang nur am Rande beteiligt, scheint sich aber jetzt aber stärker zu beteiligen, wie das deutsche Verteidigungsministerium in dieser Woche den Abgeordneten des Verteidigungsausschusses mitteilte:

Seit dem 26.03.13 unterstützt das RC North auch mit deutschen Kräften der Partnering Advisory Task Group (PATG) sowie der Partnering Advisory Task Forces (PATF) Mazar-e Sharif und Kunduz die Operation. weiterlesen

RC N Watch: Unruheprovinz Badakhshan

Die Sicherheit in der Provinz Badakshan im Nordosten Afghanistans ist seit dem vergangenen Jahr nicht mehr Sache der internationalen Schutztruppe ISAF: Die Bundeswehr gab ihr Provincial Reconstruction Team (PRT) in der Provinzhaupftstadt Faisabad auf; die Sicherheitsverantwortung ging auf die afghanischen Sicherheitskräfte über. Friedlich ist es dort nicht: Vor allem im Distrikt Warduj (Wardusch) gibt es seit Wochen heftige Gefechte mit Aufständischen, Soldaten wurden entführt, auch ein deutscher Entwicklungshelfer, auf beiden Seiten gibt es zahlreiche Tote.

Die instabile Lage hält an, wie die afghanische Agentur Khaama Press heute berichtet:

According to local authorities in north-eastern Badakhshan province of Afghanistan, at least 12 people including 2 Afghan police forces and 10 Taliban militants were killed following clashes in Wardoj district. (…) Provincial security chief Gen. Imamuddin Motmaein confirming the report said Taliban militants attacked a security check post at Bashand village on Tuesday night.

Badakshan scheint sich immer mehr zu einer Unruheprovinz zu entwickeln. Auf jeden Fall eine Region, in der es fraglich scheint, ob die afghanischen Sicherheitskräfte tatsächlich in der Lage sind, ohne ISAF-Unterstützung ein sicheres Umfeld zu schaffen.

(Foto: Blick auf Faisabad, die Hauptstadt der Provinz Badakhshan, aufgenommen im Mai 2010 – Bundeswehr/PIZ Einsatzführungskommando via Flickr unter CC-BY-ND-Lizenz)

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