Jetzt doch wieder öffentliche Infos über die afghanische Armee

Das fiel doch ein bisschen auf, vergangene Woche, dass die Führung der US- und der NATO-Truppen in Afghanistan auf einmal gar keine Infos über die afghanischen Sicherheitskräfte und vor allem keine über die Afghanische Nationalarmee (ANA) rausrücken wollte.  Noch nicht mal die Informationen über die Kosten von Ausbildungskursen für afghanische Soldaten, zum Beispiel fürs Lesen und Schreiben lernen der Rekruten. Das fanden viele nicht lustig, unter anderem der Special Inspector General for Afghanistan Reconstruction (SIGAR) und die New York Times.

Ganz plötzlich ist wieder alles anders, ein Teil der Zahlen wieder öffentlich. Von der New York Times:

The American military command in Afghanistan on Monday abruptly reversed its decision to classify details about the Afghan Army and police, information that it had said could pose a grave security risk if disclosed. (…) weiterlesen

Geld verbrennen in Afghanistan: Verschwindet die Armee?

Zur Überprüfung der immensen Summen, die die USA in Afghanistan ausgegeben haben, gibt es den Special Inspector General for Afghanistan Reconstruction (SIGAR), so eine Art Spezial-Rechnungshof für den Einsatz am Hindukusch. SIGAR forscht nach, was aus dem ausgegebenen Geld geworden ist, und fördert immer wieder Verschwendung und unsinnige Ausgaben zu Tage, zum Beispiel hier und hier (so einen Rechnungshof, der der Verwendung deutscher Steuergelder in Afghanistan im Detail nachgeht, würde man sich hierzulande auch bisweilen wünschen).

Über ihre Erkenntnisse berichtet die Prüfbehörde regelmäßig dem US-Congress. Im jüngsten SIGAR-Bericht gab’s allerdings eine merkwürdige Neuerung: Erstmals seit sechs Jahren erhielten die Prüfer keine öffentlich verwendbaren Daten über die afghanischen Sicherheitskräfte (Afghan National Security Forces, ANSF), also Armee und Polizei. Diese Daten wurden nämlich von den US-Streitkräften und er internationalen Resolute Support Mission (RSM), dem Nachfolger der ISAF-Mission, auf einmal als Verschlusssache eingestuft. weiterlesen

RC N Watch: Für die Statistik – drei von Deutschen angeforderte Luftangriffe im Norden

Es ist gut, dass die Kollegen von dpa beim Einsatzführungskommando der Bundeswehr mal nachgefragt haben, aber die Antwort wird die Leser von Augen geradeaus! nicht überraschen: In drei Fällen hat die Bundeswehr im Norden Afghanistans in diesem Jahr Luftunterstützung für die afghanischen Sicherheitskräfte angefordert, bei denen es zum Einsatz von Waffen kam. Aus der dpa-Meldung (zu finden auf verschiedenen Zeitungswebsites, Link aus bekannten Gründen nicht):

Die Bundeswehr hat in Nordafghanistan in diesem Jahr bereits drei Luftangriffe gegen Aufständische veranlasst und damit mehr als bisher bekannt. In allen Fällen dienten die von US-Kampffliegern ausgeführten Luftschläge der Unterstützung der afghanischen Streitkräfte. (…) Zivilisten seien durch die Luftschläge nach den vorliegenden Erkenntnissen nicht geschädigt worden, erklärte ein Sprecher auf dpa-Anfrage.

Ein Fall war von der Bundeswehr bereits selbst mitgeteilt worden, nämlich der Luftangriff im Distrikt Char Darrah, wenige Kilometer vom deutschen Feldlager in Kundus entfernt, am 7. September. Damit sollte verhindert werden, dass Aufständische einen Posten der afghanischen Sicherheitskräfte überrennen – die den Deutschen aus den vergangenen Jahren gut bekannte Höhe 432 bei Isa Khel.

Die beiden anderen Fälle von Close Air Support mit Waffeneinsatz waren zu vermuten – beide Male im Distrikt Warduj in der Nordostprovinz Badakshan: weiterlesen

RC N Watch: Der tote Polizist

Zum Einstieg in die Woche ein, zugegeben etwas grimmiger, Lesetipp:

The Dead Afghan’s Tale: How Afghanistan’s Poorest Are Bearing the Brunt of the War

auf TIME.

Das sagt mehr über die afghanischen Sicherheitskräfte als der Blick auf deren Vorzeigesoldaten.

RC N Watch: Operation in Badakhshan beendet – 150 deutsche Soldaten vor Ort

Die Operation der afghanischen Sicherheitskräfte im Distrikt Warduj (Wardusch) der Nordostprovinz Badakshan ist beendet: Afghanische Polizei und Armee, heißt es aus Sicherheitskreisen, haben den Distrikt, vor allem das weitläufige Tal, gesichert – ihre Gegner seien ausgewichen, haben also diese Region verlassen und sind anderswo untergetaucht. Der Distrikt nahe der Grenze zu Tadschikistan, in dem sowohl Aufständische als auch Kriminelle (mit allen Formen der Überschneidung) aktiv waren, soll jetzt durch Combat Outposts der Afghan Local Police (ALP) langfristig gesichert werden.

Aus deutscher Sicht interessant: Bei dieser Operation waren rund 150 deutsche Soldaten eingesetzt. weiterlesen

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