Geld verbrennen in Afghanistan: Verschwindet die Armee?

Zur Überprüfung der immensen Summen, die die USA in Afghanistan ausgegeben haben, gibt es den Special Inspector General for Afghanistan Reconstruction (SIGAR), so eine Art Spezial-Rechnungshof für den Einsatz am Hindukusch. SIGAR forscht nach, was aus dem ausgegebenen Geld geworden ist, und fördert immer wieder Verschwendung und unsinnige Ausgaben zu Tage, zum Beispiel hier und hier (so einen Rechnungshof, der der Verwendung deutscher Steuergelder in Afghanistan im Detail nachgeht, würde man sich hierzulande auch bisweilen wünschen).

Über ihre Erkenntnisse berichtet die Prüfbehörde regelmäßig dem US-Congress. Im jüngsten SIGAR-Bericht gab’s allerdings eine merkwürdige Neuerung: Erstmals seit sechs Jahren erhielten die Prüfer keine öffentlich verwendbaren Daten über die afghanischen Sicherheitskräfte (Afghan National Security Forces, ANSF), also Armee und Polizei. Diese Daten wurden nämlich von den US-Streitkräften und er internationalen Resolute Support Mission (RSM), dem Nachfolger der ISAF-Mission, auf einmal als Verschlusssache eingestuft. weiterlesen

RC N Watch: Für die Statistik – drei von Deutschen angeforderte Luftangriffe im Norden

Es ist gut, dass die Kollegen von dpa beim Einsatzführungskommando der Bundeswehr mal nachgefragt haben, aber die Antwort wird die Leser von Augen geradeaus! nicht überraschen: In drei Fällen hat die Bundeswehr im Norden Afghanistans in diesem Jahr Luftunterstützung für die afghanischen Sicherheitskräfte angefordert, bei denen es zum Einsatz von Waffen kam. Aus der dpa-Meldung (zu finden auf verschiedenen Zeitungswebsites, Link aus bekannten Gründen nicht):

Die Bundeswehr hat in Nordafghanistan in diesem Jahr bereits drei Luftangriffe gegen Aufständische veranlasst und damit mehr als bisher bekannt. In allen Fällen dienten die von US-Kampffliegern ausgeführten Luftschläge der Unterstützung der afghanischen Streitkräfte. (…) Zivilisten seien durch die Luftschläge nach den vorliegenden Erkenntnissen nicht geschädigt worden, erklärte ein Sprecher auf dpa-Anfrage.

Ein Fall war von der Bundeswehr bereits selbst mitgeteilt worden, nämlich der Luftangriff im Distrikt Char Darrah, wenige Kilometer vom deutschen Feldlager in Kundus entfernt, am 7. September. Damit sollte verhindert werden, dass Aufständische einen Posten der afghanischen Sicherheitskräfte überrennen – die den Deutschen aus den vergangenen Jahren gut bekannte Höhe 432 bei Isa Khel.

Die beiden anderen Fälle von Close Air Support mit Waffeneinsatz waren zu vermuten – beide Male im Distrikt Warduj in der Nordostprovinz Badakshan: weiterlesen

RC N Watch: Der tote Polizist

Zum Einstieg in die Woche ein, zugegeben etwas grimmiger, Lesetipp:

The Dead Afghan’s Tale: How Afghanistan’s Poorest Are Bearing the Brunt of the War

auf TIME.

Das sagt mehr über die afghanischen Sicherheitskräfte als der Blick auf deren Vorzeigesoldaten.

RC N Watch: Operation in Badakhshan beendet – 150 deutsche Soldaten vor Ort

Die Operation der afghanischen Sicherheitskräfte im Distrikt Warduj (Wardusch) der Nordostprovinz Badakshan ist beendet: Afghanische Polizei und Armee, heißt es aus Sicherheitskreisen, haben den Distrikt, vor allem das weitläufige Tal, gesichert – ihre Gegner seien ausgewichen, haben also diese Region verlassen und sind anderswo untergetaucht. Der Distrikt nahe der Grenze zu Tadschikistan, in dem sowohl Aufständische als auch Kriminelle (mit allen Formen der Überschneidung) aktiv waren, soll jetzt durch Combat Outposts der Afghan Local Police (ALP) langfristig gesichert werden.

Aus deutscher Sicht interessant: Bei dieser Operation waren rund 150 deutsche Soldaten eingesetzt. weiterlesen

RC N Watch: Und weiter Gefechte in Badakshan

Die Gefechte mit Aufständischen im Distrikt Warduj (Wardusch) der nordafghanischen Provinz Badadkshan gehen weiter, und nach wie vor versuchen die afghanischen Sicherheitskräfte, Polizei wie Armee, die Lage unter Kontrolle zu bekommen – die Provinz ist in ihrer Sicherheitsverantwortung. Die internationale Schutztruppe ISAF ist bislang nur am Rande beteiligt, scheint sich aber jetzt aber stärker zu beteiligen, wie das deutsche Verteidigungsministerium in dieser Woche den Abgeordneten des Verteidigungsausschusses mitteilte:

Seit dem 26.03.13 unterstützt das RC North auch mit deutschen Kräften der Partnering Advisory Task Group (PATG) sowie der Partnering Advisory Task Forces (PATF) Mazar-e Sharif und Kunduz die Operation. weiterlesen

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