Mali: So groß wie Afghanistan, nur schlimmer?

Touareg-Kämpfer im Norden Malis (Foto: Magharebia via flickr unter CC-BY-Lizenz)

Das Thema Mali und ein möglicher (Ausbildungs)Einsatz europäischer und damit auch deutscher Truppen in dem afrikanischen Land ist in der öffentlichen Wahrnehmung wieder weit nach hinten gerückt.

Zur Erinnerung und als Lesestoff ein ausführlicher Bericht von Associated Press zum Norden Malis, der unter der Kontrolle islamistischer Milizen und, so die Berichte, von Al-Kaida steht: Al-Qaida carves out own country in Mali:

Northern Mali is now the biggest territory held by al-Qaida and its allies. And as the world hesitates, delaying a military intervention, the extremists who seized control of the area earlier this year are preparing for a war they boast will be worse than the decade-old struggle in Afghanistan.
“Al-Qaida never owned Afghanistan,” said former United Nations diplomat Robert Fowler, a Canadian kidnapped and held for 130 days by al-Qaida’s local chapter, whose fighters now control the main cities in the north. “They do own northern Mali.”

Das Gebiet im Norden Malis, das nicht mehr von der Regierung in Bamako kontrolliert wird, ist ziemlich genau so groß wie Afghanistan. Nur geographisch noch ein bisschen schwieriger.

 

Sonstige Nachrichten: Afrika – Fortsetzung

Das nimmt jetzt Fahrt auf: Nach der Entführung von zwei spanischen Mitarbeiterinnen der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen und den vorangegangenen Entführungen von Touristen aus Kenia geht jetzt offensichtlich die kenianische Armee gewaltsam gegen Kriminelle und/oder Milizen in Somalia vor. Eine neue Facette in dem scheinbart endlosen Konflikt in und um das Bürgerkriegsland am Horn von Afrika.

(Interessant dabeI: die kenianische Regierung macht offensichtlich nicht kriminelle Banden, sondern in erster Linie die islamistische Al-Shabab-Miliz für die Entführungen verantwortlich.)

 

(Randbemerkung: Wer genauer hinguckt, sieht das eine oder andere G3.)

Sonstige Nachrichten: Afrika

Zwei Nachrichten vom heutigen Tag aus Afrika, die trotz (besser: ungeachtet) aller sicherheitspolitischen Bedeutung hier zu Lande vermutlich kaum zur Kenntnis genommen werden:

Im weltgrößten Flüchtlingslager Dadaab in Kenia nahe der somalischen Grenze sind zwei spanische Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen (Medecins sans Frontieres, MSF) entführt worden. MSF hat daraufhin seine Arbeit in dem Camp eingestellt, die Vereinten Nationen haben ihre Aktivitäten heruntergefahren. Entführer waren vermutlich kriminelle Banden aus dem benachbarten Somalia – die auch hinter den jüngsten Überfällen auf Touristen-Hotels in Kenia und die Entführung einer Britin und einer Französin stecken. Die Kriminalität aus Somalia, in Form der Piraterie vor der Küste kaum in den Griff zu bekommen, kehrt nun auch wieder zurück an Land.

Nachtrag am Sonntag: Kenyan army readies for Somalia ground attack

(Ein direkter Zusammenhang zwischen den Piraten und den islamistischen Milizen in Somalia ist trotz aller Behauptungen bislang nicht belegt. Auffällig ist allerdings, dass in einem Flüchtlingslager südlich von Mogadischu jetzt Al-Qaeda offen als Unterstützer auftritt.)

In einem anderen Land Afrikas, gar nicht so weit weg, treten die USA jetzt offen militärisch auf: 100 für Kampfeinsätze ausgerüstete US-Soldaten, wenn auch offiziell in einer Berater-Rolle, sollen in Uganda beim Kampf gegen die Lord’s Resistance Army (LRA) helfen.

Dazu ein wenig Hintergrund und eine Einschätzung von David Axe im Danger Room.