RC N Watch: Afghanische Journalistin (und frühere Bundeswehr-Mitarbeiterin) ermordet

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Noch nicht mal ein Jahr ist es her, dass der damalige ISAF-Regionalkommandeur im Norden Afghanistans, Jörg Vollmer, gemeinsam mit dem afghanischen General Wesa das mit deutscher Unterstützung aufgebaute Medienzentrum für afghanische Journalisten in Masar-i-Scharif eröffnete (Foto oben). Jetzt ist eine frühere Mitarbeiterin dieses Zentrums, eine afghanische Journalistin, brutal ermordet worden – in einem für Journalisten am Hindukusch ohnehin blutigen Jahr.

Nach übereinstimmenden Berichten der afghanischen Nachrichtenagentur Khaama Press, der New York Times (NYT) und von tagesschau.de wurde Palwascha Tokhi vor ihrem Haus in Masar-i-Scharif erstochen. Sie habe eine – traditionell persönlich überbrachte – Hochzeitseinladung entgegennehmen wollen. Mit dem Mord an Tokhi erhöht sich die Zahl der in Afghanistan in diesem Jahr getöteten Journalisten laut NYT auf sieben, laut tagesschau.de sogar auf zehn Menschen. weiterlesen

RC N Watch: Deutsche Soldaten beschossen, keine Verwundeten

Aktuell von der Bundeswehr-Webseite (der Vorfall war bereits am gestrigen Donnerstag):

Am 4. September wurden gegen 15.30 Uhr Mitteleuropäischer Zeit (18 Uhr Ortszeit) deutsche Kräfte – die eine afghanische Polizeieinheit beratend begleitet haben – , etwa 40 Kilometer westlich von Masar-i Scharif durch Aufständische beschossen.
Eigene Kräfte wurden nicht verletzt.

Das erste Mal seit längerem, dass es eine solche Meldung gab – was natürlich mit dem Rückzug der ISAF aus der Fläche zu tun hat.

RC N Watch: ‘Schlacht um Kundus’

Diese Meldung der Nachrichtenagentur Reuters stammt vom (heutigen) Mittwoch. Nicht etwa aus dem Jahr 2010:

Afghan forces battle for control of symbolic Kunduz province

Afghan security forces are battling the Taliban for control of the northern province of Kunduz, where insurgents are threatening to overrun the capital and terrorizing residents who have fled to nearby districts. (…)
Kunduz city residents have once again grown used to the daily sound of gunfire as fighting rages just a few kilometers away. While the government still holds the capital, it lacks resources – including military air power – to regain areas beyond the perimeter that are now largely under Taliban control.
“People are concerned and most of them have already fled to safe places outside Kunduz,” said Chahar Darah district police commander Abdul Shukor Surkhi.

Dazu ein Foto eines afghanischen Journalisten, das die Taliban bei der Übernahme des Polizeihauptquartiers von Char Darrah zeigen soll:

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RC N Watch: Blick auf Kundus

Noch sind knapp 1.800 deutsche Soldaten im ISAF-Einsatz – aber das Interesse an der Afghanistan-Mission hat in Deutschland spürbar nachgelassen. (Vielleicht auch, weil die ganzen aktuellen Krisen von Ukraine bis Irak vergessen lassen, dass es am Hindukusch auch alles nicht so rosig aussieht). Zum Blick auf die aktuelle Lage im Norden Afghanistans deshalb ein Blick auf Kundus, einst der Schwerpunkt der deutschen Aktivitäten:

With the support of local residents, the Afghan National Security Forces (ANSF) were successful in driving the Taliban insurgents away from two districts of Kunduz province, local officials said.
According to Sarwar Hussaini, the spokesman for the Kunduz police chief, residents of Chahar Dara and Khan Abad districts of the province have started uprisings against the Taliban, helping the ANSF take control of the province. weiterlesen

Murphy kehrt heim: NH90-Einsatz in Afghanistan beendet

Die Bundeswehr hat den Einsatz ihrer NH90-Hubschrauber in Afghanistan beendet. Am (heutigen) 1. August übernahmen EH-101 Merlin-Helikopter aus Dänemark die Forward Air MedEvac-Rolle, die Rettung von Verwundeten, von den Deutschen. Auf der Bundeswehr-Webseite zogen die Heeresflieger eine positive Bilanz der gut einjährigen Mission:

Seit dem 23. Juni des vergangenen Jahres sind vier Hubschrauber in Afghanistan rund um die Uhr in Bereitschaft gewesen, um die medizinische Evakuierung verletzter und verwundeter Soldaten sicher zu stellen. “Wir haben unsere Aufgabe zu 100 Prozent erfüllt”, sagt Oberstleutnant Michael S. Der 54-jährige Angehörige der Heeresfliegerwaffenschule ist der fünfte und damit letzte Kontingentführer der NH90 in Afghanistan. Er ist stolz auf seine Soldaten und den Hubschrauber.

Nach der Bundeswehr-Bilanz waren die NH90 mehr als 900 Flugstunden in der Luft und absolvierten 28 Einsätze, bis hin nach Khilagay in der Provinz Baghlan.

Was in der offiziellen Bilanz leider fehlt, sind die diversen Probleme, die es mit dem Hubschrauber am Hindukusch gab. Der als unpassend empfundene Funkrufname Murphy  (wie ist noch mal der neue? Hab’ ich glatt vergessen) war da noch das geringste. weiterlesen

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