USA feuern in Afghanistan immer mehr Waffen von Drohnen ab

Reaper extends range in Afghanistan

Die US-Streitkräfte haben im vergangenen Jahr erstmals in Afghanistan mehr Waffen von unbemannten Systemen abgefeuert als von herkömmlichen bemannten Flugzeugen. Und der Anteil des Einsatzes von Drohnen steigt weiter, wie Reuters in einer Übersicht über die Daten berichtet:

Drones fired more weapons than conventional warplanes for the first time in Afghanistan last year and the ratio is rising, previously unreported U.S. Air Force data show, underlining how reliant the military has become on unmanned aircraft. weiterlesen

Update: #Kunduz #Afghanistan

Wie es sich am Wochenende schon abzeichnete: Die Kämpfe zwischen afghanischen Sicherheitskräften und Taliban um die nordafghanische Provinzstadt Kundus und deren Umgebung gehen offensichtlich weiter – und aus öffentlichen Quellen ist keine klare Einschätzung der Situation zu gewinnen.

Um das Thema weiter zu verfolgen, eine Sammlung von aktuellen Informationen, Bewertung schwierig:

Eurasia Diary: UN warns of civilian casualties in Kunduz

Afghan forces fought back a renewed series of attacks on Kunduz, killing dozens of Taliban fighters, officials said on Sunday as insurgent forces stepped up their bid to retake the northern city that they captured briefly last year.
The attack on Kunduz, involving hundreds of insurgent fighters, has intensified just days after the Taliban announced the start of their annual spring offensive, aimed at driving out the Western-backed government in Kabul. weiterlesen

Bundesregierung bewertet Bedrohung für Zivilbevölkerung in Afghanistan als „eher niedrig“

20160307_Frauentag_Kundus

Die Sicherheitslage in Afghanistan ist in diesem Blog eher unter militärischen Aspekten ein Thema. Aber in der deutschen innenpolitischen Debatte spielt angesichts der vom Hindukusch nach Europa und nach Deutschland flüchtenden Afghanen die Bedrohungslage für die Zivilbevölkerung eine Rolle – was aus Sicht der Bundesregierung nicht unbedingt etwas miteinander zu tun hat.
Für die Debatte (nicht unbedingt hier auf Augen geradeaus!, aber insgesamt) ist deshalb von Bedeutung, wie aus Berliner Sicht die Lage eingeschätzt wird, nicht nur für die afghanischen Sicherheitskräfte (Afghan National Defense and Security Forces, ANDSF). Da ist eine Darstellung interessant, die sich in der vergangenen Woche erstmals in der regelmäßigen wöchentlichen Unterrichtung des Verteidigungsministeriums für die Bundestagsabgeordneten fand – und dazu muss man wissen, dass diese Informationen zwischen Verteidigungsministerium und Auswärtigem Amt abgestimmt werden:

Insgesamt bleibt die Sicherheitslage weiterhin regional unterschiedlich ausgeprägt. Noch ist die Sicherheitslage durch die ANDSF in den meisten urbanen Zentren, darunter fällt die Mehrzahl der Provinzhauptstädte, mindestens „ausreichend kontrollierbar“3. Insgesamt leben hier schätzungsweise zwei Drittel der Gesamtbevölkerung. Hingegen sind viele der ländlichen Gebiete mittlerweile „überwiegend nicht“ bis teilweise „nicht mehr kontrollierbar“. weiterlesen

Weiter Kämpfe um Kundus; UN beklagen mehr zivile Opfer in ganz Afghanistan

Die Auseinandersetzungen zwischen afghanischen Sicherheitskräften und den Taliban in weiten Teilen Afghanistans und offensichtlich besonders heftig im Norden gehen weiter: Auch in den vergangenen zwei Tagen gab es Gefechte rund um die nordafghanische Provinzhauptstadt Kundus.

Um das Geschehen im Blick zu behalten, einige Hinweise auf aktuelle Meldungen:

Al Jazeera – Heavy fighting rages in Afghanistan’s Kunduz

Both the Taliban and the Afghan government have claimed major advances as intense fighting continues for the strategic city of Kunduz. (…)
The Taliban said on Sunday fighters were besieging Kunduz from three directions – east, north and west – and had made significant gains in their efforts to recapture it. (…)
Conversely, Afghan authorities said security forces had pushed back a recent Taliban attack and were advancing as heavy fighting continued around the province.

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Lagebild Afghanistan: „Die afghanischen Sicherheitskräfte sind nicht vorbereitet“

20160412_AFG_Threat_ISW

Das Institute for the Study of War hat am (heutigen) Dienstag ein Lagebild für Afghanistan veröffentlicht, und es sieht nicht gut aus. Die Regionen, die nach Einschätzung des Think Tanks in Washington unter Taliban-Kontrolle stehen, gibt es überwiegend im Süden des Landes, aber auch im Norden (der angesichts des deutschen Engagements hier besonders im Mittelpunkt des Interesses steht). Neben den Taliban spielen aber auch die örtlichen Machthaber eine Rolle – und das nicht unbedingt im Sinne der Regierung in Kabul.

In Ergänzung zur Karte oben (Klick führt auf größere Darstellung) aus dem Threat Assessment:

The ANSF is unprepared to counter the Taliban militants’ summer campaign. Northern warlords will take advantage of Taliban militants’ gains to establish themselves as security providers and gain leverage against the fragile National Unity Government.(…)
Northern warlords and political opposition groups are increasing pressure on the fragile National Unity Government in the face of these security challenges, hindering the administration’s ability to respond to insurgent offensives. weiterlesen

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