2.000 Heron-Starts in Afghanistan

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Zwar steht die Entscheidung, welche – bewaffnungsfähigen – Drohnen die Bundeswehr künftig bekommen soll, noch aus (und sie soll ja bis zum Sommer fallen), aber es gibt eine Jubiläumsmeldung aus Afghanistan: Die geleasten Heron-Drohnen sind am (heutigen) Montagmorgen zu ihrem 2000. Flug am Hindukusch gestartet. Das bedeutet, rechnet die Betreiberfirma Airbus Defence&Space vor, seit dem ersten Start 2010 insgesamt 21.500 Flugstunden, also zweieinhalb Jahren reiner Flugzeit, und rund 19.000 Stunden Aufklärungsleistung.

Um die Bilanz vollständig zu machen, muss man allerdings auch erwähnen, dass drei der unbemannten Maschinen zu Bruch gegangen sind – eine gleich zu Beginn des Drohneneinsatzes durch Steuerungsfehler am Boden, eine stürzte ab (und hätte beim Bergungsversuch fast einen US-Helikopter vom Typ Chinook geschrottet) und eine dritte knallte gegen einen Berg.

(Weil es zu dem Jubiläum gut passt: Hier noch mal der Hinweis auf ein Interview mit Heron-Pilot und Payload-Operator)

(Foto: Airbus Defence&Space)

USA reduzieren Abzugspläne aus Afghanistan

Die USA stellen sich – wie schon erwartet worden war – darauf ein, zum Ende dieses Jahres weniger Soldaten aus Afghanistan abzuziehen als ursprünglich geplant. Die Nachrichtenagentur Associated Press hat aus offiziellen, wenn auch noch anonymen Quellen:

The Obama administration is abandoning plans to cut the number of U.S. forces in Afghanistan to 5,500 by year’s end, bowing to military leaders who want to keep more troops, including many into the 2016 fighting season, U.S. officials say.
While no final decision on numbers has been made, the officials said the administration is poised to slow withdrawal plans and probably will allow many of the 9,800 American troops to remain well into next year. weiterlesen

Leseempfehlung: Eine Woche mit der afghanischen Polizei

Unbedingte Leseempfehlung für die, die sich (noch…) für Afghanistan interessieren: Der Büroleiter der New York Times in Kabul war eine Woche mit der afghanischen Polizei unterwegs und schildert ihre wichtige Rolle an vorderster Linie, im doppelten Sinn: An vorderster Frontlinie gegen Taliban und andere Aufständische – und als den Teil der Staatsmacht, den die Afghanen direkt erfahren.

The Afghan Police are on the front lines of both fights that matter in Afghanistan: one to defeat the Taliban, the other to gain the loyalty of the people. It is the same conundrum faced by the police in conflict zones from Iraq to El Salvador: To deliver services, there must be security; to deliver security, there must be services. And in too much of Afghanistan today, there is neither.

Das Lesestück des New York Times Magazine findet sich hier: The Hardest (and Most Important) Job in Afghanistan – A week on the frontlines with the Afghan National Police

(Archivbild: Rekruten der afghanischen Polizei – 22nd Mobile Public Affairs Detachment Photo by Pfc. Casey Collie via Resolute Support Media auf Flickr)

Neues aus Kabul: US-Botschaft warnt vor Anschlägen

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Fürs Protokoll: In einer dringenden Warnung an US-Bürger hat die US-Botschaft in Kabul am (heutigen) Dienstag auf drohende Anschläge in der afghanischen Hauptstadt noch in dieser Woche hingewiesen:

The U.S. Embassy in Afghanistan received the following information concerning threats to U.S. citizens living in Afghanistan:
As of late February 2015, militants planned to conduct multiple imminent attacks against an unspecified target or targets in Kabul City, Afghanistan.
There was no further information regarding the timing, target, location, or method of any planned attacks.

(Beim Auswärtigen Amt gibt’s bislang keine aktualisierte neue Warnung.)

Lesestoff Afghanistan: Über die Brücke der Freundschaft

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Für diejenigen hier, die sich noch für Afghanistan interessieren (das werden auch immer weniger…) ein sehr lesenswertes Stück von Thomas Ruttig für das Afghanistan Analysts Network: Am 15. Februar 1989, vor genau 26 Jahren, zogen die letzten sowjetischen Soldaten vom Hindukusch ab und verließen über die Brücke der Freundschaft bei Termez (Foto oben) das Land. Ruttig, damals Diplomat in der DDR-Botschaft in Kabul, erinnert sich an diesen Abzug, was darauf folgte und die Lehren daraus.

Der Text, auf Englisch: Crossing the Bridge: The 25th anniversary of the Soviet withdrawal from Afghanistan

(Der Text wurde zum 25-jährigen Jubiläum des Abzugs 2014 geschrieben; hat aber vor dem Hintergrund der Ende 2014 ausgelaufenenen ISAF-Mission weiter Aktualität. Ein Stück von Thomas Ruttig auf Deutsch dazu gibt es hier: Abzug der letzten sowjetischen Truppen aus Afghanistan – eine Bilanz)

(Foto: Die letzten sowjetischen Soldaten auf der Brücke der Freundschaft – Wikimedia Commons/RIA Novosti archive/image #58833/A. Solomonov/CC-BY-SA 3.0)

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