Steinmeier wirbt in Afghanistan für Friedensgespräche mit den Taliban

Außenminister Frank-Walter Steinmeier ist am (heutigen) Sonntag zu einem Kurzbesuch in Afghanistan eingetroffen. Bei seinen Gesprächen in der afghanischen Hauptstadt Kabul will er sich vor allem dafür einsetzen, dass Friedensgespräche mit den Taliban weitergehen:

Es geht jetzt darum, dass die Regierung der Nationalen Einheit geschlossen agiert, die mit der internationalen Gemeinschaft verabredeten Reformen vorantreibt und den innerafghanischen Friedensprozess als einzigen vernünftigen Weg zur Beendigung des Konflikts mit den Taliban weiterführt. Die einzigartige Chance der begonnenen  Friedensgespräche darf nicht vertan werden.

sagte Steinmeier nach Angaben des Auswärtigen Amtes. weiterlesen

Musa Qala: Erneut Symbol für den Vormarsch der Taliban

Die Geschichte Wie die Taliban Musa Qala eroberten wurde schon mal geschrieben. Unter anderem von Spiegel Online im Jahr 2006. Der Ort in der afghanischen Provinz Helmand ist in den vergangenen Jahren zu einem der Beispiele für die Fehler der internationalen Truppen ebenso wie für die Fehler der afghanischen Regierung geworden.

Jetzt ist Musa Qala erneut unter Kontrolle der Taliban. Die Details – und die Hintergründe – hat Afghanistan-Kenner Thomas Ruttig hier aufgeschrieben: Der zweite Fall von Musa Qala

Zwei NATO-Soldaten bei ‚green on blue‘-Vorfall in Afghanistan getötet

Erstmals seit längerer Zeit sind erneut Soldaten der internationalen Resolute Support Mission in Afghanistan von Angreifern in afghanischer Uniform getötet worden. Der Vorfall, von den Militärs als green on blue bezeichnet, ereignete sich am (heutigen) Mittwoch in der afghanischen Provinz Helmand, berichten die BBC und andere Medien unter Berufung auf das Kommando der NATO-geführten Mission.

Two Resolute Support (NATO) service members died early this morning when two individuals wearing Afghan (military) uniforms opened fire on their vehicle at an (Afghan security forces) compound in Helmand province. Resolute Support service members returned fire and killed the shooters.

weiterlesen

(Nicht nur) Im Norden Afghanistans: Rückkehr der Warlords?

Kabul_BSA_2014

Abdul Raschid Dostum (im Foto oben 2.v.r.) ist ein mächtiger Mann in Afghanistan. Dass er offiziell Vizepräsident des Landes ist, dürfte noch am wenigsten bedeuten – als einer der ehemaligen (wobei der Begriff ehemalig dehnbar ist) Warlords, also Milizenführer des Landes stützt sich seine Macht auf politischen Einfluss ebenso wie auf Vermögen und Bewaffnete unter seinem Kommando.

Werden in der zunehmend instabilen Sicherheitslage am Hindukusch die Warlords wie Dostum wieder die Geschicke bestimmen? Die New York Times hat sich die Rolle des Regionalfürsten und Vertreters der uzbekischen Bevölkerungsgruppe mal genauer angesehen:

Mr. Dostum’s actions have been publicized here as the bravery of a battle-hardened general. But in what is supposed to be a year that tests the ability of the Afghan security forces to fend off enemy threats on their own, his moves have also raised a serious question: Amid a territory-gobbling insurgent offensive, will the strongmen and former warlords prominent in the Afghan government honor the national security system, or will they remobilize militias that in the 1990s caused the chaos that gave rise to the Taliban in the first place?

weiterlesen

Unklare Lage: Vermutlich Deutsche in Kabul entführt

In der afghanischen Hauptstadt Kabul ist am (heutigen) Montag eine westliche Ausländerin entführt worden – nach afghanischen Angaben eine Deutsche, die für die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) arbeitet. Nach einer Meldung von Spiegel Online hieß es aus afghanischen Sicherheitskreisen, dass es sich um eine deutsche Staatsbürgerin handelt. Eine letzte Bestätigung dafür fehlt noch, wie aus Berichten von NBC News und Reuters hervorgeht.

Das Auswärtige Amt in Berlin lehnte jegliche Aussage zu dem Fall ab. Aus der Bundespressekonferenz ein Ausschnitt mit den Aussagen von Außenamtssprecher Martin Jäger und Katharina Mänz vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit:

 

BPK_Afghanistan_17aug2015     

 

Zuletzt war im Mai ein entführter deutscher GIZ-Mitarbeiter in Kundus nach sechswöchiger Geiselhaft freigekommen. Ob der Mann sich selbst befreien konnte oder ob doch Lösegeld gezahlt wurde, blieb unklar. Allerdings hatte sich die Bundesregierung auch auf eine gewaltsame Befreiung eingestellt: Dafür waren Soldaten des Kommandos Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr extra nach Masar-i-Scharif in Nordafghanistan verlegt worden, einen Einsatz zur Befreiung gab es aber nicht.

 

weiter »