Aus dem Einsatz lernen: Die Afghanistan-Verschwörer?

Ab und an muss man sich auch mal gepflegten Verschwörungstheorien widmen. Was sehen Sie, geneigte(r) Leser(in), oben auf dem Foto? Klar, deutsche Soldaten in Afghanistan. Aber auch den Kern einer Verschwörung, die den Bendlerblock und damit die ganze deutsche Sicherheitspolitik bestimmt!

Zu dem Ergebnis kommen jedenfalls die MDR-Sendung Fakt und der Berliner Tagesspiegel in einer Koproduktion. Die Webseite dazu

Die Afghanistan-Connection

ist optisch wunderbar gemacht, alle Achtung. Für den Inhalt… würde ich da ein paar Fragezeichen dran machen. Um nur eines zu erwähnen: Wenn alle die Stabsoffiziere aus dem Einsatz am Hindukusch jetzt in einem Netzwerk Strippen ziehen, warum fehlt dann in der Aufzählung der Drei-Sterne-General Bruno Kasdorf, einst auch im ISAF-Hauptquartier und heute Inspekteur des Heeres? Auf der Connection-Startseite finde ich ihn jedenfalls nicht…

Aber die Leser hier haben bestimmt noch mehr dazu zu sagen. (Bereits aufgelaufene Kommentare verschiebe ich hierher.)

(Foto: Baghlan Province, Afghanistan, Aug. 13, 2011 – Incoming Observation Post North Commander Lt. Col. Peter Mirow poses with International Security Assistance Force Regional Command North Commander Maj. Gen. Markus Kneip and the outpost’s outgoing commander Lt. Col. Heico Hübner at the post’s change of command ceremony on Aug. 13 – RC North Mazar-e Sharif Public Affairs photo by Staff Sgt. Florian Krumbach via Flickr unter CC-BY-Lizenz)

VIP-Flieger der Kanzlerin soll Soldaten aus Afghanistan abholen

Flugbereitschaft_A340_TheodorHeuss

Deutsche Soldaten, die seit fast einer Woche auf ihren Heimflug aus dem Afghanistan-Einsatz warten, sollen jetzt mit dem Regierungsflieger der Kanzlerin nach Hause geholt werden. Wie Augen geradeaus! aus dem Einsatzführungskommando der Bundeswehr erfuhr, ist geplant, dass mindestens ein Airbus A340 (Foto oben) am kommenden Freitag einen Teil der rund 150 Soldaten ausfliegt. Eventuell soll auch der zweite A340 der Bundeswehr-Flugbereitschaft eingesetzt werden, zudem eine Chartermaschine. weiterlesen

Train, Advise, Assist: Auch der künftige Einsatz in Afghanistan ist nicht risikolos

Voraussichtlich am Donnerstag kommender Woche, so meldete es jedenfalls der persische Dienst der BBC, wird Afghanistan nach Monaten der Unklarheit das Bilaterale Sicherheitsabkommen (BSA) mit den USA unterzeichnen – Voraussetzung für weitere Abkommen mit anderen Staaten (wie Deutschland) und damit die Möglichkeit für ein weiteres internationales Militärengagement im kommenden Jahr, wenn die ISAF-Mission ausläuft. Die Rolle der dann deutlich geschrumpften internationalen Truppen in der Resolute Support Mission wird Beratung und Unterstützung der afghanischen Sicherheitskräfte. Im Militärjargon: Train, Advise, Assist. Und eben kein Kampfauftrag mehr.

Dass das dennoch nicht risikolos ist und auch schiefgehen kann, zeigt ein Video der US-Soldatenzeitung Stars&Stripes: US troops sent to advise Afghan forces drawn into firefight

(Direktlink: http://youtu.be/lrmbc0LwDBY) weiterlesen

Wenn ISAF geht: Blindgänger in Afghanistan

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Wie in allen Konflikten weltweit ist mit dem Schweigen der Waffen oder dem Abzug von Soldaten der Krieg für die Bevölkerung nicht vorbei. Blindgänger, nicht explodierte Munition, oder im Militärjargon: UXO (unexploded ordnance), bleibt zurück und gefährdet vor allem Zivilisten.

Ronja von Wurmb-Seibel (auf deren Geschichten aus Kabul ich hier im Blog schon mal hingewiesen habe) und Niklas Schenck sind über Monate den Spuren solcher Hinterlassenschaften gefolgt. weiterlesen

Afghanistan: Kein Wahlergebnis, aber ein Präsident

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Der monatelange Streit um den nächsten Präsidenten Afghanistans ist entschieden: Der frühere Finanzminister Ashraf Ghani wird neuer Staatschef. Die unabhängige Wahlkommission des Landes rief Ghani zum Sieger vor seinem Kontrahenten, dem früheren Außenminister Abdullah Abdullah aus – allerdings ohne eine Wahlergebnis zu nennen. Beide Politiker unterzeichneten eine Vereinbarung für eine Einheitsregierung, in der der unterlegene Abdullah über den Posten des Premierministers verfügen kann.

Damit ist zwar das Rennen um die Nachfolge des bisherigen Präsidenten Hamid Karzai entschieden und ein Machtvakuum in Kabul verhindert worden – aber ein echter demokratischer Übergang ohne ein öffentlich bekanntes Wahlergebnis ist schon eine merkwürdige Sache. weiterlesen

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