Anschlagserie in Kabul – Bundeswehr (mit Leichtverletzten) betroffen

Die Serie von Anschlägen in der afghanischen Hauptstadt Kabul hält an; und erstmals seit längerer Zeit waren am (heutigen) Montag auch deutsche Soldaten direkt betroffen. Ein Konvoi der Bundeswehr sei angesprengt worden, dabei wurden zwei Soldaten durch ein Schleudertrauma leicht verletzt, teilte die Bundeswehr mit:

Am 04. Januar gegen 07.15 Uhr Mitteleuropäischer Zeit wurde ein Fahrzeugkonvoi der Bundeswehr im Stadtgebiet von Kabul angesprengt. Zwei deutsche Soldaten erlitten leichte Schleudertraumata.
Ein Fahrzeug vom Typ Enok wurde beschädigt. Die Fahrzeuge konnten aus eigener Kraft die Fahrt fortsetzen. Die leicht verletzten Soldaten wurden truppenärztlich untersucht und behandelt.

Laut Spiegel Online galt der Angriff der Fahrzeugkolonne des deutschen Brigadegenerals Michael Podzus, weiterlesen

Unsicherheit in Afghanistan: Helmand und anderswo

Ungeachtet der low ops zur Weihnachtspause hier (die in den Konfliktregionen dieser Welt ja ohnehin keine Rolle spielt…) ein notwendiger Blick auf Afghanistan: In der Provinz Helmand gibt es heftige Kämpfe um die Stadt Sangin – was hierzulande weniger wahrgenommen wird als in Großbritannien, denn dieser Ort hat für den britischen Afghanistan-Einsatz der vergangenen Jahre eine ähnliche Symbolik wie die nordafghanische Stadt Kundus für die Deutschen.

Die Lage entwickelt sich ständig, ein Überblick am (heutigen) Dienstagnachmittag bei der BBC:

British military personnel have been deployed to Afghanistan’s Helmand province as reports suggest the Taliban is close to overrunning Sangin town. (…)
Helmand’s governor, Mirza Khan Rahimi, insisted the authorities were still in control of Sangin, in Helmand province, but his own deputy said the town had been overrun by Taliban militants.
The police headquarters reportedly remains under siege after a Taliban attack.

Von einem neuen Kampfeinsatz der Briten kann aber nicht die Rede sein – sie nehmen offensichtlich die gleichen Beratungsaufgaben war wie die Bundeswehr (zusammen mit anderen Nationen) im Oktober in Kundus. weiterlesen

Angriff auf Hospital in Kundus: US-Militär spricht von ‚menschlichem Versagen‘ (Update: MSF)

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Der tödliche Luftangriff der USA auf ein Krankenhaus der Organisation Ärzte ohne Grenzen in Kundus in Nordafghanistan war nach Einschätzung des US-Militärs Folge menschlichen Versagens und wurde zudem von organisatorischen Mängeln begünstigt. Der Kommandeur der NATO-geführten Mission Resolute Support wie auch der US-Truppen in Afghanistan, US-General John Campbell, legte am (heutigen) Mittwoch in Kabul die wesentlichen Erkenntnisse der militär-internen Untersuchung des Zwischenfalls am 3. Oktober vor, bei dem mindestens 30 Menschen ums Leben kamen:

The report determined that the U.S. strike upon the MSF Trauma Center in Kunduz City, Afghanistan, was the direct result of human error, compounded by systems and procedural failures. The U.S. forces directly involved in this incident did not know the targeted compound was the MSF Trauma Center. The medical facility was misidentified as a target by U.S personnel who believed they were striking a different building several hundred meters away where there were reports of combatants. weiterlesen

Luftbilder für Afghanistans Armee

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Nach dem (gestrigen) Beschluss des Bundeskabinetts, den deutschen Einsatz in Afghanistan um ein weiteres Jahr zu verlängern und die Zahl der Bundeswehrsoldaten in der Mission Resolute Support aufzustocken, liegt die Frage nahe: Was bringt die relativ geringe Aufstockung um 130 deutsche Soldaten, und was kann die NATO-geführte Truppe mit ihrer Beratungsaufgabe am Hindukusch eigentlich konkret leisten?

Dazu gibt’s beim MDR ein Interview mit Hans-Lothar Domröse, dem deutschen NATO-General, der als Befehlshaber des Joint Forces Command Brunssum für den Afghanistan-Einsatz zuständig ist:

NATO-General: Alle Nationen müssen das Kontingent füllen

Zur Dokumentation (und weil der O-Ton nicht ewig im Internet bleibt…) mit freundlicher Genehmigung der MDR-Kollegen die Abschrift (Fragen in kursiv): weiterlesen

Bundesregierung will Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan verlängern, 130 Soldaten zusätzlich (Update: Mandatstext)

Pionierausbildung der afghanischen Armee am 15.02.2015.

Das Bundeskabinett hat am (heutigen) Mittwoch erwartungsgemäß der Verlängerung des deutschen Einsatzes in der NATO-geführten Mission Resolute Support in Afghanistan zugestimmt. Zugleich wurde mit dem Mandat, das bis Ende 2016 gelten soll, die Obergrenze für die Zahl der Bundeswehrsoldaten von 850 auf 980 erhöht, wie Augen geradeaus! bereits vor einer Woche berichtet hatte. Das Mandat geht jetzt in den Bundestag, der abschließend darüber entscheiden muss.

Nach Einschätzung der Bundesregierung haben die afghanischen Sicherheitskräfte zwar bewiesen, dass die grundsätzlich selbst für Sicherheit im Land sorgen könnten, allerdings habe die vorübergehende Eroberung von Kundus durch die Taliban gezeigt, dass auch Rückschläge möglich seien:

Deshalb ist es notwendig, die afghanischen Sicherheitskräfte weiter zu unterstützen, um bestehende Defizite auszuräumen. Regierungsfeindliche Kräfte dürfen nicht stärker werden und sichere Rückzugsräume müssen terroristischen Gruppierungen verwehrt werden. weiterlesen

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