Murphy kehrt heim: NH90-Einsatz in Afghanistan beendet

Die Bundeswehr hat den Einsatz ihrer NH90-Hubschrauber in Afghanistan beendet. Am (heutigen) 1. August übernahmen EH-101 Merlin-Helikopter aus Dänemark die Forward Air MedEvac-Rolle, die Rettung von Verwundeten, von den Deutschen. Auf der Bundeswehr-Webseite zogen die Heeresflieger eine positive Bilanz der gut einjährigen Mission:

Seit dem 23. Juni des vergangenen Jahres sind vier Hubschrauber in Afghanistan rund um die Uhr in Bereitschaft gewesen, um die medizinische Evakuierung verletzter und verwundeter Soldaten sicher zu stellen. “Wir haben unsere Aufgabe zu 100 Prozent erfüllt”, sagt Oberstleutnant Michael S. Der 54-jährige Angehörige der Heeresfliegerwaffenschule ist der fünfte und damit letzte Kontingentführer der NH90 in Afghanistan. Er ist stolz auf seine Soldaten und den Hubschrauber.

Nach der Bundeswehr-Bilanz waren die NH90 mehr als 900 Flugstunden in der Luft und absolvierten 28 Einsätze, bis hin nach Khilagay in der Provinz Baghlan.

Was in der offiziellen Bilanz leider fehlt, sind die diversen Probleme, die es mit dem Hubschrauber am Hindukusch gab. Der als unpassend empfundene Funkrufname Murphy  (wie ist noch mal der neue? Hab’ ich glatt vergessen) war da noch das geringste. weiterlesen

Afghanistan: Teurer als der Marshallplan

Eine ernüchternde Statistik: Inflationsbereinigt haben die USA in den vergangenen zwölf Jahren mehr für den Aufbau Afghanistans ausgegeben als für den Marshallplan nach dem Zweiten Weltkrieg, mit dem das zerstörte Europa wieder aufgebaut wurde. Aus dem aktuellen Vierteljahresbericht des Special Inspector General for Afghanistan Reconstruction (SIGAR):

Adjusted for inflation, U.S. appropriations for the reconstruction of Afghanistan exceed the funds committed to the Marshall Plan, the U.S. aid program that delivered billions of dollars between 1948 and 1952 to help 16 European countries recover in the aftermath of World War II. weiterlesen

Todesstrafe für Mord an Anja Niedringhaus – Urteil noch nicht rechtskräftig

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Für den Mord der deutschen Fotojournalistin Anja Niedringhaus und der Verletzung ihrer AP-Textkollegin Kathy Gannon hat ein Kabuler Gericht am (gestrigen) Mittwoch einen afghanischen Polizisten zum Tode verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Aus der AP-Meldung:

A Kabul court announced Wednesday that the Afghan police officer charged with killing Associated Press photographer Anja Niedringhaus and wounding veteran AP correspondent Kathy Gannon has been convicted and sentenced to death. weiterlesen

Weniger internationale Soldaten in Afghanistan: so viele zivile Opfer wie nie

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Der Abzug der internationalen Truppen aus Afghanistan hat zwar dazu geführt, dass deutlich weniger afghanische Zivilisten unbeabsichtigte Opfer von Luftangriffen wurden – zugleich ist aber die Zahl der getöteten Afghanen auf einen neuen Höchststand gestiegen. Die UN-Mission in Afghanistan, UNAMA, legte am (heutigen) Mittwoch ihren Bericht vor, mit einem düsteren Ergebnis: Vor allem als Folge zunehmender Bodenkämpfe zwischen Anti-Regierungs-Kämpfern wie den Taliban und afghanischen Regierungstruppen in bevölkerten Gebieten ist die Zahl der getöteten und verletzten Zivilisten im Vergleich zum Vorjahr fast um ein Viertel gestiegen:

In the first half of 2014, the armed conflict in Afghanistan took a dangerous new turn for civilians. For the first time since 2009 when UNAMA began systematically documenting civilian casualties in Afghanistan, more civilians were found to have been killed and injured in ground engagements and crossfire between Anti-Government Elements and Afghan national security forces than any other tactic. weiterlesen

Wahnsinnsabend.

Nein, damit meine ich jetzt nicht das Fußball-WM-Spiel Deutschland gegen Brasilien. Während dieses Match jetzt Schlagzeilen und Wahrnehmung bestimmt, ein Blick auf die Wahnsins-Konfliktsituationen am heutigen Dienstagabend:

- Die Situation im Nahen Osten eskaliert, mit Raketenangriffen der Hamas auf israelische Städte, sogar Jerusalem, und Angriffen (bislang nur aus der Luft) Israels auf Ziele im Gazastreifen (mehr dazu unten).

- Von den Ergebnissen der Präsidentenwahl in Afghanistan gibt es ein erstes, vorläufiges Ergebnis und eine gefährliche Entwicklung: Nach den vorläufigen Zahlen liegt der Bewerber Ashraf Ghani in Führung, sein Konkurrent Abdulla Abdullah dahinter – und der und seine Anhänger stellen die Auszählung infrage, nicht nur verbal. Zunehmend unsicherer wird es, ob wie geplant Anfang August ein neuer afghanischer Präsident vereidigt werden kann. Und damit gerät, erneut, die Planung der USA und der NATO für den Übergang von der ISAF-Mission zur Nachfolgemission Resolute Support ins Wanken. Mehr dazu vom Afghanistan Analysts Network.

- In der somalischen Hauptstadt Mogadischu, in der es in den vergangenen Tagen zahlreiche Anschläge und Morde gab, versuchten islamistische Milizen, den Präsidentenpalast einzunehmen.

- Aus dem Irak, in den vergangenen Tagen an Kriegsmeldungen überreich, eine Nachricht, die das noch toppt: Iraq tells U.N. ‘terrorist groups’ seized former chemical weapons depot

Genügend Wahnsinn für einen Abend (und die Lage in der Ukraine habe ich noch nicht mal dabei erwähnt…). Die wichtigste Entwicklung ist natürlich der Nahe Osten und die weitere Entwicklung der Gewalt. Dazu deshalb aktualisierte Meldungen im Storify: weiterlesen

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