RC N Watch: Ohne ISAF-Truppen kehrt der Krieg nach Faryab zurück

An diesem – hoffentlich ruhigen – Pfingstwochenende kann man ja das eine oder andere nachlesen. Zum Beispiel zur Lage in Nordafghanistan: Im Westen des ISAF-Nordbereichs, in der Provinz Faryab, hat sich ISAF komplett zurückgezogen. Und seitdem? Das Afghanistan Analysts Network hat mal näher hingeschaut:

It took little more than seven months to turn Faryab from a province with a worrisome security situation into a province under constant attack. Since the Norwegian Provincial Reconstruction Team (PRT) in Faryab closed in September 2012, the security situation has quickly deteriorated. These days, Faryab is one of the main targets of the Taleban’s spring offensive.

Die ganze Geschichte hier. Und hoffentlich kein Modellfall für den Norden Afghanistans – oder ein Hinweis darauf, wie sich die Schließung auch anderer PRTs auswirken könnte.

(Foto: Norwegische Soldaten in Faryab, Januar 2010 – ISAF Public Affairs via Flickr unter CC-BY-Lizenz)

Die Kanzlerin in Afghanistan

Knapp eine Woche nach dem Tod eines deutschen Soldaten in Afghanistan sind Bundeskanzlerin Angela Merkel und Verteidigungsminister Thomas de Maizière zu einem Blitzbesuch an den Hindukusch gereist. Sie landeten am frühen Freitagmorgen in Masar-i-Scharif und flogen anschließend nach Kundus weiter. Dort gedachte Merkel im Ehrenhain des Feldlagers der deutschen Soldaten, die in Afghanistan gefallen sind, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert mit. Die Kanzlerin und der Minister trafen auch mit Kameraden des gefallenen KSK-Soldaten zusammen und sprachen mit dem Kommandosoldaten, der bei dem Gefecht verwundet wurde. weiterlesen

Bundeswehr bleibt in Afghanistan bei ihrer Strategie

re:publica bedingt komme ich hier dieser Tage nur zu wenig; aber für die Sammlung: Die Aussagen von Verteidigungsministerium und Auswärtigem Amt am (heutigen) Montag vor der Bundespressekonferenz zum Thema Afghanistan. Kernaussage: So traurig der Tod des deutschen KSK-Soldaten am vergangenen Samstag ist, auf die grundsätzliche Planung hat es keinen Einfluss.

Der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Stefan Paris, und der Sprecher des Auswärtigen Amts, Andreas Peschke, im Wortlaut:

Frage: Ich möchte beim Außenministerium und beim Verteidigungsministerium nachfragen, ob der Todesfall eines deutschen Soldaten in Afghanistan zu irgendwelchen Änderungen der Strategie der Bundesregierung im Hinblick auf Afghanistan Anlass gibt.

Paris: Das ist ein sehr trauriges Ereignis, das wir am Samstag haben erleben müssen. Aber an den Planungen, an den Absichten und auch an den weiteren Schritten, die wir gemeinsam mit der internationalen Gemeinschaft und auch mit den afghanischen Partnern in Afghanistan gehen werden, ändert das nichts. weiterlesen

RC N Watch: Weitere Routineeinsätze im Norden

Bei dem Pressestatement von Verteidigungsminister Thomas de Maizière am (gestrigen) Sonntag zum Tod des KSK-Soldaten ist manchen die Passage aufgefallen (und mit Irritation zur Kenntnis genommen worden), es habe sich um einen Routineeinsatz gehandelt. Ein Blick auf das heute morgen veröffentlichte Operational Update des ISAF Joint Command belegt, dass so etwas tatsächlich Routine ist – und wirft erneut ein Schlaglicht auf die Lage im ruhigen Norden:

Responding to an attack on another ANSF unit, Provincial Response Company Baghlan enabled by coalition forces responded as a quick reaction force, killed six insurgents in Baghlan E Jadad district, Baghlan province, yesterday.  The joint force engaged several insurgents armed with small arms and RPGs shortly after being dispatched by the Provincial Chief of Police.

Das dürfte die Folgeoperation zu der Operation mit KSK-Begleitung gewesen sein – und enabled by coalition forces lässt wiederum zumindest vermuten, dass daran auch deutsche Spezialkräfte beteiligt waren.

Das war aber noch nicht alles im Bereich des Regionalkommandos Nord: weiterlesen

RC N Watch: Deutsche Hubschrauber beschossen, Ex-Mujaheddin-Kommandeur getötet

Im Norden Afghanistans hat die Aktivität der Aufständischen in den vergangenen Tagen bemerkbar zugenommen – zwar deutlich unter dem Gewaltniveau anderer Landesteile, aber gerade angesichts der relativen Ruhe um so auffälliger: Neben dem Gefecht zwischen Aufständischen und afghanischen und deutschen Spezialeinheiten, bei dem ein Bundeswehrsoldat ums Leben kam, gab es am (gestrigen) Samstag auch Schüsse auf deutsche Hubschrauber. Die Bundeswehr-Meldung:

Am 4. Mai 2013 um 21.44 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit wurden zwei deutsche Helikopter vom Typ CH-53 auf der Flugstrecke zwischen Khilagay (Provinz Baghlan/Afghanistan) und Kabul mit Flugabwehr- und Handwaffen aufständischer Kräfte beschossen. weiterlesen

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