Bundeswehr bietet Ulm als Standort für NATO-Logistikkommando an

Fürs Protokoll: Wie am (heutigen) Dienstagnachmittag schon bekannt wurde, hat Deutschland der NATO Ulm als Sitz des neuen NATO-Logistikkommandos vorgeschlagen, dass den Namen Joint Support and Enabling Command (JSEC) tragen soll (klingt ja auch unverfänglicher als Rear Area Command). Die Aufstellung eines solchen Kommandos, das die Mitglieder des Bündnisses im November vergangenen Jahres beschlossen hatten, soll vor allem die Bewegung von Truppen und Gerät in Europa besser und schneller organisieren – für die NATO-Ostflanke.

Das deutsche Angebot teilte die zuständige Streitkräftebasis am Abend offiziell mit:

Deutschland hat angeboten, die Verantwortung für den Aufbau eines neuen NATO-Kommandos zu übernehmen. Kernaufgaben: Schutz, Logistik, militärische Mobilität und weitere unterstützende Aufgaben. Als möglicher Standort wurde Ulm vorgeschlagen. Die Streitkräftebasis verfügt dort mit dem Multinationalen Kommando Operative Führung schon heute über eine für diese Aufgabe geeignete Dienststelle.

(…)
Die Stationierung dieses sogenannten Joint Support and Enabling Command, kurz JSEC, ist für den Standort Ulm vorgeschlagen. „Es ist eine große Herausforderung für den Ausbau unserer Fähigkeiten im multinationalen Umfeld, der wir uns gerne stellen“, so der Inspekteur der Streitkräftebasis, „mit dem Multinationalen Kommando Operative Führung in Ulm haben wir in der Streitkräftebasis eine sowohl in der Bundeswehr als auch international einzigartige Dienststelle, um zur Lastenteilung im Bündnis beizutragen.“ Das Kommando ist darauf ausgerichtet, im Auftrag der Vereinten Nationen, der NATO oder der EU, jederzeit einsatzbereit und schnell verlegbar, die Führung von weltweiten Krisenmanagementeinsätzen zu übernehmen.
Mit der Aufstellung und dem Betrieb des JSEC in Ulm entstünden große Synergieeffekte. Die SKB erfüllt mit ihren Fähigkeiten für Deutschland bereits heute qualitativ die Funktionen, die ein JSEC für die NATO leisten soll: „Unsere Führungseinrichtungen und -fähigkeiten können optimal genutzt werden. Die Streitkräftebasis erbringt so einen sichtbaren und relevanten Beitrag für unsere Partner in der NATO“, so Schelleis abschließend.

Die Entscheidung über den Standort des neuen Kommandos – und zugleich eines weiteren Logistikkommandos in den USA – soll Anfang Juni bei einem Treffen der NATO-Verteidigungsminister fallen.

 

37 Kommentare zu „Bundeswehr bietet Ulm als Standort für NATO-Logistikkommando an“

  • Moin7   |   20. März 2018 - 19:07

    Die Bezeichnung ’Logistikkommmando’ greift angesichts der vorgesehenen Aufgabe des JSEC, die u.a. Operationsplanung und -führung in allen Domänen (Joint) und Raumverantwortung umfassen soll, nicht nur zu kurz, sondern droht die nat. Diskussion fehlzuleiten.

  • T.Wiegold   |   20. März 2018 - 19:15

    @Moin7

    Ok. Es wäre vielleicht dann an der Bundeswehr bzw. der SKB, mal einen griffigen deutschen Begriff zu finden… Ich habe den leider bislang nicht gesehen.

  • pvitt   |   20. März 2018 - 19:23

    Worum geht es denn nun? Logistik bringt mich wirklich direkt auf die Schiene Verkehr und Transport. Und zu diesem Thema wurde ja zuletzt einige Kritik laut, da die Verkehrswege in D/EU nicht mehr bedingungslos für NATO et al. nutzbar sind. Wenn solche Themen schon im Magazin den Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (im Rahmen der Konzeption Zivile Verteidigung) auftauchen, dann scheint da einiges im Argen zu liegen. Vor diesem Hintergrund scheint eine Bewerbung für um „Logistik“-Zentrum dann schon etwas seltsam.

  • Koffer   |   20. März 2018 - 19:44

    Ulm? Ja, klar weil da ja auch so viele logistische Dienststellen in der Nähe sind, damit man vernünftige und familiengerechte Versetzungsketten aufbauen kann…

    …NICHT!

    :(

  • Fux   |   20. März 2018 - 19:54

    Die Streitkräftebasis verfügt dort mit dem Multinationalen Kommando Operative Führung schon heute über eine für diese Aufgabe geeignete Dienststelle. .. hat man da nun endlich für diesen seit Jahren – sorry für diese Deutlichkeit – nutzlosen Abstellbahnhof für lebensältere Stabsoffiziere mal wieder einen neuen Namen, eine vorgebliche Daseinsberechtigung und Finanzierung gefunden? .. wenn Ulm „für diese Aufgabe“ schon heute so geeignet ist, was macht dann eigentlich das LogKdo in Erfurt?

  • Klauspeterkaikowsky   |   20. März 2018 - 19:55

    Wir lernen es nicht mehr… NATO-Sprache ist ENGLISCH. Die kleinbürgerliche Übersetzeritis bleibt DEU ausschließlich vorbehalten. Keine der mir vertrauten non-native-speaker Nationen verschwendet Gehirnschmalz in kränkliche Übersetzungen. Solch Attitude blockiert eigene Kooperationsfähigkeit in NATO-Stäben und im Einsatz.
    Ein „Joint Support and Enabling Command (JSEC)“ soll nach Ulm, nicht ein „Logistik-Irgendwas“.

  • T.Wiegold   |   20. März 2018 - 20:11

    Ja, die NATO-Sprache ist Englisch. Das sollte uns – im Sinne von: die hier in Deutschland Lebenden – nicht daran hindern, auch prägnante deutsche Begriffe zu finden.

    Und auch andere Nationen brauchen ab und zu die Erinnerung…

    https://www.flickr.com/photos/wiegold/4938799780/in/album-72157624833938184/lightbox/

    Und damit würde ich diesen OT gerne beenden (es sei denn, jemand kommt hier mit einem solchen prägnanten Begriff für das JSEC.)

  • Hohenstaufen   |   20. März 2018 - 20:11

    Ulm ist eine gute Wahl, von München und Stuttgart gut erreichbar und mit langer militärischer Tradition. Ulm war Bundesfestung des Deutschen Bundes, beginnend 1842 wurden diverse Anlagen, auch für Logistik errichtet , was man im Stadtbild immer noch sieht.

  • Fux   |   20. März 2018 - 20:14

    @Moin7: Was soll dieses neue Kommando denn nun tun? Joint (TSK-übergreifende) Unterstützung und Gangbarmachung von Operationen wie es der Name sagt oder Operationsplanung und deren Durchführung? Das sind nach dem Lehrbuch 2 verschiedene Paar Schuhe.

  • Koffer   |   20. März 2018 - 20:19

    @Hohenstaufen | 20. März 2018 – 20:11
    „von München und Stuttgart gut erreichbar“

    Das ist (erst Recht nach Abschluss der Bauarbeiten an der Bahnstrecke) in der Tat ein Vorteil für ein internationales Kommando.

    „auch für Logistik errichtet“

    Das wiederum bringt uns nicht weiter, denn heutzutage ist Logistik halt in Köln/Bonn und in Erfurt.

    D.h. wir schaffen es jetzt schon wieder mal einen Ort AUSSERHALB eines familiengerechten Verwendungsaufbaus zu finden.

    Mir bleibt da wirklich nur mit dem Kopf zu schütteln :(

  • Memoria   |   20. März 2018 - 20:19

    Die Diskussion um den Namen des Kommandos ist nur auf den ersten Blick kleinkariert. Nach dem Verständnis der NATO handelt es sich eben wirklich um ein Kommando für den rückwärtigen Raum in einem möglichen hybriden Artikel 5-Szenar. Somit geht die Aufgabe sehr weit über Logistik hinaus.

    Dies wollten aber die deutschen Ansprechpartner nicht so wirklich nachvollziehen, da es nicht in das eigene Wunschbild passt. Obwohl die SKB ja durch die Feldjäger zumindest eine dafür notwendige Kernkompetenz hätten. Wenn auch quantitativ und qualitativ ausreichend.

    Es geht, neben der Logistik, darum in Europa den gesamten rückwärtigen Bereich abzusichern. Also eine sehr komplexe multinationale Aufgabe mit einer Vielzahl von Schnittstellen zu Polizeibehörden, Nachrichtendienste, etc.

    Aber dafür müsste man das ganze Thema LV/BV eben auch ernst nehmen und nicht nur nach der Rechtfertigung von Dienstposten schielen.

    Zudem ist es für mich weiterhin nicht nachvollziehbar, dass Deutschland noch stolz auf die Einordnung in die NATO Force Structure ist. Somit bezahlt Deutschland und hat sich auch um alle infrastrukturellen und personellen Fragen zu kümmern.

  • Mentor   |   20. März 2018 - 20:26

    @Koffer
    ++1
    Dann bilden wir in Garlstedt aus…..holen die Weisheit im Kdo in Erfurt…..die Praxis im LogZ in Wilhelmshaven ….und…..bewähren uns in Ulm. Sauber….nichts gelernt.

  • Klauspeterkaikowsky   |   20. März 2018 - 20:33

    Lieber Herr Wiegold, das genau sollten wir nicht machen. Die Lingua Franca ist nun mal das Englische, um präzis zu sein, im Oxford-Style.
    Jede „Germanisierung“ führt nicht selten zu Missverständlichkeiten. Der eingedeutschte Begriff entwickelt in ausschließlich deutschem Sprachumfeld sein definitorisches Eigenleben mit der Folge: Wenn zwei das Gleiche sagen, ist es nie dasselbe.
    Zum Verfahren einer Bw-amtlichen Übersetzung:
    Das läuft höchst bürokratisch ab. Die Orgbereiche werden zu Übersetzungsvorschlägen im Mitzeichnungsgang abgefragt. Die federführende TSK reicht dem Bundessprachenamt einen Vorschlag ein, der nach Prüfung/Änderung an den Federführer als offiziöse Lösung zurückläuft.
    Anschließend erneuter Mitzeichnungsgang. Nach 12 – 18 Monaten kommt ein Ergebnis, das häufig nicht mehr greift, da der Begriff mittlerweile sein Eigenleben entwickelte.
    Viel Spaß.

    [Oxford-Style, soso. Ich hoffe, das weiß die U.S. Army auch. Ansonsten: Wenn sich ein deutscher Begriff festsetzt, wird er sich festsetzen, egal was die NATO-Sprache ist. Sagte ich übrigens schon, dass dieser OT durch ist? T.W.]

  • P.K.   |   20. März 2018 - 20:48

    Das man neben dem MN KdoOpFü ein weiteres Kdo in Süddeutschland aufstellen möchte steigert zwar vielleicht nicht zwingend einen örtlich zusammenhängenden Verwendungsaufbau (obwohl ja in quasi jeder Einheit/ jedem Verband Logistiker benötigt werden), dafür aber die Möglichkeit für Bayern eine Kdo-Verwendung ohne weite Anreise zu bekommen.
    Viel Interessanter scheint mir jedoch die tatsächliche Aufgabe. Soll nur eine „Hülle“ entstehen, um im Art.5-Fall schnell aufzuwachsen, oder soll, vergleichbar mit dem EATC, dauerhaft ein Kdo zur Koordination sämtlicher (NATO-)Truppenbewegungen in Europa (und ggf. auch Nahost und Afrika) entstehen…

  • Marc P.   |   20. März 2018 - 21:02

    @Fux:
    Das mit dem „nutzlos“ in Bezug auf Ulm bitte ich doch mal etwas näher auszuführen. Ggf. im Vergleich zu ähnlich gearteten Dienststellen in Deutschland.

    Die Übersetzung ins Deutsche erachte ich als überflüssig. Niemand käme auf die Idee, die JFC Brunssum und Naples (nicht Napoli) in eine andere Sprache zu übersetzen.

    @Memoriam:
    Eine zusätzliche Dienststelle lässt sich gut als Beitrag zur Erreichung des Zwei-Prozent-Zieles verkaufen. Und auf den ersten Blick scheinen Infrastruktur-Maßnahmen einfacher umzusetzen zu sein als die Beschaffung von (komplexen) Waffensystemen oder IT.

    Aus eigener Sicht nehme ich an, dass nicht jeder Logistiker in Erfurt geboren und aufgewachsen ist. Zumal das Kommando sicherlich nicht nur für Log(St)Offze und MatBewFw interessant sein wird. Aus dieser Perspektive also für süddeutsches Personal eine vermutlich willkommene Alternative. Zumal Ulm ein äußerst attraktiver Standort ist.

  • Klauspeterkaikowsky   |   20. März 2018 - 21:06

    Da ist in der NYT doch mal Klartext gesprochen: … aimed at deterring Russia …
    The new Joint Support and Enabling Command (JSEC) would be completed by mid-April, with a formal decision by NATO expected at a meeting of alliance defense ministers from June 7-8 wie ähnlich oben erwähnt.
    Sofort schlägt die Praxis der Bürokratie zu:
    „As a framework nation for the JSEC, we can make a significant contribution to burden-sharing in the alliance,“ state secretary in the Defence Ministry Peter Tauber told lawmakers in a letter.
    Motto: 2%, locker, mit Infrastruktur. Nur gut, dass WIR das Operative nicht beeinflussen werden, „deterring“ nicht unser Ding.

    [Der Klartext kommt nicht von der NYT, sondern ist in der – wörtlich von der NYT übernommenen – Reuters-Meldung ein Zitat Taubers.

    https://www.nytimes.com/reuters/2018/03/20/world/europe/20reuters-nato-germany.html

    T.W.]

  • diba   |   20. März 2018 - 21:28

    Wer sagt denn, dass das ein neues Kdo in Ulm wird? Einfach den Schwerpunkt vom MN Kdo auf die JLSG verschieben und gut.

  • Koffer   |   20. März 2018 - 21:29

    @P.K. | 20. März 2018 – 20:48
    „Das man neben dem MN KdoOpFü ein weiteres Kdo in Süddeutschland aufstellen möchte steigert zwar vielleicht nicht zwingend einen örtlich zusammenhängenden Verwendungsaufbau (obwohl ja in quasi jeder Einheit/ jedem Verband Logistiker benötigt werden), dafür aber die Möglichkeit für Bayern eine Kdo-Verwendung ohne weite Anreise zu bekommen.“

    Aber das ist doch gerade NICHT, was wir wollen! Wir wollen doch eine HÖHERE Fachkompetenz bei gleichzeitigen Möglichkeiten einer regionalen Schwerpunktbildung. Das ist doch gerade die Lehre aus den letzten 20 Jahren!

  • Koffer   |   20. März 2018 - 21:47

    @diba | 20. März 2018 – 21:28
    „Wer sagt denn, dass das ein neues Kdo in Ulm wird? Einfach den Schwerpunkt vom MN Kdo auf die JLSG verschieben und gut.“

    Das wäre natürlich dann etwas anderes. Dann würde endlich das bisher ja lediglich Geld und Sauerstoff verbrauchende Kdo eine echte Aufgabe bekommen…

    Mal schauen, ob das wirklich so läuft ;)

  • Marc P.   |   20. März 2018 - 22:11

    @diba:
    So einfach wird das nicht gehen. Man spricht von insgesamt 1500 Dienstposten für die beiden neuen „NATO-Kommandos“ und der InspSKB von Synergien zwischen dem MN KdoOpFü und dem JSEC. Wird wohl etwas mehr als nur eine aufgebohrte JLSG…

  • Fux   |   20. März 2018 - 22:12

    @Marc P.: Bereits der Vorgänger – das Kommando operative Führung Eingreifkräfte (2006-2013) kam nie zum Einsatz. Weil man es alleine seitens DEU (aus meiner Einschätzung) nicht mehr stemmen konnte und/oder wollte machte man aus Ulm ein MN HQ. Für EUFOR RD Congo hat man dann (ja mit Verstärkungspersonal aus Ulm) vom OHQ in Potsdam aus geführt.
    Inkl. des Vorgängerkommandos hat also Ulm (ohne Berücksichtigung des zuvor bestehenden DEU-US Korps) nun mehr als 10 Jahre vor sich hin existiert, ohne bei irgendeiner Krise für UN, EU oder NATO irgendwo auf der Welt wirklich eine Rolle zu spielen.
    Ulm stand in der Vergangenheit immer wieder sehr knapp auf der Überlebenskippe, da auch viele andere Nationen, welche dort hin Personal abgestellt haben, keinen wirklichen Mehrwert fanden.
    Ich bin da eher bei @diba –> nicht 2. neues Kdo neben dem MN HQ sondern Umbau und „Schwerpunktverlagerung“ und mit der Hoffnung auf viele US alimentierte Dienstposten zur Überlebenssicherung. Schließlich sind ja die USA der Treiber hinter dem Bedarf zur besseren Koordinierung in der „Rear Area“

  • Elahan   |   20. März 2018 - 23:01

    Ulm am Autobahndreieck mit ICE Anbindung mitten in Süddeutschland ist im Vergleich zu Holzdorf oder Husum gut erreichbar und alles zu zentralisieren macht militärisch keinen Sinn.
    Gute Wahl und perfekt ist nichts.

  • Marc P.   |   20. März 2018 - 23:08

    @Fux:
    Na wenn das die Messlatte für Nutzlosigkeit, oder positiv formuliert, für die Sinnhaftigkeit ist, dann haben wir viel „nutzloses“ in der Bw. Man kann es Ulm ja nicht vorhalten, dass es nicht zum Einsatz kam. Das sucht es sich ja nicht aus. Dann braucht die Lw aber auch kein ZLO/JFAC mehr.
    EUFOR RD Congo war zu Kdo OpFü-Zeiten. Das FHQ war im Kern aus Ulm und das OHQ durch Ulm verstärkt.
    „Synergien“ kann ja durchaus mit SP-Verlagerung gleichgestellt sein. Ob die Nationen jetzt aber dem neuen Kdo personell die Türen einrennen ist fraglich.

  • Supporter   |   20. März 2018 - 23:21

    Vorsicht Ironie : Ulm hat wirklich eine super Anbindung, sehr attraktiv für internationale Dienstposten.

    Warum muss die Logistik immer bluten und möglichst über das ganze Bundesgebiet verteilt werden ? Und dann wundern sich alle, wenn gerade im Bereich Rüstung / Logistik die Koordinierung nicht klappt….
    Man schaue mal auf unsere kanadischen Kameraden, die sich frei einen Standort für Ihre kleine, aber feinen Operational Support Hub Europe aussuchen konnten..

    die sind in Köln Wahn gelandet!!!!

    http://www.forces.gc.ca/en/operations-support/os-hubs.page

    Auch für unsere BENELUX Kameraden ist Köln die bessere Wahl…..

  • Senior   |   21. März 2018 - 9:18

    @Hohenstaufen
    Ulm als gutter Standort, weil dort einmal eine Bundesfestung des deutschen Bundes war ? In Helgoland war auch schon einmal die erste Bundesmarine (des deutschen Bundes) unterwegs.
    Ulm ist der FALSCHE Standort fuer das JSEC, weil jkein Flughafen am Standort ist (Stuttgart ist 1 h entfernt). Auch die Schiene ist Richtung Sueden eher so lala und erweckt den Eindruck eines Kopfbahnhofs.
    Das JSEC sollte eher in die Mitte oder gut angebunden sein (Rhein-Main oder Leipzig).

  • Eric Hagen   |   21. März 2018 - 9:38

    Der Wortlaut des neuen StS Tauber ist in der Tat nicht ganz eindeutig zu verstehen, ob das MN HQ in dem geplanten JSEC aufgehen ganz, in Teilen oder gar nicht darin aufgehen wird. So wie ich die Infrastruktur allerdings im Kopf habe, gibt es wenig Moeglichkeiten, beide HQ’s parallel in Ulm laufen zu lassen. Deswegen halte ich eine Abschmelzung des MN HQ fuer das Mindeste, was zu erwarten ist, sollten die VM der NATO diesem Vorschlag zustimmen.

    Allerdings- warum Ulm?
    Lediglich die Naehe zu EUCOM in Stuttgart spricht dafuer. Ulm ist relativ weit von den internationalen Fluganbindungen ( Ca. 1h zu Stuttgart, ca. 2-3 h zu Muenchen und 3 h zu Frankfurt und sehr weit von den SPOD in Bremerhaven, HH).
    Die NATO ist immer auch als Travel Organization zu verstehen.
    Die logistischen Einrichtungen der USA befinden sich in Rheinland – Pfalz und in Rheinhessen, die deutschen LogKdos in Thueringen, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen.
    Das MN HQ im jetzigen Zuschnitt ist nicht gerade ein Hub logistischer Expertise – es wird also zahlreiche Versetzungen geben.

    Darueberhinaus: Die geplante neue NATO Struktur wird auch an anderen Dienststellen und StO zusaetzliches deutsches Personal erfordern, das es so ohne Weiteres auch nicht gibt. Die Personallage wurde ja hier an anderer Stelle hinlaenglich thematisiert. Auch national ist der Bedarf hoeher geworden. Gewinnt man also aus dem MNHQ dafuer freizusetzendes Personal?

    Daher ziehe ich fuer mich persoenlich den Schluss, dass Ulm angeboten werden wird, um teilweise Personal am StO zu halten, fuer das es im MNHQ keine ernsthafte Verwendung gibt ( oder um das MNHQ ganz aufzuloesen und das gesamte Personal zu ueberfuehren.)
    Das sind keine altruistischen, sondern rein nationale Erwaegungen, die mglw. nicht die besten Sachargumente aufweisen.
    Ob das die internationalen Partner auch so sehen?

  • closius   |   21. März 2018 - 10:01

    Richtigerweise sollte der Standort dorthin, wo man bisher sich schon um den Transport von Nato-Streitkräften in den Osten kümmert. Und dies dürfte entweder die Streitkräftebasis in Bonn oder das Logistikkommando in Erfurt sein.

    Damit ist Ulm doch schon für die Streitkräftebasis der falsch Standort. Und ein Kommando für Auslandseinsätze, welches noch nie zum Einsatz kam, hat doch nichts mit Truppenverlegung innerhalb des Nato-Gebietes zu tun.

    Offensichtlich wird krampfhaft ein Sinn für das überflüssige Kommando in Ulm gesucht und nur deshalb kommt das neue Logistikkommndo dort hin.

    Da die US-Truppen für den Schutz des Baltikums in Bremerhaven oder in Polen anlanden, hätte man das Logistikkommando auch in Norddeutschland aufstellen können. Aber in Ulm ist dieses viel zu Weit weg vom Schuß.

  • Auslandsdiener   |   21. März 2018 - 10:04

    @Klauspeterkaikowsky | 20. März 2018 – 20:33:
    Werter Konforist: wer einen englischen Begriff nicht in seiner eigenen Sprache ausdrücken kann läuft immer Gefahr, von etwas zu sprechen ohne zu wissen, was gemeint ist. Ich arbeite im Multinationalen Umfeld, und bin der festen Meinung, DEnglish ist grauenvoll.
    Sorry, wenn das nun OT sein sollte, aber ich muss dem Hausherren nachdrücklich beipflichten. Wer wie die SKB so viel Zeit in ein Leitbild investieren kann, der kann vielleicht auch ein Kommando benennen. Wird bestimmt ein „Zentrum“…..;O)

  • der Taucher   |   21. März 2018 - 11:58

    Hm, ich verstehe die ganze Diskussion nicht. Als ein Hauptquartier ist es vollkommen egal, wo das Kommando stationiert ist. Dort werden nur die Planungsaufgaben wahrgenommen aber keine Handlungen auf taktischer Ebene wahrgenommen.
    Man kann davon ausgehen, dass das MNJHQ Ulm in dem neuen Kommando aufgehen wird…wie die Aufgabenverteilung aussieht ist eine andere Geschichte aber dafür wird sich auch eine Lösung geben. Die Infrastruktur die in Ulm aufgebaut wird inclusive IT, , erfüllt dann sämtliche Anforderungen, welche die NATO an Infrastruktur und militärischer Sicherheit stellt. Bei den andern genannten Standorten müsste viel Geld investiert werden um diesen Anforderungen zu genügen. Deshalb scheint, aus meiner Sicht, diese Entscheidung in erster Linie aus haushälterischen Gründen getroffen wurden sein. Das ist ja auch mal eine gute Neuigkeit.

  • Elahan   |   21. März 2018 - 12:08

    @closius

    Aus mili Sicht ist eine Dislozierung von Kommandostäben sogar geboten.
    Ulm ist eine kluge Entscheidung nun sollt nur noch dafür gesorgt werden, dass es wieder genügend Unterkünfte in Ulm gibt (Bleidornkaserne renovieren). Leider wurde eine geeignete Kaserne (Hindenburg) unnötiger Weise abgegeben.

  • Klauspeterkaikowsky   |   21. März 2018 - 12:18

    @Auslandsdiener
    Zustimmung, absolut. Kein Denglisch. Daher beim Ursprung bleiben.

  • Marc P.   |   21. März 2018 - 14:01

    @der Taucher:
    Danke!

    @Elahan:
    Das zu erwartende Personal wird wohl eher nicht auf Gemeinschaftsunterkunft erpicht sein.

  • BJK   |   21. März 2018 - 15:29

    Beste Zusammenfassung von closius:

    „Offensichtlich wird krampfhaft ein Sinn für das überflüssige Kommando in Ulm gesucht und nur deshalb kommt das neue Logistikkommndo dort hin.“

    Zunächst hieß es ja mal, die Region Köln/Bonn wird der Standort. Aber da scheint kein Platz vorhanden. Ich persönlich hätte das frühere JHQ in Rheindahlen „wiederbelebt“.

    Nun also Ulm. Siehen oben.
    Kann man machen.

  • Elahan   |   21. März 2018 - 16:59

    @Marc P.

    Wer spricht von Gemeinschaftsunterkunft? Es geht um angemessene, bezahlbare und ortsnahe Wohnungen (wobei eine Wohnung auch eine Einzimmerwohnung mit Sanitär sein kann. Die Wohnsituation ist in Ulm nicht wirklich gut und es wird wohl nicht jeder TG bekommen oder aus einem Partnerland abgestellt. Aber das wird man schon regeln, sollte nicht zu einem Showstopper und OT kommen ;-)

  • Marc P.   |   21. März 2018 - 17:41

    @Elahan:
    Die Wohnsituation in Ulm hängt immer von der persönlichen Situation ab. Bezahlbar ist Ulm gut und das Einzugsgebiet groß genug. Da findet sich schon was. Für den „nicht-privilegierten“ deutschen Soldaten wäre eine Pendlerwohnung natürlich super. Aber da gab es auch schon mal Anstrengungen, einen zivilen Investor zu finden. Ein „NATO-Klingelschild“ könnte da nochmal Bewegung reinbringen.

  • AndreasG   |   21. März 2018 - 20:29

    Neben den Synergieeffekten dürfte die in Ulm im Bau befindliche JOC einer der ausschlaggebenden Gründe für den Standort Ulm sein, solch ein Gebäude mit allen sicherheitsrelevanten Maßnahmen dauert Jahre, von der Planung bis zur Fertigstellung. Die in Potsdam vorhandene JOC ist baufällig und viele solcher Funktionsgebäude hat die Bw bestimmt nicht. Und im Jahre 2018 spielt doch der Standort eines solchen Kommandos keine Rolle, der Zugang zu den „enabler“ gibt es doch per Mail von überall.

  • Thomas Melber   |   30. März 2018 - 18:01

    Ich bin gespannt, wie das mit der Absicherung der Verkehrswege aussehen soll. Immerhin befinden wir uns da vielleicht schon im Spannungsfall (wenn vielleicht auch noch nicht ausgerufen).

    [Wenn nicht ausgerufen, dann kein Spannungsfall, rechtlich gesehen. T.W.]