Alarm vom Heer: Langsame Beschaffungsverfahren gefährden Deutschlands Sicherheit

Das Deutsche Heer hat im vergangenen Jahr zwei Konzeptionspapiere für die Zukunft der Landstreitkräfte veröffentlicht, die auch – überwiegend von einer Fachöffentlichkeit – zur Kenntnis genommen wurden: Dabei geht es vor allem um die Frage, auf welche Anforderungen die (deutschen) Landstreitkräfte sich künftig einstellen müssen und was sie dafür an Ausrüstung benötigen.

In diesem Jahr ist ein weiteres Konzeptionspapier hinzugekommen, dessen Titel Rüstung digitalisierter Landstreitkräfte zunächst nach weiteren theoretischen Überlegungen für die Zukunft des Heeres klingt. Am Gründonnerstag wurde es auch auf der Webseite des Heeres* veröffentlicht und bislang ebenfalls öffentlich kaum zur Kenntnis genommen. Dabei ist dieses Papier nichts weniger als eine – vernichtende – Abrechnung mit dem gegenwärtigen Planungs- und Beschaffungssystem der Bundeswehr – verbunden mit der Warnung, dass das derzeitige Vorgehen, wie die Truppe ausgerüstet wird, eine Gefährdung der deutschen Sicherheit bedeutet:

Die bisher beschrittenen Wege zur Beschaffung von Ausrüstung für die Bundeswehr führen schon heute zu nicht voll einsatzbereiten Landstreitkräften, für moderne digitalisierte Landstreitkräfte der Zukunft erscheinen sie weitgehend ungeeignet. (…)
Die Verfahren für Planung, Beschaffung und den Haushalts- vollzug sind regelmäßig zu langsam und gefährden so die äußere Sicherheit Deutschlands. weiterlesen

Übersicht A400M: Die Problemberichte

Nachdem das Verteidigungsministerium vor zehn Tagen einen neuen Rüstungsbericht veröffentlicht hatte, war es nur eine Frage der Zeit, bis auch aus dem zweiten, geheimen Teil dieses Berichts Details durchsickern. An diesem Osterwochenende gilt das erst mal für das Transportflugzeug A400M; gleich drei Medien zitieren daraus Einzelheiten.

Zunächst mal aus der offenen Darstellung, wie sie  im öffentlichen Teil des Berichts auf Seite 121 nachlesbar ist:

Inzwischen befinden sich 16 Flugzeuge in der Nutzung. Neben Einsatzprüfung und ergänzender Nachweisführung werden im
Wesentlichen laufende Einsätze der Bundeswehr unterstützt. Insgesamt unterliegt das Programm signifikanten Verzögerungen bei der Auslieferung und dem Fähigkeitsaufwuchs. (…)
Aktuelle technische Probleme schränken weiterhin die Verfügbarkeit ein. Eine mittel- bis langfristige Lösung wird angestrebt. (…)
Hinsichtlich des Fähigkeitsaufbaus im geschützten Lufttransport steht aktuell das Selbstschutzsystem im besonderen Fokus. Das Risiko, dass die taktischen A400M möglicherweise nicht zeitgerecht mit dem im Rahmen von DIRCM vorgesehenen Flugkörperwarner ausgerüstet werden können, birgt die Gefahr einer weiteren Verschiebung der Zeitlinien. (…)
Aufgrund der hohen Anzahl der durch den Auftragnehmer zu vertretenden technischen Probleme und der Unsicherheiten in der Auslieferungsplanung ist die Einsatzbereitschaft aktuell und der Fähigkeitsaufwuchs des A400M in wesentlichen taktischen Fähigkeiten auf der Zeitlinie noch nicht zuverlässig ausplanbar. weiterlesen

Schnöggersburg: Erste Übung mit Kampftruppe

Im Oktober vergangenen Jahres hatte das Gefechtsübungszentrum des Heeres einen Teil der neuen Übungsstadt Schnöggersburg auf dem Truppenübungsplatz Altmark übernommen, in diesen Tagen wurde der urbane Ballungsraum erstmals mit einer Übung von Kampftruppen getestet: Eine Jäger- und eine verstärkte Panzergrenadierkompanie mit Kampfpanzern probierte die Eignung von Schnöggersburg ganz praktisch aus. weiterlesen

EU legt Aktionsplan für militärische Mobilität vor – „Schritt in Richtung Verteidigungsunion“

Nach ihrer Ankündigung vom vergangenen November, die militärische Mobilität in der Europäischen Union zu einem Kernthema zu machen, hat die EU-Kommission am (heutigen) Mittwoch einen entsprechenden Aktionsplan vorgelegt. Ausdrücklich, so sagt es die Kommission, geht es dabei um Schritte der EU in Richtung einer Verteidigungsunion. Sie sollen auch die Bemühungen der NATO, zum Beispiel mit Aufstellung neuer Kommandos zur Unterstützung, ergänzen.

Die EU-Aktivitäten sollen sich dabei auf die Infrastruktur und den Abbau bürokratischer Hemmnisse konzentrieren, die die Bewegung von Truppen und Gerät innerhalb der Union bislang kräftig einschränken – so gelten zum Beispiel für Militärtransporte andere und begrenzendere Regeln für den grenzüberschreitenden Transport von Fahrzeugen oder Gefahrgut.

Ein paar Kernpunkte aus dem Action Plan on Military Mobility:

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Neuer Kasernenname, neuer Traditionserlass: „Militärische Exzellenz allein genügt nicht“

Es ist ein Meilenstein für den Umgang der Bundeswehr mit ihrer Tradition: Erstmals in der Geschichte der Streitkräfte der Bundesrepublik Deutschland wurde eine Kaserne nach einem im Einsatz gefallenen Bundeswehrsoldaten benannt. Zugleich zeichnete Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen eine Neufassung des Traditionserlasses, der den Umgang der Bundeswehr mit ihrer Tradition auf eine neue Grundlage stellt. weiterlesen

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