„Military Mobility“ in Europa: Die EU macht das zu ihrem Thema

Es ist eine gewisse Ironie, dass ausgerechnet ein US-General den Begriff des militärischen Schengen geprägt hat: Der (scheidende) Kommandeur der US-Amee in Europa, Ben Hodges, verglich als einer der ersten die Anforderung an militärische Beweglichkeit von Truppen und vor allem Gerät über die europäischen Grenzen mit dem grenzenlosen Reisen im europäischen Schengen-Raum. Und während das grenzenlose Reisen, auch das eine gewisse Ironie, unter dem Eindruck von Terrorangriffen immer häufiger durch Grenzkontrollen innerhalb Europas eingeschränkt wird, soll die militärische Mobilität künftig viel einfacher werden.

Die Gründe für die Anforderung der Streitkräfte, vor allem in der NATO, sind offensichtlich: in einem Europa des freien Warenaustausches, in dem Lastwagen ohne Grenzkontrolle quer durch die EU unterwegs sind, braucht schon die Verlegung eines Panzergrenadierbataillons aus Deutschland auf einen polnischen Truppenübungsplatz und zurück einen umfangreichen Papierkrieg (wie ich hier vor zwei Jahren schon mal aufgeschrieben hatte). Noch viel schwieriger wird es, wenn Gefahrgut wie Munition quer durch Europa transportiert werden soll.

Für die NATO ist das ein Problem, für die EU, die sich auf den Weg auch zu einer Verteidigungsunion macht, um so mehr. Denn neben physischen Hindernissen wie entsprechend ausgebauten Straßen und Brücken oder fehlenden Eisenbahn-Transportwagen sind vor allem die Vorschriften der einzelnen EU-Länder die größten Probleme für die grenzüberschreitende militärische Mobilität – und fast alle Länder an der Ostflanke der NATO, die im Rahmen der Bündnisverteidigung zunehmen Bedeutung bekommen, sind auch Mitglied der EU.

Die EU-Kommission hat sich jetzt auch offiziell dieser Frage angenommen. EU-Transportkommissarin Violeta Bulc präsentierte am (heutigen) Freitag einen entsprechenden gemeinsamen Vorschlag der Kommission und der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini:

The European Union has a modern transport network that serves the needs of Europeans. These needs can also be of a military nature. The swift movement of military personnel and equipment is hindered by physical, legal and regulatory barriers. This creates inefficiencies in public spending, delays, disruptions, and above all a greater vulnerability. It is high time we maximise civil and military synergies also through our transport network in an efficient and sustainable manner.

sagte Bulc, fügte in ihrer Pressekonferenz in Brüssel aber auch hinzu: Es werde nicht darum gehen, die Priorität der europäischen Verkehrswege vom Vorrang des Zivilen auf das Militärische voranzutreiben. Der zivile Verkehrsfluss dürfte nicht beeinträchtigt werden – aber die Möglichkeiten, zivile wie militärische Nutzung besser zu verzahnen, müssten geklärt und verbessert werden.

Als ein Beispiel nennt die Kommission die EU-Bestimmungen für den Transport gefährlicher Güter: Da gibt es Vorschriften für zivile Speditionen – die aber nicht für Militärtransporte gelten. Wenn Militärtransporte den Regeln entsprechen, sollten sie die gleichen Vorteile genießen wie Zivilfahrzeuge. Das würde die Bewegung von Truppen und Gerät erleichtern.

Der Komissionsvorschlag zum Nachlesen hier; entscheidend ist dabei: Bis zum März kommenden Jahres soll es einen Action Plan geben, der dann die konkreten Schritte benennt. Ein besonderes Augenmerk will die EU dabei auf den Abbau von hemmenden Vorschriften in den EU-Mitgliedsstaaten legen – aber auch auf so naheliegende wie schwierige Vorhaben wie einheitliche zivile und militärische Datenbasen für die Transport-Infrastruktur.

Der heutige Vorstoß der EU steht natürlich auch im Zusammenhang mit den Bestrebungen, eine gemeinsame europäische Verteidigungs- und Sicherheitsunion zu schaffen: Die ersten Schritte dafür wollen die EU-Länder in der kommenden Woche mit der formalen Vereinbarung einer so genannten Ständigen Strukturierten Zusammenarbeit machen, (im EU-Jargon unter dem Kürzel PESCO für Permanent Structured Cooperation bekannt). Das „Military Schengen“ ist eines der Projekte, die zu diesem Anlauf für gemeinsames europäisches Handeln gehören sollen.

Dass die NATO bis zum Februar die Details für den Ausbau ihrer Kommandostruktur mit besonderem Blick auf die Logistik militärischer Bewegung in Europa vorlegen will, die Kommission ihren Action Plan im März, dürfte kein Zufall sein. Beide Bündnisse wollen sich, bei allen unterschiedlichen Aufgaben, in diesem Punkt ergänzen.

(Foto: Stillgelegte Flachbett-Transportwagen der Bahn auf einem Firmengleis bei Brandenburg an der Havel)

26 Kommentare zu „„Military Mobility“ in Europa: Die EU macht das zu ihrem Thema“

  • Klauspeterkaikowsky   |   10. November 2017 - 13:36

    Die „Zentrale militärstrategische Planungsstelle der Europäischen Union“ war beratend beteiligt, mit DEU Uniform wer?

  • Thomas Melber   |   10. November 2017 - 16:07

    Man könnte sich dabei auch des Themas „Besuchskontrollverfahren“ (BKV) annehmen.

    [Müssen wir das jetzt alle googeln oder sagen Sie uns, was das mit dem Thema zu tun hat? T.W.]

  • Langnase   |   10. November 2017 - 16:09

    Die Homepage der EU zum Transeuropäischen Transportnetzwerk: https://ec.europa.eu/transport/themes/infrastructure_en gibt einen Überblick über die europäischen Verkehrskorridore und deren Ausbaupläne.

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   10. November 2017 - 17:14

    Nimmt Schwung auf, das Thema.
    http://www.tagesschau.de/ausland/militaer-nato-eu-101.html
    Wenn Tagesschau dran ist, werden Reaktionen erwartbar sein.
    Die EU spricht zwar nicht von Moskau oder Russland, die NATO (Stoltenberg) äußert sich dazu allerdings ehrlicher.
    Sicherzustellen, dass Straßen breit und Brücken stabil genug, dass Schienenwege überhaupt vorhanden sind, um schweres Mat in Krise und Krieg zügig von A nach B zu befördern ist Voraussetzung jeglicher Handlungsfähigkeit. Im Gegenteil, es kann sogar deeskalierend wirken, wenn deutlich wird, die (NATO) haben das drauf.
    Die im vorherigen Faden angesprochene Anpassung operativer HQs, dabei auch ein logistisches soll (wieder) entdeckten Herausforderungen gerecht werden.

    Die Bedeutung reibungslos arbeitender E-Transportinfrastruktur werden Verantwortliche in der Geschichte des Großen Generalstabes nachlesen können.
    1914:
    – Der reibungslos verlaufende Aufmarsch der deutschen Truppen an der Westfront zeigt auf, wie sehr die Bahn bereits lange vor Kriegsbeginn in militärstrategische Planungen einbezogen worden war.
    – Nach den Forderungen der Heeresverwaltung mussten auf allen wichtigen Strecken Militärzüge mit 110 Achsen und 600 t Zuggewicht in beide Richtungen gleichzeitig verkehren können, plus schienenfreie Gleiskreuzungen sowie für militärische Zwecke geeignete Verladerampen.
    Schlieffen und Moltke d.J. trugen Sorge, dass es eine extra „Eisenbahnabteilung“ gab, gleichberechtigt neben weiteren innerhalb der Abteilung 2 „Aufmarschabteilung“.
    Sofern „wir“ diese Lehre: „Vorbereitung (ist) fast alles“, vergessen haben sollten, Partner offenbar nicht.

  • Panzerhurra   |   10. November 2017 - 19:45

    Das traurige Bild des vor sich hin siechenden Waggons spiegelt sinnbildlich unsere Fähigkeiten bei der schnellen Verlegung von Truppen im E Transport wieder……. Schön gewählt.

  • Elahan   |   10. November 2017 - 21:02

    Ich glaube im Spannungs-/Ernstfall gibt es nirgens auf der Welt eine größere Dichte an Tiefladern als in Europa und Gleise wäre das erste, was zerstört wird.

    Evtl haben wir im Grundbetrieb ein gefühltes Problem, weil Übung eben Übung ist und die Aktivierung der privaten Komponente nicht gemacht eingeplant wird. Auch wären, wenn es darauf ankommt ziv Bestimmungen bestimmt eher ein geringeres Problem.
    Friedensbetrieb in Europa ist eben anders als in den USA/Russland.

    Aber es zeigen sich ja Fortschritte:
    „Pesco ein ambitionierter, verbindlicher und inklusiver europäischer Rechtsrahmen für Investitionen in die Sicherheit und Verteidigung des EU-Territoriums und seiner Bürger“, heißt es im der Süddeutschen Zeitung vorliegenden Dokument, das die Minister von mehr als 20 EU-Staaten am Montag unterzeichnen werden.

  • MA   |   10. November 2017 - 21:39

    @ TW

    Bei einem „Besuchskontrollverfahren“ (BKV) wird mit entsprechendem Formblatt auf dem Dienstweg über die jew. Botschaften der Antrag gestellt z.B. im Rahmen einer Dienstreise etc. in ein NATO Land reisen zu dürfen.

    Neben den verschiedensten Daten zur Person werden Informationen zur Art, Grund, Dauer, Geheimhaltungsgrad etc. werden detaillierte Angaben zum POC und zu ein und Ausreise abgefragt.

  • Alarich   |   10. November 2017 - 23:09

    Elahan | 10. November 2017 – 21:02

    Sie sind in der Luftwaffe gut
    Ein Zug hat eine Länge von 800 m
    1 Wagen T 3000 kann 2 Statelauflieger Transportieten
    Sie Müssen Rechnen wie viel LKW da transprtiert werden
    ohne Satelauflieger sind das bis zu 4 Container was da Aufgeladen wird

    Im Erstfall geht das nicht wirklich ohne Eisenbahn
    Sie müssen berechnen wie viel Log Btl dafür Betreiben müsste nur um 2 Züge zu Betreiben
    und in der USA und Kanada da ist keine Oberleitung da fahren die Container Züge Doppel beladen
    Darum würde es zeit Faktor Eisenbahn zu überdenken
    den im Erstfall muss man auch Schweresgerät an die Front bringen
    wenn man ganz Vorne Natürlich nur über LKW an die Richtigen Btl s Liefern kann
    und die schweren LKW Brauchen auch Brücken die Gleicher Massen Zerstört sind

    Nur ein Richtiges Konzept sind die Neuordnung an Stellwerke ,
    Ersatzteile dafür und Mehr Dieselloks erforderlich aber das ist den Köpfe leider noch nicht angekommen

  • tluassa   |   11. November 2017 - 4:02

    „Es ist eine gewisse Ironie, dass ausgerechnet ein US-General den Begriff des militärischen Schengen geprägt hat: Der (scheidende) Kommandeur der US-Amee in Europa, Ben Hodges …“

    Der gleiche Ben Hodges, dem seit einiger Zeit ein gewisser Herr Rohrschneider als Chief of Staff was ins Ohr flüstert :)

  • Insider   |   11. November 2017 - 7:23

    @Alarich
    bis Sie Ihr schweres Gerät mit der Bahn an die „Front“ bringen, sind alle wichtigen Knotenpunkte bereits durch gegnerische Flugkörper, Drohnen etc. zerstört.
    Als Gegner würde ich mich freuen, wenn ein 2km langer Zug mit mil. Gerät auf mich zurollt, da wird mir das Ziel auf einem Silbertablett serviert.

    Aus meiner Sicht muss das, für ein LV/BV Szenario benötigte Gerät, bereits lange vorher hier stationiert werden. Das geht auch im Strassentransport. Dort brauchen wir allerdings einfachere Verfahren und Ausnahmen im Vergleich zum ziv. Güterverkehr und vor allen Dingen wieder Depots (die gibt es nämlich auch kaum noch)
    Im Ernstfall ist es, mit den heutigen Möglichkeiten der abstandsfähigen Aufklärung und Wirkung, dafür zu spät.
    So lange wir keine ausreichend wirksame Luftverteidigung und Flugkörperabwehr haben, können wir uns den Rest sparen.

  • Thomas Melber   |   11. November 2017 - 9:54

    @Insider
    Bei einem „forward deployment“ ist auch Transport per Schiene möglich, da es ja noch keine Kampfhandlungen gibt.

    Sie unterschätzen die Ausfallraten beim Landmarsch über lange Entfernungen, insb. bei Kettenfahrzeugen „auf eigener Kette“.

    Depots ergeben nur Sinn, wenn deutlich (sic!) mehr Material als für den Tagesdienst und die Einsätze benötigt verfügbar ist. Ich wüßte z.B. nicht, wie sich die Bw derzeit daran beteiligen könnte.

  • politisch inkorrekt   |   11. November 2017 - 10:40

    @Insider

    Das Problem mit den vorn in Depots eingelagerten Material ist aber die zu erwartende Neuralisierung durch Marschflugkörper in einem angenommenen Überraschungsangriff aus dem Osten. Der gleichen Herausforderung sehen sich auch die polnischen SK um Kaliningrad und das eFP BTL ausgesetzt.

    Vorn stationiert/gelagert=Ausfall bei Überraschungsangriff=Baltikum verloren
    Aufbau von Logistik+Follow on Forcres=Baltikum ist nur im Gegenangriff zu nehmen

    Schöner Mist.

    pi

  • FK70   |   11. November 2017 - 10:41

    Die ganzen Themen der letzten Tage (NATO, VtdgUnion, Beschaffungen etc.) können vergessen werden, wenn nicht ein klares Bekenntnis von Jamaika zu den Trendwenden etc. kommt. Mit Stand gestern Abend wurden kritische Bw/SiPo-Fragen wieder vertagt. Evtl. werden diese am So von den Parteispitzen erneut beraten.
    Weder beim VtdgHH, den Trendwenden Personal oder Material noch für spezifische Rüstungsprojekte wie u.a. bewaffnungsfähige Drohnen hätte es einen Konsens gegeben. Auch das Weissbuch 2016 als Bezugsdokument wollten die Grünen nicht aufgenommen wissen. Wo soll das nur hinführen?
    Vielleicht muss ich aber auch nur akzeptieren, dass ich in einer Bundeswehr diene, die Politik nicht wirklich will :-(

  • Alarich   |   11. November 2017 - 11:31

    Insider | 11. November 2017 – 7:23

    Ich Schrieb auch das ganz Vorne das Log Btl s das Natürlich Übernehmen
    Die Reichsbahn wurde relativ schnell wieder in Betrieb genommen , Heute gäbe es Maschinen die sehr schnell sind , aber das gerät müsste gekauft werden das es Rechtzeidig an die wichtige Punkte Stationiert werden müsste Bzw in der Nähe weil Vorort würde es auch Zerstört

    Aber 40 Zusätzliche LKW Fahrer ( für ein Zug ) bei jetzt schon durch Geburten schlechte Jahrgänge ist auch eine Logig
    Da die Fahrzeuge auch wieder Zurück müssen
    und dann kommt die Wartezeit auch noch dazu
    weil die Industrie auch nicht jeden Tag Liefern kann , die hätte auch Ausfälle durch die Angriffe von der Luft
    ein Eisenbahn wagen stellt man hinein
    und holt man wieder wenn er Beladen ist

  • T.Wiegold   |   11. November 2017 - 11:34

    @FK70

    Hm, wäre nett, wenn jetzt nicht durch die Hintertür das Thema Sondierungs/Koalitionsgespräche hier reingebracht würde… Das ich insbesondere deshalb bislang hier nicht aufgegriffen habe, weil es außer extrem vagen Wasserstandsmeldungen nicht wirklich sinnvolle Informationen gibt.

    Zudem: Was die NATO und die EU vorantreiben, zudem die für Montag vorgesehene Unterzeichnung der PESCO-Absichten, ist vorerst nur sehr, sehr mittelbar abhängig von deutschen Koalitionsquerelen. Deutschland spielt da zwar eine wichtige Rolle, aber es ist ja nicht so, dass bei schwächerer Unterstützung aus Deutschland die NATO aufgelöst würde… Aber vielleicht können wir das, was hier OT ist, verschieben bis zu klareren Aussagen aus dem erwarteten Koalitionsumfeld?

  • MA   |   11. November 2017 - 11:37

    @ tluassa | 11. November 2017 – 4:02

    General Hodges braucht keinen, erst Recht keinen Deutschen General, um ihm zu der Thematik etwas „ins Ohr zu flüstern“.

    Die Probleme, nicht nur beim Transport etc., waren bereits bei der IVJTF 2015 sehr deutlich zu erkennen. Es ist in diesem Bereich auch viel an Wissen und Kompetenz verloren gegangen. Leider mussten die damaligen Berichte, insbesondere zu den Deutschen Fähigkeiten „hübsch“ ausfallen, während ein General Hodges sie klar angesprochen hat.

  • FK70   |   11. November 2017 - 12:28

    @ T.W.: machen wir so. Zwar gibt es bereits einige bedingt hoffnungslos wirkende Aussagen, aber diese sind vmtl. nicht vor morgen / nächste Woche konsolidiert. Bezgl. PESCO und der damit verbundene Mittelverwendung (überjähriger HH / Kontrolle) haben m.W. die Grünen ihre Schwierigkeiten. Und ja, damit wird PESCO nicht scheitern, aber wenn DEU als wesentlicher Treiber plötzlich auf die Bremse treten würde, wäre dies für unsere Partner mehr als unverständlich. Wie gesagt, wir schieben, da OT :-)

  • Insider   |   11. November 2017 - 13:12

    @Thomas Melber
    ich habe ja auch geschrieben das das Material vorher da sein muss, bevor es zu Kampfhandlungen kommt. Wenn es schon knallt, dann würde ich nichts mehr gesammelt auf der Schiene transportieren.
    Die Frage ist dann, wo lassen wir das Material stehen wenn es noch nicht gebraucht wird? Draußen am Strassenrand oder zumindest gedeckt in irgendwelchen Depots und Liegenschaften. Fakt ist, es muss vor Flugkörpern, Bomben und Drohnen geschützt sein. Egal wo.

  • Thomas Melber   |   11. November 2017 - 13:31

    Es wäre interessant zu erfahren, welche 47 Projekte denn im Rahmen von PESCO angeschoben werden sollen und wer jeweils lead nation ist (sofern vorgesehen) bzw. wer sich wo beteiligt.

  • Elahan   |   11. November 2017 - 15:52

    @Insider

    Dislozieren ist das Zauberwort, zentrale Depots war gestern.

    In Europa gibt es tausende Kilometer unterirdische Stollen und Gänge (gerade in Polen).

    Das Problem ist eher nicht wo wir was Bunkern, sondern erstmal müssen wir was haben zum Verstecken.

    @Thomas Melber

    1. Step: Member States presented a list of common commitments in September 2017 in the main areas of Protocol 10 to the Treaty, notably defence investment, capability development and operational readiness.

    2. Step: Participating Member States will send a ‘common notification’ to the Council and the High Representative, which includes the list of common commitments, indicating that they are willing and able to fulfil the requirements of a permanent structured cooperation in the field of defence.j

    3. Step: Following the notification, a Council decision establishing PESCO to be adopted by qualified majority before the end of 2017.

    https://eeas.europa.eu/headquarters/headquarters-Homepage/34226/permanent-structured-cooperation-pesco-factsheet_en

    Also m.W. sind die Niederlande z.B. für den mili Schengenraum vorgeplant ;-)

  • 0815   |   11. November 2017 - 16:55

    Ein Blick zu Transwaggon lohnt sich!
    Ein Blick zurück zu dem wozu wir einmal fähig waren ebenfalls.

    Flachbahn Waggon Typ RLS oder KLS sollte ja noch verfügbar sein. Rollen täglich auf unseren Schienen. TWA`s werden von Transwaggon vermietet, hatte m.E die Bw sogar als eigene mit „Eisernen Kreuz“ darauf.
    Haben wir überhaupt noch entsprechende „Kettenpool`s“ und „Keile“ in „irgendwelchen nicht voreilig aufgelösten Depots ? Ohne diese brauchen wir gar nicht anzufangen bei den Flachbettwagen. Von der Notwendigen „Tonnage“ auch abgesehen. Da bleibt derzeit nur die Reihe TWA 800-TWA 1060 (LAADS,LAADKS usw). Simples zuverlässiges Prinzip. Für Rad und Kettenfahrzeuge.
    Eine Suche bei der DB nach LAADS etc erübrigt sich fast ;-) die trifft auch keine Schuld.
    Die Politik hat den Bedrohungszustand beendet und steht nun vor einem Scherbenhaufen. Kommandos hin oder her, Mobility dazu, welche Divisionen und Brigaden sollen denn verschoben werden? Wann?

    AMF aufgelöst! Brauchte keiner mehr…aber da war Expertise,Erfahrung und Jahrelanges Üben fakt, auch ohne irgendwelche „Umschlagkompanien“ wurde vom Lufttransport, Bahntransport und Schiffsverladung (unter den Argusaugen des SUPERCARGO) alles „beherrscht“.
    Immerhin hat man ja das Problem wieder erkannt. Hoffnung stirbt zuletzt.

    Und richtig, das Material MUSS vorher vor Ort sein…Ich erinnere hierzu an ein in Nord-Norwegen (ehemals) eingelagertes Artilleriebataillon. Lang ist es her.

  • S O   |   11. November 2017 - 20:51

    @politisch inkorrekt:

    Munitionsdepotgebäude sind normalerweise ein unwirtschaftliches Ziel für Marschflugkörper. Die Russen wissen ja nicht, was wo gelagert ist (bzw. sollten es nicht wissen). Depotbunker mit 155 mm Munition reachtfertigen normalerweise nicht die im Durchschnitt für die Vernichtung nötigen 1,5-2 Marschflugkörper.

    Da muss man sich viel mehr um wirkliche Hochwertziele und Infrastruktur Sorgen machen:

    – Oderbrücken (Kein NATO Land hat militärische Rerparaturausrüstung für Eisenbahnbrücken mit solcher Spannweite. Darüber habe ich schon gebloggt.)
    – Typhoons (zumeist in Schutzbauten & Wartungshallen)
    – Rafales (dito)
    – Tornado ECR (dito)
    – E-3 und andere AEW Flugzeuge in Europa
    – demnächst F-35er in Europa (scheinbar in ganz wenigen Schutzbauten / Zelten aufindbar wenn man den Kommentaren auf AG trauen mag)
    – die paar Dutzend M3 Amphibien in D & UK + die französischen Äquivalente (die Polen usw. haben nichts Brauchbares, das Leo2 trägt)
    – Weichselbrücken
    – abgestellte Radarfahrzeuge von Patriot und SMAP/T Batterien
    – die Handvoll symbolische air policing Jäger im Baltikum
    – britische und französische Flugzeugträger im Hafen (nur wegen der Flugzeuge an Bord – die Schiffe sind nutzlos in Europa)
    – nicht gehärtete NATO Gebäude von JFC Brunssum, AIRCOM, CAOC
    Damit hat man einige Hundert russiche Iskander & ALCMs beschäftigt.
    Wenn man dann noch Munitionsdepots hinzufügt, dann Schutzbauen mit den Russen bekanntem Lenkwaffeninventar.

    Dazu noch polnische Kasernen eines Divisionsäquivalents ganz nah an Kaliningrad dran (konventionelles Bombardement, Artillerieangriff & Überrenngefahr).

  • Pio-Fritz   |   12. November 2017 - 10:53

    Ich bin überrascht, wieviele Kommentatoren sich beim Thema „mobility and infrastructure“ gleich im Krieg befinden.

    Natürlich gab es das alles schon mal, aber eben nur bis zur Elbe und unter anderen politischen Gegebenheiten. Im Wesentlichen geht es doch erstmal um den Abbau bürokratischer Hürden und Evaluierung des Ist-Zustandes.
    Diskussionen um Eisenbahnwaggons betrachten da nur einen nachrangigen Aspekt. Zur Not werden diese bestellt und sind relativ kurzfristig verfügbar. Wo und bei wem auch immersie aufgehängt sein mögen.

    Und die Ausführungen zu Waffen, Bombenzielen un Bombardierung sowie Dislozierung von Personal und Material sind in diesem Stadium viel zu früh.

  • Alarich   |   12. November 2017 - 19:55

    Pio-Fritz | 12. November 2017 – 10:53

    Loks werden zu Zeit 2 Jahre Vorher Bestellt
    Manche werden dann davor noch Vorverträge

    aber mit Wagen und Loks ist auch nicht gewonnen

    wenn Gleise fehlen
    und viele Firmen haben nicht mal einen Gleisanschluss mehr

    Ja Ende 2Wk als Eisenbahn wegen Bombartemens
    mussten ganze PzBtl aus der Front genommen werden um das Gerät zu holen

    und Ökonomisch ist das auch nicht wenn wenn Pz und BPz und BPz und Boxer auf der Schiene Fahren und die LKW ,Wolf ,Unimog auf der Straße Folgen müssen weil keine Wagen da sind

    Deshalb sind wir noch nicht im Krieg nur zu Manöver

    und nicht zu Vergessen wie viel Gerät heute Gefahren wird

  • S O   |   12. November 2017 - 19:57

    Nicht im Krieg, aber in Gedanken ebi Abbschreckung.

    Was im Falle eines überraschenden russischen Angriffs in den ersten Stunden zu Bruch gehen würde hat praktisch keinen Abschreckungswert gegen einen Überraschungsangriff.