Geplanter Auftrag an Kriminologen Pfeiffer zur „Inneren Lage Bundeswehr“ noch offen

Der Auftrag an den Kriminologen Christian Pfeiffer, die innere Lage der Bundeswehr zu durchleuchten, bleibt vorerst offen. Der Hannoveraner Professor habe ein wissenschaftliches Konzept dazu vorgelegt, das jetzt geprüft werde, erklärte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am (heutigen) Dienstag. Im Herbst werde entschieden, ob das Forschungsvorhaben so in Auftrag gegeben werde. Zuvor hatte die Grünen-Verteidigungspolitikerin Agnieszka Brugger nach einer Sondersitzung des Verteidigungsausschusses mitgeteilt, das vorgesehene Gutachten Pfeiffers werde offensichtlich nicht wie geplant umgesetzt.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hatte im März nach bekanntgewordenen Vorfällen von Schikane, sexueller Nötigung und Drangsalierungen in der Truppe den Auftrag an Pfeiffer angekündigt. Dagegen regte sich allerdings Widerstand – sowohl in der Truppe, nachdem der Kriminologe die Erwartung geäußert hatte, dass er bei seinen Untersuchungen auf Fälle von Vergewaltigung und Orgien stoßen werde; aber auch vom Beirat Innere Führung (siehe unten).

Konkret hatte Generalinspekteur Volker Wieker den Auftrag an Pfeiffer in einem Schreiben an den Verteidigungsausschuss im März benannt:

Im Ergebnis der Analyse „Innere Lage Bundeswehr“ werden die nachfolgenden Maßnahmen veranlasst:
(…)
• Um einen gleichermaßen professionellen wie methodisch erfahrenen Außenblick auf die Innere Lage der Bundeswehr zu gewährleisten, soll zur weitergehenden Analyse der vorhandenen Daten externer wissenschaftlicher Sachverstand hinzugezogen werden. Prof. Dr. Pfeiffer, ehem. Leiter Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen, wird im Rahmen einer systematischen und vertiefenden Analyse die identifizierten Handlungsfelder in den Blick nehmen, mögliche Schwachstellen identifizieren sowie Vorschläge zur Schulung und Weiterbildung von Fachpersonal, aber auch zur Verbesserung unserer Methodik entwickeln helfen.

Pfeiffer selbst hatte sich Ende April in einem ZDF-Interview dazu geäußert – genau an dem Tag, an dem die Ministerin ebenfalls im ZDF ihr umstrittenes Interview gab, in dem sie der Bundeswehr Haltungsschwäche und ein Führungsproblem vorwarf:

Insbesondere Pfeiffers Aussage darin (ab ca. Minute 2:25)

Ich rechne damit, dass es Vergewaltigungen gibt; dass es wüste sexuelle Orgien gibt, die bei Ritualen, wenn ein Neuling kommt, üblich sind. Das gibt es in Gefängnissen, das gibt es in Internaten, das gibt es in allen geschlossenen Organisationen, dass da Dinge laufen, die verboten sind und die schlimm sind und die massive Belastungen für die Betroffenen darstellen. Und da muss man ran.

hatte in der Bundeswehr Empörung ausgelöst und die Stimmung für eine Beteiligung an einer solchen Untersuchung nicht gefördert.

Der Beirat Innere Führung des Ministeriums sprach Ende Juni mit dem Kriminologen. Anschließend schrieb der Beiratsvorsitzende Thomas Kossendey, früherer Parlamentarischer Staatssekretär, einen sehr deutlichen Brief an von der Leyen – die wesentlichen Passagen:

Der Beirat war einvernehmlich der Meinung, dass diese wissenschaftliche Untersuchung zum gegenwärtigen Zeitpunkt der Bundeswehr eher schaden als nutzen würde. Wir sehen die Gefahr, dass wegen der gegenwärtig sehr angespannten Stimmung in der Truppe eher Gräben vertieft als zugeschüttet werden. Aufgrund unserer Gespräche bei Truppenbesuchen besteht die Gefahr, dass die Beteiligung an den geplanten Befragungen so gering ausfällt, dass ein vorzeigbares Ergebnis nicht erreicht werden kann.
Prof. Dr. Pfeiffer konnte in seinem Vortrag und dem anschließenden Gespräch den Beirat nicht davon überzeigen, dass er eigentlich „das Gute“ in der Bundeswehr ans Tageslicht fördern wolle, wie er seine Absicht formulierte.
Insbesondere seine öffentlichen Einlassungen, aber auch schon seine dem Verteidigungsausschuss zugeleitete Projektskizze („Spitze des Eisberges“) lassen den Beirat an einer unvoreingenommenen und ergebnisoffenen Untersuchung zweifeln.
Darüber hinaus scheint der Auftrag an Prof. Dr. Pfeiffer seit Ihrer ersten Anregung immer mehr auszuufern, sowohl was den Untersuchungsgegenstand, als auch was den Zeithorizont angeht.
Sehr wenig haben wir zudem darüber gehört, welchen Nutzen für die Bundeswehr sich Prof. Dr. Pfeiffer erwartet.
Obwohl der Beirat direkt zuständig dafür nicht ist, haben wir uns gefragt, ob die zuständigen Beteiligungsgremien im BMVg damit befasst worden sind – ebenso die Frage aufgeworfen, ob eine so große Untersuchung ohne Ausschreibung vergeben werden kann. Wir haben zudem den Eindruck, dass sowohl im Ministerium als auch beim Wehrbeauftragten noch Klärungsbedarf besteht, wie Datenschutz und Datensicherheit gewährleistet werden sollen.

Möglicherweise sind die vom Beirat genannten formalen Gründe – Ausschreibung und Datenschutz – die Punkte, an denen die Untersuchung jetzt doch noch scheitern könnte. Die offizielle Aussage von einer Entscheidung im Herbst lässt ja einen weiten Interpretationsspielraum zu, ob noch vor oder erst nach der Bundestagswahl Klarheit kommen wird.

(Archivbild 2010:  Pfeiffer in der Bundespressekonferenz in Berlin – Thomas Trutschel/photothek.net)

45 Kommentare zu „Geplanter Auftrag an Kriminologen Pfeiffer zur „Inneren Lage Bundeswehr“ noch offen“

  • Klauspeterkaikowsky   |   05. September 2017 - 19:25

    Der Kriminologe Christian Pfeiffer ist sicher von großartiger Reputation, in seinem Fach. Die innere Lage der Bundeswehr zu durchleuchten, sollte er sich aber bitte nicht antun müssen.
    Auf die Gefahr der Steinigung hin: Diesem Thema kann nur umfänglich gerecht werden, sofern persönlicher Bezug zu Deutschen Streitkräften besteht.
    Angelesenes mit Verständnis dass unter die Haut geht, sowie Lernerfolg im Empirischen mittels Interview Betroffener bliebe sträflich oberflächlich.

  • closius   |   05. September 2017 - 19:47

    Pfeifer ist ein umstrittener Gutachter, dem es um Medienöffentlichkeit geht. Und Medienöffentlichkeit bekommt er nur., wenn die BW bei seiner Untersuchung schlecht wegkommt. Würde seine Untersuchung zu dem Schluß kommen, daß die innere Lage der BW gut wäre, würden sich die Medien dafür kaum interessieren.

    Und er hätte wissen müssen, daß seine Äußerungen, daß Vergewaltigungen, Rituale und Orgien ans Licht kommen werden unprofessionell sind, weil er damit eine bestimmte Erwartungshaltung seiner Befragungen vorgibt und in jedem gerichtlichen Verfahren wäre er wegen den Äußerungen wegen Besorgnis der Befangenheit abgelehnt worden.

    Daß jetzt sogar der Beirat der inneren Führung befürchtet, er sei nicht unvoreingenommen, ist natürlich sehr interessant.

    Die Frage nach dem Nutzen lässt sich leicht mit keinem Nutzen beantworten. Denn selbst wenn noch ein paar Rituale, Vergewaltigungen usw. dadurch bekannt würden oder aufgedeckt würden, wäre das Echo der Öffentlichkeit darauf vernichtet für die Truppe, ohne daß sich dadurch irgendetwas verbessern würde.

    Die BW ist die demokratischste Armee die Deutschland je hatte und keine menschenverachtende Schleifertruppe.

    Wenn man was verbessern will,. dann müsste man die Fehlentscheidung der Abschaffung der Wehrpflicht zurück nehmen oder eine allgemeine Dienstpflicht einführen, weil eine freiwilligen Armee wird immer vor allem Rechte anziehen oder Leute die auf Waffen oder Autorität stehen. Und gerade in Zeiten von Personalproblemen muß eine Freiwilligenarmee auch Personal nehmen, was man bei einer Wehrpflichtarmee ablehnen würde.

    Und eine Freiwilligenarmee kann sich leichter zum Staat im Staate entwickeln.

    Die Untersuchung durch Pfeiffer ist also überflüssig und kann die wahren Probleme der BW nicht lösen.

    Ohne Wehrpflicht kann die Innere Führung nicht auf Dauer funktionieren.

  • Teute   |   05. September 2017 - 19:56

    Diese Maßnahme erinnert eher an die dunklen Zeiten der hl. Inquisition.. Einen Kriminologen zu beauftragen die Bundeswehr zu“ durchleuchten“. Da ist man wirklich sprachlos. Und nicht nur das. Es ist gerade zu erschreckend wie der Umgang des Ministeriums mit der Bundeswehr zunehmend totalitäre Züge annimmt. „Ich rechne damit, dass es Vergewsltigungen gibt..“ Ich erwarte von der Generalität, dass sie sich dieser unbotmäßigen Verdächtigungen gegenüber verwahrt und diese in Form des GI’s nicht auch noch anführt! Wo bleibt hier der Aufstand des Gewissens?

    „Schurken die ihre Bärte zwirbeln sind leicht zu erkennen. Jene aber die sich in den Mantel der Tugend und der Rechrschaffenheit hüllen sind jene, nach denen wir Ausschau halten müssen..“

  • Bürger   |   05. September 2017 - 20:01

    @ closius | 05. September 2017 – 19:47:

    „Würde seine Untersuchung zu dem Schluß kommen, daß die innere Lage der BW gut wäre, würden sich die Medien dafür kaum interessieren.“

    Sind Sie sich da ganz sicher? ;)

  • Klauspeterkaikowsky   |   05. September 2017 - 20:04

    @closius
    „Ohne Wehrpflicht kann die Innere Führung nicht auf Dauer funktionieren“.
    Zustimmung, uneingeschränkte.
    Provoziert bei mir aber die Gegenfrage, ob eine Freiwilligen-/Berufsarmee die vorhandene/praktizierte InFü überhaupt – oder Anderes – braucht?

  • Bürger   |   05. September 2017 - 20:14

    @ Klauspeterkaikowsky | 05. September 2017 – 19:25:

    „Auf die Gefahr der Steinigung hin: Diesem Thema kann nur umfänglich gerecht werden, sofern persönlicher Bezug zu Deutschen Streitkräften besteht.“

    Laut Wikipedia hat Herr Pfeiffer Wehrdienst geleistet und ist als ROA ausgeschieden.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Christian_Pfeiffer

  • closius   |   05. September 2017 - 20:33

    @KPK: einen persönlichen Bezug zu den Streitkräften wird man Pfeiffer nicht völlig absprechen können, denn laut Wikipedia hat er Wehrdienst geleistet zum Reserveoffiziersanwärter und dafür müsste er eigentlich 2 Jahre gedient haben.

    Aus seiner Äußerung mit den geschlossenen Institutionen hätte ich geraten, daß er ungedient ist, weil die Äußerung keine persönliche Erfahrung mit der BW erkennen lässt., was offensichtlich falsch ist. Ich vermute eher, daß sein Dienst nur noch eine verdrängte Erinnerung ist und er sich nur noch als Kriminologe sieht, der die BW seziert und dessen Erfolg umso größer wäre, umso mehr Skandale/Delikte er aufdecken kann.

  • T.Wiegold   |   05. September 2017 - 20:47

    @Teute

    Hl. Inquistion, Aufstand des Gewissens… meine Güte. Und das wg. einer Entscheidung, die vor einem halben Jahr getroffen wurde – da wirkt die Aufregung nach dieser Zeit doch ein bisschen übertrieben. Auch die Aussagen Pfeiffers sind vom April und keineswegs unbekannt…

  • T.Wiegold   |   05. September 2017 - 21:18

    Ob ein Wissenschaftler Soldat gewesen sein muss, um sich mit der Bundeswehr beschäftigen zu dürfen – diesen OT, der an Kaisers Zeiten erinnert, lassen wir bitte.

  • Keng   |   05. September 2017 - 21:24

    ÄHH, … wiebitte?!
    Dass Pfeiffer die innere Lage der SK „durchleuchten“ soll, ist irgendwie an mir vorbeigerutscht.
    Als Einer, der im Studium (UniBw HH Jg.96) angefangen und danach weiter in den Nuller-Jahren wettkampfmäßig Shooter (CS) gespielt hat, sehe ich Pfeiffer ausgesprochen kritisch.
    Unter der Betrachtung seiner Vorgeschichte(n) kann ich mir nicht vorstellen, dass Pfeiffer einen belastbar objektiven Beitrag zur Inneren Lage liefern kann. Dafür ist seine politische Vergangenheit und seine daraus ableitbare Zielrichtung zu sehr erkennbar.

  • aufreger   |   05. September 2017 - 21:34

    @ closius und KPK

    Ihre Aussage, daß die Innere Führung auf Dauer nur mit der Wehrpflicht funktioniert, heißt bitte was genau für die Zeit-/Berufssoldaten?

  • AoR   |   05. September 2017 - 21:35

    Eine Bundeswehr, welche als Arbeitgeber am Arbeitsmarkt wettbewerbsfähig ist. Nun so oder so ähnlich versteht die IBuK ihren Auftrag.

    Die Frage ist nur, ob eine Armee, welche einen militärischen Auftrag erfüllt, nach innen darstellen kann, was sie in Werbemitteln zu vermitteln sucht.

    Da kann man von politischer Ebene so viel Prügel seitens Exzentrikern androhen alas Kriminologen uns Corporate Compliance & Code – Predigern wie man will.

    Und ob Hierarchie und Uniform nun Menschen aus dem rechten Spektrum anlockt oder nicht, ändert nichts am Auftrag selbst, welcher wiederum Hirarchie und Uniform zu seiner Auftragserfüllung bedarf.

    Eine Armee wird an ihren Auftrag angegliedert, und nicht an der politischen Mode und ähnlichen Zeichen der Zeit.

    Was aber auch klar sein muss, mit den Skandalen der letzten Monaten sollte man sich am Arbeitsmarkt nicht all zu viel Hoffnung machen.

    @Closius trifft den Nagel auf den Kopf: Wehrpflicht und Gesellschaftsbezug der Truppe.

    P.S: Soldat ist Berufung, kein Beruf. Wen die Abschiedsrede (Apell) von 2005 des GM Trull gefallen hat, wen das Anspricht, den nimmt die Truppe doch mit Handkuss.

  • JD Müller   |   05. September 2017 - 21:44

    Die BRD unterhält eine Parlamentsarmee. Alle haben u.a. geschworen das GG zu achten, welches für alle Bürger gilt – auch für Beamte und Soldaten. Die Kontrolle übt das Parlament aus.
    Die durchschaubaren Versuche den Ansatz einer externen Untersuchung zu verhindern sind bezeichnend für den Chorgeist der durch die Reihen der Bundeswehr insgesamt wabbert und dies bis zur höchsten Führung. Was spricht gegen eine externe Untersuchung – Angst?!

  • Koffer   |   05. September 2017 - 22:35

    @JD Müller | 05. September 2017 – 21:44
    „Die durchschaubaren Versuche den Ansatz einer externen Untersuchung zu verhindern sind bezeichnend für den Chorgeist der durch die Reihen der Bundeswehr insgesamt wabbert und dies bis zur höchsten Führung.“

    1. Gesungen wird heutzutage nur noch wenig (Chor und so…).
    2. Korpsgeist ist in einer Armee gut und übrigens sogar gesetzlich vorgeschrieben (§ 12 SG).
    3. Behauptungen Ihrerseits machen noch keine Tatsachen.

    „Was spricht gegen eine externe Untersuchung“

    1. Keine Notwendigkeit
    2. Steuerverschwendung
    3. Bringt ohne Not Unruhe
    4. Vermittelt nach Innen und Außen ein falsches Bild
    5. Falsche Person

    “ – Angst?!“

    Nein. Genervt: ja.

  • Zimdarsen   |   05. September 2017 - 22:52

    @JD Müller

    “ Was spricht gegen eine externe Untersuchung – Angst?!“

    Nein, das Recht und die Freiheit welche auch für Saatsbürger in Uniform gilt.

    Es ist in einem Rechtsstaat ein grundlegendes Verständnis, es muss einen Konkreten Verdacht geben und für die Verfahren gibt es DV und Staatsanwälte.

    Die Basis zum Dienstgeber ist Treue im Gegenzug gibt es Fürsorge.
    Das was jetzt geschieht, hat mit Vertrauen nichts zu tun.

    Warum lehnt jeder von uns selbstverständlich ab, dass seine Familie einfach mal durchleuchtet wird? Angst?

  • Hans Dampf   |   05. September 2017 - 23:24

    @ aufreger:

    Trotz Aussetzung der Wehrpflicht wurde 2014 an der FüAk immer noch die Eselsbrücke „LIMO“ (Legitimation, Integration, Militärische Ordnung) zum Thema „Innere Führung“ gelehrt, wobei der Part „Integration“ (der Streitkräfte in die Gesellschaft) maßgeblich die Wehrpflicht zum Gegenstand hatte. Zumindest mir wurde nicht deutlich, was beim Part „Integration“ nun eigentlich an die Stelle der Wehrpflicht getreten sein soll. Es mag sein, dass dies nun anders gelehrt wird.
    Auch ich schließe mich Closius an: Die Wehrpflicht verhindert eine Abkapselung – in Teilen ist das schon vernehmbar, wenn man manchmal Ohr an Masse hält. So nach dem Motto „die da draußen (sog. Zivilgesellschaft) haben keine Ahnung, was wir (Soldaten) so tun“.

  • alter23OPZ   |   05. September 2017 - 23:34

    Herrn Pfeiffer sehe ich sehr kritisch.
    Im Rahmen des psycholoigschen Teils meines Studium stolperte ich zwangsweise Mitte bis Ende der 90er über seine Arbeit resp. die darauf aufbauenden Studien.
    Mein Problem mit Herrn Pfeiffer auf wissenschaftlicher Ebene ist die, daß er sich immer noch auf Ergebnisse seiner damaligen Studie Ende der 80er Anfang der 90er beruft resp. die als auch für heute gegeben sieht.
    Daß sich gerade heute die Jugend, junge Erwachsene, die Peergroups etc. pp. stark verändert haben, diese Erkenntnis sehe ich in seinen heutigen Arbeiten nicht.
    Anders bspw. Herr Jo Groebel, der sich damals als Medienpsychologe sehr mit der Vielfalt der Einflüße befaßt hat und heute, zumindest in Teilen, eine Veränderung anerkennt und einfließen läßt.
    Klar sein Renommee rührt, meiner Meinung nach, durch die Förderung einer Partei in seinem Bundesland.
    Und mittlerweile gibt es ja einige Fehlinterpretationen, um es mal höflich auszudrücken, von seiten Herrn Pfeiffer und seinem Institut.

    Generell würde ich, wenn so etwas wirklich notwendig ist, nur durch ein parteiunabhängiges Institut evtl. aus dem Ausland vornehmen lassen.

  • closius   |   05. September 2017 - 23:41

    @Aufreger: In einer Wehrpflichtarmee findet eine viel häufigere und schnellere Personalfluktuation statt. Gesellschaftliche Änderungen erreichen eine Wehrpflichtarmee schnell. Diese kann sich nicht von der Gesellschaft abkapseln und ein Staat im Staate leicht werden.

    Für den Wehrpflichtigen, der einen Zwangsdienst leistet, sind seine Rechte wichtig und er wird seine Rechte mehr wahrnehmen, als ein Berufs- oder Zeitsoldat, der vielleicht seiner Karriere schadet, wenn er sich zu oft beschwert. Der Wehrpflichtige hat nichts zu verlieren dagegen.

    Welcher Arbeitnehmer hat noch keine Mißstände beim Arbeitgeber geduldet, weil er seinen Job nicht gefährden will? Warum sollten die Berufs- oder Zeitsoldaten da anders denken als normale Zivilbeschäftigte?

    Und jeder Berufs- oder Zeitsoldat kann sich ausrechnen, wie oft er in seiner Dienstzeit nach AFG, Mali oder in sonstige Auslandseinsätze geschickt wird. Dafür bekommt er von der BW keine ausreichende Ausrüstung, so daß die Soldaten damit beschäftigt sind, sich eine geeignete Ausrüstung mit eigenem Geld zusammenzukaufen! Wo sollen die Soldaten da Zeit oder Lust auf Innere Führung haben???

    Logischerweise entwickeln sich die Soldaten in Richtung Kämpfer und Korpsgeist und werden die Innere Führung nicht als entscheidend für ihren Dienst ansehen.

    Natürlich weiß ich, daß die Väter der Inneren Führung keinen Gegensatz zwischen Innerer Führung und Kampfgeist gesehen haben und dies auch so praktiziert haben, aber heute haben wir eine Verteidigungsministerin die nicht neben Kriegswaffen fotografiert werden will und sich in den „sauberen“ Cyberkrieg flüchtet, während die Hubschrauber nicht fliegen und einsatzfähige Panzer hinten und vorne fehlen!

    Also verkommt die Innere Führung zu Sonntagsreden, die nichts mit den konkreten Problemen der Berufs- und Zeitsoldaten zu tun hat.

  • Michael P   |   06. September 2017 - 6:02

    Dem kann ich mich nur anschließen, ich erinnere nur an den Artikel in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung 2006 zu den „Leichenschändungen“ durch Bundeswehr Soldaten.

  • Mathias   |   06. September 2017 - 7:04

    Für mich stellt sich ausschließlich folgende Frage. Wie schaffen wir innerhalb der Bundeswehr den Spagat zwischen mündigem Bürger und Befehl. In diesem Spannungsfeld den Umgang mit Kritik zu lernen und zu leben, stellt eine Herausforderung dar.

  • Blackbox   |   06. September 2017 - 9:22

    Es wird keine Pfeiffer-Untersuchung geben.

    Der Wirbel ist längst verschwunden, keiner redet mehr von „Franco A.“, „perversen Sex-Nazis“ oder „Devotionalien“ und der Schorf auf dieser Scheuerwunde fällt auch schon ab.

    Nach der Wahl ist sowieso wiedermal alles anders und was schert dann noch das Geschwätz von gestern, es sind schliesslich neue Kriege – Pardon EINSÄTZE – zu gestalten.

    Die Personallage is ja neuerdings sooo Bombe und Schiffchen kommen und und und … huiuiui

  • Mufflon   |   06. September 2017 - 10:12

    „Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hatte im März nach bekanntgewordenen Vorfällen von Schikane, sexueller Nötigung und Drangsalierungen in der Truppe den Auftrag an Pfeiffer angekündigt.“

    Hat sich nicht mindestens die Anschuldigung der „sexuellen Nötigung“ als falsch herausgestellt? „Bekannt geworden“ impliziert, dass diese Dinge mit einiger Sicherheit überhaupt passiert sind.

  • Zimdarsen   |   06. September 2017 - 10:13

    @Closius

    „Für den Wehrpflichtigen, der einen Zwangsdienst leistet, sind seine Rechte wichtig und er wird seine Rechte mehr wahrnehmen, als ein Berufs- oder Zeitsoldat,…“

    Wie kommen sie zu dieser Schlussfolgerung?
    Den Grundwehrdienstleistenden war zeitgerechter Dienstschluss besonders am Woe wichtig, dafür taten viele einiges.

    Die Beschwerden beim Wehrbeauftragten nahmen zu und über Beschwerden bei DV haben sie wohl eher keine Daten.

    „Wo sollen die Soldaten da Zeit oder Lust auf Innere Führung haben???“

    Wenn ihnen die Rechte der InFü beschnitten werden.
    Persönliche Betroffenheit schafft Engagement.

    InFü ist eine Abschrift unserer Gesetzte, die wir schätzen und verteidigen, unabhängig davon ob sie zusätzlich in einer Vorschrift stehen.

  • LTC007   |   06. September 2017 - 11:22

    Der Auftrag wird nach der Wahl entsorgt. Das Schreiben des GI ist seine eigene Bankrotterklärung (nicht die erste). Hätte er etwas einzubringen, so hätte er geschrieben, dass er gemeinsam mit dem einzigartigen Beirat für Innere Führung mögliche Handlungsfelder untersucht. Punkt. Dass der Beirat ihm und der Ministerin das „Vorgehen“ in Sachen des bei diesem Thema völlig inkompetenten, aber stets nach Aufmerksamkeit gierenden Kriminologie-Rentners so um die Ohren gehauen hat, ist verständlich und richtig.

  • Sommerbiwak   |   06. September 2017 - 11:30

    Pfeiffer? Der Spezialist für diese neumodischen Telespiele und ihre Auswirkungen auf die deutsche Jugend?

    Da haben sie mal wieder den richtigen aus der Schublade gezogen. Wenn Politiker einen Experten brauchen nehmen sie den.

  • Sommerbiwak   |   06. September 2017 - 11:37

    @Zimdarsen:“Warum lehnt jeder von uns selbstverständlich ab, dass seine Familie einfach mal durchleuchtet wird? Angst?“

    Aber aber werter Zimdarsen, Sie haben doch nichts zu verbergen?

    Das! ist die Geisteshaltung unserer Politiker und in weiten Teilen der Gesellschaft. „Ich habe doch nichts zu verbergen.“ „Ich mache hier nur meinen Job“ usw. :-(

    Klar, daß mit derselben Einstellung an Vorkommnisse in der Bundeswehr herangegangen wird.

  • aufreger   |   06. September 2017 - 12:40

    @ closius | 05. September 2017 – 23:41
    Will keine OT-Debatte über die Innere Führung lostreten. Aber…
    Ihre Kernaussagen, Innere Führung geht nur mit Wehrpflicht, bedeutet konsequent zu Ende gedacht, dass Zeit-/Berufssoldaten untauglich für dieselbe sind und damit letztendlich nicht demokratiefähig. Mag mir nicht vorstellen, dass Sie das wirklich gemeint haben.

  • JPG   |   06. September 2017 - 12:54

    Koffer | 05. September 2017 – 22:35

    „Korpsgeist ist in einer Armee gut und übrigens sogar gesetzlich vorgeschrieben (§ 12 SG).“

    Wo genau taucht denn im SG der Begriff Korpsgeist auf? Kameradschaft ist nicht gleich Korpsgeist. Und inwiefern wäre bitte Korpsgeist gut für eine in die pluralistische Gesellschaft integrierte Armee?

    Zimdarsen | 05. September 2017 – 22:52

    „Die Basis zum Dienstgeber ist Treue im Gegenzug gibt es Fürsorge.
    Das was jetzt geschieht, hat mit Vertrauen nichts zu tun.“

    Die externe Untersuchung soll ja auch Voraussetzungen, Faktoren und Einzelheiten von Untreue unersuchen. Zumal dieses von Ihnen beschriebene Wechselspiel von Treue und Fürsorge dem ostelbischen Gutshof entstammt und schon längst überholt sein sollte. Mittlerweile sind da die Instanzen Recht, Gesetz und FDGO zwischengeschaltet.

  • marvin   |   06. September 2017 - 15:26

    Wie läuft das eigentlich in Ländern wie Kanada, Australien oder Neuseeland mit den Berufssoldaten? Sind das auch alles Rechte und Demokratiefeinde und von der zivilen Welt abgeschottet?

    [Hm, das dient vermutlich der Provokation? Bitte nicht.
    Ansonsten, vermutlich bekannt:
    http://www.independent.co.uk/voices/neo-nazis-army-arrests-fascism-prevent-far-right-extremism-a7932081.html
    T.W.]

  • closius   |   06. September 2017 - 16:02

    @aufreger: Berufs- und Zeitsoldaten funktionieren in vielen demokratischen Ländern der Welt, auch in der BW. Aber die Innere Führung gibt es nur in der BW und nur Deutschland hat eine so gebrochene Militärtradition!

    In allen anderen Ländern stützt man sich auf eine jahrhundertelange Militärtradition, ohne sich daran zu stören, daß dabei aus heutiger Sicht viele böse Angriffskriege oder böse Kolonialkriege dabei waren.

    Ich behaupte nur, daß die Wehrpflicht notwendig ist, damit die Innere Führung auf Dauer funktionieren kann. Denn die Berufs- und Zeitsoldaten der BW sind mit den Materialmängeln und Mängeln der persönlichen Ausrüstung und einer Öffentlichkeit, die eher BW kritisch bis feindlich ist, anders beschäftigt , als sich viel um die Innere Führung kümmern zu können.

    Und wenn die BW seziert wird von Herr Pfeiffer, durch eine große Untersuchung, dann wird dies den Stand der BW in der Öffentlichkeit weiter verschlechtern und den Abstand von Truppe und Ministerium weiter vergrößern, weil man darin nur hektischen Aktionismus sieht, damit die Ministerin besser dasteht.

    Und ich wüsste nicht, was ein Kriminologe helfen soll, um angebliche Mißstände in der BW abzustellen?

    Umso mehr soziale Kontrolle, umso höher das Risiko erwischt zu werden, umso weniger Kriminalität, sind seit langem bekannte Feststellungen der Kriminologen. Eine strenge Kontrolle der Soldaten durch UvD und OvD würde helfen, wie schon öfters in AG festgestellt wurde. Dafür brauche wir den Herrn Pfeiffer also nicht.

  • T.Wiegold   |   06. September 2017 - 16:47

    Ansage: Das anscheinend beliebte Spiel „Ich interpretiere das Soldatengesetz so, wie ich es gut finde“ einschließlich der rein-interpretation dort nicht vorkommender Begriffe stellen wir hier ein.

  • Zimdarsen   |   06. September 2017 - 17:03

    @JPG

    „Die externe Untersuchung soll ja auch Voraussetzungen, Faktoren und Einzelheiten von Untreue untersuchen.“

    Gibt es einen Begründeten Verdacht?
    Wäre dann nicht die Staatsanwaltschaft zuständig?

    „Zumal dieses von Ihnen beschriebene Wechselspiel von Treue und Fürsorge dem ostelbischen Gutshof entstammt und schon längst überholt sein sollte.“

    Sie stammt aus der Zeit der Menschwerdung und muss deshalb nicht falsch sein.
    Auch ist sie in unserem Eid und Gesetzen wieder zu finden.

    “ Mittlerweile sind da die Instanzen Recht, Gesetz und FDGO zwischengeschaltet.“

    Stimmt, na und?

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   06. September 2017 - 18:27

    @Closius / Aufreger / Bürger u.a.
    Die Innere Führung formt DAS Führungskonzeption der Bundeswehr, orientiert am Leitbild des Staatsbürgers in Uniform.
    Es bildet DIE Wertegrundlage für verantwortliches Handeln in der Bundeswehr
    Die Kurzformel „Zeitgemäße Menschenführung“ trifft den Kern; also eine Haltung gegenüber den Geführten, die nicht starr einmal erlernt Ewigkeitsrecht inne hat, sondern an den gesellschaftspolitischen Realitäten orientiert, lebendes Führungsprinzip darstellt.
    Art 1 GG, wie die Grundrechte überhaupt, bilden DIE Wertegrundlage für verantwortliches Handeln in der Bundeswehr.
    In der „Historischen Herleitung“ in der A-2600/1 wird auf schuldhafte Verstrickung und Missbrauch der früheren deutschen Streitkräfte verwiesen.

    Dieser Missbrauch konnte stattfinden, weil die Millionen von Wehrpflichtigen, obrigkeitsstaatlich erzogen und in der Wehrmacht auf den „Führer“ eingeschworen, in unbedingtem Gehorsam erzogen, gebildet und geführt wurden.
    Für mich folgt daraus, die Deutschen Streitkräfte der Demokratie bedürfen eines Instruments, der solchen Missbrauch Unterstellter geeignet ist auszuschließen und Vorgesetzte anleitet WEHRPFLICHTIGE im Sinne von „Staatszweck und Staatsziel der Bundesrepublik Deutschland“ nach GG zu führen.
    Streitkräfte ohne aktivierte Wehrpflicht, also mit ausschließlich Zeit- und Berufssoldaten, bedürfen nach deutscher Erfahrung zwar eines Führungsinstruments mit der Eignung, Missbrauch auszuschließen und Unterstellte menschenwürdig zu behandeln.
    Die verfasste Innere Führung, basierend auf Erkenntnisse im Amt Blank und unter wesentlichem Einfluss des GenLt Graf von Baudissin erstellt, atmet allerdings den Geist der 50er Jahre und die Haltung „Nie wieder“. Das war DIE Maxime zum Hintergrund der Entwicklung unserer bekannten Inneren Führung.
    Dass dies Papier im Jahr 2017 in einer Armee im Einsatz das adäquate Mittel der Führung für Profi-Soldaten darstellt, zweifle ich zutiefst an.
    Edit:
    Der Kriminologe Christian Pfeiffer diente von 1963-65 als ROA. Er trat als Jahrgang 1944, also als 19-Jähriger ein, von der gegenwärtigen Armee kann er erfahrungsbasiert nichts wissen.

  • Zum Heulen   |   06. September 2017 - 21:26

    Sarkasmus on:
    Wenn Herr Pfeifer in der Bundeswehr tätig wird, werden als erstes all Flug-, Fahrzeug- und Gefechtsfeldsimulatoren still gelegt. Sind doch alles böse Killerspiele auf höchstem Niveau, die nur den Charakter verderben. Die Soldaten werden desensibilisiert und fürs Töten konditioniert, die Tötungshemmung wird abgebaut, das muss gestoppt werden! // off

    Also ich kann die Vorbehalte des Beirats Innere Führung gegen Herrn Pfeifer voll und ganz nachvollziehen. Der Herr ist meiner Ansicht ein ideologisch festgelegter politischer Akteur, der sich gern ein wissenschaftliches Deckmäntelchen überwirft. Für solide Arbeit erscheint er mir zudem zu Medien- und Schlagzeilengeil.

    Eine Analyse der inneren Lage der Bundeswehr erscheint mir sehr notwendig. Sie ist Voraussetzung für ein wieder flott machen des Ladens, wofür ja in den nächsten Jahren jedes Jahr ca. 3 Milliarden mehr in den EP 14 fließen sollen.
    Herr Pfeifer ist dafür aber die falsche Person. Der neue Verteidigungsminister nach der Wahl wird hoffentlich auch diese Fehlentscheidung kassieren.

  • ChairForce   |   06. September 2017 - 22:15

    Es ist schon symptomatisch wie dünnhäutig Viele reagieren. Da werden in einem Abwasch

    – Glaubwürdigkeit des Untersuchenden (Parteimarionette),
    – Kompetenz (tendenziöser 80er-Jahre-Unsinn),
    – militärischer Hintergrund (hammse gedient) und
    – der Nutzen der Studie (ist doch egal was rauskommt, die Öffentlichkeit will ohnehin nur Skandale in der Armee sehen)

    um letztlich dann doch in den üblichen „InFü ist…“ Hafengesang abzugleiten. Sinngemäß: Was weiss der Baudissin schon von Krieg?

    Am peinlichsten ist noch der Verweis auf eine Ausschreibung und die nötige Hinzuziehung der Beteiligungsgremien. Im Grunde werden hier genau all die Bürokratiehemmnisse her genommen, die wir im Alltag immer kritisieren. Vielleicht sollte ich einfach aufhören die Kommentare zu lesen und nur noch bei den Artikeln bleiben. Woher manche die Zeit nehmen, die ROA Vergangenheit von Herrn Pfeiffer zu recherchieren. Mann, oh Mann.

  • Politikverdruss   |   06. September 2017 - 22:30

    LTC007 | 06. September 2017 – 11:22,

    ich teile Ihre Beurteilung. Der Beirat Innere Führung zweifelt an der „Unvoreingenommenheit“ und an einer „ergebnisoffenen Untersuchung“. Wer will denn auf diesem Hintergrund eine „Untersuchung“ verantworten, bei der sehr „wenig Nutzen“ erkennbar ist.

    Das veröffentlichte Schreiben des Beirats an Frau von der Leyen ist ein Schlag ins Gesicht all derer, die die Bundeswehr bereitwilligst jenen Kräften auszuliefern bereit waren, die nun vom Beirat als „nicht unvoreingenommen“ abqualifiziert werden.

    Eigentlich müsste der Generalinspekteur vor Scham in den Boden versinken. Offensichtlich hat man nicht erkannt oder wollte es nicht sehen, dass die Streitkräfte vorgeführt werden sollten (Prof. Dr. Pfeiffer: „Ich rechne damit, dass es Vergewaltigungen gibt; dass es wüste sexuelle Orgien gibt, die bei Ritualen, wenn ein Neuling kommt, üblich sind.“) Und nun rafft sich ein Gremium auf, von dem man das nicht erwartet hätte und stellt sich schützend vor die Armee.

    Man kann nur hoffen, dass die Streitkräfte nach der Bundestagswahl eine politische und militärische Führung erhalten, die charakterlich und fachlich dazu auch in der Lage ist. Und zum Beirat Innere Führung kann man nur sagen: Nie war er so wertvoll wie heute!

  • Zimdarsen   |   06. September 2017 - 23:25

    @Klaus-Peter Kaikowsky

    Was hat Ihre Auslassung zur Inneren Führung mit dem Thema zu tun?

    Als Staatsbürger in Uniform sind Soldatinnen und Soldaten den Werten und Normen des Grundgesetzes besonders verpflichtet. Umgekehrt müssen auch Soldatinnen und Soldaten in der Bundeswehr die Werte und Rechte erleben können, für deren Schutz sie einstehen sollen. Eine Selbstverständlichkeit.

    Die Freiheitsrechte/staatsbürgerlichen Rechte von Soldaten dürfen nur eingeschränkt werden, sofern es der militärische Dienst zwingend erfordert. Wo ist das Problem?

  • Klauspeterkaikowsky   |   06. September 2017 - 23:28

    So @chairforce, Philiippika fertig, jetzt aber Hosen runter. Folgerung, aus Ihrer Sicht?

  • T.Wiegold   |   07. September 2017 - 0:09

    Können wir noch mal ein wenig am Umgangston hier arbeiten, so von Kommentator zu Kommentator?

  • Klauspeterkaikowsky   |   07. September 2017 - 0:16

    @Zimdarsen
    @Aufreger komplett lesen

  • Bürger   |   07. September 2017 - 9:36

    Eine Frage an diejenigen, die hier so inbrünstig den Narrativ „Zivilisten haben sich zu militärischen Dingen gefälligst nicht zu äußern!“ verfechten: Ist Ihnen eigentlich schon mal in den Sinn gekommen, dass Sie mit solchen Auslassungen den Graben zwischen Bundeswehr und Zivilgesellschaft, den besonders die Herren Stabsoffiziere ja so gerne beklagen, immer weiter vertiefen?

    Reichswehr lässt grüßen.

  • 0815   |   07. September 2017 - 11:29

    @Bürger | 07. September 2017 – 9:36

    Unverständlich verständlich.

    Unter dem Strich: Auf den „unteren Etagen“ der Struktur ist die Verknüpfung der Armee mit der Zivilgesellschaft enger als einige Chef-Etagen höher!

    Ich kann keinen Graben auf meiner „Etage“ erkennen….es kommt darauf an aus welcher man blickt!
    Und ganz nebenbei bemerkt ist ein nicht unerheblicher Anteil der Bevölkerung auch nicht einverstanden wie tlw. mit dem „BUND“ auf politischer Ebene umgegangen sind…da sties die „Ziegenhatz“ ebenfalls auf Unverständnis.

  • Karl Mohr   |   07. September 2017 - 14:23

    Ob und was man von Herrn Pfeiffer etwas hält mag dahingestellt bleiben.

    Sicher ist aber, dass eine Versammlung würdiger und wichtiger Herren und Damen es nicht hinnehmen will, wenn auf ihrem ureigenen Gebiet als Beirat „Innere Führung“ ein externer Gutachter bestellt werden soll.
    Das Parlament hat einen Wehrbeauftragten als Kontrollorgan mit umfassenden Rechten installiert, das BMVg hat sich mit dem Beirat externe Expertise und zivilen Sachverstand gesichert und über die Befehlskette umfassende Durchgriffsrechte.
    Die Idee zusätzlich Herrn Pfeifer zu verpflichten war keine gute, unabhängig von der Person.

    Abgesehen davon halte ich die hier getroffenen Aussagen zur Inneren Führung (funktioniert nur mit Wehrpflichtigen) für ein bemerkenswertes Missverständnis.
    Die Verwechslung von Kameradschaft mit Korpsgeist ist ein weiteres Missverständnis.

    Bei Gesprächen mit Kameraden hört es sich so an, als ob Albert Schnez und seine Studie immer wieder gelesen wird.
    In den 70er Jahren hat Schmidt einen stv Insp des Heeres entlassen, der bei einer Rede an der FüAK ausführte „die Innere Führung sei nur eine Maske“
    Anscheinend haben Reste dieser Anschauungen bis heute überdauert und werden jetzt wieder aufgewärmt. Schade

  • Zimdarsen   |   07. September 2017 - 14:55

    @Karl Mohr

    Zustimmung.

  • AoR   |   07. September 2017 - 15:49

    @Karl Mohr:

    Weitestgehende Zustimmung. Dennoch hat @Closius recht mit der These, dass mit der Aussetzung der Wehrpflicht ein wichtiges (indirektes) „Kontrollorgan“ verloren gegangen ist. In der Form als dass der Personalkörper weniger stark mit der Zivilgesellschaft symbiotisch verbunden ist.

    Die Inner Führung stellt (auch in anlehnung an @KPK’s Ausführungen s.O) die konsequente Fortführung der FDGO in die Oranisationstradition der Bundeswehr wie die Geistehaltung der Truppe und des Soldaten dar. Die InFü soll uns Soldaten, damit die BW und letztendlich die BRD davor schützen, dass sich Geschichte wiederholt.

    Die Skandale innerhalb der Truppe – welche uns erschrecken und schockieren – tragen im Kern einen gemeinsamen Nenner: Die negative Verkehrung der InFü sowie einen eklatanter Bruch §12 wie §17 SG. Kameradschaft wurde mit Füßen getreten und dem ANsehen der BW immens geschadet.

    Um es stumpf auszudrücken könnte man den Eindruck gewinnen die „InFü“ hätte gelitten“ und es drängt sich die Frage auf, wie man diese wieder beleben kann?

    Die InFü ist mit nichten ein „nice to have“, sie ist Grundlage und Garant für Soldaten, einer „Guten Sache“ zu dienen!