U.S. Navy führt Laserwaffe als einsatzbereit vor

Die USA haben ihr erstes mobil nutzbares Laserwaffensystem mehr oder weniger in Dienst gestellt – oder zumindest dessen Einsatzbereitschaft öffentlich demonstriert. Auf dem amphibischen Transportschiff USS Ponce im Persischen Golf war der US-Sender CNN dabei, als die U.S. Navy das System vorführte:

In the sometimes hostile waters of the Persian Gulf looms the US Navy’s first – in fact, the world’s first – active laser weapon.

The LaWS, an acronym for Laser Weapons System, is not science fiction. It is not experimental. It is deployed on board the USS Ponce amphibious transport ship, ready to be fired at targets today and every day by Capt. Christopher Wells and his crew.

Das Video dazu gibt es bei CNN hier.

Die Erprobung des Systems auf der Ponce läuft schon einige Jahre (das Foto oben stammt aus dem Jahr 2014). Bislang gibt es außer dem CNN-Bericht noch nichts offizielles dazu; vielleicht gibt es später Klarheit, warum diese Waffe jetzt öffentlich vorgeführt wurde.

(Archivbild: ARABIAN GULF (Nov. 15, 2014) The Afloat Forward Staging Base (Interim) USS Ponce (ASB(I) 15) conducts an operational demonstration of the Office of Naval Research (ONR)-sponsored Laser Weapon System (LaWS) while deployed to the Arabian Gulf – U.S. Navy photo by John F. Williams)

18 Kommentare zu „U.S. Navy führt Laserwaffe als einsatzbereit vor“

  • Sommerbiwak   |   18. Juli 2017 - 17:48

    Schon beeindruckend so ein „Todesstrahler“. zusammen mit der Formierung des US Weltraumkorps letztens, fehlen nur noch die silbernen Anzüge und Raketenrucksäcke für die Zukunft. ;-)

    etwas ernsthafeter: Es ist bestimmt kein Zufall, daß diese Geschichte lanciert wurde angesichts der raketentests im besten aller Koreas und daß trump keinbei gegeben hat und das Abkommen mit dem Iran nicht neu verhandeln will.

    ———
    Wie ist der Stand bei dem Rheinmetall HEL?

    das neueste was Ich gefunden habe ist dieser Versuch an einem MLG27 auf hoher See von vor anderthalb Jahren: https://www.rheinmetall-defence.com/de/rheinmetall_defence/public_relations/news/archiv/archive2016/index~1_9536.php

    sieht noch nicht einsatzreif aus.

  • Otter   |   18. Juli 2017 - 18:05

    Funktioniert ebenso wie die bekannte Schönwetterlösung DIRCM hevorragend bei gutem Wetter. Wenn das Wetter allerdings nachlässt oder künstliche Aerosole (Motorenabgase, Explosionsqualm und natürlich auch Tarnnebel) ins Spiel kommen nehmen Reichweite und Leistung drastisch ab. Daher wahrscheinlich nicht so multifunktional wie angepriesen sondern wirklich nur als close-range last line of defence geeignet.

  • Bernd   |   18. Juli 2017 - 18:37

    Das wird spannnend, die NGO’s werden Zeter und Mordio schreien:

    https://www.state.gov/documents/organization/190580.pdf

    [Interessant, wenn ein Staat das Völkerrecht verletzt, wie Sie es mit dem Link nahelegen, ist das nur was für NGOs zum Zeter und Mordio schreien? T.W.]

  • Memoria   |   18. Juli 2017 - 19:08

    Einer der letzten Bereiche in dem Deutschland technologisch in einem Zukunftsfeld der Verteidigungsindustrie noch auf Augenhöhe mit dem USA war.

    Anstatt diese Ausgangssituation zu nutzen und entsprechende Projekte voranzutreiben, gab es das große Konzert der Bedenkenträger. Entscheidende Zeit wurde hiermit vertan.

    Man hätte das Thema beispielsweise bei MKS 180 berücksichtigen können, aber das wäre ja innovativ und konkret.

  • Bernd   |   18. Juli 2017 - 22:03

    T.W.: Zunächst ist der Verstoss gegen das humanitäre Völkerrecht ja nicht per se gegeben. Aber präventiv werden Human Rights Watch und ähnliche aufmerken. Das ist meine Wahrnehmung als jahrelanges Delegationsmitglied in Genf 😉 Andere Vertragsstaaten des VN-Waffenübereinkommens werden aus diplomatischen (oder bündnistreuen) Gründen vorerst zurückhaltend agieren. Mehr gerne per email.

  • tluassa   |   18. Juli 2017 - 22:15

    @ Sommerbiwak:

    https://www.youtube.com/watch?v=fefSQZVGD1g

    Sieht für mich aus als wenn man den genauso auf ein Schiff setzen und so einen „Test“ durchführen könnte. Ihr link ist ja auch späteren Datums, da hat man es wohl einfach mal probiert.

  • JPeelen   |   19. Juli 2017 - 0:55

    @Bernd
    Haben Human Rights Watch und ähnliche aufgemerkt, als die USA mit dem Law of War Manual von 2015 und konkret den Geschossen 5.56 mm M855A1 und 7.62 mm M80A1 das rund 100 Jahre durchweg beachtete Verbot von Dum-Dum Geschossen als nichtig erklärten? Ich weiß von keiner Reaktion. Vermutlich nicht publicityträchtig genug für diese NGOs.

    Hinsichtlich Marine-Laser-Waffen fehlt mir die Einschätzung russischer Aktivitäten.

  • SvD   |   19. Juli 2017 - 1:56

    Beide HEL von Rheinmetall sitzen in den gleichem ‚Gehäusen‘ wie die Millenium Gun oder auch Mantis.
    Die Marine von Dänemark und Venezuela fahren damit schon lange durch die Gegend.
    Kostet 6 Millionen das Stück: https://www.youtube.com/watch?v=SfyNz2I02Vs

    Das kleinere Variante bei Erprobungen in den USA (Spoiler, Made in the USA hat natürlich gewonnen):
    http://www.navsource.org/archives/09/77/09770303.jpg

    Der Unterbau ist navalisiert.
    Der Laser braucht erstmal nur mehr Strom als die Rohrwaffe,muss allerdings permanent auf dem Ziel bleiben. Ob das funktioniert ist die Frage. Die Rohrwaffen verschießen ja AHEAD Munition, die nicht auf dem Zentimeter genau ankommen muss.

  • Ottone   |   19. Juli 2017 - 1:57

    Möglicherweise wird die Ponce zeitnah durch die neue Lewis B Puller abeglöst, was den Zeitpunkt der Veröffentlichung vielleicht erklären könnte.

  • Ralla   |   19. Juli 2017 - 8:25

    Wäre solch ein Laser geeignet um die russischen Zirkon Raketen abzuwehren?
    Angeblich wären diese Raketen mit den bisherigen Mitteln nicht zu beeindrucken.

  • Les Grossmann   |   19. Juli 2017 - 8:49

    Soweit ich mich erinnere, war mal hier nahe DK ein Artikel über Erprobungen von ähnlichem „Kram“ durch die wtd71 zusammen mit einem uefa mitglied aus dem Mittelmeer in der Zeitung, finde ich leider nicht mehr. Wen es wirklich interessiert, das Marinekommando hat in Rostock sicher eine Abteilung „Weiterentwicklung- mit Laser und was für sonst noch so wollen müssten können“ -, mit Sicherheit haben die aber einen Pressesprecher, der wie meist, von gar nichts weiß. Telefon unter Bundeswehr Rostock, in der Vermittlung, die für LASER verlangen, klappt.

    [Polemik kann (!) ein Stilmittel sein. Nur noch polemische Kommentare hier abzusondern, ist ziemlich sinnlos. T.W.]

  • Les Grossmann   |   19. Juli 2017 - 8:56

    @Bernd
    wenn Sie unter Originalvornamen posten, wird das Eis vielleicht dünn, den „Hexer“ den man verbrennen kann, zu jagen,st ja gerade in. Grundsätzlich stimme ich Ihnen zu, wird in DEU die „Drohnendebatte 2.0. – darf LICHT pöse sein?“ werden.
    Fragt man den Vampir – Licht ist schon böse.

  • K.B.   |   19. Juli 2017 - 9:13

    @Bernd:
    Ich sehe Ihren Punkt nicht.
    Der Laser ist explizit zum Zerstören von Dingen und nicht zum Blenden von Menschen.
    Also ist doch alles gut.

    @DIRCM:
    Schönwetterverteidigung gegen Schönwetterangriff passt doch gut zusammen.

    [Polemik ein.]
    Warten wir auf das SPD-Wahlprogramm, das Laserwaffen verbieten will…
    [Polemik aus.]

  • Ottone   |   19. Juli 2017 - 14:17

    Die übernommene daily news Meldung bei marinforum.info heute formuliert ziemlich anders:

    The US Navy has begun live-testing of a 30kW laser gun, installed on board AFSB „Ponce“ in the Persian Gulf … test employment against drones and other smaller aerial targets … to become operational by 2020

  • DeltaR95   |   19. Juli 2017 - 16:50

    @ Ralla

    Ein Laser im Bereich ASMD – also gegen eine Zirkon – bewegt sich im Bereich 500 kW bis 1 MegaWatt an Leistung! Gegen Ziele ohne gehärtete Oberflächen… Derartige Systeme wiegen mit Peripherie (10 % Effizienz läst grüßen) 500 t aufwärts. Zudem brauchen sie erstmal einen Sensor, der so ein Ziel ausreichend zuverlässig auffasst und trackt. Dann kommt noch das Nachhalten des Lasers auf ein Ziel mit Mach 6+ dazu…

    Somit baut man ein Schiff um solche Systeme herum und nicht so ein System auf ein Bestandsschiff… siehe Arleigh Burke Flight IV-Planungen aufwärts.

  • SvD   |   19. Juli 2017 - 23:52

    @Ralle und DeltaR95

    Rheinmetall nutzt Industrielaser, die bekommen im Team gerade mal Mörsergeschosse oder Drohnen vom Himmel. Auch MBDA fokusiert mehrere Laser auf einen Punkt.
    Die nötige Leistungsklasse existiert nicht.

    Von der kinetischen Energie her, könnte ein gelenktes DART Geschoss aus der modernisierten 76mm Oto Melara Strales vielleicht reichen.

    Selbst wenn man eine Brahmos, Zirkon oder was auch immer trifft, die Trümmer fliegen erst einmal stur weiter und bei der Geschwindigkeit ist ein Hochtitschen von der Wasseroberfläche eigentlich sicher. .
    Die Reaktionszeit ist eh quasi nicht vorhanden und die Bekämpfung mehrer ASM die mit Mach 3,5+ angeflogen kommen recht aussichtslos.
    Noch schwieriger wird es bei evasiven Manövern oder Geschwindigkeitssteigerung (hochfahren des Ramjet) im Endanflug.

    Da bleibt nur die alte Gegenmaßnahme, Abschreckung mit der gleichen Leistungsklasse.
    Taiwan besitzt eine entsprechende ASM (Hsiung Feng III) und Japan wird wohl „bald“ seine neue Entwicklung in Dienst stellen.

    http://www.navyrecognition.com/index.php/news/naval-exhibitions/2017/mast-asia-2017-show-daily-news/5313-mast-asia-2017-jmsdf-tested-its-xssm-anti-ship-missile-against-barracuda-usv-mt-target.html

    Da Japan sich vor Jahren dem Weltmarkt geöffnet hat und es eine Absichtserklärung gibt zusammen zu arbeiten, wäre das doch eine hübsche Möglichkeit eine Fähigkeitslücke zu stopfen.

    Die Arleigh Burke Flight IV sind übrigens schon länger Geschichte ;-)

  • STEK   |   20. Juli 2017 - 8:00

    @ Ralla, DeltaR95

    am Rande zu Zirkon und BrahMos:

    Im Westen Unterschall-Seezielflugkörper im Osten Trend zu Hyperschall.

    Liegen da nur unterschiedliche Ansätze zugrunde (lieber langsam und möglichst stealthy bei „uns“) oder sind die Russen da einfach technologisch weit voraus?

    Welche Abwehrmöglichkeiten gegen Hyperschall-Seezielflugkörper gibt es? Schaffen das SM2/6 – ESSM – RAM?

    [Sicherlich interessant, aber an dieser Stelle OT, oder? Ist ja kein Waffentechnik-Forum hier. T.W.]

  • DeltaR95   |   20. Juli 2017 - 18:27

    @ STEK

    Mit Hinblick auf den Zeitpunkt der Entwicklung und offenen Quellen würde ich für SM-2 (nicht Blk 4), ESSM und RAM vermuten, dass das nichts wird.

    SM-6 wurde mal dafür angepriesen und von den technischen Werten kann ich es mir gut vorstellen.

    Auch im Westen wird „Hypersonic“ entwickelt, siehe Perseus der MBDA. Der Trend ist dort nicht so verschieden. Generell wird eher das Radar ein Problem, dass solche Ziele auffassen soll und „nebenbei“ auch den langsamen „Beifang“ (Sub-Sonic) tracken kann…