Fürs Archiv: Deutscher Beitrag zu EU-Ausbildungsmission in Mali verlängert

Der Bundestag hat am (heutigen) Donnerstag die Beteiligung der Bundeswehr an der EU-Mission zur Ausbildung der malischen Armee verlängert. Das Parlament billigte mit 500 Stimmen das unveränderte Mandat für die Mission EUTM Mali. 64 Abgeordnete (die komplette Linksfraktion, acht SPD-Abgeordnete und drei Grüne) stimmten dagegen, die Grünen-Abgeordnete Monika Lazar enthielt sich.

Wie schon bei der räumlichen Ausweitung der EU-Trainingsmission im vergangenen Jahr soll auch künftig eine Begleitung der malischen Soldaten in Kampfeinsätzen, das so genannte Tactical Mentoring, ausgeschlossen bleiben.

Die EU-Trainingsmission ist eine der beiden internationalen Missionen in dem westafrikanischen Land, an denen die Bundeswehr beteiligt ist; die andere ist die UN-Blauhelmmission MINUSMA. Vor kurzem war für beide Einsätze der Auslandsverwendungszuschlag, dessen Höhe sich auch nach der Gefährdung richtet, auf die höchste Stufe von 110 Euro pro Tag angehoben worden – und  ein Fakt scheint nicht so bekannt: Nicht nur MINUSMA ist im gefährlichen Norden unterwegs, auch EUTM Mali bildet inzwischen in Gao und anderen Städten des malischen Nordens aus.
(Foto: Mörser-Ausbildung malischer Soldaten bei EUTM Mali – Foto EUTM Mali)

16 Kommentare zu „Fürs Archiv: Deutscher Beitrag zu EU-Ausbildungsmission in Mali verlängert“

  • Thomas Melber   |   18. Mai 2017 - 23:24

    Wasch‘ mir den Pelz, aber mach‘ mich nich naß. Same procedure as in AFG.

  • Sachlicher   |   18. Mai 2017 - 23:31

    Das Bild wird für Beiträge sorgen :)

    Wie schon bei der räumlichen Ausweitung der EU-Trainingsmission im vergangenen Jahr soll auch künftig eine Begleitung der malischen Soldaten in Kampfeinsätzen, das so genannte Tactical Mentoring, ausgeschlossen bleiben.

    Frage: Weil es die Sicherheitslage nicht erfordert, sprich: die Lage in Mali als so stabil bewertet wird, dass dies nicht notwendig ist,

    weil es der Trainigszustan der Malischen Soldaten nicht bedingt oder

    aus anderen Gründen?

  • Schorsch52   |   18. Mai 2017 - 23:54

    Gabriel heute in diversen Medien „Bewaffnete Einheiten ziehen Bekloppte an“. Wo wie das Bashing enden ?

    [Hat mit diesem Thema was zu tun? Löschung in 3 – 2 – … T.W.]

  • Fussgaenger   |   19. Mai 2017 - 8:15

    Technischer Hinweis: Bei mir im IE endet der Text in einer Art „Buchstabensuppe“, wo sich die letzten Zeilen zusammen mit der Bildunterschrift zu einem wüsten Klumpen vermischen…

  • Memoria   |   19. Mai 2017 - 8:44

    @Sachlicher | 18. Mai 2017 – 23:31:
    Anderer Grund.

    Ist gefährlich. Siehe Beitrag von Thomas Melber.

    Wir wollen nicht wirklich etwas erreichen, sondern dabei sein.

    Mali hat grundlegende innere Widersprüche auszuhalten, die auf der taktischen Ebene (Mentoring) nicht lösbar sind.

    Eine ehrliche und fundierte Auswertung des Afghanistaneinsatzes hätte die grundlegenden Probleme, die auf andere fragilen Staaten übertragbar sind, herausarbeiten können.

    Aus Sicht der Ministerin ist ein Vergleich zwischen Afghanistan und Mali jedoch „unfair“.

    Dabei sein ist alles….

    Währenddessen verstärkt MINUSMA seine Präsenz in Zentral-Mali:
    http://www.africanews.com/2017/05/18/un-to-deploy-rapid-intervention-force-in-mali/

    Auch hier wird es also mehr Präsenz von EUTM geben müssen.

    Die Strategie der Gegenseite (internationale Truppe mit Angriffen auf die Feldlager binden, in ländlichen Gebieten Einfluss gewinnen) scheint weiter aufzugehen.

    Thais is what winning looks like.

  • cosmo   |   19. Mai 2017 - 14:28

    @Memoria:

    FAMa hat keine vernünftige Ausrüstung und bei der EU ist kein Geld dafür vorgesehen Ausrüstung zu sponsoren (würde auch nicht wirklich viel Sinn machen). Ich komme gerade von dort und bei LET wurden Fotos von malischen Trainees gemacht, allein das Schuhwerk: mit Badeschlappen auf dem Übungsplatz, zerfetzte Stiefel, keine IFAK pouchs, Holzgewehre und die immer wieder kehrende Frage: „warum kämpft Ihr nicht im Norden für uns“. Und dann die Tragödie als ein Angehöriger von FAMa seine Versetzung zu Warabe bekam – und nebenbei bekommen sich die Ethnien im Lande auch permanent in die Wolle (so vor ca. 2 Monaten – ca. 70 Tote!?) – unabhängig von IS, AQIM, Platform und wie sie alle heißen….

    SARC ON: Gold und Uran, und jeder der jetzt mitmischt darf sich später eiine Scheibe vom Kuchen abschneiden…. SARC OFF

  • Jugendoffizier   |   20. Mai 2017 - 12:23

    Irgendwie interessant, dass der EUTM Einsatz von den Medien kaum beachtet wird. Hingegen „rennen“ MINUSMA die Journalisten die Türe ein, auf der Suche nach dem zweiten Afghanistan. Die Enttäuschung ist bestimmt groß, sobald sie merken, dass MINUSMA so rein gar nichts mit AFG zu tun hat.
    Innerhalb Malis scheint EUTM wiederum kaum bekannt in der Fläche zu sein. Zumindest wird sich in den malischen Medien selten mit dem Einsatz auseinandergesetzt. Dabei bilden die Europäer fleißig malische Truppen aus, wie zuletzt auch die Bundeswehr vermeldet hat (10.000 malische Soldaten ausgebildet: https://bw2.link/4Sjzt). Mag daran liegen, dass man von Seiten der europäischen Nationen (v.a. DEU) nicht so recht an das Thema OMLT ran will.
    MINUSMA wiederum kommt recht häufig in den malischen Medien vor und wird vor allem für den ausbleibenden Schutz der Zivilbevölkerung vor den Islamisten kritisiert.
    In Brüssel scheint die Kritik ebenso angekommen zu sein, wie ein Bericht von Bruxelles2 zeigt: https://bw2.link/xYubx
    Überspitzt formuliert: Die Europäer – vor allem die Niederländer – seien mehr mit der Eigensicherung, als mit der Sicherung der Zivilbevölkerung beschäftigt.

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   20. Mai 2017 - 12:51

    NDR-„Macron heute in Mali“:
    Mehr Material der modernsten Art in Nordmali von DEU gefordert. Gepanzerte Fz und HubSchr. Das habe er auch der Kanzlerin gesagt anlässlich des Antrittsbesuchs gesagt.
    FRA habe einzige sofort interventionsfähige europäische Armee.

    Weshalb aus Paris via Bamako und nicht aus Berlin ans Wahlvolk?
    Sind wir nicht mündig genug, oder alles nur ungewünschte Wahlkampferregung?

  • Memoria   |   20. Mai 2017 - 13:14

    @Jugendoffizier:
    Danke für die Hinweise.
    Die bei MINUSMA beschriebene Passivität bezieht sich ja auch explizit auf Deutschland – und erinnert damit ja doch wieder an ISAF.

    Sind wir weiterhin der oberste Bedenkenträger beim Mentoring bei EUTM?

    Allgemein scheint dich die Lage aber weiter zu verschlechtern. Eine schlüssige Strategie ist weiterhin nicht zu erkennen.

  • Zimdarsen   |   20. Mai 2017 - 13:44

    @Thomas Melber

    „Wasch‘ mir den Pelz, aber mach‘ mich nich naß.“

    ???

    Wir sind jene, welche anderen Pelze kaufen und diese dann auch noch waschen!

    Jedes Engagement der Bundeswehr im Ausland hat kaum was mit der Verteidigung des Rechts und der Freiheit der BRD zu tun.
    Alles was wir machen, machen wir auf Kosten der Bürger der Republik (Steuerzahler und Soldaten).

    KEINER hat das Recht und den ANSPRUCH an Deutschland Forderungen zu stellen, welche über Bündnisverteidigung (nicht Wirtschaftsförderung) hinaus gehen.
    Ich möchte nicht, dass mein Sohn für dieses Geschacher seine Gesundheit riskiert.

    Wir versuchen gerade anderer Staaten Pelze sauber zu halten und rückblickend leider zu oft vergeblich.

  • Memoria   |   20. Mai 2017 - 14:11

    @cosmo:
    Vielen Dank für die Rückmeldung.
    Damit stellt sich eben erneut die Frage:
    Was wollen wir in dem Land wirklich erreichen?
    Wie und womit soll das gelingen?

    Nach meinem Eindruck schwimmen wir weiterhin im Strom.
    Das AA scheint sich besonders für einen hohen Anteil der Bw an UN-Einsätzen zu interessieren. Ist im „Wahlkampf“ un den nichtständigen Sitz im Sicherheitsrat ab 2019 von großem Interesse.

  • Jugendoffizier   |   20. Mai 2017 - 14:41

    Auch ein überaus interessantes Fundstück zu Mali:
    http://www.fes-mali.org/images/RESUME_MM8.pdf

    Das Mali Mètre untersucht die Wahrnehmung der Bevölkerung (v.a. in den Städten) zu unterschiedlichen Gesichtspunkten. Darunter die Perzeption von MINUSMA und EUTM. Während die Unzufriedenheit mit MINUSMA überwiegt (42% der Befragten – 39% zufrieden) und daher die Dauer der Mission auf ein weiteres Jahr beschränkt werden sollte, sprechen sich überaus viele Menschen für eine EUTM Missionsdauer von 1 bis zu 3 Jahren und länger aus…

    Das nenn ich mal eine interessante Binnenwahrnehmung.

  • Koffer   |   20. Mai 2017 - 14:56

    @T.W.

    @Fussgaenger schrieb 19. Mai 2017 – 8:15 „Technischer Hinweis: Bei mir im IE endet der Text in einer Art „Buchstabensuppe“, wo sich die letzten Zeilen zusammen mit der Bildunterschrift zu einem wüsten Klumpen vermischen…“

    Das trifft auch bei mir zu (Safari-Nutzer)!

    [Danke für den Hinweis – auf Safari habe ich das gleiche Problem. Sieht nach einem wordpress-Bug aus, weiß aber nicht, ob der von meiner Seite behebbar ist. T.W.]

  • Memoria   |   20. Mai 2017 - 15:04

    @cosmo:
    Präsident Macron möchte übrigens eine europäische Ausrüstungsinitiative für Mali forcieren:
    https://www.tagesschau.de/ausland/macron-mali-101.html

    Dabei soll sich wohl insbesondere Deutschland stärker finanziell beteiligen – u. a. für Hubschrauber und geschützte Fahrzeuge.

  • T.Wiegold   |   20. Mai 2017 - 16:02

    Hm, insgesamt sieht dieser Eintrag technisch komisch aus, nicht nur unter Safari… Ich suche mal nach den Ursachen.

  • Georg   |   20. Mai 2017 - 16:15

    @ Thomas Wiegold

    Der Beitrag wurde um 15:00 Uhr heute noch ganz normal dargestellt.

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