Eurofighter im Luft-Boden-Einsatz: Zu spät für NATO-Verpflichtungen

Der – nicht öffentliche – Teil des aktuellen Rüstungsberichts des Verteidigungsministeriums scheint ja so einige Überraschungen zu beinhalten. Nachdem die Kollegin Sabine Siebold von Reuters kürzlich auf die, nun ja, nicht so guten Aussichten für das Transportflugzeug Airbus A400M in diesem Bericht hingewiesen hat, jetzt eine weitere, ebenfalls nicht schöne Einzelheit: Die Luftwaffe bleibt bei ihrer Absicht, das Kampfflugzeug Eurofighter für die Luft-Boden-Rolle fit zu machen, deutlich hinter dem Plan – und möglicherweise auch hinter den deutschen Zusagen an die NATO zurück.

Aus dem Reuters-Bericht:

Deutschland kann seine Verpflichtungen in der Nato mit dem Kampfjet Eurofighter 2018 einem internen Bericht zufolge möglicherweise nicht erfüllen.

Eine bereits 2012 in Auftrag gegebene Missionsplanungsstation werde nicht rechtzeitig für den Nato-Einsatz bereitstehen, schreibt das Verteidigungsministerium im vertraulichen Teil seines Rüstungsberichts vom April, der Reuters am Donnerstag vorlag. „Es besteht das Risiko, dass auch eine Überbrückungslösung nicht zeitgerecht zur Verfügung gestellt werden kann.“ Dies könne zu Verzögerungen bei der Ausbildung für Luft-Boden-Einsätze führen und sich damit auf die Verpflichtungen gegenüber der Nato auswirken.

Die komplette Meldung gibt es hier.

(Foto: Eurofighter der Luftwaffe auf der estnischen Airbase Ämari beim Baltic Air Policing im März 2017)

39 Kommentare zu „Eurofighter im Luft-Boden-Einsatz: Zu spät für NATO-Verpflichtungen“

  • alter23OPZ   |   11. Mai 2017 - 18:21

    Liegt dies an den Codes der US Firma? Wurden Zahlungen nicht geleistet?
    Oder am offenen Verfahren in Ö?

  • Obibiber   |   11. Mai 2017 - 18:52

    Einfach nur zum Kopfschütteln…
    Die Bomben die integriert werden sollen sind bis sie da sind technisch schon 10 Jahre veraltet!
    Man sollte sich auf brimstone 2 und SPEAR (brimstone 3) konzentrieren und davon große Mengen anschaffen!! Integration mit GB zusammen und Kosten teilen!
    Dass die tranche 1 nur begrenzt für Luft Luft Rolle geeignet sein wird ist auch mehr als dürftig und macht eigentlich zeitnahe die Beschaffung einer tranche 3b/4 nötig…
    Insgesamt sollte Deutschland sich doch 160 moderne (ab tranche2 aufwärts)eurofighter leisten können…

  • Niemand   |   11. Mai 2017 - 18:58

    GB rückt mittlerweile schon wieder von der Luft Bodenrolle des Eurofighters ab und beschafft sich stattdessen F35. Grundsätzlich ist es eine Realitätsverweigerung weiterhin Zugeständnisse der NATO gegenüber zu machen, wo hingegen nicht einmal mehr der tägliche Flugbetrieb mit großen Abstrichen durchgeführt werden kann.

  • closius   |   11. Mai 2017 - 19:03

    In einer anständigen Armee müsste die Verteidigungsministerin, der Generalinspekteur und der Luftwaffenchef heute wegen Inkompetenz zurücktreten, weil die Verteidigung Deutschlands und die Nato-Verpflichtungen gefährdet sind.

    Die britischen EF können seit Jahren als Jagdbomber eingesetzt werden. Auf der BW-Homepage wird seit Jahren angekündigt, daß die Jagdbomberrolle eingerüstet werden soll, aber es geschieht nichts. Dies ist ein völliges politisches Versagen der BW-Führung und gefährlicher als alle (Wehrmacht)-Stahlhelme oder Rechtsextremisten in der BW! Denn der Kern einer Armee ist die Landes- bzw. Bündnisverteidigung, die nicht gewährleistet ist.

  • Zimdarsen   |   11. Mai 2017 - 19:15

    Wir haben ja noch den Tornado, Luft-Boden ist ja sein Gebiet ;-)

  • Malloy   |   11. Mai 2017 - 19:16

    @closius:
    Die von Ihnen genannten militärischen Vertreter sind in der Bedarfsdeckung nicht beteiligt.
    Das BAAINBw, politisch getriebener Sparzwang und ein mehr als unflexibler Hersteller sind eher ein Problem.

  • closius   |   11. Mai 2017 - 19:33

    @Malloy: Die Ministerin ist für Sparzwang ebenso verantwortlich, wie für das Bundesamt für Beschaffung, wenn sie keine entsprechende schnelle Beschaffung verlangt und anweist. Und Bomben und Raketen gibt es von verschiedenen Herstellern, Wenn einer nicht will, dann muss man eben bei der Konkurrenz einkaufen oder in Deutschland entwickeln lassen, Zeit war genug dazu dar.

  • Loki   |   11. Mai 2017 - 19:54

    Wieso schaffen es denn die Engländer mal wieder viel schneller? Vielleicht weil sie die Luft-Boden-Rolle auch tatsächlich einsetzen wollen?
    Welcher deutsche Politiker will denn die Verantwortung für die Bomben übernehmen, die da präzise ins Ziel gebracht werden sollen?
    Ich denke hier mal wieder „die Industrie“ zu bashen ist zu kurz gegriffen. Wo würden wir heute wohl stehen wenn wir von Anfang an die Luft-Boden-Rolle gemeinsam mit den Engländern getrieben hätten?!

  • Der Junge Neue   |   11. Mai 2017 - 19:56

    @Niemand
    Das stimmt so aber definitiv nicht. Die F-35B ist vor allem als Harrier/Tornado Ersatz gedacht.
    Sie werden von der Royal Navy und der Royal Air Force zusammen betrieben.
    Der Eurofighter ist und wird das Workhorse in Sachen Air to Air und Air to Ground bei der Air Force bleiben.
    Er ist in einer viel höheren Stückzahl und mit einer größeren Waffenpalette verfügbar, als die F-35B. Die F-35B wird bei den Briten in einer Stückzahl von vorraussichtlich nur 48 Maschinen beschafft und bisher sind kaum Waffen in den Flieger integriert.
    Hinzu kommt das der Eurofighter inzwischen weit ausgereifter ist, als die F-35 mit ihren riesigen Problemen.
    SvD hat diese in einem anderen Beitrag sehr gut zusammengefasst.
    http://augengeradeaus.net/2017/05/nachgetragen-dauerhafte-zweifel-an-einsatzfaehigkeit-des-a400m/comment-page-1/#comment-268286

  • Der Junge Neue   |   11. Mai 2017 - 20:01

    Wieso trägt der Eurofighter oben im Bild eigentlich seine AIM-120 an einer extra Flügelstation anstatt in einer der vier Buchten am Rumpf die dafür ja extra konstruiert wurden?

  • 0815   |   11. Mai 2017 - 20:10

    @Loki | 11. Mai 2017 – 19:54
    1. und 2.Absatz +1
    Nicht auszudenken wenn….jemand genau das von uns Deutschen wollte!

    @Closius
    „Bullseye“!
    Es wird langsam peinlich! Daher +1

  • oxtorne   |   11. Mai 2017 - 21:16

    Wenn ich mich richtig erinnere, hat „damals“ Volker Rühe vieles aus dem deutschen EF herauskonstruieren lassen, um den Flieger billiger zu machen. Das hatte zum Einen zur Folge, dass der deutsche EF teurer wurde (auch Engineering kostet Geld) und zum Anderen, dass man jetzt erst mal den Flieger auf den Stand des britischen EF bringen muss, wenn man mit den Briten mitmachen will.

  • MA   |   11. Mai 2017 - 21:35

    @ Loki | 11. Mai 2017 – 19:54

    Das liegt vielleicht auch daran, dass zum einen die jew. Nationen unterschiedliche Forderungen an unterschiedliche Sub-Vertragspartner stellen und zum anderen daran, dass BAE-Systems (der GBR Vertragspartner) vor Ort bei der Testeinheit eine Aussenstelle mit Technikern/ Ingenieuren hat. Kurze Wege quasi.

    @ externe | 11. Mai 2017 – 21:16

    Der damalige Minister Rühe hat wohl eher am Jäger 90 herumkonstruieren lassen (scnr).

    Mit den CAS-Faehigkeiten der Luftwaffe ist es (leider) auch mit dem Tornado nicht so toll gestellt (im internationalen Vergleich natürlich). Intern sind wir natürlich die Besten der Besten.

  • Magmakammer   |   11. Mai 2017 - 22:09

    @der-neue-junge
    Weil sie dort besser sichtbar ist!
    Sowohl beim Einsatz in Letland als auch als Alarmrotte über Deutschland will man, dass die Bewaffnung auch wahrgenommen wird. An der Rumpfstation könnte sie übersehen werden.
    Und falls es zum Schuß käme; unterm Flügel verursacht die Stichflamme garantiert weniger Dreck oder Schaden.

  • Vader   |   11. Mai 2017 - 22:42

    @Obibiber: BRIMSTONE wird (nach derzeitiger Planung) beschafft, rückt also in greifbare Nähe.

    @Loki: Sie sagen es. Weil GB den Bedarf an Luft Boden Jets hatte. Man stelle sich vor, DEU besitzt eine Fähigkeit die durch die NATO gefordert werden könnte. Was wir nicht haben brauchen wir auch nicht stellen.

    In diesem Fall ist es wohl eine Verkettung von sehr vielen Faktoren. Politischer Wille eventuell?! Eines der größten Mankos ist aber das deutsche Zulassungswesen. GB hat ein anderes Konzept um Komponenten eine Luftfahrtzulassung zu erteilen.

    Hinterher ist man immer schlauer, als GB für die OP Ellamy seine EF T1 im Rahmen eines Change Proposal bedingt Luft Boden fähig gemacht hat, hätte Deutschland mit einsteigen sollen. Dann wäre auch die Nachtsicht für Aufklärung in der A/A Rolle kein Thema mehr gewesen. Die Kosten für diese Umrüstung sind lächerlich gering, der Aufwand ebenso… aber die Zulassung… !

    Als wäre die Theorie nicht genug verzögern einige technische Aspekte die letztendliche Freigabe.

    In meinen Augen ist dies aber endlich eine vernünftige Aussage, bzw. Absage. 2018 ist DEU für die NRF mit der Luft Boden Rolle assigniert. Es ist Klug bereits jetzt anklingen zu lassen das die geforderten (angebotenen) Fähigkeiten nicht zu Verfügung stehen werden. Es gibt derzeit einfach viel zu viele Faktoren die dagegen sprechen.

    Für Interessierte hier ein Link zu einer sehr schönen (englischen) Zusammenfassung über die geplanten Fähigkeiten des EF. Manche Erklärungen sind nicht mehr aktuell, aber es zeigt sehr gut die ursprüngliche Planung.

    http://www.fast-air.co.uk/typhoon-block-tranche-summary/

    Wenn dieser Link nicht erlaubt ist, bitte löschen @ Herr Wiegold

  • SvD   |   11. Mai 2017 - 23:02

    @Niemand

    Das mit der F-35 läuft so gut, das das USMC mit seinen Vorseriengurken der F-35B die UK Träger bestücken wird. Darüber wurde schon etliche Jahre gesprochen.

    https://www.theregister.co.uk/2016/09/09/usmc_will_fly_f35s_on_hms_queen_elizabeth_first_op_deployment/

    Dabei haben die Marines sich gerade erst selbst 2 Landungsschiffe OHNE Dock gegönnt, die mit der F-35B als krude Flugzeugträger dienen sollen (die ersten beiden Schiffe der America Klasse). Die fahren dann wohl mit MV-22 und AH-1Z durch die Gegend, da die F-35B offensichtlich woanders Flagge zeigen müssen.

    Von den Folien, die im Internet umhergeistern, und den Waffenmix darstellen sollten, können Sie getröst 50 % streichen, wenn nicht noch mehr. Oft wird da aus 2001 „zitiert“, schon 2 Jahre später fiel die Axt und seitdem wurde der Waffenmix immer weiter eingedampft. Dazu kommen Verspätungen und Probleme.

    Die SDB II (Small Diameter Bomb II) wird erst in den frühen 2020ern richtig mit der F-35 funktionieren und der Waffenschacht ist zu klein und zu verbaut um alle geplanten SDB II aufnehmen zu können.
    Die NSM (Naval Strike Missile) passte nicht in die F-35, daher wurde davon die JSM abgeleitet, die ist noch in Arbeit.
    Die Meteor passt auch nicht ohne weiteres rein, es wurde gerade erst ein Vertrag für das Testprogramm unterschrieben.
    ASRAAM hat gerade ein paar Tests hinter sich.
    Brimstone, Spear, Stormshadow usw sind alles noch Zukunfsmusik.

    Mit ein paar ollen Bomben ist es nicht getan und mehr ist da im Moment nicht.
    Selbst die F-22 kann JDAM und SDB I abwerfen, die F-35 hat gerade erst die ersten Testabwürfe von JDAMs und SDB I hinter sich gebracht.
    Das super EOTS (die beste Elektrooptik der späten 90er) kann noch nichtmal ein bewegendes Ziel ordentlich verfolgen.

    Daher ist auch schon der Nachfolger in der Mache.
    „Lockheed Martin is assembling a prototype of its „advanced“ electro-optical targeting system (EOTS) that is proposed to replace the baseline version on the F-35 fleet.“

    200+ Systeme für den Schrott.
    https://www.flightglobal.com/news/articles/lockheed-prepping-advanced-eots-and-legion-pod-for-f-422810/

    Je nachdem wie schnell das neue EOTS kommt und wie viele F-35 nun gebaut werden sollen bis die Entwicklung mal abgeschlossen ist, könnten das auch noch 300+ Systeme werden.
    Und der Aufwand die fest verbauten Systeme zu wechseln kommt ja noch dazu. Mal eben den Pod wechseln und die Software updaten ist nicht.

    @closius
    Da es dem nichts hinzuzufügen gibt, steuer ich mal musikalische Untermalung bei:
    https://www.youtube.com/watch?v=5wU1Dr5Vj_w

    [Lustiges Video, aber was soll das an der Stelle? T.W.]

  • Niemand   |   11. Mai 2017 - 23:13

    Brimstone 1 wurden laut MBDA Angaben Stand 1.Quartal 2017 auf Nachfrage ca 50 zu Testzwecken, Brimstone 2 ca 1.000 Stück beschafft.
    Das ist alles schön und gut, wenn die Flugzeuge fliegen und die Piloten angemessen ausgebildet werden würden. Beides ist, bis auf Ausnahmen, nicht der Fall. Siehe Personalstau, Currencyerhalt, Continuity und Realflugstunden. Allein mit A2A und QRA sind die Geschwader jetzt schon über das Limit hinaus überfordert. Es sind keine Ersatzteile vorhanden, der Hoflieferant kommt seinem Wartungsauftrag nicht nach (es würde zu viel Geld verloren gehen die Wartungshallen umzubauen. Da nimmt man lieber weiterhin zivile Aufträge an, obwohl Verträge zur Wartung geschlossen wurden), Kompetenzen werden weiterhin nach Ausserhalb abgegeben und der Flugbetrieb steht fast still. Die zivilen Hersteller darf man auch nicht unter Druck setzten, da dies sonst Arbeitsplätze kosten könnte. Leider will dies im Luftwaffen Truppenkommando oder im Verteidigungsministerium niemand hören und das Spiel geht weiter.
    Was die Fähigkeiten der F35 angehen und die Verwendung derselben, so berichteten mir zumindest die Piloten mit denen ich darüber gesprochen habe etwas anderes.
    Und was die A2G Integration der Briten auf dem EF angeht: Die Bodenziele wurden in Lybien von Tornados angeleuchtet. Und obwohl dies nun schon ca 6 Jahre her ist, hinkt die Luftwaffe selbst in dieser Art der Verbringung 2 Generationen zurück. Böse Zungen sind schon länger der Meinung, dass die Landes-/Bündnisverteidigung schon lange nicht mehr im Mittelpunkt steht. Sondern die Subventionierung und Erhaltung der Rüstungsindustrie sowie deren Arbeitsplätze.

  • Eisenstein   |   12. Mai 2017 - 0:29

    Eurofighter bitte keine dritte Tranche, Finger weg. Wer die bestellt hat an Hirnschlag. Das Problem der britsche und der Deutsche haben so wenig gemein wie Kuh und a Esel außer das äußere…

    Des is net so wie bei der neuen Gripen E wo das Steuersystem und das Waffeneinsatzsystem getrennt sind, die schon vom Grund (Vorgänger) her a große Anzahl von Waffen integriert bekommt…

    Airbus lässt sich jede Waffenintegration recht fett bezahlen und so einfach von einem britischen auf einen deutschen lässt sich diese nicht übertragen, das scheint genau das große Problem zu sein…

    Die erste Tranche durch Grpen E ergänzen oder gar die Dassault Rafale kaufen. Die Franzosen haben es drauf, machen es vor, dagegen ist Airbus Schrott . Die haben gerade die ersten Marine Einsitzer auf den neusten Stand gebracht, da sollte Airbus sich ein großes Beispiel daran nehmen…

    Da scheint es weder mit den Avionikfächern, noch mit den Platz für die neuen Platinen (Rechnern, Steuergeräden) , Probleme zu geben…

    Der Zweisitzer hätte auch den Vorteil des Waffen- Systemoffiziers welcher dem Piloten wie im Tornado viel Arbeit abnimmt…

    Gibt es von der Gripen dann wohl auch, wobei vielleicht auch der Einsitzer genügen dürfte…

    Die Gripen E hätte den Vorteil das wieder sehr viel mehr geflogen werden kann, billige Flugkosten, wir könnte und dürften Sie hier in Deutschland produzieren, dürften uns in die Weiterentwicklung einbringen, auch sie ist auch einmotorig sehr zuverlässig weil ihr Triebwerk einfach ausgereift ist …

    SvD | 10. Mai 2017 – 22:03 hat es wie immer gut beschrieben, die F35 ist keine Alternative, nicht ausgereift, ich sehe es als schwärig an diese Maschine mit ihren ganzen Fehlen in die Serienreife zu bringen, hohe Flugkosten, ein nicht zu verantworteter Stückpreis, und es dürfte auch hier große Probleme bereiten die ersten Maschinen dann auf den endgültigen Stand zu bringen…

    Der deutsche Eurofighter ist eine Katastrophe, er kann nur Luftkampf, wird nur alte Abwurfwaffen integriert bekommen welche nicht unbedingt mehr Zeitgemäß sind, Ausnahme die neue Brinstrome…

    Nett wenn ich ein Computersystem benötige, über einen Computer die komplette Bewaffnung, Kraftstoff und all das andere vorher genau eingeben muss, wie anfällig ist dieses System in einem Kriegsfall durch Hacker, wie anfällig wenn ich während dieses Vorgangs Freischaltcode der Amerikaner benötige…

    Fazit: eine oder zwei Staffel durch eine neue Machine ergänzen, die Tranche 1 völlig raus und ersetzen, die restlichen Flugzeuge auf das neue E-Radar umrüsten.

    Ich habe mit der Gripen E oder der Rafale ein System das alles abdeckt vom Jagdbomber, über den Jäger, Aufklärer, viele Waffen sind integriert, die Systeme sind ausgereift, das wird auch für die Gripen E gelten, sie baut schließlich auf ihren Vorgänger (Saab JAS 39 Gripen) auf…

  • ini   |   12. Mai 2017 - 8:10

    @ Obibiber „Man sollte sich auf Brimstone 2 und SPEAR (brimstone 3) konzentrieren und davon große Mengen anschaffen!! Integration mit GB zusammen und Kosten teilen!“

    Brimstone und SPEAR (CAP 3) sind sicherlich gute Waffen, aber es gibt im Zielkatalog der Luftwaffe mehr Ziele als taktische, bewegliche Ziele auf dem Gefechtsfeld. Bei Infrastruktur und befestigten Zielen kommt man mit dieser Bewaffnung nicht weiter.

    Auf den richtigen Mix kommt es an.

    Nebenbei SPEAR (CAP 3) gibt es noch gar nicht. Außerdem wird jeder SPEAR zigmal teurer sein, als vergleichbare Stand-Off Bewaffnung.

  • Obibiber   |   12. Mai 2017 - 9:49

    @ini:
    Brimstone 2 gibt es schon, SPEAR ist in der Erprobung und 2018 so weit…
    Die Integration an den britischen eurofightern läuft schon…
    Ich denke gerade diese Art von Bomben ist für die Luftwaffe interessant!
    Kleiner Sprengkopf, sehr präzise, man in the Loop Möglichkeit… extrem hohe Reichweite von 50-120km…außerdem geringes Gewicht und platzverbrauch an den waffenstationen (3-4 pro Träger)
    kosten ca 100.000 pro Bombe… also 1/10 der taurus…
    Für Bunker hat man Taurus und GBU24
    Die Bundeswehr wird auch keine 10 tausende dieser Bomben benötigen…lieber nur 5.000…dafür mit entsprechender Qualität

  • Groundabort   |   12. Mai 2017 - 10:05

    Nicht der EF selbst ist das Problem. Die britische und italienische Luftwaffe beweisen es. Die sind uns Jahre voraus. Britische EF sind A2G im Einsatz gegen IS. Beide Luftwaffen war erst in Nelli8s AB.
    Problem sind die schon anfesprochene nationalen Zulassungen deutscher Alleingänge in der Zusatzausrüstung und Bewaffnung des EF. Warum bekommt eine bewährte GBU einen deutschen Sonderweg beim Zünder? Warum wollen wir rein nationale Systeme für die Datenanbindung und Durchführung von Missionsplanung und Maintenance Daten?
    Hinzu kommt eine chronische Unterfinanzierung bei Einsatzausrüstung, Ersatzteilen, Wartungskapazitäten bei der Industrie uvm. Wir können uns jetzt schon den Betrieb der ausgelieferten Lfz nicht leisten.

  • Bow   |   12. Mai 2017 - 10:18

    Moin allerseits,
    mittlerweile bekommt ja den Eindruck und das meine ich nicht als Getrolle, sondern ernst, dass AIRBUS gezielt die Rüstungsprojekte vor die Wand fährt, um diese Teile ggf. an THALES und Konsorten verkaufen zu können, damit man den unflexiblen öffentlichen Sektor Rüstung endlich los ist.
    Die Entlassungen könnte man dann politisch begründen und gut.
    Andererseits muß man auch attestieren, dass diese 1001 Varianten eines Grundproduktes (hier: Eurofighter) ja nicht von Ungefähr kommt.
    Wenn man mal die Grundausschreibung, das erste Angebot und die erste gefertigte Maschine vergleicht, dann sind die Überschneidungen eher gering.
    Jeder Käufer will was Anderes (auch daher ist eine einheitliche Europa-Armee ein Hirngespinst, aber das ist ein Nebenschauplatz). Der eine will den Launcher mit der Bordkanone, der nächste einen anderen Launcher, keine Bordkanone, aber dafür ein anderes Radar….
    Da AIRBUS es nie geschafft hat, mit einem finanzstarken Hauptabnehmer im Rücken, einen Standard zu definieren, der dann entweder so auch von anderen Staaten gekauft wird oder eben nicht, ist eines der Hauptgeburtsfehler des Konzerns.
    Die US-Hersteller können da wesentlich kostengünstiger planen und anbieten, zumal die USA auch gerne „One-trick-tools“ kaufen und nicht den strategisch/taktischer Bomber mit Jagdeigenschaften, der im Idealfall noch für den Truppentransport geeignet ist. (Siehe Beschaffung vs. Rolle bei Tornado, Europhither, Starfighter…).
    Kurz:
    Man muß sich – vor allem politisch – darauf einigen, unter was Rüstung eingentlich firmieren soll. Als nachfrageorientierte Wirtschaftssparte oder als groß angelegte ABM zum Erhalt von Arbeitsplätzen unter Nutzung der daraus entstehenden Produkte (egal, wie gut und schnell sie gefertigt werden).
    Sorry, aber das regt mich schon lange auf!

  • MA   |   12. Mai 2017 - 11:29

    @ Groundabort | 12. Mai 2017 – 10:05

    „Hinterher ist man immer schlauer […] In meinen Augen ist dies aber endlich eine vernünftige Aussage, bzw. Absage. 2018 ist DEU für die NRF mit der Luft Boden Rolle assigniert. Es ist Klug bereits jetzt anklingen zu lassen das die geforderten (angebotenen) Fähigkeiten nicht zu Verfügung stehen werden. Es gibt derzeit einfach viel zu viele Faktoren die dagegen sprechen.

    1+ Danke für die Beiträge. Sehe ich aus (leidvoller – DEU und positiver GBR/ITA) Erfahrung auch so.

  • Zimdarsen   |   12. Mai 2017 - 11:34

    Airbus will Tornado-Nachfolger bauen

    DÜSSELDORF – Airbus arbeitet an einem Nachfolger für die alternden europäischen Tornado-Jagdbomber. „Wir fertigen gerade Vordesignstudien an, um zu zeigen, wie ein solches Flugzeug aussehen könnte“, sagte Airbus-Rüstungsvorstand Dirk Hoke dem „Handelsblatt“ (aero.de)

  • ini   |   12. Mai 2017 - 11:54

    @Obibiber

    SPEAR CAP3 ist noch nicht fertig entwickelt. 2018 läuft da noch keine Waffe vom Band. Das dauert noch bis 2020+. Ob das Ding kann, was es verspricht, muss erst noch bewiesen werden. Außerdem wird die Waffe erst in P4E für Eurofighter eingplant. Die Lw Eurofighter befinden sich im P1E Upgrade. Dauert also noch Jahre.

  • Magmakammer   |   12. Mai 2017 - 12:05

    Airbus plant den Tornadonachfolger ab 2035 bis 2040!
    Das heißt: in dem Zeitraum ist das erste Flugzeug zu erwarten, aber ALLE Tornados werden bereits abgeflogen sein. Rechnen wir Verzögerungen im Projekt ein, steht die Bundeswehr wieder vor dem gleichen Problem wie bei C-160 vs. A400M.
    Lesson NOT learnt!

  • Magmakammer   |   12. Mai 2017 - 12:08

    Ach ja!
    Ich hoffe man denkt an die Sonderrolle des Tornado – nicht das es so geht wie mit dem Eufi, der nicht nuklear Bestückt werden kann.

  • STEK   |   12. Mai 2017 - 12:33

    „Airbus will / soll Tornado-Nachfolger bauen“

    ist es überhaupt realistisch, dass ein solches Projekt zustande kommt?

    Die Tornadonutzer GB und Italien und andere potenzielle Projektpartner setzen auf F 35, Frankreich kocht über Dassault i.d.R. sein eigenes Süppchen

    Die zu erwartenden Entwicklungskosten auf potenziell 80 Flugzeuge für die Luftwaffe umzulegen wird einen horrenden Stückpreis zur Folge haben

  • Hubi   |   12. Mai 2017 - 12:38

    Die Interessen von Airbus sind bereits Anfang Januar 2017 in den Medien erschienen. Und das sind Wünsche/Gedanken der Industrie – bisher ohne (zeitliche?) Planungen des Ministeriums.

    Da sonst keine andere Möglichkeit zu EuroHawk:
    Die Gesamtkosten werden lt. Presse jetzt durch das Ministerium auf 681 Mio € beziffert.

  • StMarc   |   12. Mai 2017 - 12:52

    @Magmakammer
    Vielleicht sollte man Airbus einfach ohne neues Tornado-Nachfolgeprogramm pro Jahr eine Milliarde zahlen. Dann richten die nicht so viel Schaden an.

    Die Ankündigung von Airbus kann man doch nur als Drohung an die Luftwaffe verstehen.

  • SvD   |   12. Mai 2017 - 14:20

    Die deutschen Tornados fliegen laut Panavia noch bis mindestens 2035.

    „[…] This continuous modernisation programme will allow the Luftwaffe to maintain its Tornado fleet in service until at least 2035.“

    Ein paar Tage haben wir noch Zeit und die Idee das der Tornado mal ersetzt werden muss ist nicht neu. Wenn wir allerdings wieder so lange brauchen wie beim Eurofighter oder gar der F-35…

    UK will den Tornado nur bis maximal 2025 in Dienst halten, wegen der F-35, das könnte sehr eng werden.

    Für Airbus alleine wäre es ein hartes Stück Arbeit. Wir erinnern uns ans die Arbeit der letzen 20 Jahre.
    Vom ‚Jäger 90‘, über den TDEFS (http://www.hitechweb.genezis.eu/images/drawings/TDEFS.jpg) und den Mako (https://www.wikiwand.com/en/EADS_Mako/HEAT) hin zu einem neuen Multirole Fighter der 5.5/5+ oder 6 Generation ist es ein langer Weg.

    BAE hat einen Vertrag mit der Türkei unterschrieben, deren neuen stealth fighter mit zu entwickeln.
    Japan (Mitsubishi X-2 Shinshin) und Korea (KF-X) drehen bisher ihre eigenen Dinger. Saab ist zusammen mit Boeing gerade mit dem BTX-1 zu gange (Entwurft zum Ersatz der T-38 Trainer in den USA).

    Italien ist erstmal stink sauer darüber, das es Kürzungen an deren Arbeitsanteil im F-35 Programm gab.

    @Eisenstein
    Ja, wir könnten Gripens bauen, man kann sich in das Programm einkaufen, Saab ist da sehr offen, nur wer baut die? Da müsste dann der Hammer fallen und die Produktionsstätte von AIrbus mit samt Personal verstaatlicht werden.
    Dann könnte man sich Lizenzen organisieren und die Linie auch mit anderen Fliegern offen halten (Scorpion, modernisierte OV-10, Drohnen, Loiter Ammunition usw).

    Ob das jemals passieren wird?

  • Mitleser   |   12. Mai 2017 - 14:28

    Die Rafale ist seit 2008 nuklearwaffenfähig (mit Einführung F3 Standard), einsatzerprobt und verfügbar und könnte problemlos ab 2025 den Tornado ersetzen. Sowohl in der nuklearen Rolle als auch in der generellen Air-to-Ground Funktion. Nebenher würde die Anschaffung den immensen deutschen Exportüberschuß etwas reduzieren, um auch das volkswirtschaftliche Bild im Auge zu behalten. Eine derartige Lösung wäre aber wohl zu einfach, um sie umzusetzen.

  • Hubi   |   12. Mai 2017 - 16:11

    Der EF und die NATO.

    Gibt es eigentlich auch Auswirkungen auf Einsätze aufgrund NATO-Bedarf durch die gerade in den Medien berichteten Schwierigkeiten bei F125: Vorkrängung, Überschreiten Leergewicht (mit m.E. inzwischen schwammigem Dementi des Ministeriums), verzögerte Auslieferung durch Schwierigkeiten einer beteiligten Firma?

  • Zimdarsen   |   14. Mai 2017 - 8:36

    @Mitleser

    „Die Rafale ist seit 2008 nuklearwaffenfähig (mit Einführung F3 Standard), einsatzerprobt und verfügbar und könnte problemlos ab 2025 den Tornado ersetzen.“

    Das ist falsch, denn FR nutzt vermutlich nicht die A- Waffen-Avionik der USA und somit würden die USA deren Verwendung niemals zustimmen.

  • SvD   |   14. Mai 2017 - 16:47

    „Nuklearwaffenfähig“ meint man hat ein Beidenfeld oder die entsprechende Software um die Bomben anzusteuern. Das ist keine Hexerei, muss aber zur Bewaffnung passen.
    Die Franzosen nutzen die „Air-Sol Moyenne Portée“ oder kurz ASMP Marschflugkörper mit französischen Sprengköpfen.
    Diese Waffen stammen aus einer Zeit, in der Freinkreich nicht in der Nato war, das die Flieger also kompatibel mit der B-61 sind ist zweifelhaft.

    Und vonwegen B61, für die 12er Version muss doch eh wieder alles erneuert werden, also selbst wenn die Rafale mit den bisherigen B61 umgehen könnte, würde sich das eh zerschlagen. Und so viele B61-12 wird es auch nicht geben, weil nur bestimmte Sprengköpfe weiter verwendet werden sollen.

  • L.P.   |   17. Mai 2017 - 17:26

    Die BW hat wohl Daten ueber die F35 angefragt fuer eine moegliche Beschaffung. Weiss hier zufaellig jemand ob die Fertigungsstrasse fuer die F-22 als eine weitere Beschaffungsvariante noch existiert?

  • SvD   |   17. Mai 2017 - 19:06

    Die F-35 ist Schrott und wenn man nicht auf dem Mond leben würde, wäre das klar.
    Vorallem herrscht da fast 100%ige US Technologiehoheit bei allen Systemen.
    Die Wartungszentren sind schon fix.

    Die F-22 ist für den Export gesperrt, jeder Kaufinteressent wurde abgewiesen.
    Dazu ist die F-22 obsolet (grottige Avionik aus der ersten Hälfte der 90er) und nicht gerade ein Multirole-Fighter.

    Da gehen halt nur GPS gelenkte SDB I und JDAMs. Die Flügelstationen sind noch nie benutzt worden. Um mit anderen Fliegern Datenfunk austauschen zu können, muss eine F-15 mit Übersetzungspod mitfliegen. Der Talon HATE (ja, der heißt wirklich so) ist nicht nur ein IRST für die F-15C/D, er ist quasi ein Kommunikationsknoten zwischen Link16 fähigen Einheiten und der F-22 im Gefecht.

    Die F-22 sollte zwar mittlerweile Link-16 haben, der soll im Gefecht aber nicht genutzt werden, da der F-22 link ’stealtier‘ wäre. Er funktioniert wahrscheinlich wie der Ecomodus eines DECT Funktelefons und drosselt die Sendeleistung soweit, das man die Verbindung zur Gegenseite noch halten kann aber nicht unnötig stark durch die Gegend funkt und seine Position preis gibt.
    Die Technik ist top secret.

    Die F-22 kostet ~70.000 $/h und das es keine einheitliche Berechnungsgrundlage gibt, kann es sein das da noch ein paar Zusatzkosten drauf kommen.

    Die Produktion wieder auf zu nehmen war eine nette Idee in den USA. Moderne Avionik, Probleme rauskonstruieren um die Kosten zu senken und den Export ohne den US Datenlink freigeben.
    Lockheed hat aber die Produktionswerkzeuge verschlampt (keine gesicherte Quelle dafür).

    Wartungscrews fanden in den von Lockheed zur Lagerung gelieferten Kisten wohl nur Luft vor. Das macht die Wartung schon zu einem Problem, weil man irgendwann mal Teile nachproduzieren muss.

    Kostenprognosen gab es schon vor langer Zeit:
    „A RAND study in 2010 placed the cost of resuming F-22 production at $17 billion in 2008 dollars for 75 more aircraft, or $267 million per jet.“

    Rechnet man da noch 10 Jahre Inflation drauf… da könnten wir auch bei Boeing nach neuen B-1 fragen…

    Die Airforce hat schon erste Gedankengänge zur 6. Generation im Rahmen des F-X Programms angestellt und das Programm soll dieses Jahr gestartet werden.

  • Steve   |   18. Mai 2017 - 14:35

    Vielleicht nochmal zur Erinnerung: Der Eurofighter ist kein reines Airbus Produkt. Die Gleichsetzung Eurofighter=Airbus wie oben zu lesen stimmt so einfach nicht.
    Airbus hält nur rund 40% am Eurofighterkonsortium. Den Rest haben BAE Systems und Leonardo (ehemals Alenia/Finmechanicca).
    Und genau da liegt das Problem: Leonardo und MOD-IT konzentrieren sich auf F35 und haben kein Interesse an einer schnellen, preiswerten Integration neuer A2G Waffen am Eurofighter.
    BAE Systems und MOD-UK machen was sie für Richtig halten – schütteln quasi ohne richtige Zulassung eine neue Missionsplanungssation und neue Avionikversionen aus dem Ärmel und fliegen dann einfach damit.
    Wir haben hier aber das LufaBW und damit bis vor kurzem nichtmal eine Freigabe für Testflüge(!) mit einer 2 jahre alten Software (P2E) die von den Briten bereits im Einsatz geflogen wird. Da ist ein derart agiler Ansatz, wie ihn die Briten fahren einfach nicht möglich.

  • Edgar Lefgrün   |   18. Mai 2017 - 15:47

    L.P. | 17. Mai 2017 – 17:26

    Die BW hat wohl Daten ueber die F35 angefragt fuer eine moegliche Beschaffung. “

    Wurde in der Anfrage für Daten tatsächlich etwas von Beschaffung erwähnt?