Debatte über Tradition, Wehrmacht und Rechtsextreme: Weiteres Material

 

Zur Debatte über Traditionsverständnis in der Bundeswehr, die Wehrmacht und Rechtsextremismus hier noch weiteres Material (das sicherlich noch ergänzt wird):

• Interview mit Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen im Stern*:

„Wir müssen aufklären und aufarbeiten“

• Zum geplanten Programm Innere Führung heute, das die Ministerin am (gestrigen) Mittwoch angekündigt hat, gibt es bislang nur spärliche Informationen; am meisten noch im Tagesbefehl ebenfalls vom Mittwoch:

Tagesbefehl Innere Führung heute, 10. Mai 2017

• In Gesprächen mit Soldaten in diesen Tagen (und auch in den Kommentaren hier) höre ich eine derzeit tiefe Verunsicherung in der Truppe – was ist erlaubt, wo läuft die Grenze zwischen (falschem) Traditionsverständnis und zulässiger, ja notwendiger Erinnerung?

Ein Beispiel dafür, das seit Tagen immer wieder genannt wird: An der Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr in Hamburg wurde im Wohnbereich der Studierenden ein Foto entfernt, dass den Namensgeber, den früheren Verteidigungsminister und Bundeskanzler Helmut Schmidt 1940 in Wehrmachtsuniform zeigt. Der Leiter des Studienfachbereichs (von der Disziplinarstufe her einem Bataillonskommandeur vergleichbar), habe die Entfernung angeordnet.

Es gibt auch Vorher/Nachher-Fotos:

 

Die Universität selbst sagt dazu zunächst nichts; die angeordnete Bestandsaufnahme in den Gebäuden sei noch nicht abgeschlossen.

Nun kann man natürlich die Frage stellen, ob Helmut Schmidts Bedeutung für Bundeswehr und Deutschland vor allem in seiner Dienstzeit in der Wehrmacht liegt. Und ebenso die Frage, ob der vermutliche knappe Befehl (sinngemäß) Hängen Sie das ab! nicht durch den Hinweis hätte ersetzt werden können, dass es gerade von Helmut Schmidt sehr viele andere Bilder gibt, die seinem Wirken deutlich gerechter werden – und ob nicht gerade diese Situation für eine notwendige Debatte hätte genutzt werden können. Vielleicht wäre das Foto dann einfach ersetzt worden?

• Nachtrag 13. Mai: Generalinspekteur Volker Wieker im Interview bei Spiegel Online:

„Die Fehler sind passiert, wir tragen alle Verantwortung“

• Wen es interessiert: Die Phoenix-Runde zum Thema

„Zwischen Tradition und Moderne – Wie rechts ist die Bundeswehr?“

am 10. Mai mit Winfried Nachtwei von den Grünen, Oberstleutnant a.D. Ulrich Scholz, der Kollegin Birgit Schmeitzner vom Bayerischen Rundfunk und mir zum Nach-Schauen:

 

Weiteres Material nach Entwicklung. Kommentare bitte nicht hier, sondern im Thema-Thread, weil es sonst zu sehr zerfasert.

* Deutsche Verlagswebseiten werden hier i.d.R. nicht verlinkt. Der Wortlaut des Interviews wurde auf den Webseiten des Bundespresseamts veröffentlicht

(Foto oben: von der Leyen und Generalinspekteur Volker Wieker am 3. Mai 2017 beim Jägerbataillon 291 in Illkirch; Fotos HSU: privat)

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