EU verlängert Antipiraterie-Einsatz vor Somalia (Nachtrag)

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Gegen den Trend hat die Europäische Union ihre Antipiraterie-Mission vor der Küste Somalias verlängert. Nachdem die NATO gerade erst ihren Einsatz gegen die Seeräuber, die Mission Ocean Shield, für beendet erklärt hatte, verlängerte die EU am (heutigen) Montag den Einsatz ihrer Seestreitkräfte im Kampf gegen die Piraterie vor Ostafrika. Das bisherige Mandat für die European Naval Forces (EUNAVFOR) und die Mission Atalanta wäre sonst Ende dieses Jahres ausgelaufen:

The European Union’s naval mission will keep patrolling for pirates off the coast of Somalia for another two years, to guard against any resurgence of attacks, the bloc said on Monday.

The number of raids and kidnappings has fallen – though maritime officials have warned that the risk is still, underlined by two attempted attacks last month. (…)
But the EU said it would extend the EUNAVFOR Somalia Operation Atalanta until the end of 2018, allowing it to keep guarding U.N. aid deliveries.
The mission, which was due to shut down at the end of 2016, typically uses 1,200 personnel, four to six warships and two or three patrolling aircraft provided by EU member states.

berichtet Reuters. (Die offizielle Mitteilung dazu habe ich noch nicht gefunden; trage ich dann nach.)

Die am Montag veröffentlichte offizielle Mitteilung dazu (der Beschluss stammt aber schon vom 25. November):

EUNAVFOR Somalia Operation Atalanta: operation’s mandate extended until 31 December 2018
On 25 November 2016, the Council extended the mandate of the operation EUNAVFOR Somalia Operation Atalanta until 31 December 2018. The Council also allocated to the operation a budget of EUR 11.064 million from the so-called common costs.
The European Union Naval Force Somalia Operation Atalanta was launched in December 2008 to contribute to the deterrence, prevention and repression of acts of piracy and armed robbery off the Somali coast. The operation is part of the EU’s comprehensive approach for a peaceful, stable and democratic Somalia.
The operation also protects vessels of the World Food Programme and other vulnerable shipping, monitors fishing activities off the coast of Somalia and supports other EU missions and programmes in the region.

Die Verlängerung mag auch damit zu tun haben, dass EUNAVFOR formal nicht in erster Linie den Auftrag hat, die Piraterie zu bekämpfen – sondern die Nahrungsmittelhilfen der Vereinten Nationen in das unverändert vom Krieg zerrissene Somalia sicherzustellen. Allerdings: Nachdem es mehr als vier Jahre keinen erfolgreichen Angriff somalischer Piraten mehr gab, neigen alle beteiligten Staaten dazu, trotz Fortsetzung dieses Einsatzes ihr Engagement deutlich zu reduzieren. Von den typischerweise 1.200 Soldaten und vier bis sechs Kriegsschiffen, wie Reuters oben schreibt, kann schon lange nicht mehr die Rede sein.

(Archivbild März 2016: Italienische Carabinieri mit somalischen Fischern vor der Küste Somalias – EUNAVFOR)

3 Kommentare zu „EU verlängert Antipiraterie-Einsatz vor Somalia (Nachtrag)“

  • closius   |   29. November 2016 - 7:16

    Interessant wäre, wann die Deutsche Marine wieder mal in der Lage ist, ein deutsches Kriegssschiff aufzutreiben für Atalanta. Denn die Nichtbeteiligung Deutschlands liegt doch allein daran, daß die Marine entweder zu wenig einsatzbereite Kriegsschiffe oder zu wenig Personal für diese hat und beides nicht eingestehen will.

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   29. November 2016 - 8:02

    „… und beides nicht eingestehen will“.

    Tatsachen, die auf der Hand liegen, brauchen nicht erst eingestanden zu werden.

  • Mr. Dark   |   30. November 2016 - 9:45

    Was heißt denn bitte die „Nichtbeteiligung Deutschlands“ ? Man sollte nicht vergessen, dass immer noch Elemente der Deutschen Marine (z.B. ein Seefernaufklärer P-3C Orion) an OPER ATALANTA teilnimmt und Deutschland einen Beitrag leistet.