Dokumentation: Einbindung der Bundeswehr in den BOS-Funk

20111109_Feldjaeger_Motorradeskorte

Im Zusammenhang mit den geplanten Übungen von Bundeswehr und Polizei im Inland, Stichwort Bundeswehreinsatz im Inneren, hatte ich am vergangenen  Mittwoch zunächst erfolglos nach der Nutzung des BOS-Funks (Funk für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben) durch die Bundeswehr gefragt. Inzwischen hat mir das Kommando Streitkräftebasis etwas dazu geschrieben, nachfolgend dokumentiere ich die Aussage (die wir vielleicht im Zusammenhang mit dem Thema noch brauchen werden):

Mit der Entscheidung des Aufbaus eines bundesweiten digitalen Funknetzes für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) erfolgte innerhalb der BOS der Wechsel vom Analogfunk zum Digitalfunk.

Die Bundeswehr ist nicht originärer Teil der BOS, nimmt jedoch auch Aufgaben im Rahmen der zivil-militärischen Zusammenarbeit wahr. Hierzu wurden unter anderem eine Vielzahl der Bw-Feuerwehren, die SAR-Luftfahrzeuge, die SAR-Leitstellen, der Sanitätsdienst im Rahmen der Teilnahme am zivilen Rettungswesen im Inland sowie Feldjäger im Personenschutz und Eskortendienst mit Digitalfunk (BOS-Funkgeräte) ausgestattet.

Die Bundeswehr ist somit gemäß Vereinbarung mit dem Bundesministerium des Innern ausschließlich Nutzer des BOS-Digitalfunks im Rahmen der zivil-militärischen Zusammenarbeit. Eine darüber hinausgehende Nutzung (z.B. als Betriebsfunk) durch Personal der Bundeswehr ist derzeit grundsätzlich nicht gestattet.

Die eingesetzten Feldjäger im Eskortendienst und Personenschutz sind bundesweit aktiv und benötigen für den Informationsaustausch sowie für die Koordinierung eine dauerhafte Kommunikationsschnittstelle mit polizeilichen Behörden, welche im Bedarfsfall (z.B. Gefahr für Leib und Leben) genutzt werden darf. Die uneingeschränkte Führungs- und Kommunikationsfähigkeit zu BOS-Kräften in diesem Rahmen spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Aufgrund der eigenen eingeschränkten Führungsfähigkeit über größere Einsatzräume, insbesondere im Hinblick auf die Erfahrungen bei Unterstützungsleistungen im Rahmen der Amtshilfe bei Naturkatastrophen (z.B. Waldbrände und Hochwasserlagen), bei denen die Kommunikation mit unmittelbar am Ereignisort eingesetzten BOS-Kräften unerlässlich war, sowie beispielsweise bei der Durchführung des Militärischen Verkehrsdienstes (u.a. Begleitung von Schwerlasttransporten). wurde durch das Kommando Feldjäger der Bundeswehr die Nutzung der Infrastruktur des BOS-Digitalfunks für überaus zweckmäßig und erforderlich bewertet. Zur praktischen Erprobung der Brauchbarkeit im gesamten Feldjägerdienst wurde diese Nutzung für zwei größere Veranstaltungen in Februar und Juni 2016 beantragt und durch die Autorisierte Stelle des Bundes in der Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BDBOS) über die Verbindungsstelle Digitalfunk der Bundeswehr im Kommando Territoriale Aufgaben der Bundeswehr genehmigt.

Vor dem Hintergrund der dabei gewonnenen sehr guten Erfahrungen beantragte der Aufgabenbereich Feldjägerwesen der Bundeswehr im Rahmen einer Initiative „Flächendeckender Digitalfunk im Feldjägerdienst/Feldjägereinsatz“die Ausstattung mit Digitalfunkgeräten und den Aufbau einer entsprechenden Infrastruktur zur Sicherstellung der flächendeckenden Führungsfähigkeit bei der Wahrnehmung von Aufgaben des Feldjägerdienstes/Feldjägereinsatzes im Inland.

Ergänzend dazu noch der Bericht auf bundeswehr.de: Die Feldjäger im digitalen Zeitalter

Es sollen insgesamt rund 2.000 digitale Sprechfunkgräte beschafft werden. Zunächst erhalten die Personenschützer des Generalinspekteurs die neuen Geräte. Mittelfristig werden dann alle Personenschutzkräfte und Feldjägerstreifen damit ausgestattet.
Der bevollmächtigte Vertreter des Inspekteurs der Streitkräftebasis für das Projekt Teilhabe am Digitalfunk BOS, Hauptmann Maik Hahn, macht deutlich: Es ist die klare Absicht des Kommandos Feldjäger der Bundeswehr, das gesamte Feldjägerwesen mit diesen modernen Funkgeräten auszustatten.

(Archivbild November 2011: Übungsfahrt einer Feldjäger-Motorradeskorte, hier 1/3-Eskorte – Bundeswehr/Sebastian Wilke)

26 Kommentare zu „Dokumentation: Einbindung der Bundeswehr in den BOS-Funk“

  • energist   |   02. September 2016 - 15:10

    Bei der Zusammenarbeit im Rahmen d. Lage Flüchtlinge im letzten Herbst wurden alle Kräfte Bw aus dem Arsenal des Katastrophenschutzes mit BOS-Digitalfunk ausgerüstet. Die Zusammenarbeit lief (auch dank der vorbildlichen Betriebstechnik der Bw-Kräfte ;) ) problemlos.

    Bedenken bzgl. Zulässigkeit (Datenschutz, Verpflichtung, …) traten nicht auf bzw. wurden nicht weiter beachtet.

  • Phillip Runge   |   02. September 2016 - 15:34

    Macht u.a. wirklich Sinn für die zivil-militärischen Zusammenarbeit…kann ich als freiwilliger Feuerwehrmann und Soldat bestätigen. Schon gewundert, das es nicht schon früher passiert ist. Doch da bin ich aber mal auf die Verzögerungen gespannt, welche bei der Digitalfunk-Einführung in der Bundeswehr sicherlich entstehen werden. Da es bei der Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst sehr sehr schleppend anlief und es zu erheblichen Verzögerungen kam….denke ich nicht das es bei der Bundeswehr besser klappen wird.

  • Patrick Horstmann   |   02. September 2016 - 15:49

    Wir haben hier die Fortsetzung der Diskussion des Einsatzes der Bundeswehr im Inneren im technischen Bereich. Bundeswehr als nicht originärer Bestandteil der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS), die im Inland eingesetzt werden, die aber dennoch außerhalb der BOS in bestimmten Fällen im Inland eingesetzt wird, sei es institutionell (SAR, Bundeswehrsanität im Rettungsdienst) oder in anderen Fällen, die das GG zuläßt.

  • MF   |   02. September 2016 - 17:30

    Die Bundeswehr besitzt seit 2003 Digitalfunk (Tetrapol). Warum bei der Einführung des Systems die mögliche Zusammenarbeit mit zivilen Kräften nie berücksichtigt wurde bleibt Geheimnis der damaligen Beschaffen

  • Hubi   |   02. September 2016 - 18:19

    Eine Frage zum 1. Beitrag: Temporär oder auf Dauer? Örtlich? Bundesweit? Der KatS hat eigentlich kein Arsenal für derartige Ausstattung.

  • Whazzup   |   02. September 2016 - 18:30

    „Hierzu wurden unter anderem eine Vielzahl der Bw-Feuerwehren, die SAR-Luftfahrzeuge, die SAR-Leitstellen,…“

    Aber nicht die SAR der Marine…

  • energist   |   02. September 2016 - 18:41

    Pardon, ich vergaß es zu erwähnen. Örtlich, in unserer (kreisfreien) Stadt. Zumindest aus zwei Nachbarlandkreisen weiß ich aber, daß es ebenso lief.

    Der Katastrophenschutz hier in Hessen ist von der Materialvorhaltung *deutlich* besser ausgestattet als in anderen Bundesländern. Konkret war es überhaupt kein Problem, ca. 20 HRT (= Handfunkgerät) an die Kräfte der Bw (2 Kompanien im Wechsel) auszugeben, ohne daß auch nur auf regulär eingesetzte Geräte (auf Fahrzeugen verlastete) zurückgegriffen werden mußte. Das heißt, jede eigenständige Einheit der Bw (nicht im Rahmen der Fuhrüngsstruktur, sondern rein lokal betrachtet) hatte mindestens zwei Geräte plus Ladestationen und Ersatzakkus dabei.

    Wären weitere Kräfte Bw zum Einsatz gekommen, ggf mit eigener Kommandostruktur, wäre auch noch Platz nach oben gewesen. Auch MRT für Fahrzeuge oder feste Funkstellen werden vorgehalten. Irgendwann hätte man auf die HRT der Fw/HiOrgs zurückgreifen müssen. Da dort die Dichte sehr hoch ist (auf einem Löschfahrzeug (neun Mann) i.d.R. fünf Stück), wären ohne Einschränkung der Leistungsfähigkeit doch einige frei geworden. Im letzten Schritt hätte man vermutlich ein analoges Netz aufgemacht. Da alle Funkgeräte (noch) doppelt vorhanden sind, hätten her sehr viele ausgegeben werden können.

    [OT: Es ist mir klar, daß wir da in einer sehr bequemen Situation sind. Hessen pumpt seit Jahren massiv Mittel in den Ausbau des KatS in der Fläche. Die Freiwilligen Feuerwehren und HiOrgs werden ordentlich ausgestattet. Es existieren entsprechende Führungsstrukturen und fertige Einheiten, die so gestaltet sind, daß die lokale Gefahrenabwehr handlungsfähig bleibt. Im Vergleich zu dem, was ich von woanders kenne, ist das pures Gold. Muß man ja mal lobend erwähnen.]

  • J. H.   |   02. September 2016 - 21:17

    @ Whazzup
    Der Sea King der Marine ist mit einem BOS Funkgerät ausgerüstet.

  • KlausK   |   02. September 2016 - 21:56

    @MF
    Bw verwendet Tetrapol,
    BOS verwendet Tetra.
    Deshalb auch nur beschränkte Kompatibilität mit den Nachbarländern.

  • CharlieSierra   |   02. September 2016 - 22:31

    Tetra ist nur ein Standard. Bos in Deu macht Sepura.
    Vermutlich hat das BSI keine Freigabe erteilt für Tetrapol EADS für den Einsatz in den Sicherheitsbehörden Deutschlands.

  • CharlieSierra   |   02. September 2016 - 22:43

    Siehe dazu BSI Jahresbericht 2003 ab Seite 60

  • Edgar Lefgrün   |   03. September 2016 - 11:56

    MF | 02. September 2016 – 17:30 Die Bundeswehr besitzt seit 2003 Digitalfunk (Tetrapol). Warum bei der Einführung des Systems die mögliche Zusammenarbeit mit zivilen Kräften nie berücksichtigt wurde bleibt Geheimnis der damaligen Beschaffen“

    Taktische Forderung? Mangelnde Vorauschau? Kosten?

    Und hintether, wenn man, jemand vom Rathaus kommt, ist er wohl schlauer.

  • Whazzup   |   03. September 2016 - 12:52

    @J.H.

    Korrekt, aber nicht digital, sondern noch das analoge FuG8.

  • elagabalu   |   03. September 2016 - 20:05

    digital…das ist so mit nullen und einsen nä!? Die BWFeuerwachen werden bestimmt damit ausgerüstet…in 10-15 Jahren.

  • GERMANIAC   |   03. September 2016 - 20:08

    Die in der Bw genutzten Tetrapol sind einsatzbewährt, hier aber nicht verwendbar, ausserdem am Ende des Lebenszyklus.

    Letztlich ist eine Partizipation nur mit kompatiblen Endgeräten möglich, wie dargestellt ja nur sporadisch in der Truppe verfügbar. Da die Bündelfunkkapazitäten des BOS-Funk auf Tetra-Basis (…-stationen) aber ähnlich schmalbandig ausgelegt sind, ist selbst mit realisierten einer Teilhabe erst mal nur Sprechfunk möglich. Datenfunk als Minimum-Interoperabilität? Weiterträumen.

    Es bleibt hingegen in überschaubarem (!) Zeitrahmen abzuwarten, in welchem Umfang die ‚FFF MoTaKo‘ (Hier: Hochmobile Zellulare Netze) die Realisierung Bw-eigener Ressourcen zur breitbandigen Tetra/LTE-Kommunikation und damit einhergehend möglichen Netzübergängen zur territorialen Netzinfrastruktur schaffen wird.

  • CharlieSierra   |   03. September 2016 - 21:39

    @Germaniac
    Tetrapol und Datenübertragung volle Zustimmung. Haben das mal mit dem FüInfoSys H getestet… Alptraum schon bei der Eigenpositionsmeldung.

  • CharlieSierra   |   03. September 2016 - 21:51

    MoTaKo ist auch ein mögliches Luftschloss. Die Sotas Anlage ist das beste Beispiel im 2A6 M+ … Von der Besatzung kann es keiner bedienen.

  • TBC   |   04. September 2016 - 12:23

    „Bos in Deu macht Sepura.“ … Huch, hier brennt wieder verdammt viel Licht. Ich komme aus einem Teil Deutschlands, in dem „Motorola Bos macht“.
    Mal davon weg, sondern zum Grundsätzlichen: Weiter oben steht: „Zur praktischen Erprobung der Brauchbarkeit im gesamten Feldjägerdienst wurde diese Nutzung für zwei größere Veranstaltungen in Februar und Juni 2016 beantragt und durch die Autorisierte Stelle BDBOS genehmigt…“ Ich hatte zu der genannten Juni-Veranstaltung, zum „Tag der Bundeswehr“, die Möglichkeit, mit den über ihre neuen FuG glücklichen Feldjäger zusammenzuarbeiten, und das funktionierte recht gut. Es funkte natürlich nicht gemeinsam, weil man noch keine gemeinsamen TBZ-Gruppen ( taktisch-betrieblichen Zusammenarbeitsrufgruppen ) eingerichtet bzw. den anderen BOS bekannt gegeben hatte, aber ein Anfang war es.
    Für militärische Zwecke ist BOS-Digital-Funk insbesondere wegen der nicht gehärteten Infrastruktur (ist der GSM-Mast weg, wird es sehr leise) kaum geeignet, aber genau die Zusammenarbeit im täglichen Leben (Bw-Feuerwehr, Feldjäger, usw.) und beim Einsatz im Innern erfordert gemeinsame Funkverbindungen. Ansonsten bleibt’s halt wie bisher beim Handy…

  • xyz   |   04. September 2016 - 13:52

    Die Frage ist vielleicht unqualifiziert, aber ist für Datenübertragung nicht Link 16 bzw. zukünftig Link 22 da? Warum will man denn über Tetrapol Daten übertragen?

  • klabautermann   |   04. September 2016 - 14:54

    @xyz

    Link16/22 ist wohl ein wenig „aufwendig“ in der Zivilen Vertdg/KatS ;-) Außerdem kann man damit keine Sprache übertragen,,,,,man braucht flexible, mobile und schnell einrichtbare Bündelfunksystemnetze für Sprache und Datenübertragung im lokalen Bereich für geschlossene Nutzergruppen wie eben Polizei/Feldjäger etc…….also TETRA, Tetrapol, DMR und APCO P25 oder das analoge MPT 1327,

  • klabautermann   |   04. September 2016 - 16:02

    Hier einmal – ein büschen OT – eine recht aktuelle Präsentation in Sachen Komplementärvorhaben „MoTaKo – W6“:
    http://www.afcea.de/fileadmin/user_upload/Sonderveranstaltungen/FA_mit_FueUstgKdoBw/02-PlgABw-MoTaKo-W6.pdf

    Da findet das ganze Thema Einsatz BW im Rahmen ZivVtg/KatS überhaupt keine Erwähnung. Das ganze Ausmaß dieses konzeptionellen Monsters mit einem Realisierungszeitplan bis 2035 (!) ist imho schon fast grotesk angesichts der Innovationszyklen im Bereich IT. Anstatt Komplexität konzeptionell/konstruktiv zu reduzieren werden immer komplexere „Selbstzweck“-Architekturen ersonnen. „Das Netz steht und funktioniert, nur der duselige IdZ oder der Puma-Kommandant kann es nicht bedienen weil er im kognitiven Flaschenhals-Koma liegt“/SCNR

  • KlausK   |   04. September 2016 - 18:57

    @TBC
    Und wenn beim Handy der GSM – Mast Weg ist ??
    Erinnere Dich an Heiligendamm!

  • ede144   |   05. September 2016 - 9:30

    @TBC
    Der GSM Mast, der dann ja eigentlich ein TETRA Mast ist, ist das geringste Problem. Die fehlende Netzhärtung bezieht sich auf den Backbone, also die Verbindung zu den Knotenpunkten und die zentralen Vermittlungen. Das läuft zum Teil über VPN-Tunnel und ist damit sehr empfindlich.

  • 43er   |   05. September 2016 - 9:51

    Nicht zu vergessen die nicht vorhandene Notstromkomponente, welche irgendwann mal nachgerüstet werden soll.
    Und dann kommen noch diese gelegentlich auftretenden Silvester-Effekte dazu, denn, wie schon angesprochen, das Digitalfunknetz ist auch „nur“ ein besseres Handynetz.

  • SER   |   05. September 2016 - 18:50

    @43er

    Ist da was im Busche in Niedersachsen ? Da kriegen oder haben schon in weiten Teilen alle freiwilligen Feuerwehren 8KVA Aggregate gekriegt um eben diese Masten im Falle zu betreiben ;-)

    @TBC
    „gemeinsamen TBZ-Gruppen ( taktisch-betrieblichen Zusammenarbeitsrufgruppen ) “

    Ich dachte immer die DDR wäre Meister der deutsch-verschwurbelten Begrifflichkeiten ?!?
    Tut mir leid SCNR, war nicht persönlich weil weiß es kommt woanders her ;-)

  • 43er   |   05. September 2016 - 21:27

    Bei uns in Niedersachsen weiß ich nur das man 3 Basisstationen mit Brennstofzellen ausrüstet um 72 Std. Betrieb sicher zustellen, dabei handelt es sich um schwer zugängliche und im Hochwassergefährdeten Gebiet errichtete Anlagen. Dafür gibt es sogar Fördermittel vom Bund.
    Nachdem Unwetter letztes Jahr wo alleine bei uns in der Region (Gifhorn-Braunschweig-Wolfsburg) 15! Basisstationen in einem unterschiedlichen Zeitraum ausgefallen sind ( etwa 2 Std. sollen die Batterien halten), hat man sich bei der ASDN hingesetzt und das ganze Aufgearbeitet. Dabei kam folgendes für unsere Region raus:

    1. Die EVU in unserer Region die eigentlich dafür sorgen sollen das an die Basisstationen NEA angeschlossen werden, waren völlig überlastet weil die damit beschäftigt waren zerstörte Freileitungen, defekte Trafostationen etc. zu reparieren. Welch eine Überraschung……

    2. Auch die bei der ASDN vorhandenen mobilen NEA brauchen, wenn es gut läuft, min. 2 Std. bis die vor Ort sind.

    3. Man möchte den Landkreisen zusätzliche mobile NEA auf den Hof stellen, wer die im Fall der Fälle wo hinbringen soll, in der Nacht wären es 15 Basisstationen gewesen, weiß kein Mensch. Noch dazu kann man nicht jeden an elektrischen Anlagen arbeiten lassen. Somit ist das ganze eigentlich wieder Job vom THW.

    4. Man möchte weitere Konzepte zur Netzhärtung in ganz Niedersachsen ausarbeiten.

    Und ich persönlich muss sagen, wir hätten in der Nacht auch gar kein Personal bzw. Fahrzeuge übrig gehabt um irgendwelche Generatoren zu den Basisstationen zu bringen. Denn jedes Fahrzeug mit Allrad war mit Priorität als Vorrauseinheit für Rettungswagen/Notärzte abgestellt um die Straßen notfalls freizuschneiden und alle anderen waren damit beschäftigt Wasser aus Kellern zu pumpen, umgestürzte Bäume zu zerlegen und nebenbei noch den Grundschutz aufrecht zu erhalten. Dann wäre noch dazu gekommen das man an einige Basisstationen die mitten im Wald stehen gar nicht rangekommen wäre.
    Zumal es nicht Aufgabe der Feuerwehr ist das Digitalfunknetz am laufen zu halten, da sehe ich eher das THW, als immerhin Bundesorganisation, im Rennen Das Problem ist halt wieder einmal das wir die Versäumnisse anderer ausbaden müssen nur weil die Damen und Herren nicht in der Lage sind von der Wand über die Tapete hinaus zudenken.
    Woher sollen sie auch wissen das Strom mal ausfallen kann………