Die gewandelte NATO-Wahrnehmung: Russland als möglicher (militärischer) Gegner

Eurofighter_TU95_vid

Der britische Verteidigungsminister Michael Fallon hat (bereits am gestrigen Mittwochabend) die bislang deutlichsten öffentlichen Ansagen aus dem Kreis der NATO-Regierungen zur Wahrnehmung einer militärischen Bedrohung durch Russland gemacht. Es gebe die reale und gegenwärtige Gefahr, dass Russland unter Präsident Wladimir Putin gegen die baltischen Staaten genau so vorgehen werde wie gegen die Ukraine, sagte Fallon mitreisenden Journalisten bei einem Besuch in Sierra Leone, wie die Londoner Times und der Telegraph berichteten:

There is a “real and present danger” that Vladimir Putin will launch a campaign of undercover attacks to destabilise the Baltic states on Nato’s eastern flank, the Defence Secretary has warned.
Michael Fallon said the Russian president may try to test Nato’s resolve with the same Kremlin-backed subversion used in Crimea and eastern Ukraine. (…)
The military alliance must be prepared to repel Russian aggression “whatever form it takes”, Mr Fallon said, as he warned that tensions between the two were “warming up”.

Nun mag Fallon die – bislang – deutlichsten Worte finden; seine Ansicht scheint allerdings in der westlichen Allianz weitgehend Konsens zu sein. So war auch bei der Auftaktveranstaltung zum deutschen Weißbuch am Dienstag zu hören, dass die NATO die Gefahr einer militärischen Konfrontation mit Russland durchaus hoch einschätzt. Was ja auch ein Grund für den auf dem NATO-Gipfel im vergangenen September beschlossenen Rapid Action Plan und die neue superschnelle Eingreiftruppe ist (die aus anderen Gründen hier im Blog an anderer Stelle Thema ist). Mit anderen Worten: Während NATO-Spitzenfunktionäre im vergangenen Jahr am Beginn der Überlegungen schienen, ob Russland weiterhin als Partner angesehen werden könne, scheint jetzt die Überlegung abgeschlossen: Definitiv Gegner und nicht mehr potenzieller Partner, scheint die Ansicht. Und, das ist das Beunruhigende, eben nicht nur politisch, sondern auch militärisch.

Die Einschätzung, dass die NATO insgesamt Russland auch als möglichen militärischen Kontrahenten betrachtet, teilt auch  BBC-Verteidigungskorrespondent Jonathan Marcus:

The comments from Defence Secretary Michael Fallon are an indication of a fundamental shift in the Nato perception of the crisis in Ukraine.
Nato governments clearly believe that what began as a localised Ukraine problem that strained ties with Moscow has now become a Russia problem, and a Russia problem that is likely to persist for some time.
Ukraine is thus seen as a manifestation of a much broader policy shift on the part of the Russian President Vladimir Putin.
Mr Fallon’s belief that there is indeed a potential threat to Nato territory – in particular the Baltic Republics – is widely shared; hence Nato’s desire to underline in the most emphatic terms that its security guarantees to its members will be honoured in full.

Russland reagierte auf die Fallon-Äußerungen auch prompt, dazu die Meldung (wiederum vom Telegraph):

Russia’s Foreign Ministry said on Thursday that comments by British Defence Secretary Michael Fallon that Russia posed a threat to Baltic countries went beyond „diplomatic ethics“.
Spokesman Alexander Lukashevich, speaking at a weekly briefing with journalists, said Russia would find a way to respond to the comment.

Warum die Briten das gerade jetzt öffentlich aussprechen? Das mag damit zu tun haben, dass in den vergangenen Tagen zunehmend britische Abfangjäger aufgestiegen sind, um russische Kampfflugzeuge an ihren Grenzen – aber im internationalen Luftraum – zu identifizieren. Und das die russischen Streitkräfte über einen TV-Sender ein Video veröffentlichten, in dem die britischen Jets aus dem Cockpit eines TU95-MS-Bombers, NATO-Codename Bear, zu sehen waren. Aus dem Bomber, der auch für den Einsatz nuklear bestückter Marschflugkörper ausgerüstet ist:


(Direktlink: http://youtu.be/TnZMy1WWjZs, mehr dazu für die Russisch-Kenner auf der Webseite des Senders)

Interessant ist dabei, dass zwar nach NATO-Angaben die Zahl der Alarmstarts, mit denen westliche Kampfjets zur Identifizierung von russischen Flugzeugen aufstiegen, im vergangenen Jahr auf über 400 gestiegen ist – vier Mal so oft wie noch 2013. Was einerseits auf eine (auch hier schon mehrfach diskutierte) deutlich intensivere Flugtätigkeit und einen gestiegenen Demosntrationswillen Russlands hindeutet: Seht her, wir sind da. Auf der anderen Seite: Die Öffentlichkeit sollte auch wissen, dass solche Flüge nicht aus dem Nichts 2014 begannen. Es gab sie in den Jahren zuvor auch. Das Foto unten zeigt einen britischen Eurofighter, der einen Bear-Bomber eskortiert – laut Wikimedia-Commons-Dateibeschreibung im Jahr 2008.

RAF Tyhoon Russian Intercept

Nachtrag: Dank eines Leserhinweises in den Kommentaren hier noch ein Video vom Januar dieses Jahres, dass den umgekehrten Fall dokumentiert: Ein russischer Su27-Jäger nähert sich offensichtlich zur Identifizierung einer P-3-Aufklärungsmaschine der portugiesischen Luftwaffe über der Ostsee:


(Direktlink: http://youtu.be/RN8OoefnUPM)
(Foto oben: Screenshot aus dem verlinkten russischen Video; Foto unten: Wikimedia Commons/UK MoD/Open Government License)

45 Kommentare zu „Die gewandelte NATO-Wahrnehmung: Russland als möglicher (militärischer) Gegner“

  • Alexander Engelhardt   |   19. Februar 2015 - 21:55

    schön, mal einen Eurofighter mit 8 Live Raketen zu sehen

  • b   |   19. Februar 2015 - 22:02

    Na dann haben die Amis es ja geschafft.

    Ein US/EU Putsch in Kiew der, wie jeder der die Ukraine kennt hervorsagen konnte, eine Reaktion der Ostukrainer und auch Russlands hervorrufen würde, und schon tanzt alles wieder nach Washingtons Pfeife.

    Aus der russichen Reaktion(!) auf die Einkreisung durch die NATO und den Nato-Angriff auf die ungeschützte Tiefebene an Russlands Grenze macht man propagandistisch eine autonome Aktion Russlands und wirft dem Land allen möglichen Unsinn bis hin zum Streben nach Weltherrschaft vor.

    Die USA werden jetzt vermehr Waffen verkaufen können, bekommen Europa wieder unter Kontrolle und haben den propagandistischen Vorwand Russland noch weiter zu bedrohen und in die Enge zu treiben. Der britsiche Pudel kläfft da natürlich mit.

    Der einzige Staat der durch die anti-russichen Aktionen wrtschaftliche und politische Vorteile erzielt sind die USA. Europe verliert ebenso wie Russland. (China ist ein noch stiller geostrategicher Sieger in der ganzen Geschichte. )

    Und unsere Politiker und Medien sind zu blöd, zu feige oder zu bestochen um dieses Trivialspielchen zu durchschauen, öffentlich zu diskutieren und abzulehnen.

  • T.Wiegold   |   19. Februar 2015 - 22:10

    Hm, den Nato-Angriff auf die ungeschützte Tiefebene an Russlands Grenze muss ich irgendwie verpasst haben. Könnten wir hier bei den Fakten bleiben?

  • Thomas Melber   |   19. Februar 2015 - 22:24

    „The Russian planes were escorted by the RAF until they were out of the UK area of interest. At no time did the Russian military aircraft cross into UK sovereign airspace,“ the representative said.

    http://edition.cnn.com/2015/02/19/world/uk-russia-aircraft-intercepted/

    Eine „area of interest“ ist mir im Völkerrecht nicht bekannt, aber vielleicht finden die Briten ja noch etwas.

  • Boots on the Ground   |   19. Februar 2015 - 22:26

    @B: Zum Glück haben Sie die finsteren Machenschaften der USA durchschaut, denn alle anderen User hier haben ihre Hirne ausgeschaltet und folgen der transatlantischen Mainstream-Lügenpresse!

  • wacaffe   |   19. Februar 2015 - 22:37

    4 kurz und 4 mittelstreckenraketen?

    ob man das hier noch stemmen könnte oder ist das schon besenstiel terrain?

    @ b

    gelte ich auch als kriegsversehrt wenn ich wegen ihrer hahnebüchenen propaganda erste PTSD symptome zeige?

  • Marc   |   19. Februar 2015 - 22:38

    Bei den baltischen Staaten könnte eine Aktion mit „Grünen Männchen“ aber daneben gehen. Eben weil es Nato-Länder sind, könnte die Nato auf sie schießen. Egal welche oder ob sie überhaupt Hoheitszeichen tragen.

  • Marc   |   19. Februar 2015 - 22:41

    Was ich mich frage: Testen die USA und die Nato die Reaktionszeit der russischen Luftwaffe in ähnlicher Form?

  • T.Wiegold   |   19. Februar 2015 - 22:41

    (Randbemerkung: Persönliche Anwürfe gegen andere Kommentatoren bitte nicht. Danke.)

  • Thomas Melber   |   19. Februar 2015 - 22:45

    @Marc
    Dennoch schwierig, wenn nicht ausgeschlossen werden kann, daß es „Zivilisten“ sind. Das ist ja gerade das perfide.

    Aber in einem organisierten Staatswesen sollte es keine Schwierigkeiten bereiten, genügend eigene Sicherheitskräfte mobilisieren zu können. Besondere Fähigkeiten können natürlich von der NATO bzw. über die EU gestellt werden.

  • Georg   |   19. Februar 2015 - 22:46

    @ Thomas Melber

    Ab welcher Entfernung zum eigenen Hoheitsgebiet würden Sie denn gegnerische Kampfflugzeuge kontakten ?
    Warten bis die Luftraumverletzung begangen ist ?

    Wir kenne doch alle dieses gefährliche Spiel. Die Russen wollen die Nato-Staaten herausfordern und kommen mit ihren Kampfflugzeugen bis kurz vor die Grenze. Dann warten sie ab, wie schnell der Gegner Abwehrmaßnahmen startet und anschließend werden die eingesetzten Flugzeuge mit den Waffen gefilmt, bzw. aufgeklärt.

    Nachdem man den russischen Bombern nicht ansehen kann, ob die Bombenschächte gefüllt sind, sollte man sie schon ernst nehmen vor der eigenen Küste, oder wie würden Sie sich in so einem Fall verhalten ?

  • Zivi a.D.   |   19. Februar 2015 - 22:47

    @b: Vielleicht könnten wir doch bei Tatsachen bleiben: Außer den ethnische Russen will niemand etwas vom Putin-Regime wissen. Und das wichtigste Argument der Russen pro Putin bleibt dessen Versprechen, das alten Herrenmenschentum der Russen über die „minderwertigen“ Völker wiederherzustellen. Sie hoffen auf die Erneuerung der alten Ausbeutungsmechanismen wie die Griechen halt auf die Wiederherstellung der Finanzierung des gewohnten Lebens durch den Rest Europas. Daher will eben niemand etwas mit den Russen zu tun haben. Meinethalben war es ein Putsch in Kiew, als die Bürger das Moskau-hörige Gesocks vom Hof gejagt haben. Dazu brauchte es aber weder die USA noch die EU odert sonst irgendeine Verschwörungstheorie. Der einfache Haß der Nicht-Russen auf die russischen Ausbeuter reicht völlig aus als Erklärung. Es gibt daher auch keine „Einkreisung durch die NATO“ sondern nur den dringenden Wunsch der direkten Nachbarn der Russen, sich möglicht effektiv gegen Russland durch Anlehnung an den Westen zu schützen.
    Schon das alte Zarenreich hatte Züge eines Apartheidstaates und die UdSSR hat es nicht besser gemacht. Und genau die Wiederherstellung dieser Verhältnisse erwarten die Russen von Putin. Sobald man sie mit ihm allein lässt, sind auch nicht so besonders glücklich, wie schon lange bestehende Kapitalflucht zeigt.
    Im Übrigen könnte man auch gleich noch die Legende von den „Separatisten“ beerdigen: Es gibt keine Gruppen, die ein irgendwie gesondertes Interesse vertreten sondern nur Banden bewaffneter russischer Faschisten, die Putin nach Bedarf von der Leine lässt. Wie es halt so zu geht in ´seinem Mafia-Staat.
    Halten wir weiter fest: Putin hat bis jetzt jeden Vertrag gebrochen, den er in Sachen Ukraine geschlossen hat. Verhandeln ist also völlig sinnfrei geworden.

  • wacaffe   |   19. Februar 2015 - 22:51

    @ marc

    „Eben weil es Nato-Länder sind, könnte die Nato auf sie schießen. Egal welche oder ob sie überhaupt Hoheitszeichen tragen.“

    dazu muss der feind aber

    1. erstmal identifiziert werden. kollateralschäden sind bekanntlich gift für die tiefenpazifizierte heimatfront. das wüsste auch der kreml zu nutze.

    2. die agression als solche erkannt werden. begleitet würde das ganze unweigerlich von ukraine maskirovska hoch 10.

    3. ein nationaler entschluss zur dislozierung getroffen werden. also kein „keine militärische lösung“ „deeskalation“ „prokrastination“ „noch ne verhandlungsrunde aus angs vor der entscheidung“ usw.

    sowohl bei analyse als auch bei den entscheidungsstrukturen sehe ich für D hier ziemlich schwarz. die materiellen defizite sind da noch garnicht mitberücksichtigt.

    wie obig schon angesprochen. wie gefechtsfähig ist eine teilzeit/mutterschutz/gendergerecht/quotenproporzarmee eigentlich noch. vor allem wenn man einem gegner mit derart hoher kampfmoral gegenübersteht wie von Seps im donbas bewiesen.

    wie lange hält eine deutsche logistiktruppe mit systemadministrator Maik und rettungsassistentin mandy unter grad feuer durch?

    every man a rifleman? nicht bei uns. weder mental noch vom knowhow

  • Jens Schneider   |   19. Februar 2015 - 23:03

    @b
    Unsere Politiker sind eher zu feige dem Generalaggresor Hr. Putin mal klar zu sagen wo es langgeht.
    Aber wenn man hier weiterhin abrüstet und die“ superschnelle Einsatztruppe“ mit Besenstielen ausrüstet, kann auch niemand dem expansiven Kurs des armen gedemütigten Gröfaz im Kreml ernsthaft Paroli bieten. Und das weiss der ganz genau und provoziert straflos weiter.

  • Thomas Melber   |   19. Februar 2015 - 23:04

    @Georg
    Nachdem die RUS Lfz nicht in den GBR Luftraum eingedrungen waren gab es keine Handhabe, sie abzufangen – man kann sie natürlich begleiten.

    Davon ab: ich glaube nicht, daß die BEAR Bomben über GBR abwerfen. Auch RUS ist da schon weiter.

  • StMarc   |   19. Februar 2015 - 23:33

    @wacaffeIm Prinzip richtig aber unterschätzen Sie nicht die Entschlossenheit der Balten, ihre neugewonnene Freiheit zu verteidigen.

  • Thomas Melber   |   19. Februar 2015 - 23:37

    @StMarc
    Dann sind jetzt erstmal die „planner“ gefragt – national, und dann im Bündnis. ‚kann ja nicht so schwierig sein, den UKR blueprint haben wir ja.

    Auch ist das Thema „unconventional warfare“ ja auch für uns nicht ganz neu – gerade „die BRD“ hatte ja im Kalten Krieg entsprechende Szenarien berücksichtigt, heute natürlich mit CNO und „neuen Medien“ / „social media“ anzureichern.

  • TomCat   |   20. Februar 2015 - 7:08

    Ich verstehe gar nicht wie eine Regionalmacht solch eine Aufregung verursachen kann, zumal sie in internationalem Luftraum rumfliegt.

  • califax   |   20. Februar 2015 - 8:21

    Ein weiterer Bericht zum russischen Vorgehen auf http://kommersant.ru/doc/2671088.
    Die Russen kämpfen, die Einheimischen posieren für die Westpresse.

  • Benedikt   |   20. Februar 2015 - 9:51

    Die Briten planen weiterhin ihre Militärausgaben unter Nato Vorgaben zu reduzieren. Nach deren Wahl am 7. Mai kommt wohl auch eine neue Sparrunde bzw. es wird Priorisiert. Die Polen planen mit einen flexiblen Verteidigungsetat, der immer wegen der angespannten Haushaltslage möglichst niedrig ausfallen wird. Zum Schein legt man große Waffenprogramme auf, die aber aufgrund der fehlenden Mittel nie realisiert werden können. Für Tschechen, Ungarn, Slowaken etc. ist Militär nicht wichtig. Europa rüstet weiter ab, und das wird auch nicht wegen den neu erklärten Feind gestoppt. Dazu liefern so Konzerne wie Airbus oder LM Ultra teure Waffensysteme in Anschaffung und Betrieb, ohne einen entsprechenden Mehrwert.

  • LTC007   |   20. Februar 2015 - 9:56

    Im Link ein aktuelles Video zu einer Gefechtsübung der (einzigen) MechBrig der litauischen Armee. LT hat in kürzester Zeit den Hebel von Einsätzen a la AFG auf Heimatverteidigung umgelegt. Man übt seit Wochen intensivst Häuser- und Straßenkampf. Gegenwärtig wird diskutiert, ob das ArtBtl die PzH 2000 bekommt.

    Der Besenstiel-Lacher (nochmal Danke, Christian) ist dort schon angekommen, wundern tut sich im Nordosten aber keiner mehr.

    https://www.youtube.com/watch?v=pw_IMuG1t7c&feature=youtu.be

  • Boots on the Ground   |   20. Februar 2015 - 11:15

    Jede der baltischen Streitkräfte verfügt vermutlich auch über mehr Mörsersysteme als das deutsche Heer. Die haben die Fähigkeit zur Landesverteidigung seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion systematisch ausgebaut, inkl. erheblicher Mobilmachungskapazität, neben den mechanisierten Verbände ihrer „Feldheere“ verfügen alle über Heimatwehren nach skandinavischem Vorbild zur Territorialverteidigung / Sicherung des rückwärtigen Gebietes.

  • LTC007   |   20. Februar 2015 - 11:34

    @Boots on the Ground: Taip (litauisch=richtig).

    Der FB account der lit. Armee zeigt jede Woche Übungen der Reserveverbände (Hauptwaffe: G3/G36).

    Ich weiß ja, dass das eine Milchmädchenrechnung ist, finde die aber trotzdem ganz hübsch: Litauen hat eine komplette Brigade bei 3 Mio. Einwohnern. Rein rechnerisch müssten wir also 26 davon haben, um „gleichzuziehen“.

  • Milliway   |   20. Februar 2015 - 13:38

    @ Marc | 19. Februar 2015 – 22:41

    Ja,
    wir testen die Reaktionszeit der russischen Luftwaffe in ähnlicher Form !
    Hier das Pendant zur eingangs vorgestellten Tu-95MSM mit Typhoon der RAF.
    Ein Interessanter Video Clip / Text von November 2014
    Air-Policing mal anderes, Su-27 fängt eine P-3 Orion ab !

    http://uk.businessinsider.com/russian-jet-intercept-portuguese-plane-video-2015-1?r=US

  • LTC007   |   20. Februar 2015 - 13:45

    NL-Soldaten in Estland, ganz frisch und ohne Besenstiele…

    http://www.rtvdrenthe.nl/nieuws/dit-doen-onze-jongens-estland

  • LTC007   |   20. Februar 2015 - 13:49

    Es scheint, jetzt ist Mariupol dran, mit russ. Verbänden von der Krim…

    http://www.kyivpost.com/opinion/op-ed/askold-krushelnycky-russias-war-moves-to-mariupol-while-west-just-keeps-ignoring-reality-381338.html

    Minsk II ist doch toll, oder?

  • Saibot   |   20. Februar 2015 - 16:14

    @LTC007: danke, interessanter Artikel!

    Ich finde ziemlich bedenklich, wie einseitig die Darstellung auf beiden Seiten ist, inzwischen teilweise bis zur Realitätsverweigerung. Es ist im verlinkten Artikel zB die Rede von „the Mistral aircraft carriers France delivers to Russia“. Dabei hat erst gestern die gleiche Zeitung anscheinend noch das Gegenteil berichtet: http://www.kyivpost.com/content/russia-and-former-soviet-union/french-ambassador-mistral-delivery-to-russia-not-on-agenda-381215.html
    Es ist inzwischen ziemlich schwierig geworden, die Glaubwürdigkeit von einzelnen Informationen einzuschätzen (jedenfalls geht es mir so). Ich kann dem Bericht über eine bevorstehende russischen Invasion von Mariupol jedenfalls wenig Glauben schenken. (Das heißt nicht, dass ich mir eine solche Invasion nicht vorstellen kann — im Gegenteil.)

  • Tom   |   20. Februar 2015 - 16:43

    @stimmt haar genau. Aber auch der Iwan ist nicht mehr das, was er mal war. Bei Einkindfamilien und einer doch durchaus ausgeprägten Konsum-und Verwöhnneigung der Mittelschicht hat sich auch Putin gezwungen gesehen, den Dienst gewaltig zu entschärfen. U.a. hat jeder Soldat nunmehr das Recht, (fast) immer nach Hause zu telefonieren, wenn er will. Nun gut, das ist noch nicht die BW, aber meilenweit Grosni 95 entfernt, als man das Kanonenfutter zu tausenden ins Feuer schickte. Das ginge heute kaum mehr.

  • Closius   |   20. Februar 2015 - 16:44

    @LTC007: Mit der Armee der Einheit von 1994 und 370.000 Soldaten hätten wir mit Litauen noch mithalten können, denn 1994 waren 19 mechanisierte Brigaden, 4 leichte Brigaden und die Deutsch-Französische Brigade vorhanden. Zusätzlich noch eine Heeresfliegerbrigade.

    Erst durch die weiteren Einsparungen ist die BW auch die jetzt lächerliche Kampfttruppenstärke von 6 mechanisierten Brigaden und nur noch eine leichte Brigade geschrumpft und die Deutsch-Französiche Brigade.

    Während die Truppenstärke um die Hälfte reduziert wurde, hat sich die Zahl der Kampftruppen auf nur ein Drittel reduziert! Bei einer anteiligen Reduktion müssten wir noch 11 statt nur 7 Kampfbrigaden aufweisen! Folglich dürften die Stäbe und die Etappe unverhältnismäßig gewachsen sein, auf Kosten der Kampftruppen!

  • mwk   |   20. Februar 2015 - 16:58

    @Saibot
    Nein – so steht das da nicht:
    „After a short interval they will resume business with Moscow as usual. Perhaps Merkel will replace her predecessor German Chancellor Gerhard Schroeder on Gazprom’s board of directors. Will Hollande sail in on the Mistral aircraft carriers France delivers to Russia or only fly in for their official launch and the crazy Russian partying“
    Hier wird sarkastisch prognostiziert, dass die Wel innerhalb einer kurzen Zeit, genauso weitergeht wie vorher – Ukraine wird abgehakt, Merkel ersetzt Schröder (nett:)) und die Geschäfte gehen weiter als wäre nichts gewesen.

  • tt.kreischwurst   |   20. Februar 2015 - 23:27

    BBC News hat einen plane spotter guide eingestellt:

    http://www.bbc.co.uk/news/blogs-magazine-monitor-31537705

  • Alarich   |   21. Februar 2015 - 12:27

    Focus
    „Nato-General warnt vor russischer Invasion“

  • urs   |   21. Februar 2015 - 19:57

    Hi zusammen! Long time reader, first time poster hier…

    Mal eine Frage in die Runde: Die RAF-Typhoons waren beim Abfangen der russichen Bomber offenbar voll bewaffnet. Ist das die normale Beladung für einen solchen Auftrag?
    Wenn ich in den Medien (mögen Stock-Fotos gewesen sein) Bilder der deutschen Alarmrotten und vom Baltic Air Policing sehe, haben diese meist nur zwei IRIS-T an den äußeren Aufhängungen…

  • CRM-Moderator   |   21. Februar 2015 - 20:44

    @urs: Für eine deutsche QRA wäre das unnormal. Da langen 2x Iris-T analog angebunden.

  • Stefan Büttner   |   21. Februar 2015 - 21:23

    @urs, also gibt es überhaupt Fotos von real bewaffneten dt. QRA-Flugzeugen, beispielsweise Estland? Aber, und das stimmt, die Bestückung der Briten wirkt mit Sicherheit eindrucksvoll auf den Betrachter.
    PS: Wenn man von westlicher Seite der Russischen Luftwaffe vorwirft das diese beim abdrehen ihre Bewaffnung zeigt dann wäre es klug gewesen entsprechend der Argumentation selbst auch darauf zu verzichten. Sonst kommt noch jemand auf die Idee zu vergleichen und zu relativieren.

  • JCR   |   21. Februar 2015 - 21:28

    Haben wir überhaupt 4 „scharfe“ AMRAAMs im Bestand?
    ;)
    Generell sind die einzigen deutschen Eurofighter mit AMRAAMs die Demonstratoren von EADS

  • urs   |   21. Februar 2015 - 22:24

    @CRM-Moderator – Danke, das war meine Vermutung.

    @Stefan – Meine (andere) Vermutung war, dass dies bei den Briten eine bewusste Abweichung von einem etwaigen „normalen“ Vorgehen darstellt, die sich verbal mit „ok, ihr macht das jetzt Jahren, aber jetzt ist das kein Spaß mehr“ übersetzen ließe.

    Wäre das eine sinnvolle Interpretation? Und wenn ja, hat so etwas Implikationen für eventuelle zukünftige Begegnungen dieser Art?

  • wacaffe   |   21. Februar 2015 - 22:39

    die russen sind aber im obigen video auch mit 4 mittel und 2 kurzstreckenraketen unterwegs. (wohl r-27 und r-73 typen)

    vermutlich auch weil nach deren doktrin qra nicht nur „photo-op“ mit winke winke sondern auch scharfe erste reaktion aud etwaige angriffsoperationen des gegners beinhaltet.

    ist eben eine frage der mentalität. end of history vs. para bellum

  • CRM-Moderator   |   21. Februar 2015 - 23:45

    Mehr Raketen dranhängen (AMRAAM) kostet natürlich.
    Ist das Verpackungssiegel erstmal geöffnet….Wartung…Inspektionen…

  • Stefan Büttner   |   22. Februar 2015 - 9:09

    Ich denke es liegen (für uns) zu wenig Informationen vor inwieweit bewaffnet das britische QRA in der Vergangenheit unterwegs war. Um vergleichende Aussagen treffen zu können. Anhand dt. QRA-Flugzeuge kann der Eindruck entstehen das dort eher sparsam ausgerüstet wurde. Nun sieht man diesen vollgehängten britischen Taifun. Und der dreht auch derart weg das alles schön zu sehen ist. Und natürlich sind russische Flanker mind. genauso voll behangen. Auch die drehen ab, was als aggressiv bewertet wurde. Das ergibt eine wunderbare Argumentationsspirale. Und läuft auf die Wertung gut und böse hinaus. Jeweils vom Standpunkt aus. Gilt jetzt die Anzahl von Luft-Luft-Raketen, die Distanz der Flugzeuge zueinander oder die Art und Weise wie abgedreht wurde als Maßstab? Gelten diese kleinen Details nun als Gradmesser um zwischen vermeintlich gut und böse zu unterscheiden?

    @JCR, kannst du das belegen? Man sollte grundsätzlich davon ausgehen das natürlich dt. QRA-Flugzeuge jederzeit mit genannten Raketen ausgerüstet werden können.

  • Rubus   |   22. Februar 2015 - 9:44

    Die EF sind grundsätzlich für den Einsatz mit AMRAAM (B und C) zertifiziert. Ob man die nun dranhängt, ist eine nationale Entscheidung. Deutschland hat die AMRAAM (B Version) im Bestand, aber sie wird nicht bei QRA genutzt. Früher gab es mal munitionstechnische Sicherheitsbedenken für den Friedensflugbetrieb, ich bin mir aber nicht sicher, ob das heute noch gültig ist.
    Zu bedenken ist, dass QRA ja kein Kriegseinsatz ist, sondern eine hoheitliche Aufgabe (gerade in Friedenszeiten). AMRAAM ist da gar nicht notwendig, da die QRA den potentiellen Störenfried auf Sicht identifizieren und dann ihr Programm (Flares, etc.) abspulen. Bordkanone und Kurzstrecken-Lenkflugkörper (Sidewinder, IRIS-T) sind daher angesagt.

  • Alarich   |   22. Februar 2015 - 12:09

    Jetzt Zeigt die SPD wie Sie auf NATO stehen

    In der Welt steht das man Boxer an Litauen Verboten hat zu Verkaufen

  • Closius   |   22. Februar 2015 - 13:16

    @Alarich: Wir haben ja keine Boxer GTK-Panzer zum weiterverkauften oder abgeben, dazu haben wir zu wenige davon. Da kann ich jetzt der SPD keinen Vorwurf machen. Auch die SPD hat durch Herrn Arnold die Ablehnung kritisiert.

    Aber die Bundeswehr könnte zusätzliche GTK-Panzer kaufen und dies gleiche an Litauen weiterverkaufen, denn diese Methode soll ja nur ein langwieriges Rüstexportgeschäft umgehen, was nötig wäre, wenn von Krauß-Maffei direkt gekauft würde.

  • Ron   |   22. Februar 2015 - 14:03

    Die Frage ist natürlich, ob man durch den Kauf ‚gebrauchter‘ Boxer einen Kostenvorteil erzielen will. Davon hätte die Bundeswehr keinen Mehrwert, wenn denn neue beschafft werden müssen.

    Das 1-zu-1-Durchrechen zusätzlich bestellter Boxer in Anzahl und Preis kann man dann sicherlich auch als kreative Umgehung der geltenden Gesetze sehen. Wenn die Gesetzte zum Export an NATO-Partner nicht zeitgemäß sind, sollte man ehrlicherweise dort ansetzten. Meines Wissens hat die Koalition im Bundestag eine Zweidrittelmehrheit…