Waffen wie beim Anschlag auf Charlie Hebdo? Offensichtlich kein Problem.

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Es ist ein Randaspekt der grauenvollen Anschläge in Paris in der vergangenen Woche, zugegeben, aber auch das hat eine Bedeutung über diese konkreten Anschläge hinaus: Die Kriegswaffen, mit denen die Angreifer ausgerüstet waren – vor allem Sturmgewehre und ein Granatwerfer – scheinen zumindest in Frankreich problemlos verfügbar zu sein. Das berichtet jedenfalls die französische Nachrichtenagentur AFP:

Paris jihadists had serious — but available — weapons

Kalashnikov assault rifles, the M82 grenade launcher, hand grenades, explosive material, Tokarev handguns: everything in the arsenals possessed by the Koubachi brothers and Amedy Coulibaly would be available from the same sources supplying urban crime gangs.

„Unfortunately these types of military weapons have been available for a long time and one can get them without attracting attention,“ an anti-terrorism official who asked not to be identified told AFP. (…)
An expert in arms trafficking in France, who also wanted to remain anonymous, said Coulibaly, who took hostages at a supermarket on Friday and killed four before being gunned down by anti-terrorist police, had a „very easily“ available weapon.

Der ganze Bericht hier. Neben der Frage des Hintergrundes der Terroristen scheint das ein Problem, dass ich nach den Entwicklungen der 1970/1980-er Jahre, Stichwort RAF und vergleichbare Terrorgruppen in anderen europäischen Ländern, und den darauf folgenden Gesetzesverschärfungen nicht für so brisant gehalten habe. Aber innere Sicherheit ist ja auch nicht mein Kerngebiet.

(Foto: Screenshot aus dem Video von den Angreifern auf die Wochenzeitschrift Charlie Hebdo in Paris, 7. Januar 2015)

169 Kommentare zu „Waffen wie beim Anschlag auf Charlie Hebdo? Offensichtlich kein Problem.“

  • GB   |   13. Januar 2015 - 20:10

    @Schiff

    Ich merk schon.. ich hab den falschen Fachkundigen befragt.. Lassen wir das.
    Ich habs auch nicht aus den Medien.

  • Rado   |   13. Januar 2015 - 20:11

    Ein relativ neues Video:
    „Titel: French Interior Ministry Video of the Dammartin Assault Preparations“
    http://www.liveleak.com/view?i=42f_1421017769

  • EX-PMA   |   13. Januar 2015 - 20:14

    Schiff | 13. Januar 2015 – 20:01

    „das mit den Dilettanten haben Sie geschrieben.Und trotz Ihrer heroischen Ausführungen
    ist das Vorgehen der Polizei eher mit Deckung vor Wirkung zu umschreiben.“

    Ich glaube das Kommentar mit „Tatsache“ und Bildzeitung“ kam von ihnen.
    Bisher übrigens immer noch nicht belegt, diese Tatsache.

    „Deckung vor Wirkung.“

    Wäre schön, wenn man ganze Konzepte für Lagen in 3 Worte fassen könnte.
    So einfach ist die Realität aber nunmal nicht.
    Ich nehme mal die Worte von Innenminister Joachim Herrmann (CSU) zum bayr. Konzept (alle dt. Polizeien haben gleichlautende Konzepte):
    „Jetzt wird so schnell wie möglich versucht, die Amoklage zu beenden. Die ersten Beamten, die eintreffen, gehen sofort rein und warten nicht, bis zehn andere da sind. Das ist für die Beamten mit einem erheblichen Risiko verbunden“

  • GB   |   13. Januar 2015 - 20:59

    Tipp:

    Es läuft gerade James Bond – Ein Quantum Trost auf ZDF..

    Da kann man sich was für den E-Fall abgucken.. Wirkung vor Deckung usw..

  • Vtg-Amtmann   |   13. Januar 2015 - 21:17

    @GB: Eher ein sehr seichtes Argment, oder?i

  • GB   |   13. Januar 2015 - 21:19

    @Vtg-Amtmann

    Ihre Meinung..

    Kommentiert keiner, also gucken alle.. und bilden sich weiter.

  • Sachlicher   |   13. Januar 2015 - 21:51

    @ Invisible | 13. Januar 2015 – 18:58
    Auch dass nun in Paris (oder ganz FRA?) bewaffnete Soldaten Streife laufen, bzw. bestimmte Objekte bewachen, ist emotionales Handeln….Auch dass nun in Paris (oder ganz FRA?) bewaffnete Soldaten Streife laufen, bzw. bestimmte Objekte bewachen, ist emotionales Handeln.
    Vielleicht sind es aber auch nur zu Deutschland divergierende juristische wie fachliche Einsatzgrundlagen von Polizei/Streitkräften sowie grundsätzlich verschiedene Einsavariablen kombiniert mit einer unterschiedlichen Erwartungshaltung an Polizei/Streitkräfte seitens der Bevölkerung->Reform der Gendarmerie hin oder her.

  • Invisible   |   14. Januar 2015 - 7:57

    @MikeMolto
    Wenn er sich selbst in Hintern schießt ist es seine Sache. Aber da er dazu fähig ist sich selbst in Hintern zu schießen, kann keiner sagen wen oder was er genausogut hätte anschießen können.
    Ein Dritter wäre alles andere als selbst Schuld.

  • fragezeichen   |   14. Januar 2015 - 14:56

    Die Waffen haben die Attentäter für weniger als 5000 Euro in Brüssel gekauft. Der mutmaßliche Verkäufer hat sich nach Fahndung der Polizei gestellt. Um an das Geld zu kommen, haben sie einen Kredit beantragt und dabei ein falsches Einkommen angegeben.

    Hier eine englischsprachige Sekundärquelle dazu:

    http://www.haaretz.com/mobile/1.637034?v=85FF4B5E473DE9A3A2196D2C4eC2A919F

  • Boots on the Ground   |   14. Januar 2015 - 17:05

    EX-PMA | 13. Januar 2015 – 18:53

    Da die Intention eines Amokläufers aber der erweiterte Suizid ist, also das Umbringen von möglichst vielen andern und am Ende der eigene Suizid, am besten Suicide by cop, wurden die Konzepte angepasst und dann bei weiteren Amokläufen angewendet. […]
    Hier schreiben Leute, die von Polizeiarbeit und Konzepten keine Ahnung haben, als hätten sie die Weißheit mit Löffeln gefressen und versuchen so zu tun als würde die dt. Polizei nur aus Dilletanten bestehen, die von nix eine Ahnung haben.

    Ich habe genug Polizeibeamte im Bekannten- und Verwandtenkreis, von denen zudem noch ein erheblicher Teil militärische (infanteristische) Vordienstzeit hat oder zumindest über den eigenen Tellerrand hinausschaut, dass ich mich erdreiste, mir ein eigenes Urteil zu bilden, anstatt mich dem angeblichen Allwissen von Polizei(-führung) und Politik anzuschließen.
    Das – zumindest in BaWü trainierte – Vorgehen der Polizei zum Säubern / Durchkämmen von Gebäuden ist selbstmörderisch. Die Schutzausstattung ist unzureichend und wird viel zu oft nicht mitgeführt, Trageausstattung ist ohnehin nicht vorhanden, Ausbildung kommt zu kurz oder ist nicht angemessen, die Waffen ebenfalls.

    Ansonsten können Sie mir ja mal erklären, wie die hier abgebildeten Beamten Täter wie in Paris oder Mumbai aufhalten werden: https://www.google.de/search?q=polizei+flugwachen+maschinenpistole&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ei=RJO2VLuOCcLwasrIgqAL&ved=0CAgQ_AUoAQ&biw=1366&bih=631#tbm=isch&q=polizei+flughafen+maschinenpistole

    Daran wird sich aber kurzfristig nichts ändern, weil die in der Polizei vorherrschende Mentalität jegliche „Militarisierung“ der Ausbildung und Ausrüstung ablehnt – ich erinnere mich da an einen Kommentar eines Polizeigewerkschaftsfunktioniernärs, der die Ausstattung der Polizei mit Jagdgewehren forderte, weil die teilweise noch vorhandenen G1/3 auf den Wachen zu militärisch und der Ausbildungsaufwand zu hoch wäre.

  • Rado   |   14. Januar 2015 - 18:25

    Noch ein Nachtrag:
    ARD titelt gerade „deutsche Waffen außer Kontrolle“
    EIn Pressesprecher der BW, Oberstleutnant T. S. habe gegenüber dem ARD-Magazin Monitor [Anm.: wie dubios das auch ist] eingeräumt, „Wir können nicht verfolgen, wo die einzelnen Waffen hingehen. Wir haben keine Kenntnisse über die einzelnen Bataillone oder gar Kompanien, wo die Waffen sich befinden“

  • Dr. David Th. Schiller   |   15. Januar 2015 - 11:15

    [Unkommentiert einfach den kompletten (!) Text von der Webseite einer Interessengemenschaft für Waffenbesitz mittels copy&paste hier als Kommentar einzustellen, schafft nicht nur mögliche Urheberrechtsprobleme, sondern ist auch keine Art, hier zu kommentieren. T.W.]

  • mikemolto   |   15. Januar 2015 - 19:47

    @ Invisible 07:57
    Sier verdrehen jetzt Ihr voriges Postulat. Die Waffe ist in keinem Fall schuld, weder Messer noch Feuerwaffe, sondern ursaechlich fuer einen Unfall ist immer eine Fehlhandlung des Bedieners.
    (Selbst wenn die Waffe‘ ‚von alleine‘ losgehen sollte, wie es frueher mit der ‚unterladenen‘ UZI passierte, so war der Bediener oder ‚Fuehrer der Waffe‘ fuer Schaeden veranrtwortlich und ursaechlich weil er sie nicht in eine sichere Position/Richtung gehalten hatte.

  • Sachlicher   |   15. Januar 2015 - 20:00

    @ Rado | 14. Januar 2015 – 18:25
    Letztlicher Kern des Berichtes war die Aussage der „Krisenbeauftragen von Amnesty International“, Donatella Rovera: „[Sie] … äußerte scharfe Kritik am Verhalten der Bundeswehr. Den Verbleib gelieferter Waffen nachzuverfolgen, „liegt in der Verantwortung jeder Regierung, die Waffen verkauft oder kostenlos weitergibt“.

    Das ist letztlich das Benchmark der NATO und seiner Mitgliedsländer selbst. Siehe:
    http://www.nato.int/cps/in/natohq/topics_48895.htm
    Und klar: wenn dann die Waffen „zurückkommen“, noch dazu unkontrolliert, dann gewinnt diese durchweg richtige Forderung an Aktualität und Schärfe.

    Und weiter hieß es:
    Vor diesem Hintergrund sei das Verhalten der Bundeswehr „absolut falsch“.
    Und hier teilen sich eben die Bewertungsmöglichkeiten.

    Wenn der Deutsche AM Frank Walter Steinmeier sagt, dass man sich entscheiden müsse etwas zu tun und Verwantwortung zu übernehmen und dabei Fehler zu begehen oder nichts zu tun und Hilfe zu unterlassen.

    dann hat er sich eben für eine Möglichkeit entschieden, so what, dennoch :

    Folgeoperationen in den Krisengebieten, in denen man eine Seite mit Waffen unterstützt, wie z. B. die aus einem anderen Anlass durchgeführte Operation Essential Harvest in Mazedonien http://www.einsatz.bundeswehr.de/portal/a/einsatzbw/!ut/p/c4/04_SB8K8xLLM9MSSzPy8xBz9CP3I5EyrpHK9pPKU1PjUzLzixJIqIDcxKT21ODkjJ7-4ODUPKpFaUpWql5tYlZqSn5eZmqdfkO2oCACAvIXv/ , mögen fern jeglichen Vorstellungsvermögens scheinen.

    Sie scheinen aber, jetzt da sich außen- und innenpolitische Prozesse mehr denn je bedingen, ein wesentlicherer Teil strategischer Planung und Zieldefinition zu sein oder aber werden zu müssen.

  • Mausschubser   |   16. Januar 2015 - 16:15

    Schade, dass die Diskussion sich hier wohl nur noch um privaten Waffenbesitz, Milizen und Selbstjustiz zu drehen scheint. Viel interessanter fand ich den Gedanken von Bang50 , inwiefern wir durch das Verhalten von Politik und Gesellschaft ein solches Verhalten provozieren.
    Meine Meinung ist, dass gerade die islamistischen Terrorgruppen, aber auch Putins Russland vor allem Europa als schwachen Staat oder Kultur ansehen, dessen Zeit gekommen ist. Der Konflikt wird nicht nur mit Waffen ausgetragen, genauso wichtig ist die psychologische Kriegsführung. Mit anderen Worten, der Gegner hat die Schwachstellen gut erkannt und greift genau dort an.

  • JCR   |   16. Januar 2015 - 17:29

    @Sachlicher
    Essential Harvest war vor allen Dingen ein „Harvest“ für die Militärmuseen Europas und ein Graus für Fans historischer Feuerwaffen, da doch viele vernichtet wurden. ;)

    Die wirklich modernen Waffen wurden beibehalten.

  • Rado   |   18. Januar 2015 - 11:50

    Zeitungen berichten seit einigen Tagen die Geschichte von Waffenlieferungen des türkischen Geheimdienstes an den IS. Eine Gruppe von Hackern soll jetzt auf Beweise gestoßen sein.
    http://www.al-monitor.com/pulse/originals/2015/01/turkey-syria-intelligence-service-shipping-weapons.html#
    Der Türkische Geheimdienst soll ja auch in Deutschland sehr aktiv sein. Eine alte Quelle aus 2000 spricht auch von sehr regen Aktivitäten in Deutschland, die an den kalten Krieg erinnern.
    http://www.trend.infopartisan.net/trd0200/t210200.html
    Halte es für möglich, dass man demnächst auf Spuren logistischer Unterstützung für solche Attentate wie in Paris durch fremde Regierungen stößt.

    [Genau diesen Link hatten wir gestern im Thread zu Irak-Mission der Bundeswehr. Das jetzt einfach in einen anderen Thread zu posten, ist nicht wirklich hilfreich – bitte auch mal die Kommentare zu ähnlichen Themen lesen… T.W.]

  • Rado   |   18. Januar 2015 - 11:58

    PS:
    In diesem Zusammenhang auch ein Artikel aus „der Presse“ von neulich: Türkei und die „Terrorwitwe“. Geschichten von Schleusungen und Nachschub für den IS
    http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/4637719/Die-Flucht-der-Terrorwitwe-nach-Syrien
    Wenn die das in Syrien machen, liegt doch der Verdacht nahe, dass sowas in Europa auch passiert?

  • Rado   |   18. Januar 2015 - 12:09

    @TW
    Sorry, habe Irak Thread nicht gelesen, gelobe bessere Aufmerksamkeit!