Burnout und raue Töne

Der Ton zwischen dem Verteidigungsministerium und den Medien (und/oder umgekehrt) wird rauer. Nachdem die Welt am Donnerstag  Minister Thomas de Maizière bei einem Truppenbesuch mit den Worten zitiert hatte „Manchmal ist ein Burnout auch das Ergebnis einer Unterforderung“, sagte de Maizière , griff die Bild-Zeitung die Aussage und das Thema am (heutigen) Samstag auf: Was ist bloß in Thomas de Maizière (59, CDU) gefahren? Da hat der Verteidigungsminister gerade die Drohnen-Affäre überstanden, da wirft er seinen Soldaten vor, Nichtstun führe zur Dienstunfähigkeit! (Links zu beiden Artikeln aus bekannten Gründen nicht.)

Auf den Bild-Bericht reagierte das Ministerium mit einer Sprechererklärung, die ich hier dokumentiere:

Sprechererklärung zum Bericht der Bild Zeitung 10.August mit der Überschrift „ De Maizière unterstellt seinen Soldaten Unterforderung“

Berlin, 10.08.2013.
Zu dem Bericht in der BILD Zeitung vom 10.08.2013 mit der Überschrift „ De Maizière unterstellt seinen Soldaten Unterforderung“ sagt der Sprecher des Verteidigungsministeriums:

Der in diesem Bericht zitierte Satz „Manchmal ist ein Burn-out auch das Ergebnis von Unterforderung.“ ist völlig aus dem Gesamtzusammenhang gerissen und sinnentfremdend genutzt, um eine Geschichte zu konstruieren. Da ist dem Redakteur der BILD Zeitung, Hanno Kautz, wohl der „Nächster Patzer“ unterlaufen. Am 08.08.2013 besuchte der Verteidigungsminister das Kommando der Luftwaffe in Berlin-Gatow. Zu diesem Termin war die Hauptstadtpresse eingeladen, ein Vertreter der BILD Zeitung war nicht erschienen. Der WELT Redakteur Thorsten Jungholt stellte dem Verteidigungsminister folgende Frage:

„Nun kommen vom Bundeswehrverband oder Verband der Beamten in der Bundeswehr ja immer sehr eindeutige Stimmungsbilder, die – ich zitiere erst einmal – „Stimmung ist so schlecht wie seit 40 Jahren nicht mehr, Burn-out in der Truppe“. Was halten Sie von diesen Einschätzungen der Gewerkschaft?“

Auf diese Frage antwortete Verteidigungsminister de Maizière wie folgt:

„Sie sagen zu Recht: Das sind Gewerkschaften. Gewerkschaften und Verbände weisen natürlich zu Recht auf die kritischen Teile hin. Das ist verständlich und die gibt es auch. Es gibt solche wirklich sehr schweren Situationen gerade bei Standorten, die wir komplett schließen oder (wo wir) von lieb gewonnenen Gewohnheiten Abstand nehmen müssen. Es gibt auch die Situationen, wo die alten Verfahren nicht mehr laufen und die neuen Verfahren noch nicht gut laufen. Das ist ein unvermeidlicher Prozess im Rahmen einer solchen großen Veränderung.

Was das Burn-out angeht, so teile ich diese Einschätzung nicht. Es gibt in der Tat zum Teil sehr einsatzbelastete Teile der Bundeswehr, dazu gehört zum Teil auch das fliegende Personal – das ist wahr – aber gerade da sehe ich eine hohe Motivation und eine hohe Bereitschaft, das Letzte zu geben, um ihre Kameraden zu transportieren oder im Einsatz ihren Dienst zu tun. Und wir haben gesehen, wie hoch motiviert die Soldatinnen und Soldaten bei der Bewältigung der Flutkatastrophe waren. Manchmal ist auch ein Burn-out das Ergebnis einer Unterforderung oder jedenfalls verbunden mit dem Eindruck nicht richtig gebraucht zu werden und eine Situation zu haben, wo man etwas Sinnloses tut. Das ist zum Teil bei der Neuausrichtung auch unvermeidlich, wenn man lange in den alten Strukturen ist und eigentlich schon in den neuen Strukturen lebt. Also ich sehe durchaus die kritischen Elemente, die der Bundeswehrverband sieht, aber ich sehe das ist nicht das vollständige Bild der Bundeswehr.“

(Foto: Verteidigungsminister Thomas de Maizière am 25. Juli 2013 bei der zentralen Dankveranstaltung für die Hochwassserhelfer in Burg in Sachsen-Anhalt – Sebastian Wilke/Bundeswehr und CC-BY-ND-Lizenz)

96 Kommentare zu „Burnout und raue Töne“

  • J. Münster   |   11. August 2013 - 15:48

    @Kerveros, na klar sind es hauptsächliche die Stäbe aber auch das eifrige Einbinden der unteren Linien läßt einen zumeindest manchmal den Eindruck gewinnen, dass man kaum noch weiß wofür man kämpft. Das Engagement in der Ausbildung, Menschen zu formen und zu führen geht immer mehr zurück. Man redet sich raus mit zusätzlichen Diensten.
    Ich habe die Konsequenz gezogen, Antrag gestellt, darf nur nicht gehen…blöd aber nicht alles im Leben funktioniert nicht so. Ich will aber auch nicht in das Sediment der Unglücklichen abrutschen, das wäre schlimmer wie Arbeitslos, denn das macht dann wirklich krank. Depressionen sind es meist, Burn-out selbst existiert nicht solo.

  • Elahan   |   11. August 2013 - 15:59

    @Ex-Flieger

    Mein Beitrag war auch nicht als Gegenkommentar sondern als Ergänzung zu ihrem gedacht. Richtig, ich verwende.

    Auch ich stimme ihnen zu.

  • Memoria   |   11. August 2013 - 16:45

    @J. Münster:
    „Das Engagement in der Ausbildung, Menschen zu formen und zu führen geht immer mehr zurück“

    Diese sehr bedenkliche Entwicklung scheint sich in den letzten Jahren erheblich verstärkt zu haben. Das ist jedoch die große Axt am Baum einer Armee.
    Menschen führen Kriege – und Menschen müssen zum Soldaten geformt und ausgebildet werden.

    Ich kann nicht erkennen, dass man hier von weiter oben im Rahmen der Neuausrichtung gegensteuert.

    Ganz im Gegenteil: Im Heer werden die FA-/UA-Btle zu einer noch stärkeren Verschulung der Unterführerausbildung führen. Offz, Fw/Uffz, Msch werden immer getrennter ausgebildet (200 Jahre nach den preußischen Reformen!!).

    Offze/Uffze werden in einer Schullandschaft „produziert“ (wobei die einzelnen Ausbildungspunkte nicht sauber aufeinander aufbauen) und immer weniger geformt und dann in die Truppe gegeben.

    Viele Ausbilder, die ich kenne, haben allzu oft hier Verbesserungen angemahnt.
    Doch Ausbildungsziele (Beherrschen von…) interessieren nicht mehr, sondern die formale Absolvierung von Lg und ATN/ATB-Zuweisungen.

    Die dadurch sich ausbreitende Demotivation ist zunächst mal gar nicht dem Minister anzulasten, sondern dem militärischen Establishment, dass den Wagen sehenden Auges gegen die Wand fährt.

    Der Minister ignoriert diese Zustände eben auch.

    Aber wenn man dabei bleibt, sollte man sich auch stets bewußt sein, dass man jeden Tag jemandem etwas beibringen oder vorleben kann, was für diesen einstmals (lebens)entscheident sein kann.

    Daher: Nicht resignieren. Hilft niemand.

  • JT   |   11. August 2013 - 17:45

    @Memoria
    Ich gebe Ihnen und J. Münster Recht.
    Die Bundeswehr kann dankbar sein, dass es noch welche gibt, die sich nicht einfach hängen lassen, sondern noch ein gewisses Ehrgefühl besitzen und den Laden „am Laufen halten“ (wollen). Ich zähle mich (ganz dreist) zu denen, die sich trotz ihres Zeitvertrages noch reinknien. Was aber in der letzten Zeit an Vorgaben gemacht wurde, ist ein schlechter Scherz. Wenn die Politik der „haushalterischen Unentschlossenheit“ und des „wohlwollenden Desinteresses“ schon Einzug in die Schlammzone feiert, was die Ausbildung der (neuen) Soldaten oder auch die Personal- und Materialplanungen hinsichtlich neu aufzustellender Truppenteile betrifft, dann haben die Herren Politiker doch alles geschafft. Damit haben die zu kämpfen, die gerade nicht im Einsatz sind, aber weiß Gott nicht vor Langeweile ausbrennen…. Sorry!

    Wir sind schon so ein paar wehleidige uniformierte Bürokraten mit eingeschränkten Grundrechten, gerade das Team „Hotel“…

    Grüße von einem Gefrusteten, der immer noch nicht müde ist, es zu versuchen, aus der Pokemon-Generation ohne Erziehung mit den Mitteln der modernen Menschenführung und des Haushalts 2013, ordentlich ausgebildete Soldatinnen und Soldaten zu machen!

  • Viva   |   11. August 2013 - 23:44

    Wenn das alles war, was TdM zur Frage vom Welt-Redakteur Thorsten Jungholt gesagt hat, dann ist der Artikel von Jungholt von vergangener Woche schon absolut daneben. Ich habe den Verdacht, dass unsere Medien aktuell bewusst die ein oder andere Geschichte provozieren oder konstruieren und da sich Jungholt und Kautz kennen, ist der ein Schelm, der Böses dabei denkt.

    Mir scheint, als habe der Herr Minister auch in der „Presse“ endgültig keine Freunde mehr. Warum ist das so? Liegt das vielleicht an der Presse-/Öffentlichkeitsarbeit seines Herrn Paris? Irgendwie ist doch da der Wurm drin.

    Und ja, die Frage einiger hier ist ebenso berechtigt: Wo sind die Herren Generale und Admirale, die auf die „Herausforderungen“ hinweisen? Davon liest und hört man nichts, oder irre ich?

  • Viva   |   12. August 2013 - 0:13

    Nebenbei, dieses Mal hat Kirsch ja mal zurückhaltend reagiert. Er scheint die Lunte der „Fehlinterpretation“ der Herren Kautz und Jungholt gerochen zu haben. Oder werden diese gar von ihm bezahlt? ;-))
    Für mich liegt die Ursache im Verbände-bashing von Jungholt vergangene Woche. Vielleicht wird man in der Medienbranche bald mehr denn je eine Gewerkschaft brauchen. Dann sollte er sich an seine Artikel erinnern.

    Journalisten (die sich in der Bundeswehr auskennen) wissen eigentlich, dass die Kurzbesuche eines Ministers niemals ein klares Bild aufzeigen können. Insbesondere wenn Führungspersonal noch im „Blendmodus“ agiert. TdM sollte eigentlich auch wissen, dass auch er durch ein paar Kurzbesuche wirklich nicht die Innere Lage der Bundeswehr analysieren kann, oder doch? ;-)

    Ich erinnere mich noch an den Besuch des BM im Hochwassergebiet. Es musste schnell eine Einheit ausgetauscht werden, da man für den medienwirksamen Auftritt mehr Frauen ins Bild bringen wollte. Ach ja, und der Gefechtsstand wurde extra nach „vorne“ verlegt und das Abladen von Sandsäcken musste vorgeübt werden. Nein, dass war nicht vor vielen Jahren! Das war in diesem Jahr! Und natürlich wurde selbst auf BMVg.de ein schönes Bild „mit Frauen bei der Essensausgabe an den BM“ eingestellt, echt dolle! :-))

  • Elahan   |   12. August 2013 - 0:14

    @ Viva

    „Was das Burn-out angeht so teile ich diese Einschätzung nicht.“ TdM

    Und dann begründet er dies, weil wir trotz Neuausrichtung im Auftrag motiviert sind!
    Dies kann er nicht verstehen, weil genau das Soldaten vom Hauptschullehrer unterscheidet und mit ihnen vergleicht er uns ja gerne. Lehrer sind immer im Einsatz und müssen ihren Dienst kontinuierlich durchleben. Soldaten sind Saisonarbeiter wie Polizisten und Feuerwehrleute, da gilt im Einsatz Leben zu schützen, doch das fordert uns gerade in den Zeiten zwischen den Einsätzen für unsere Sache und Familien einzustehen, aber er versteht es nicht!

  • Signal75   |   12. August 2013 - 0:19

    Also wer heutzutage vor Langeweile in der Truppe „stirbt“, solle einfach mal eine DRILLmäßige Waffenausbildung absolvieren. Dann hören vielleicht auch die Meldungen über die unbeabsichtigten Schussabgaben in der erschreckenden Quantität auf.

    Wobei…..das würde ja Kreativität bei den entsprechenden Führern voraussetzen.

    Just my 2 Cents

  • Viva   |   12. August 2013 - 0:36

    @ Elahan: Ja, er kommt eben aus einer anderen Welt und kann sich schlecht in die Bundeswehr bzw. die Frauen und Männern samt Familien hineinversetzen. Wie auch, bei der VITA? Dann sollten das die Journalisten aufgreifen, aber nicht so einen Zitateveriss und angeblichem „Genervtsein“ von Gewerkschaften und Verbänden.
    Die spannende Frage für mich ist, wo das zivile und militärische Spitzenpersonal ihren Beitrag sehen? Die müssten bei den Umfrageergebnissen doch nicht schlafen können oder irre ich? Der DBwV kam mit zwei Umfragen auf den Markt, die letzte inklusive zivilem Führungspersonal (da bin ich ganz bei Schleppis Anmerkungen!) und nun will der VBB mit seiner Forsa-Umfrage auf den Markt. Die Ergebnisse dürften nicht besser sein, auch wenn es insgesamt nach hektischer Kopie der DBwV-Maßnahme aussieht. Egal, Hauptsache man versteht langsam, dass das System krankt, auch wenn eine Vielzahl (Gott sei dank) von Soldaten noch motiviert ihren Dienst zum Wohle ihrer Kameraden (!!!) tun. Diese Motivation kommt von keinem Minister oder Staatssekretär, sondern trotz aller reformbedingter Katastrophen aus dem individuellen Pflichtgefühl, der Kameradschaft und dem Korpsgeist. Wer weiß, wie lange noch…

  • J. Münster   |   12. August 2013 - 6:15

    @JT und Memoria,
    ich versuche es auch weiter, gerade mal wieder fern der Heimat. Es wird zugegeben schwieriger, den Elan aufrechtzuerhalten. Ich kann aber stolz sagen, dass hole Sprüche schon lange nicht mehr helfen mich zu motivieren, ich aber über ein gehöriges Maß an Selbstdisziplin verfüge und der Dienstherr damit froh sein darf. Aber, wie schon bei den Römern : Die Wahrheit duldet keinen Aufschub! Und die tut mitunter weh.

  • M. Sauer   |   12. August 2013 - 7:53

    Dieser Minister hat – mal wieder – keine Ahnung von der Realität. Woher auch? Er hat keine Chance zu erfahren, wie es wirklich in der Truppe aussieht. Das verhindern und verschleiern seine Zuträger oder die Ebenen direkt darunter.
    Ehrliche Reformen sind grundsätzlich nicht falsch – aber Standesdünkel und Pöstchendenken vieler Entscheider sowie Lobbyismus sorgen für Unruhe und das Nichterreichen des Ziels.
    Beispiel: Rüstung. Ich wette, dass im Beschaffungsgang NICHTS besser wird und nichts schneller beschafft wird. Die nächste (hilflose) Reform ist in Sicht.

  • ACE   |   12. August 2013 - 8:19

    zwei kleine Anmerungen:

    1. Landläufig sagt man ja, dass ein Burnout nur erleiden kann, wer einmal gebrannt hat, also hochmotiviert und idealistisch an eine Aufgabe herangegangen ist und dann über die Zeit desillusioniert wurde.
    Burnout ist zumindest gem. ICD-10 keine Krankheit, sondern in die Rubrik „Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung“ einsortier. Darüber mag man streiten, Fakt ist jedoch, dass die Nicht-Achtung von Lebensleistung auch bei hochmotiverten Menschen als Kränkung empfunden wird und durchaus dazu führen kann, dass die „Batterie irgendwann leer ist“ . Das Ungleichgewicht zwischen gestellter Anforderung (von außen und/oder durch denjenigen selbst) und der dafür erhaltene „Belohnung“ bzw. Unterstützung bei der Problemlösung führt dann zu dem Gefühlt des Ausgebranntseins.
    Und in diesem Zusammenhang kann man schon diskutieren, ob es hilfreich ist, wenn TdM in irgendeinem Zusammenhang von „Gieren nach Anerkennung“ spricht

    2. „Manchmal ist auch ein Burn-out das Ergebnis einer Unterforderung oder jedenfalls verbunden mit dem Eindruck nicht richtig gebraucht zu werden und eine Situation zu haben wo man etwas sinnloses tut.“ – kleiner Hinweis: Das nennt man neu-hochdeutsch Boreout-Syndrom …

  • Sgt. Thrash   |   12. August 2013 - 8:38

    hmmm….. alle regen sich über den Minister auf, aber kaum jemand darüber das die Zeitung die nicht mit dabei war die dickste Schlagzeile hat!

    Aus Sicht der Bild-Zeitung würd ich sagen…. Ziel erreicht.

    Selber im Gespräch (kostenlose Werbung), Minister geschädigt und das alles ohne das Büro zu verlassen.

  • ACE   |   12. August 2013 - 9:28

    @ CRM-Moderator

    sorry, hatte ich überlesen …

  • chickenhawk   |   12. August 2013 - 9:52

    Viva | 12. August 2013 – 0:13

    […]

    Ich erinnere mich noch an den Besuch des BM im Hochwassergebiet. Es musste schnell eine Einheit ausgetauscht werden, da man für den medienwirksamen Auftritt mehr Frauen ins Bild bringen wollte. Ach ja, und der Gefechtsstand wurde extra nach “vorne” verlegt und das Abladen von Sandsäcken musste vorgeübt werden. Nein, dass war nicht vor vielen Jahren! Das war in diesem Jahr! Und natürlich wurde selbst auf BMVg.de ein schönes Bild “mit Frauen bei der Essensausgabe an den BM” eingestellt, echt dolle! :-))

    Alleine wegen solcher exklusiven Nachrichtendetails lohnt es sich, alle Kommentare auf Augen Geradeaus! gründlich zu studieren.

  • klabautermann   |   12. August 2013 - 10:06

    Nun ja, seit Volker Rühe in Somalia sich so spektakulär auf den A….gesetzt hat, ist die sorgfältige Inszenierung eines IBUK-Einsatzbesuchen eben fester Teil der BMVg-PR-Maschine ;-)

  • Elahan   |   12. August 2013 - 10:20

    @Viva

    Zustimmung

    @Chickenhawk

    Wenn das der Minister wüßte, dass er da hinter die Fichten geführt wurde!

    Würde er in den Dialog mit den Menschen treten, könnte er einiges zum Zustandekommen der Grundlagen zu seiner Neuausrichtung erfahren, Sorgfalt war da kein Imperativ, aber er will es nicht, zumindest nicht so, dass es offiziell wird oder eine Vorlage daraus entsteht.

    Er hätte mal mit den Lameraden sprechen müssen, die auf Grund von Unterforderung beim Hochwassereinsatz in Bereitschaft standen. Viele wurden nicht abgerufen, weil wieder ein Vorgesetzter meinte, seine Mannschaft macht das schon. Gier nach Anerkennung nicht nur beim Minister :-)

  • Sascha Stoltenow   |   12. August 2013 - 12:28

    Dokumente des Scheiterns – Die Sprechererklärungen des Verteidigungsministeriums: http://bendler-blog.de/2013/08/12/schweigen-ist-gold/

  • Schweigen ist Gold « Bendler-Blog   |   12. August 2013 - 12:28

    […] – nur Teile der Bundeswehr sind hochbelastet, die Masse aber nicht. – bei der Neuausrichtung ist es unvermeidlich, etwas sinnloses zu tun, und weder ich als Minister noch meine Führungskräfte haben die Absicht, daran etwas zu verändern, denn es ist naturgegeben. – Gewerkschaften und Verbände weisen auf kritische Teile hin, während ich und meine Stäbe uns die Welt weiter malen, wie sie uns gefällt. – Wer das nicht versteht, hat keine Ahnung. (siehe auch die Diskussion bei Augengeradeaus) […]

  • Detlef Borchers   |   12. August 2013 - 13:21

    In diesem Zusammenhang ist das heutige taz-Interview mit Geor Weber interessant, der als Pressereferent in Afghanistan war. Zitat, kein Link: „Die Soldaten sehnen sich danach, wahrgenommen zu werden.“

  • klabautermann   |   12. August 2013 - 14:09

    Nun, die Truppe sehnt sich in der Tat danach wahrgenommen zu werden und zwar nicht nur die „Truppe im Einsatz“, sondern die Btl und Schiffe und Staffeln etc etc, die im täglichen Dienstbetrieb den Heimat-backbone der Streitkräfte auch und gerade für den Einsatz stellen, bzw. sicher stellen……die aber leider keine sexy PR bieten können……die wollen nicht nur wahr- sondern auch gerne ernstgenommen werden in Sachen Neuausrichtung……denn ohne „mitdenkende Einzelkämpfer“ in der Truppe an der Heimatfront fällt diese Neuausrichtung in sich zusammen.

  • klabautermann   |   12. August 2013 - 14:15

    ….bzw. sie endet als Mainzer Bahnhof ;-)

  • iltis   |   12. August 2013 - 14:23

    Ob’s als tröstlich empfunden werden kann, weiß ich nicht. TdM setzt aber im Rahmen Bw nur fort, was Vorstände/ Führungseliten aus Industrie und Wirtschaft heute als modernes Führungsverhalten betrachten. Ich habe sowas in einem Unternehmen mal gehört, als Chef aus mittlerer Leitungsebene bei einem Führungskräftemeeting auf die Frage antwortete, wie man unter solchen Umständen die Leute motivieren solle: „Wieso motivieren? Ich denke, die Leute kriegen jeden Monat Geld?“

    Und glauben Sie mir, der Spruch ist 20 Jahre alt, aber der ganzen Mannschaft noch immer präsent. Vielleicht kommt die Bw unter TdM nur da an, wo der Rest der Gesellschaft längst ist? Es sind die zunehmende Entfremdung zwischen oben und unten, sowie die Unfähigkeit zur Empathie.

    Leute die so handeln und damit auch denken, haben in der Schule früher nie jemanden abschreiben lassen und sie waren vermutlich auch die Studenten, die gesuchte Fachbücher in der Uni-Bib versteckt haben, damit sie sie vor der Klausur als einzige zur Verfügung haben. Vielleicht gibt es dafür sogar einen medizinischen Befund: Verlagerung der Schwielenbildung von der Handfläche an den Ellenbogen…

  • Memoria   |   12. August 2013 - 14:41

    @JT:
    „dann haben die Herren Politiker doch alles geschafft.“
    Wir sind uns wohl bei der Problemlage, jedoch nicht bei den Gründen einig. Politisch gewollt ist in weiten Teilen nur eine Ausrede der Inkompetenz des Apparates.

    @viva:
    Das Abladen von Sandsäcken vorüben – bezeichnend.
    Aber ein besonders absurder Fall.
    Show, statt Realität.
    Selbstdarstellung, statt Auftragserfüllung.

  • Memoria   |   12. August 2013 - 14:55

    Warum macht man sich hier noch soviel Gedanken um den weiteren Fortgang der Neuausrichtung?
    Nach der Wahl ist vor der Reform.
    Politisch (Umfang im Vergleich zu UK u. F), finanziell (Schuldenschnitt Griechenland, etc), personell (fehlender Nachwuchs), militärisch (Fähigkeiten und Strukturen vs. neue Einsätze) führt der Weg schon 2015 zur Reform der Neuausrichtung der Transformation der Reform der Bundeswehr von Grund auf.

    Größenordnung: 140.000 bis 160.000.

    Ob TdM das ernten will?

  • Elahan   |   12. August 2013 - 17:09

    @Memoria

    Genau das ist der Punkt und weil es auch der VM weiß sind viele Maßnahmen ein Verbrechen an den Familien.

  • Trabantfahrer   |   12. August 2013 - 23:30

    … ich frage mich dann immer, was die Jungs und Mädels auf solchen Propagandabildchen denken, die für solche Aufnahmen her halten müssen. Die scheinen ja alle gut gelaunt und zufrieden zu sein…

  • CRM-Moderator   |   13. August 2013 - 2:18

    @Trabantfahrer:
    Ich schildere mal einen Besuch der BKin in MeS (ist bei allen anderen Promis ähnlich). „Alle“ sind total ergriffen und hyper. Könnte genauso Dieter Bohlen oder die Beatles vorbeikommen. „Alle“ rennen mit Handykameras rum und machen Bilder nach dem Motto „Ich war wirklich dabei“. Und Tage später hört man dann noch, dass die/der Frau/Mann ja total nett und freundlich und normal und überhaupt …… ist.
    Wenn man dann fragt, wie lange sie Kontakt hatten (i.d.R. 5 Sek. Hände schüttelnI) und was sie denn erwartet hätten, wenn sich ein(e) Politiker(in) unter die Truppe mischt und Schwarzwälder Kirschtorte isst während die Pressestelle Fotos macht? Ob sie erwartet hätten die Dame/ der Herr wäre schlecht gelaunt und böse wenn die Kameras klicken? Dann – ja dann ist man der Spielverderber.
    Es fällt vielen schwer zu erkennen, dass sie nur Kulisse sind und es eben nicht die um Interessen der Soldaten geht, sondern meist um die des politischen Ehrengastes….

    Passend war beim Besuch der BKin die Tage vorher per email versendete Botschaft der militärischen Führung vor Ort. Es wurden alle verfügbaren Soldaten gebeten, sich an den geplanten Konvoi-Weg im Camp zu stellen und „in freudiger Erregung“ unsere BKin zu begrüßen.

    Insofern ist der potemkinsche Hochwassergefechtsstand zu Ehren des TdM nur der ganz normale Wahnsinn…..

    ……verordnet von der militärischen Führung vor Ort.

    P.S.: Ich bin trainieren gegangen, weil die Gym leer war ;o). Hab mir den „Event“ dann abends in der Tagesschau angeschaut.

  • Stefan H.   |   13. August 2013 - 7:28

    @CRM-M.
    Wobei das dann aus meiner Sicht gut gelaufen ist: Wer mag geht hin, wer nicht geht ins Gym.
    Ist doch ein faires Angebot für alle Beteiligten. Es macht tatsächlich vielen auch Spaß mal die Gesichter aus dem Fernsehen in Realität zu sehen und wenn auch nur für ein paar Minuten aus nächster Nähe zu erleben. Das ist mehr, als die meisten der 80 Mio Bundesbürger je sehen werden.
    Wenn die Politik die Bundeswehr in Einsätze schickt, dann sollte sie sich auch dafür interessieren. Bei aller Belastung, die Besucher aller Art bringen, sollten sich gerade die mit Verteidigung beschäftigten Politiker durchaus in Kasernen und Stützpunkten sehen lassen. Das nicht jede Minute perfekt für Feedbacks geeignet ist: Geschenkt. Alleine Briefings der taktischen Ebene vor Ort zu bekommen und mal mit den Briefinginhalten die man ministeriell vorgesetzt bekommt zu vergleichen, ist schon eine Reise wert. Auch hier im Block werden Filterebenen öfter kritisiert. Will man jetzt Politiker auf ihren Stühlen festpappen und von der taktischen Ebene fern halten? Dann kann man richtige Potemkinsche Dörfer bauen…

    @Memoria
    Ich teile ihre Vermutung, wobei ich auf 140-157 spekulliere, aber ohne jede Insiderinformationen.

  • Elahan   |   13. August 2013 - 9:45

    30% Personalunterdeckung bei der Bahn und die Republik stöhnt.

    Das Problem der Bahn haben wir schon lange, doch wir haben keine Fahrgäste, welche den Zustand verkünden könnten.

    Man betrachte die Überstunden beim Heer, dazu hat der Minister eine Vorlage in Form einer Studie.

    In vielen Bereichen wird es nach der Reform kein Ersatzpersonal mehr geben, so werden bei Urlaub und Krankheit die Vorgänge liegen bleiben und die Schüler zurück in die Einheiten geschickt. In Teilen ist das schon heute so.

  • klabautermann   |   13. August 2013 - 10:02

    ….und die Schiffe bleiben im Hafen und die Flugzeuge im Hangar weil das Schlüsselpersonal fehlt selbst zur „sicheren Teilnahme am See-, bzw. Luftverkehr“….von realistischer Einsatzausbildung ganz zu schweigen……
    Die pseudo-Privatisierung der BW ist eben ein völlig verfehltes „Geschäftsmodell“……Herr Brüderle und seine neoliberalen Klientelisten schwätzen jetzt schon wieder vom Börsengang der Bahn….shareholder value maximization ist wichtiger als Sicherheit….

  • klabautermann   |   13. August 2013 - 10:19

    Ein Schäfer sitzt mit seinem treuen Schäferhund an einer Wiese und
    betreut seine Schäfchen, während die Sonne auf sein wettergegerbetes
    Gesicht scheint und er ruhig an seiner E-Zigarette zieht. Plötzlich rast ein matt-schwarz lackierter SUV eines deutschen Premium-Hersteller auf die Wiese, es steigt ein geschniegelter End-Zwanziger aus dem Auto, kommt auf den Schäfer zu und sagt: „Wenn ich Ihnen sage, wieviele Schafe Sie haben, bekomme ich dann ein
    Schaf?“ Der Schäfer überlegt, fasst sich in seinen weißen Bart und
    antwortet: „Naja, den Spass ist es mir wert!“.Der Junge macht sich an die Arbeit: GPS, Satellitenbilder, Excel-Tabellen, MySQL-Datenbanken, Power-Point-Präsentationen, alles hinten im Kofferraum seines SUV. Nach einer Stunde Arbeit, kommt er
    triumphierend zum Schäfer: „Sie haben 245 Schafe!“.

    Der Schäfer, sichtlich erstaunt steht zu seinem Wort: „Nehmen Sie
    sich eines der Schafe!“. Mit etwas Mühe fängt der der junge Mann
    eines der Tiere bugsiert es in seinen Kofferraum und schickt sich an
    wegzufahren. Da fasst ihn der Schäfer an die Schulter und sagt:
    „Kriege ich das Tier zurück, wenn ich Ihnen sage, was Sie beruflich
    machen?!“ „Naja, den Spass ist es mir wert!“.

    „Sie sind Unternehmensberater!“ Erstaunt schaut der Anzugträger da
    und fragt: „Woher wissen Sie das“

    „Fünf Dinge:
    Erstens: Sie sind gekommen, obwohl niemand Sie gerufen hat.
    Zweitens: Sie haben mir Dinge gesagt, die ich auch so wusste.
    Drittens: Sie haben nicht den Hauch einer Ahnung von meiner Arbeit.
    Viertens : Sie wissen aber ganz genau wie Sie mich ruinieren können.
    Und Fünftens: jetzt geben Sie mir meinen Schäferhund zurück und machen sich von meinem Acker !“

    Leider hatte Schröder noch nicht mal den Verstand eines Schäfers ;-)

  • ZDL a.D.   |   13. August 2013 - 10:24

    Wir normale Bürger bekommen von euch Soldaten so wenig mit, weil es in den Medien eine Stille übereinkunft gibt, das dass Militär außer in Notsituationen tabu ist.
    Unsere Gesellschaft ist mittlerweile so politisch spannungsfrei geworden, dass alles was mit Kampf oder gar Konfrontation zu tun hat einfach ausgeblendet wird und daher auch keine Anerkennung erfährt.

  • Heiko Kamann   |   13. August 2013 - 11:04

    @ ZDL a.D. | 13. August 2013 – 10:24
    Nicht belegbare Verallgemeinerung … wer ist denn „die Gesellschaft“?

  • Daniel Lücking   |   13. August 2013 - 12:46

    „Herr Pofalla, bitte in den Bendler-Block! Da gibt es ein leidiges Thema, das für beendet erklärt werden muss! Und bitte bringen Sie etwas absolutes Vertrauen von der Kanzlerin mit! Herr Pofalla,bitte! “

    (Ich ertrag die Lächerlichkeit nur noch mit purem Schabernack!)

  • klabautermann   |   13. August 2013 - 13:12

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/nsa-affaere-gefaehrdet-boeing-deal-zwischen-den-usa-und-brasilien-a-916289.html

    na ja, mit seinen NSA-Ergebenheitsadressen braucht Herr Pofalla beim BMWi in Sachen Rüstungsexporte nicht mehr nachfragen wie denn die Eurofighter Marktchancen so weltweit stehen ;-))

  • Elahan   |   13. August 2013 - 13:20

    Hat der Minister doch recht? Das Boreoutparadoxon hat wohl schon bei der Planung der Neuausrichtung zugeschlagen.

    Einige im BMVg waren mit der Situation der Bundeswehr unzufrieden, da sie zu wenig leisten konnten, kaum Anerkennung erhielten und die Saat ihrer Arbeit die sie zuvor in anderen Bereichen gesät hatten nicht ernten konnten.

    Das betroffene Führungspersonal kann durch seine Lustlosigkeit und sein Desinteresse die einfachen Aufgaben (die häufig zu Unterforderung und damit dem Problem führen) die sie zu tun bekommt nicht in zufriedenstellendem Maße erfüllen. Daher schließen beispielsweise Vorgesetzte, dass ein Untergesetzter, der bereits bei der Erledigung einfacher Tätigkeiten Defizite aufweist, auch nicht in der Lage sein kann komplexere Aufgaben zu bewältigen. Laut Experten betrifft dies genau jene Menschen, die besonders leistungsbereit sind, was höher gestellte Aufgaben betrifft. (Frei nach Wiki)

    Nun sind die Kommandeure sehr gefrustet, denn sie wurden bei der Ausgestaltung der Neuausrichtung nicht eingebunden (angeblich aus Zeitmangel)

    Paradoxerweise ändert sich der Zustand der Unzufriedenheit durch wahllosen Aktionismus langfristig nicht, denn wenn – die Misere- welche angerichtet wurde Früchte trägt, stellt man fest, dass die Äpfel faul sind und die Ernte man besser anderen überlässt.
    In dem Wissen, dass man die Ernte nicht schlucken muss, ist ein Hinweis, mann hätte sie gerne eingefahren, propagandistisch nützlich um Anerkennung zu bekommen aber für die Erntehelfer in keinem Fall, denn sie müssen sich um das Fallobst kümmern und oft ist dann auch schon der Baum Angefault und am Absterben.

  • iltis   |   13. August 2013 - 13:51

    @klabautermann: Und ich dachte schon das Angepißtsein über die transatlantische (anglo-amerikanische) Schnüffelei sei nur wieder ein typisches „german disease“.

    Bleibt noch die Frage, ob Brasilien als Dassault- Kunde bei FRA in dieser Hinsicht besser aufgehoben wäre.

  • klabautermann   |   13. August 2013 - 14:18

    @iltis

    Die teilweise sehr nervösen Reaktionen der US Administration aufgrund der Snowden-story erklären sich aus den durchaus berechtigten Sorgen der US-Rüstungs- und IT-Wirtschaft, die teilweise erhebliche Umsatzeinbrüche weltweit erwarten…..da jibbet es schon erste Studien….

  • iltis   |   13. August 2013 - 14:29

    Kein Genuß eben ohne Reue. Wenn das „message“ ist, die die amerikanischen Freunde mitnehmen, ist das ja auch schon was. Ich kenne inzwischen eine Menge Leute, die ihre Kauf- und Nutzungsentscheidungen überdenken. Hätte ich ein i-phone, würde ich mich auch ärgern, daß man an dem Ding so gut wie nichts wirklich abschalten kann. Selbst den Akku kriegt man nur mit ner Flex raus… Aber ich glaube, wir werden gerade OT

  • Memoria   |   14. August 2013 - 17:56

    OT:

    Sommerloch nächster Teil – Rechtsrock auf der Gorch Fock (inkl Videobeweis):
    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/gorch-fock-crew-spielte-rechtsrock-von-kategorie-c-a-916590.html

  • K.B.   |   14. August 2013 - 18:36

    @Brasilien und NSA:

    Nachdem der Kongress die Mittel für den Kauf von Super Tucanos aus dem Haushalt geschmissen hat, dürften die Chancen der Super Hornet – auch unabhängig von der NSA-Geschichte – momentan eher mäßig sein.

  • Sachlicher   |   14. August 2013 - 22:46

    @viva:danke für den Hochwasserbericht.Nichts kann mE deutlicher versinnbildlichen,wo es denn vorrangig hakt.Vielleicht noch der berühmte Auftrag:“der Kommandeur xy kommt zur Dienstaufsicht,bereiten Sie mal ein Besuchsprogramm(sic!)vor!“ Niemand traut sich doch diese LoNo mit:“siehe Dienstplan “ zu beantworten,oder? Ich frage mich,bei allem Verständnis sich und seinen Verband auch einmal „repräsentieren“zu müssen:wo ist das Selbstbewusstsein der Kommandeure? LVU+Frage mit Blick in den Dienstplan:was wollen Sie sehen?

    Wie dem auch sei,worauf ich hinaus will:natürlich kann man auch bei einer kurzen Dienstaufsicht bemerken,was geht und wo es drückt.

    Ob und inwieweit der Minister im Bilde ist,weiß von uns hier niemand.Unzweifelhaft ist aber bitte,daß er den Intellekt besitzt,die Studie des DBwV als das zu klassifzieren,was sie nun einmal ist:eine wissenschaftliche Arbeit eines ordentlichen Lehrstuhls.Und er wird auch wissen,daß dies mittels:“Sie jammern mir zu viel“ nicht wegzuwischen ist.

  • Thorsten Jungholt   |   15. August 2013 - 13:43

    Bin etwas spät dran, aber nachdem ich die facettenreiche Debatte hier jetzt nachgelesen habe, möchte ich gern einige Anmerkungen machen. Insbesondere @viva.

    Mir wird teils unterstellt, ich hätte die Aussagen des Ministers verkürzt wieder gegeben. Da bitte ich einfach um Lektüre des Originalartikels bei welt.de (weiß nicht, ob ich hier verlinken darf). Ich habe TdM zwei Fragen zum Thema „Stimmung in der Truppe“ gestellt (neben zwei weiteren zum Thema Drohnen, die Antworten enthielten aber nix Neues): Die erste nach seinen Eindrücken nach zwei Wochen Sommerreise. Die Antwort lautete in etwa wie in Wiegolds Interview heute: Überall anders, aber wird insgesamt schon besser werden in den nächsten Monaten, je mehr Leute Klartheit über ihre künftige Verwendung bekommen. Darauf habe ich nachgefragt, wie er sich die drastischere Stimmungsbeschreibung von BWverband und VBB dann erklärt – die Antwort ist ja vom BMVg transkribiert.

    Im Text habe ich seine Antworten ziemlich ausführlich wieder gegeben, das Burnout-Zitat aber natürlich in die Überschrift gepackt. Was ist daran bitte „absolut daneben“ (@viva)? Was andere Medien draus gemacht haben, ist nicht mein Kaffee.

    Und zum „Verbändebashing“: Die kommen bei uns oft ausführlich zu Wort. Dann ist es aber auch notwendig, den Minister gelegentlich darauf reagieren zu lassen.

    Übrigens: Morgen kommt die nächste Studie zur Stimmung in der Truppe, erstellt von Forsa im Auftrag des VBB… Ich werde berichten, der Kollege Wiegold sicher auch…

    Hier der Quell meines Ärgers, den ich mir jetzt von der Seele geschrieben habe:

    Viva | 11. August 2013 – 23:44

    Wenn das alles war, was TdM zur Frage vom Welt-Redakteur Thorsten Jungholt gesagt hat, dann ist der Artikel von Jungholt von vergangener Woche schon absolut daneben. Ich habe den Verdacht, dass unsere Medien aktuell bewusst die ein oder andere Geschichte provozieren oder konstruieren und da sich Jungholt und Kautz kennen, ist der ein Schelm, der Böses dabei denkt.

    Mir scheint, als habe der Herr Minister auch in der “Presse” endgültig keine Freunde mehr. Warum ist das so? Liegt das vielleicht an der Presse-/Öffentlichkeitsarbeit seines Herrn Paris? Irgendwie ist doch da der Wurm drin.

    Und ja, die Frage einiger hier ist ebenso berechtigt: Wo sind die Herren Generale und Admirale, die auf die “Herausforderungen” hinweisen? Davon liest und hört man nichts, oder irre ich?
    Viva | 12. August 2013 – 0:13

    Nebenbei, dieses Mal hat Kirsch ja mal zurückhaltend reagiert. Er scheint die Lunte der “Fehlinterpretation” der Herren Kautz und Jungholt gerochen zu haben. Oder werden diese gar von ihm bezahlt? ;-))
    Für mich liegt die Ursache im Verbände-bashing von Jungholt vergangene Woche. Vielleicht wird man in der Medienbranche bald mehr denn je eine Gewerkschaft brauchen. Dann sollte er sich an seine Artikel erinnern.

    Journalisten (die sich in der Bundeswehr auskennen) wissen eigentlich, dass die Kurzbesuche eines Ministers niemals ein klares Bild aufzeigen können. Insbesondere wenn Führungspersonal noch im “Blendmodus” agiert. TdM sollte eigentlich auch wissen, dass auch er durch ein paar Kurzbesuche wirklich nicht die Innere Lage der Bundeswehr analysieren kann, oder doch? ;-)

    Ich erinnere mich noch an den Besuch des BM im Hochwassergebiet. Es musste schnell eine Einheit ausgetauscht werden, da man für den medienwirksamen Auftritt mehr Frauen ins Bild bringen wollte. Ach ja, und der Gefechtsstand wurde extra nach “vorne” verlegt und das Abladen von Sandsäcken musste vorgeübt werden. Nein, dass war nicht vor vielen Jahren! Das war in diesem Jahr! Und natürlich wurde selbst auf BMVg.de ein schönes Bild “mit Frauen bei der Essensausgabe an den BM” eingestellt, echt dolle! :-))

  • CRM-Moderator   |   19. August 2013 - 7:36

    Mal bei google eingeben:

    Juliane Wiedemeier Hurra! Hurra! So nicht.

    Und lesen. „Es herrschte eine Stimmung wie beim Justin Bieber Konzert.“
    Da lag ich ja mit meinem obigen Kommentar mit „Bohlen/ Beatles“ nicht schlecht.

    Nochmal: Es geht nicht um die Besuchten, sondern um den Besucher.

    Andere Person, gleicher Flow.