RC N Watch: Unruhe in Baghlan

Die Meldungen der jüngsten Zeit aus der nordafghanischen Provinz Baghlan klingen nicht gut – und das nicht nur dann, wenn (meist deutsche) ISAF-Soldaten betroffen sind. Ein Selbstmordanschlag auf afghanische Politiker mit 13 Toten, der Anfang Mai gefallene KSK-SoldatSchüsse auf Bundeswehrsoldaten und immer wieder Meldungen aus dieser Provinz im täglichen Update des ISAF Joint Command. Das Afghanistan Analysts Network hat jetzt Baghlan mal genauer unter die Lupe genommen:

Indications are that Baghlan, so far a province without a consistent security profile – for months quiet, then suffering from outbursts of violence – could evolve into a stronghold of the insurgency in Afghanistan’s north. Interviews with insurgency representatives conducted and cross-checked over months indicate that, today, between 2,500 and 3,000 fighters are deployed in Baghlan. Taleban Nizami (Military) Commission sources said that, in 2008, there were around 1,800 fighters only. This would mean an increase of at least 700 fighters over the past five years. According to ISAF, 4,500 Afghan national security forces (including ALP) are based in Baghlan.

Nachdem das AAN kürzlich einen Blick auf die ebenfalls im Norden gelegene Provinz Faryab geworfen hatte, scheint sich sich ein unguter Trend für den Kommandobereich des RC North abzuzeichnen. Auch wenn die Zahl der sicherheitsrelevanten Zwischenfälle in allen neun Provinzen des Nordens nur einen geringen Anteil an allen incidents landesweit ausmacht.

(Archivfoto April 2010: An Afghan National Security Force soldier stands guard on the Kuk Chenar (Dutch) Bridge in Baghlan Province. The bridge was secured during Operation Taohid II, an Afghan-led operation in the North designed to defeat the insurgency, provide humanitarian supplies to the people, and enable development projects in the area – ISAFmedia via Flickr unter CC-BY-Lizenz)

 

 

5 Kommentare zu „RC N Watch: Unruhe in Baghlan“

  • Memoria   |   01. Juni 2013 - 16:18

    Die Hoffnung sich seit Ende 2011 zum Ausgang durchmogeln zu können (“der Krieg der anderen”) und die Lage schön zureden scheint nicht aufzugehen.

  • Memoria   |   01. Juni 2013 - 16:40

    Der Ausblick des Aufsatzes lässt mit Blick auf die Rückverlegung aus Kunduz wenig Gutes erwarten:
    “Controlling these districts would provide the insurgency with easy access to the provincial centre in Pul-e Khumri and to the Baghlan-Mazar-e Sharif highway – the backbone of traffic and trade between Hairatan Port in Balkh and the rest of the country.”

  • Alarich   |   01. Juni 2013 - 17:44

    Der Krieg ist verloren
    Und war es wieder die Politik
    Man hätte den Drogenanbau doch verbieten sollen?
    Dann hätten die Aufständische weniger Geld für Waffen und Söldner gehabt.
    Oder war er nicht zu Gewinnen?

  • Voodoo   |   01. Juni 2013 - 18:34

    @ Memoria

    Exakt – wie war das noch mit “Freedom of Movement”? Wenn KDZ geschlossen, ´tschuldigung, übergeben wird, dann ist der Osten vom RC North buchstäblich “offen.”

  • Mike K.   |   01. Juni 2013 - 19:55

    Ich habe es schon vor 10 Jahren gesagt: Theodor Fontane – Das Trauerspiel von Afghanistan lesen – dann bewerten und folgern – ganz einfach.