RC N Watch: Schüsse auf Patrouille bei Kundus

Es sind immer nur Einzelfälle. Aber schon eine ganze Reihe… Heute Abend:

Am 26. Mai um 19.00 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit (21.30 Uhr afghanischer Ortszeit) wurden deutsche Kräfte auf einer Patrouille zur Sicherung des Nahbereichs des Distrikthauptquartiers Chahar Darah circa fünf Kilometer südwestlich der Stadt Kundus mit Handwaffen beschossen. Es gab keine Verwundeten und keine Schäden. Die Patrouille setzte ihren Auftrag fort.

Vergangenen Donnerstag:

Am 23. Mai um 11.05 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit(13.35 Uhr afghanische Ortszeit) kam es in der Provinz Baghlan, etwa 28 Kilometer nordostwärts vom OP North zu einem Beschuss von ISAF-Soldaten mit Handwaffen. Dies geschah im Rahmen der Erkundung einer Straße durch ISAF-Soldaten, die durch deutsche Soldaten gesichert wurden.
Der bei diesem Angriff leicht verwundete ISAF-Soldat wurde mit einem Hubschrauber in das Einsatzlazarett in Kundus transportiert und dort behandelt.
Es wurde kein deutscher Soldat verwundet.

Am 19. Mai:

Am 19. Mai um 18.49 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit (22.19 Uhr afghanischer Ortszeit) wurden deutsche Kräfte 10 Kilometer südwestlich Kundus im Polizeihauptquartier des Distriktes Chahar Darah von Aufständischen mit Handwaffen und Mörsern beschossen.
Es gab keine Verwundeten / Gefallenen bei eigenen oder alliierten Kräften beziehungsweise zivile Opfer.

Und deutsche Meldungen gibt es ja fast nur, wenn auch deutsche Soldaten betroffen sind. Bei anderen Vorfällen kaum.

18 Kommentare zu „RC N Watch: Schüsse auf Patrouille bei Kundus“

  • Astra   |   26. Mai 2013 - 23:44

    Könnte im Zusammenhang stehen mit der Truppengattung die momentan das PATF KDZ stellt.

  • T.Wiegold   |   26. Mai 2013 - 23:47

    Fallschirmjäger, oder?

  • Viva   |   26. Mai 2013 - 23:47

    Tja, irgendwie ist die politisch gesehene Trendwende doch nicht so real, oder täusche ich mich?

  • Astra   |   26. Mai 2013 - 23:50

    @T.Wiegold

    man munkelt :-)

  • lastboyscout   |   27. Mai 2013 - 4:15

    1. Der Himmel ist blau, das Wasser ist nass, Frauen haben Geheimnisse und in Afghanistan – so wie in vielen anderen Gegenden der Welt – gibt es Menschen, die ihre kirminellen, religiösen oder politischen Ziele mit Waffen durchsetzen wollen.

    2. Hat m.E. überhaupt nichts mit der Truppengattung zu tun. Im Gegenteil: Gerade dieses Kontingent hat sich dadurch ausgezeichnet, dass die OpFü auf direkten Kontakt mit der Bevölkerung ausgerichtet war. CIMIC und PSYOPS (F2F) waren der Schwerpunkt.

  • St.Michael   |   27. Mai 2013 - 6:12

    @Astra

    Unsinn – die Häufigkeit der Anschläge / Vorfälle in AFG ist von der Jahreszeit abhängig.

    Kann man jedes Jahr schön in den Statistiken als Trend nachverfolgen (unabhängig davon wie aussagekräftig sie sonst so sind). Nicht umsonst kündigen die Herren der anderen Feldpostnummer immer eine Frühjahrsoffensive an.

    Mit in KDZ eingesetzten Truppengattungen hat das nichts zu tun.

  • dallisfaction   |   27. Mai 2013 - 10:06

    Vor nicht allzu langer Zeit standen in solchen Meldungen immer noch Formeln wie “erwiderten das Feuer”, “Feuerkampf” oder “Gefecht”. Findet das tatsächlich nicht mehr statt oder ist es nur nicht mehr politisch opportun so etwas in öffentlichen Meldungen zu schreiben?

  • Cynic2   |   27. Mai 2013 - 10:37

    Wenn man sich mal den Bericht von Operation SILENT HILLS in der Y anschaut, kann man sich zwar fragen, ob das vielleicht etwas übetriebener Aufwand für eine Schura in Aliabad ist, aber das PATF ist definitv mal aktiv. Und wer aktiv ist, wird auch eher mal beschossen, als ein Kontingent, das weniger das Fledlager verlässt. Ob das mit der Truppengattung zusammenhängt, darüber spekuliere ich nicht.

    Der Y-Bericht wirft nach meiner Ansicht auch mehr Fragen auf, als das er Antworten liefert, aber wie bei anderen Operationen, weiß die ganze Wahrheit wohl nur die Einheit, die es durchgeführt hat.

  • KlausK   |   27. Mai 2013 - 11:25

    Die Gefechtstätigkeit in AFG hängt sehr stark von der Jahreszeit ab.

    ABER: es soll Truppengattungen geben, die solange Patrouille fahren, bis sie endlich die heißersehnte Gefechtsmedaille bekommen!!!

  • Voodoo   |   27. Mai 2013 - 11:33

    Von wem denn heißbegehrt? Die ist schon länger nichts mehr wert und das weiß auch mittlerweile jeder.

  • Astra   |   27. Mai 2013 - 13:16

    @KlausK

    In dieser Art hatte ich es auch gemeint. Und das dies auch schon so geschehen ist, ist ja einem gewissen Personenkreis bereits bekannt.

  • Baggy   |   27. Mai 2013 - 17:08

    @KlausK
    @Astra

    Also um Medaillenhascherei geht es dabei sicher nicht. Die Masse der Kräfte die z.Z. in KDZ eingesetzt ist hat dieses “entwertete Stück Blech” sowieso bereits aus dem Jahr 2010/2011.

    Ansonsten kann man nur hinzufügen das die Meldung größer gemacht wird, als es der Vorfall wert war.

  • califax   |   27. Mai 2013 - 17:17

    Verstehe ich richtig, daß man jetzt nicht näher genannten mit Patrouillen beauftragten Einheiten vorwirft, diese hätten mindestens solange ihren Auftrag ausgeführt, bis der Gegner versucht habe, sie daran zu hindern?
    Potzblitz, diese verdammten Soldaten! Machen die doch einfach, was man ihnen befiehlt! :D

  • Sprinter81   |   27. Mai 2013 - 17:25

    @Cynic2

    welche Fragen meinst du denn bzgl. des Artikels zu SILENT HIL? Die Möglichkeit Luftbeweglichkeit zu nutzen (liegt dieser Truppengattung ja auch nahe) halte ich für zweckmäßig. Der Aufwand kann m.M.n gar nicht groß genug sein, wenn sich die Verantwortlichen überlegen, wie der Schutz eigener Kräfte am größten ist. Und hinfliegen, ist allemal besser als stundenlang auf mit Sprengfallen verseuchten Strassen hinzufahren…

    P.S.: Ich halte es mit Baggy, die Jungs dort werden wohl ihre Medaille schon aus der Vergangenheit haben und man kann sicher sein, dass der ein oder andere gern drauf verzichtet hätte…

  • St.Michael   |   27. Mai 2013 - 17:39

    @Baggy und Sprinter81

    Danke, schließe mich gerne an!

  • J.R.   |   27. Mai 2013 - 20:00

    @ Sprinter81
    Und hinfliegen, ist allemal besser als stundenlang auf mit Sprengfallen verseuchten Strassen hinzufahren…

    Aber auch so stellt sich die Frage, was dieses “commute to fight” eigentlich bringen soll – auch gerade in Anblick der Gesamtlage.
    Dann ist man halt da, und dann? Marschiert zum nächsten Dorf und schaut ob gerade ein Dorfältester da ist, und ob der unwahrscheinlicherweise was mitzuteilen hat? Erkundet Gelände? Sucht eine der Dingo-tauglichen Strassen nach IEDs ab? Sagt mal bei ner Straßensperre der Polizei hallo? Hofft insgeheim dass man beschossen wird, um überhaupt das Gefühl zu haben gegen “den Feind” zu wirken?

    @ Silent Hill
    Wenn man sich die UN-Karte von Aliabad anschaut, dann sieht man, dass die Lala Maydan-Dörfer etwa 20 km Luftlinie vom Feldlager wegliegen. Allerdings auf der anderen Seite des Kunduz-Flusses, mit vermutlich nicht gerade Dingo-freundlichen Wegen. Stellt sich schon ein wenig die Frage, wie of die Bundeswehr schon da war, und ob es wirklich ein Zeichen von Einfluß ist, diese vergleichsweise kurze Strecke (nur?) im Hubschrauber zurückzulegen. Ganz abgesehen davon, dass die Afghanen wohl auch wissen, dass es ab 2014 mit Hubschraubern eher essig aussehen wird…

  • Commander   |   27. Mai 2013 - 20:22

    @J.R. Wir waren 2011 mit TPz, Dingo und Eagle da, sind aber nicht bis zu den Laleh Meydan Dörfern gefahren, sondern bis kurz davor gefahren und dann ein bisschen gelaufen, um ein Gelände für einen Checkpoint zu erkunden.

    Zu der Diskussion, ob manche Truppengattungen mehr Feuer auf sich ziehen… Das hört man aus der Truppe schon manchmal. Ist aber hier nicht angebracht, die Angriffe haben m.E. einen ganz anderen Hintergrund.
    Wie schon beim Abzug der Russen, ist den Aufständischen völlig klar, das wir gehen.
    Man nutzt aber jetzt schon die Gelegenheit, um der Bevölkerung klar zu machen, wer der Herr im Hause ist. Gegenüber der analphabetischen Landbevölkerung können die Aufständischen dann schön behaupten, sie hätten ISAF in die Flucht geschlagen.
    Geschichte wiederholt sich halt, wenn man nicht aus ihr lernt.

  • Zivi a.D.   |   28. Mai 2013 - 9:58

    zu den Medaillen eine (wohl typische Zivilisten-) Frage: Bringt die Verleihung konkrete Vorteile über die reine Anerkennung hinaus ein etwa bei den Beurteilungen und Beförderungen, letztlich also für die Karriere? Oder bleibt es bei der reinen Dekoration?