EuroHawk: Papiere, Papiere

EURO HAWK®

(Northrop Grumman Pressefoto)

Das Rennen um die Frage, wer die, pardon, lustigsten Einzelheiten aus den umfangreichen Verträgen zur Entwicklung des EuroHawk findet und veröffentlicht, hat ja mit der  Übergabe einer CD mit Papieren an die Bundestags-Haushälter am (gestrigen) Donnerstag eine weitere Beschleunigung erfahren… . Natürlich suchen alle nach der einen entscheidenden Vertragspassage, die sozusagen einen Schuldigen entlarven wird. Ich fürchte allerdings: so einfach wird es nicht werden – so viel Papiere man auch liest.

Ich greife hier nicht jedes Detail auf, das neu veröffentlicht wird, wollte aber die Kommentare nicht im Thread von Anfang der Woche hängen lassen. Hier unten ist viel Platz für neue Anmerkungen. (Einige Kommentare aus dem Thread vom 28. Mai verschiebe ich hierher.)

 

 

58 Kommentare zu „EuroHawk: Papiere, Papiere“

  • Vtg-Amtmann   |   01. Juni 2013 - 22:29

    @ Jupiter: Sehe da in dem T€uroHawk -Chaos weniger eine Entlastung einzelner Schuldiger, sondern vielmehr die zwingenende Erfordernis, nach einer Strukturreform der Bundeswehr – sprich vorwiegend die Truppe betreffend -, weniger oft EADS-Produkte durch die BMVg-Kreise, Bedarfdecker und die Beschaffungsmannschaft zu schicken und genau dort einen “Sensenmann” in voller “Breite” ausgrasen zulassen, um derart das Volumen für die erforderliche “Tiefe” zu schaffen.

    Das Beispiel T€uroHawK ist der beste Beweis eines seit Jahrzehnten in voller “Breite” des BMVg samt (fast) aller Fraktionen der Legislative sowie einer ganzen “Kalifenarmee” an Lobbyisten erfassenden und praktizierten Dilettantismus und einer in der “Tiefe” schmerzlichen “Geschaftelhuberei” mit dem Ergebnis, ausser hunderten Millionen an Spesen, nichts gewesen!

    Entschuldigung, aber beim T€uroHawk wurde doch seit 2000 – SIGINT vielleicht mal abgesehen – nur “Bullshit” verzapft und per geduldigen sowie gegenseitigen geklauten sowie möglichts blauen – bzw. blauäugigen – PPT-Präsentationen propagiert.

    Zu meiner aktiven Zeit sagte man, der Warschauer-Pakt bricht im ersten Tagesziel die Lüneburger Heide, das Fulda-Gap und steht im Ungarischen Flankenheinrich in Niederbayern, nimmt im zweiten Tagesziel die Linie Bodensee, Rhein und Hamburg,
    Bleibt aber im Chaos der eigenen Mängel z.B. zwischen Chemnitz und Zwickau stehen.

    Aber wehe, wenn nur ein einziger feindlicher Luftlander durchkommt und den Deutschen den Prokischreiber sowie den Amis die Kaffemaschiene klaut, dann hat die NATO den Krieg verloren!

    Ist es Heute besser, auch wenn es keinen kalten Krieg mehr gibt und sich die Einsatzszenarien international verlagert haben?

  • SchmidtM   |   02. Juni 2013 - 0:31

    @Ben

    Im erneuten Versuch für etwas Sachlichkeit zu sorgen folgender Hinweis. Bisher, und auf absehbare Zeit, verfügt meines Wissens nur die Firma Northrop Grumman über die Möglichkeit (Hardware und Software) einen Flugplan für Global/Eurohawk zu erstellen, zu berechnen und durch Simulation zu verifizieren.

    Wann, wie oft und mit welchem Auftrag ein solcher Flugplan mit einem Eurohawk geflogen wird ist dann eine rein nationale Entscheidung.

    Auf Grund der überschaubaren Anzahl an zu erwartenden Flugplänen eine zumindest Finanziell vertretbare Entscheidung.

  • Sailor1995   |   02. Juni 2013 - 6:55

    Slightly OT aber interessant: auf BMVg.de/Pressemitteilungen 2013 sagt Google Chrome “Das Sicherheitszertifikat der Webseite ist nicht vertrauenswürdig!”, und das der Browser dem Aussteller, BMVg, nicht vertraut.
    Ist das nicht herrlich?

  • Vtg-Amtmann   |   02. Juni 2013 - 7:48

    @SchmidtM: Können Sie bitte mal erklären, welchen “sittlichen Nährwert” bzw. Zweck das Ihrerseits in Kauf zu nehmende Procedere (Zitat: “Auf Grund der überschaubaren Anzahl an zu erwartenden Flugplänen eine zumindest finanziell vertretbare Entscheidung”) für einen durch Deutschland bzw. die Bundeswehr souveränen Betrieb des T€uroHawk und dessen originären Zweck – nämlich Aufklärung – beinhalten soll?

    Selbst weitere Erprobungsflüge und deren Ergebnisse zwecks zukünftigen Einsatz der SIGINT-Aufklärungssensorik auf einer anderen und vor allem geeigneteren Plattform, gehen die Amis eine “feuchten Kerricht” an!

    Der T€uroHawk “GAF 9901″ samt Hoheitsabzeichen ist – wenn auch nur auch nur mit einer VVZ derzeit zugelassen – ein Deutsches Militärflugzeug und solche dürfen nur von VLF mit entsprechend deutschen MFS bzw. deutscherseits anerkannten Militär-Luftfahrzeug-Führern (mit MFS) geflogen werden. D.h. Die Ami-Piloten müssten alle als VLF entsprechende Lizenzen haben? Und Flugpläne an das AFSBw bzw. die DFS bzw. EUROCONTROL sind von VLF aufzugeben. Damit Basta!

    Sie und auch General Müllner sollten sich da Mal an das Motto des 9. Aufklärungsgeschwaders in Jagel erinnern: „In God we trust, everyone else we monitor“ – “Wir vertrauen Gott, alle anderen überwachen wir”.

    Satz mit “x”, war wohl nix!

  • Vtg-Amtmann   |   02. Juni 2013 - 8:12

    P.S. Ein exzellenter Kommentar und/oder doch ein Fall für die Staatsanwaltschaft?
    Man siehe: „Geolitico; Verteidigungspolitik Juni 02, 2013: “Euro-Hawk” klärt über den Verfall des Parlamentarismus auf“ von Günther Lachmann.
    :

  • Jupiter   |   02. Juni 2013 - 12:07

    @Vtg-Amtmann
    Prinzipiell Zustimmung. Das grundsätzliche Problem – und da ist EADS nicht alleine – ist, dass es generell kaum Wettbewerb gibt (und wenn: siehe EAGLE). Das Übel: Die Forderungen werden mit Hilfe eines Anbieters entsprechend “gestellt”. So war es ja letztlich auch bei EH: Forderungen nach Sensorik und Einsatzdauer machten damals alternative Lösungen indiskutabel. Und da können noch soviele CPMs etwas anderes verlangen.
    Und wie ernst der Bedarfsträger seine Forderungen nimmt, sieht man an der jetzigen Diskussion. Man redet nun von Kampfdohnen (was sollen die kosten?) statt erst einmal eine Lösung für die Aufklärungsfähigkeit zu bepreisen. Aber auch das ist nicht neu: Seit einem halben Jahrhundert spricht der Fü S von Priorität für Aufklärung. Und das Ergebnis?
    Aber schließlich ist diese Haltung nicht auf DEU beschränkt. Die Nato hat mehr als 20 Jahre gebraucht, um sich auf eine AGS-Lösung zu verständigen. Ob die technisch und zu den vereinbarten Kosten überhaupt machbar ist, bleibt nach den aktuellen Erkenntnissen abzuwarten.

  • Elahan   |   02. Juni 2013 - 14:24

    Und das soll dann alles billiger und einsatztauglicher sein als eine hoch flexible Tornadostaffel mit 6 Lfz im Einsatz.

    Die Tornados wurden nicht aus AFG abgezogen weil man sie nicht benötigte, sondern weil die 250 Mann Personal der Politik zuviel waren.

    95% Prozent (oder mehr) der geforderten Fähikeiten einer luftgestützten Plattform kann der Tornado stellen und selbst 24h Stehzeit können durch Abwechseln abgedeckt werden, nur diese Fähigkeit benötigt, außer zur Aufklärung keiner und dafür haben wir genügend Drohnen im Einsatz.

  • SchmidtM   |   02. Juni 2013 - 20:54

    @Vtg-Amtmann
    “Satz mit x, war wohl nix” Wirklich? Wenn Sie auf diesem Niveau bleiben wollen, erübrigen sich zukünftige Kommentare von meiner Seite.

    Die Erinnerung von General Müllner überlasse ich lieber General Schelzig, denn der hat dieses Motto bei der Graduierung der 11 EuroHawk Piloten auf der Beale AFB im Dezember 2011 genutzt.

    Was meine ich mit Flugplan. Der Eurohawk fliegt seinen vorprogrammierten Flugplan ab und im Idealfall macht der Pilot den Funk und ist sonst nur als Überwacher tätig. Ein Flugplan wird, nachdem die Flugstrecke und die sonstigen Systemeinstellungen festgelegt wurden, in einer Planungssofwtware erstellt. Dabei müssen die entsprechenden “what if’s”berücksichtigt werden. Z.B. Punkt 287 auf dem Flugplan ist der level off auf der geplanten Einsatzhöhe. Dort muss also festgelegt werden, dass dieser level off ausgeführt wird und dann auf die Reisegeschwindigkeit beschleunigt wird. Dazu gehört natürlich auch ein Kurs, etc. Weiterhin müssen die what if’s geregelt werden. Also was passiert beim Ausfall der Satellitenverbindung, z.B. Holding, weiter Beschleunigen und Holding bei Erreichen einer bestimmten Geschwindigkeit, Weiterflug wie geplant, Rücker zum Ausgangsplatz. Zu welchem Fluplatz wird geflogen wenn das Triebwerk ausfällt, und und und. Nachdem dieser Flugplan erstellt ist muss er mit einer Simulation überprüft werden. Wenn Sie eine bessere, bzw. die beim EuroHawk verwendete, Bezeichnung als “Flugplan” kennen, werde ich die gerne in Zukunft benutzen.

    Die Sache mit dem MFS kann jetzt so Schlimm nicht sein, denn es gibt ja genug Austauschpiloten, inklusive deutscher Piloten in Amerika und amerikanischer Piloten in Deutschland. Ich habe sogar mal einen Amerikaner getroffen, der offiziell die deutsche Pilotenschwinge erworben hat. Weiterhin fand z.B der Erstflug des Eurofighter 98+07 durch Chris Worning statt, einem Dänen. Meines Wissens hat er auch lange Zeit die Erstflüge der deutschen Eurofighter gemacht. Die Zahl der “Ami-Piloten” die den EuroHawk fliegen, dürfte auch recht überschaubar sein. Ich sehe also trotz des resoluten “Basta” immer noch keine Problem bei der Durchführung der “Erprobungsflüge” des Prototypen.

    Bisher ist, und auch hier lasse ich mich gerne Belehren, die Beschaffung der Einsatzmuster noch nicht erfolgt. Die “scharfen” Einsätze stehen also noch lange nicht an. Wieso die Beschaffung der nötigen Hardware und Software einen “Flugplan” selbst erstellen zu können nun dringend nötig ist um die Erprobung durchzuführen erschließt sich mir nicht. Möchte nicht wissen was hier gemotzt werden würde wenn das “für teures Geld” auch noch “völlig umsonst” beschafft worden wäre.