Ehrenhaine aus dem Einsatz kommen nach Potsdam

Die Ehrenhaine aus den Einsatzländern der Bundeswehr für die im Auslandseinsatz gefallenen deutschen Soldaten werden künftig im Einsatzführungskommando in Geltow bei Potsdam ihren letzten Platz finden. Inzwischen sei entschieden, dass auf dem Gelände des Kommandos eine solche Gedenkstätte für die im Einsatz Tode gekommenen Soldatinnen und Soldaten errichtet werde, sagte heute der stellvertretende Befehlshaber, Konteradmiral Rainer Brinkmann.

Nach Brinkmanns Angaben soll der Ehrenhain in Potsdam Ende 2014 eingeweiht werden. Die Gedenkstätten aus bereits aufgegebenen Bundeswehrcamps wie zum Beispiel Faizabad in der afghanischen Provinz Badakshan sind derzeit eingelagert, im Laufe dieses Jahres werden mit Aufgabe des Observation Point (OP) North und des Feldlagers Kundus in Afghanistan weitere Ehrenhaine nach Deutschland gebracht.

(Foto: Der Ehrenhain im Camp Marmal bei Masar-i-Scharif in Afghanistan – Bundeswehr/Andrea Bienert via Flickr unter CC-BY-ND-Lizenz)

30 Kommentare zu „Ehrenhaine aus dem Einsatz kommen nach Potsdam“

  • Voodoo   |   29. Mai 2013 - 17:49

    Und heute dachte ich noch daran, dass sie vor dem Bundestag plaziert werden sollten, damit die Verantwortlichen immer an ihre Verantwortung erinnert werden und ein z_e_n_t_r_a_l_e_r Erinnerungsort geschaffen wird. Unglaublich, wie man hierzulande solche Gelegenheiten verballert; siehe das Ungetüm im Bendler-Block, bei dem Angehörige auch mal Stunden warten müssen, bis der Name des Sohnes oder der Tochter erscheint.

    Dabei schaue ich neidisch Richtung D.C., wo das Vietnam War Memorial von beiden Seiten (Veteranen UND Kriegsgegnern!) geachtet und respektiert wird uns als Anlaufpunkt, z.B. für Kundgebungen genutzt wird. Mal abgesehen vom genialen Aspekt der reflektierenden Wände.

    Wir haben dann bald Potsdam – am Arsch der Welt.

  • politisch inkorrekt   |   29. Mai 2013 - 18:07

    Es ist ja nicht mal Potsdam. Es ist Geltow. Und dann noch in einer geschlossenen militärischen Anlage. Der ganze Einsatz in Afghanistan ist mit all seinen opfern in 10 Jahren nur noch eine Fußnote der Geschichte. Wie Somalia, Bosnien usw.

    Wir können es nicht. Schande.

    pi

  • Happy Pepe   |   29. Mai 2013 - 18:43

    Das ist so, wie wenn man seine Katze im Garten verscharrt!

  • Someone   |   29. Mai 2013 - 19:28

    In Deutschland ließe sich so etwas aber auch nur dann so öffentlich exponiert aufstellen, wenn permanent Sicherheitskräfte vor Ort wären, die die Ehrenhaine 24/7 vor Vandalismus, gerade aus dem linken Lager, schützen würden.

  • chickenhawk   |   29. Mai 2013 - 19:31

    Ich fürchte, die traurige Wahrheit ist: Man muss diese Gedenkstätten in Deutschland vor Vandalismus schützen und deswegen einen für die Öffentlichkeit nicht zugänglichen Ort auswählen.

    Edit:

    @ Someone

    Da hat sich mein Beitrag mit Ihrem überschnitten.

  • Voodoo   |   29. Mai 2013 - 19:55

    Und damit unterwirft man sich dann dem verwirrten Irrglauben einiger weniger, kaputten Individuen?

  • Thomsen   |   29. Mai 2013 - 19:57

    Tun wir das nicht permanent?

  • Voodoo   |   29. Mai 2013 - 20:07

    Hmpf, touché… Ich dachte, dass es bei diesem Thema wenigstens anders wäre…

  • LTC007   |   29. Mai 2013 - 20:29

    ich fürchte leider auch, dass die “sicherheit” der anlage über den bekloppten standort entschieden hat. als uniformträger auf offener strasse in berlin zu laufen, kann ja schon gefährlich sein. und party-wowi schert sich einen scheiss um diese ungeheuerlichkeit. die ehrenhaine in berlin wären sicher permanenter beschädigung ausgesetzt. schon schwer erträglich für soldaten. was für ein krankes system verteidigen wir?

  • Ghost Bear   |   29. Mai 2013 - 22:29

    Wenn man seine Offiziere konsequent zu Risikoaversem Verhalten erzieht, dann kommen halt solch wahnwitzige Entscheidungen dabei heraus. Wobei ich ohnehin bezweifle das die militärische Führung hierbei mehr als einen beratenden Anteil hatte, Entscheidungen solcher Tragweite werden doch von der politischen/zivilen “Führung des Hauses” getroffen. Welches Interesse sollten diese Menschen haben, sich ein solches Denkmal vor Ihren Arbeitsplatz, bzw. mitten in die Öffentlichkeit zu stellen?

    Bzgl. der Vandalismusgefahr, warum Sicherheitskräfte? Wäre es nicht eine Idee, das Denkmal einfach per Video zu Überwachen und die Aufnahmen eines möglichen Vandalismus dann jedesmal in der Tagesschau zu präsentieren. Dann könnte sich die Öffentlichkeit wenigstens selbst ein Bild dieser Subjekte und Ihrer Handlungen machen. Ich bin sicher es gäbe entsprechende “Reaktionen” und wenn nicht, dann Wissen wir Soldaten zumindest woran wir sind.
    Bei einem 33 Mrd. Haushalt sollte es auch kein Problem sein, die Schäden immer und immer wieder innerhalb eines Tages zu entfernen.

  • Voodoo   |   29. Mai 2013 - 22:45

    Schön gesagt – aber so weiß man als Soldat bei solchen Entscheidungen sofort wieder, wo man steht bzw. welchen Stellenwert man hat :-) AdW oder Ehrenbreitstein, hauptsache weit weg von den Volksvertretern.

  • Heiko Kamann   |   29. Mai 2013 - 22:45

    Ghost Bear | 29. Mai 2013 – 22:29

    Grundsätzlich befürworte ich die Plazierung in den öffentlichen Raum; die Vandalismusgefahr würde ich als eher gering einschätzen, wenn der Sinn der Ehrenhaine erkennbar ist.
    Videoüberwachung ist keine gute Idee; es gibt viele Denkmale/Denkzeichen an denen anonym gedacht wird; auch durch Blumen- oder Kranzgruß … das sollte dann auch anonym möglich sein …
    Ich wohne unweit der Eilenriede (größter Stadtwald in Europa) in Hannover; hier befinden sich sehr viele militärische Denkmale und Ehrenzeichen aus den verschiedenen Jahrhunderten; keines geschändet oder beschädigt, aber viele mit frischen Blumen … so, give it a try!

  • Voodoo   |   29. Mai 2013 - 22:47

    Signed. Einfach mal Mut beweisen und ein Zeichen setzen – wie gesagt, in Washington, D.C. hat es auch geklappt, beide Seiten zumindest an diesem Ort friedlich zu vereinen.

  • Maggus   |   30. Mai 2013 - 0:06

    Diese Ehrenhaine ermöglichen wenigstens ein würdiges Gedenken, gestaltet von Soldaten für Soldaten. Schlicht und angemessen. Im Gegensatz zu diesem Betonklotz in Berlin, wo man nicht mal ein Eisernes Kreuz, Eichenlaub oder was weiß ich für nötig hielt. Ist das die Tradition der Bundeswehr? Keine zu haben?

  • Auchmal   |   30. Mai 2013 - 0:25

    Also ich finde dieses typische reflexhafte Aufkochen gegen die “pösen, pösen links-grünen Chaoten” denen Deutschland sich “permanent unterordnet” nur langweilig.

    Das Holocaust-Mahnmal wurde auch oft genug geschändet., auch wenn der Vergleich dimensional etwas hinkt.

    Man kann den Platz vor dem Bundestag auch in ein Atommüllzwischenlager umwandeln, um die Abgeordneten an ihre Verantwortung zu erinnern.

    Oder ein Altenpflegeheim.
    Oder eine Schweinemastanlage.
    Oder eine Erdölraffinerie.
    Oder ein Asylbewerberheim.

    Solange kein großer vaterländischer Krieg nur Partikularinteresse. Und das ist gar nicht mal schlecht so.

  • Memoria   |   30. Mai 2013 - 5:53

    @Voodoo:
    Volksvertreter haben sich damals vehement für ein Ehrenmal am Parlament ausgesprochen – das BMVg hatte dann den Bendler-Block ausgewählt.
    Also bitte keine Legendenbildung à la die “pösen” und feigen Abgeordneten verstecken Ehrenmale.

  • Elahan   |   30. Mai 2013 - 8:19

    Wäre es so schlecht, wenn dieses Denkmal vor dem Reichstag und dem Kanzleramt dann auch von Soldaten bewacht würde?

  • Happy Pepe   |   30. Mai 2013 - 9:37

    @Elahan: Das was man in der Welt dergleichen sieht, ist keine Bewachung, sondern eine militärische Ehrenbezeugung für die Gefallenen!!!
    Das geht in Deutschland garnicht.
    Dafür fehlt die “Traute”. Es könnte ja nach außen einen militanten Eindruck hinterlassen.

  • BausC   |   30. Mai 2013 - 10:06

    Wenn der Minister verstehen will, was mit Anerkennung gemeint ist, dann beschreibt es diese Posse recht genau. Es geht nicht darum den ganzen Tag zu hören:”Hast du toll gemacht”. Wenn der Minister bzw. die Regierung sich eine Rüge einfangen soll, weil nicht innerhalb einer Woche zum EH geantwortet wurde und die Mißachtung des Parlamentes anführt, was währe dann die entsprechende Maßnahme für die Mißachtung der Parlamentsarmee durch den gesamten Bundestag?

  • LuckyLuke1   |   30. Mai 2013 - 10:08

    Die “Ehrenhaine aus dem Einsatz” sind aber gar kein ‘zentrales’ Denkmal – das ergibt sich schon aus der Anzahl, es sind nämlich mehrere von verschiedenen Orten – und werden auch immer mehr werden. Und ‘öffentlich’ sind sie auch nicht, handelt es sich doch im interne Gedächtnisstätten der Soldaten an den jeweiligen Einsatzorten.
    Das Thema eignet sich also nicht für eine Diskussion über eine solche zentrale öffentliche Gedächtnisstätte.
    Der Zugang für Soldaten, Veteranen und Angehörige dürfte sich regeln lassen.

  • Elahan   |   30. Mai 2013 - 10:40

    @Happy Pepe

    Deshalb schrieb ich bewachen ;-)

  • FNU SNU   |   30. Mai 2013 - 10:41

    Wo ist eigentlich der Ehrenhain aus dem Feldlager Rajlovac hin verschwunden?

    Da standen ja doch einige DEU Namen drauf….

  • Happy Pepe   |   30. Mai 2013 - 11:08

    @Elahan: Licht ist aufgegangen :-)

  • Frank   |   30. Mai 2013 - 11:52

    Das Ehrenhaine für Gefallene Afghanistan Veteranen nach dem Einsatz nach Deutschland gebracht wird ist gut. Und das diese für die Interne Trauer genutzt werden auch. Was aber fehlt ist weiterhin eine öffentliche Zentrale Gedenkstätte und Mahnmal für die Gefallenen der Armee des freiheitlichtesten , demokratischsten und brüderlichtesten Deutschlandes das es je Gab, dort wo man es nicht übersehen kann, und ja der Brendler Block ist historisch bedeutsam. Allerdings ist er weder zentral noch öffentlicher Raum, sondern das Verteidigungsministerium. Wer soll dort Trauern, wer soll dort den Soldaten Ehre erweise? Wer soll erinnert werden? Kurz um, wer um Gottes willen läuft dort hin. Was für eine städtebauliche Qualität prädestiniert einen solch bedeutsamen Ort vom seinem Sinn als Mahnmal her,den eines Solchen Gebäudes zu Materialisieren hat wenn man es in einen Hinterhof platziert.

    Und zum Thema Vandalismus, in Berlin gibt es zufälliger weise ca 1200 Truppen Gardesoldaten, von denen kann man sicher ein paar Mann als permanente Ehrenwache Abkommandieren. Das wäre mal ein Statement was wahrnehmbar ist. Ein wirklich substanzieller Beitrag von Seiten der Volksvertreter zur gesellschaftlichen Diskussion über Soldaten in Deutschland. Und auch wahrscheinlich einer der Wenigen die Mann als Regierung in einem demokratischen Land überhaupt machen kann.

  • Politikverdruss   |   30. Mai 2013 - 14:27

    Kritik an dem Standort des Ehrenmals der Bundeswehr ist in erster Linie von der FDP ausgegangen. http://www.tagesspiegel.de/politik/deutschland/soldaten-gedenken-fdp-fordert-planungsstopp-fuer-bundeswehr-ehrenmal/868792.html

    Aber auch aus anderen Parteien(z.B. Nachtweih/Rühe) wurde damals Kritik laut. Mittlerweile muss man sich aber als Soldat fragen, ob derartige Gedenkstätten in einer überwiegend pazifistischen Gesellschaft noch angebracht sind. In Hamburg wird z.B. darüber nachgedacht, das 76-Denkmal am Dammtor als Deserteurs-Denkmal umzugestalten.

    Bei dieser „Entwicklung“ der Erinnerungskultur halte ich es aus soldatischer Sicht für angebracht, über einen Verzicht auf öffentliche Erinnerung nachzudenken. Man würde der „Gesellschaft“ dann keine Heuchelei mehr abnötigen und müsste auch keine Umdeutungen hinnehmen, die mit dem soldatischen Selbstverständnis kaum in Einklang zu bringen sind.

  • Someone   |   30. Mai 2013 - 15:58

    Heiko Kamann | 29. Mai 2013 – 22:45

    Grundsätzlich befürworte ich die Plazierung in den öffentlichen Raum; die Vandalismusgefahr würde ich als eher gering einschätzen, wenn der Sinn der Ehrenhaine erkennbar ist.

    Aus Erfahrung sehe ich das gerade in Berlin und mit Bw-Bezug deutlich anders.

    Ich wohne unweit der Eilenriede (größter Stadtwald in Europa) in Hannover; hier befinden sich sehr viele militärische Denkmale und Ehrenzeichen aus den verschiedenen Jahrhunderten; keines geschändet oder beschädigt, aber viele mit frischen Blumen…

    1. Befindet sich da aber m.W.n. keines aus bzw. mit Bezug zum 2. Weltkrieg bzw. der Bundeswehr,
    2. ist die Eilenriede verdammt groß, selbst mit Beschränkung auf den Bereich zwischen Zoo-Viertel und List,
    3. sind das etwas bessere Gegenden und
    4. das vandalistische linke Pack befindet sich vornehmlich im Bereich Nordstadt und Linden, als klassischen Studentenvierteln und der Nähe zur Uni, und daher empfehle ich
    5. mal einen Blick zum Denkmal für die 78. Reserve-Division beim Georgengarten nähe Uni, das wird nämlich regelmäßig beschmiert und/oder beschädigt.

    @ Elahan | 30. Mai 2013 – 8:19

    Wäre es so schlecht, wenn dieses Denkmal vor dem Reichstag und dem Kanzleramt dann auch von Soldaten bewacht würde?

    Ich bezweifle, dass die Rechtsprechung hier zustimmen würde, dass § 9 Nr. 1 UZwGBw zutrifft; gerade in Berlin.

    @ Frank | 30. Mai 2013 – 11:52

    Wir kriegen es nicht einmal hin, dass die Neue Wache in Berlin, historisch prädestiniert für das Andenken an deutsche Soldaten, auch zu derem Gedenken zumindest mit genutzt wird bzw. da eine permanente Ehrenwache des WachBtl steht.

  • Heiko Kamann   |   30. Mai 2013 - 22:13

    Someone | 30. Mai 2013 – 15:58
    Ihre Sicht der Dinge muss man ja nicht teilen; in Linden wohnen Menschen … kein Pack!
    Argumentationen auf diesem Niveau sind sehr fragwürdig.
    Ich habe lange in Berlin gewohnt und auch dort andere Erfahrungen gemacht. Man muss halt mit den Leuten reden und sich nicht hinter “Wachhäuschen” verstecken.

  • Someone   |   30. Mai 2013 - 22:43

    @ Heiko Kamann | 30. Mai 2013 – 22:13

    Da Sie ja gerne lesen, was Sie dort erkennen möchten, stelle ich das noch einmal für Sie um:
    Die Personengruppe, die für Vandalismus und Co auf Grund ihrer politischen Einstellung prädestiniert ist (von mir kurz als vandalistisches linkes Pack bezeichnet), findet sich eher in Linden und in der Nordstadt, wie z.B. die aus dem politisch-linken Lager verübten Beschädigungen des Denn’s Biomarkt in der Limmerstraße belegen.
    In Linden wohnen als Personen und einige davon sind Pack.

    Ich habe lange in Berlin gewohnt und auch dort andere Erfahrungen gemacht. Man muss halt mit den Leuten reden und sich nicht hinter “Wachhäuschen” verstecken.

    Ich habe mich nicht versteckt, ich war mehrfach ganz offen in Uniform auf der Straße, dem Bahnhof als Soldat erkennbar und jedes Mal haben Personen aus dem linken Spektrum die Uniform als Anlass genommen, ihren Unmut über ihre eigenen Unfähigkeiten zu postulieren. Es war fast immer zur Zeit des Gelöbnisses in Berlin.

  • T.Wiegold   |   30. Mai 2013 - 23:00

    Wollen sich die Herren über Hannover gerne direkt austauschen, soll ich die Mailadressen vermitteln? (sorry, das wird jetzt wirlich ziemlich OT, und die Wortwahl finde ich auch nicht so prickelnd.)

  • cosmo   |   31. Mai 2013 - 20:01

    Ich schaue gerade im Feldlager auf einen Gerdenkstein, ein paar Bäume werfen Schatten, etwas Wiese, auf dem Stein die Namen der Gefallenen…

    Es muss kein Bendler-Block und auch nicht Ehrenbreitstein sein…nur ein ruhiger Ort an dem man seine Gedanken schweifen lassen kann…

    Ich brauche keine Sprüche von Politikern oder den EinsFüKdo-Fuzzi’s….