“Kein Grund, an der Zuverlässigkeit der Afghanen zu zweifeln”

Nach dem Gefecht am 4. Mai in der nordafghanischen Provinz Baghlan, bei dem ein deutscher Soldat des Kommandos Spezialkräfte gefallen war, sieht die Bundeswehr keinen Anlass zum Misstrauen gegenüber afghanischen Sicherheitskräften. Wir haben keinen Grund, an der Zuverlässigkeit und am Kampfeswillen der Afghanen zu zweifeln, sagte der stellvertretende Befehlshaber des Bundeswehr-Einsatzführungskommandos, Konteradmiral Rainer Brinkmann, am Mittwoch in Potsdam. Brinkmann bestätigte zugleich im Grunde Berichte über den Ablauf des Gefechts, wies aber die Einschätzung zurück, die beteiligten afghanischen Polizisten hätten dabei die Flucht ergriffen und die deutschen Soldaten im Stich gelassen. weiterlesen

RC N Watch: Neue Statistik, mehr Zwischenfälle im Norden (Zusammenfassung, mehr Einzelheiten)

Während am (heutigen) Mittwoch in Afghanistan (erstmals?) das Internationale Komitee vom Roten Kreuz angegriffen wurde (was das ICRC inzwischen bestätigt hat), muss die Bundeswehr ihre Angaben zu den so genannten sicherheitsrelevanten Zwischenfällen im Norden des Landes deutlich nach oben korrigieren. Nach Angaben des Einsatzführungskommandos wurden im vergangenen Jahr 1.228 dieser incidents registriert – knapp ein Viertel mehr als die bislang zu Grunde gelegten 1.009. Auch im Jahr 2011 waren es mit 987 deutlich mehr als die zuvor erfassten 900 Zwischenfälle. Allerdings ist der Norden Afghanistans unverändert deutlich weniger von Angriffen Aufständischer betroffen: Im ganzen Land wurden nach Angaben des stellvertretenden Befehlshabers des Einsatzführungskommandos, Konteradmiral Rainer Brinkmann, laut ebenfalls überarbeiteter ISAF-Statistik im vergangenen Jahr 31.182 sicherheitsrelevante Zwischenfälle verzeichnet. weiterlesen

Ehrenhaine aus dem Einsatz kommen nach Potsdam

Die Ehrenhaine aus den Einsatzländern der Bundeswehr für die im Auslandseinsatz gefallenen deutschen Soldaten werden künftig im Einsatzführungskommando in Geltow bei Potsdam ihren letzten Platz finden. Inzwischen sei entschieden, dass auf dem Gelände des Kommandos eine solche Gedenkstätte für die im Einsatz Tode gekommenen Soldatinnen und Soldaten errichtet werde, sagte heute der stellvertretende Befehlshaber, Konteradmiral Rainer Brinkmann.

Nach Brinkmanns Angaben soll der Ehrenhain in Potsdam Ende 2014 eingeweiht werden. Die Gedenkstätten aus bereits aufgegebenen Bundeswehrcamps wie zum Beispiel Faizabad in der afghanischen Provinz Badakshan sind derzeit eingelagert, im Laufe dieses Jahres werden mit Aufgabe des Observation Point (OP) North und des Feldlagers Kundus in Afghanistan weitere Ehrenhaine nach Deutschland gebracht.

(Foto: Der Ehrenhain im Camp Marmal bei Masar-i-Scharif in Afghanistan – Bundeswehr/Andrea Bienert via Flickr unter CC-BY-ND-Lizenz)

RC N Watch: Ein Viertel mehr Zwischenfälle als bisher berichtet

Im Norden Afghanistans hat es im vergangenen Jahr fast ein Viertel mehr sicherheitsrelevante Zwischenfälle, also Angriffe von Aufständischen, gegeben als  bislang öffentlich bekannt. Auch im Jahr 2011 habe die Zahl höher gelegen als bisher angegeben. Das habe eine Auswertung der Berichte ergeben, die auch Angriffe auf afghanische Sicherheitskräfte mit einbeziehe, sagte der stellvertretende Befehlshaber des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr, Konteradmiral Rainer Brinkmann, am Mittwoch in Potsdam.

Nach Angaben des Einsatzführungskommandos wurden nunmehr im vergangenen Jahr im Bereich des Regionakommandos Nord 1.228 dieser sicherheitsrelevanten Zwischenfälle registriert, bislang war die Statistik von 1.009 ausgegangen. Im Jahr 2011 seien es 987 gewesen, bisherige Zahl 900. Insgesamt seien nach der bereinigten Statistik auch der Schutztruppe ISAF landesweit im vergangenen Jahr 31.200 dieser incidents berichtet worden.

Anfang des Jahres hatten sowohl die Bundeswehr als auch ISAF ihre bisherigen Statistiken zurückgezogen. Als Grund wurde die unvollständige Berücksichtigung des Green reporting, der Mitteilungen über Angriffe auf afghanische Sicherheitskräfte genannt.

(Ausführliche Zusammenfassung folgt später, dann auch zu Brinkmanns Aussagen zur Berichterstattung über die Vorfälle am 4. Mai)

 

 

DroneWatch: Die (militärischen) Drohnenpläne der Bundesregierung

MQ-9 Reaper UAV

Die Pläne der Bundesregierung für die Beschaffung und den Einsatz – militärischer – Drohnen sind seit zwei Wochen in Details immer mal wieder veröffentlicht worden – unter Berufung auf den Entwurf (!) einer Antwort der Regierung auf eine entsprechende Große Anfrage der SPD-Opposition im Bundestag. Jetzt hat das Kabinett diese Antwort verabschiedet, und damit ist das über den Bereich der Spekulation hinaus.

(Die Zahl von 16 geplanten Drohnen, zur Beobachtung und möglicherweise auch bewaffnet, ist übrigens bereits seit dem 8. Mai offiziell und nicht erst mit dieser Antwort – die steht nämlich bereits im Bericht des Verteidigungsministeriums zur Neuausrichtung der Bundeswehr, siehe die entsprechende Tabelle mit der Zahl von 16 Maschinen für SAATEG – System für die Abbildende Aufklärung in der Tiefe des Einsatzgebiets – in diesem Beitrag.)

Hier zum Nachlesen die ganze Antwort der Bundesregierung auf die SPD-Anfrage:

BuRe_Antwort SPD-Drohnenanfrage

 

(Foto: MQ-9 Reaper UAV – U.S. Air Force Photo / Lt. Col. Leslie Pratt via Wikimedia Commons)