Bis nächstes Jahr!

Für dieses Jahr, finde (und hoffe) ich, habe ich genug geschrieben…

Ich wünsche allen Lesern von Augen geradeaus! einen Jahresausklang nach Wunsch und einen guten Start ins Jahr 2013. Und vor allem denen im Einsatz einen friedlichen Jahreswechsel.

Bis nächstes Jahr…

Dank U wel, Natalie

Natalie Righton bei der Recherche in Kundus (Foto © Ton Koene)

Zum Jahresende hat die niederländische Journalistenkollegin Natalie Righton nach drei Jahren ihre Arbeit als Korrespondentin in Afghanistan beendet. Ihre Zeit am Hindukusch, so resümiert sie in einem Rückblick auf ihre Tätigkeit im Volkskrant, sei doppelt so schnell verflogen wie in den Niederlanden (die Google-Übersetzung hier).

Eigentlich außer für ein paar Insider nicht weiter von Bedeutung – aber warum ich das dennoch aufgreife: Zum einen finde ich es schon bemerkenswert, dass es in Afghanistan mehrere niederländische Reporter/Fotografen gab und gibt, die teilweise seit Jahren vom Hindukusch berichten – während es die ungleich zahlreichereren, größeren und finanzkräftigeren deutschen Medien bislang (will sagen: seit etwa zehn Jahren) nicht für nötig halten, einen deutschen/deutschsprachigen Korrespondenten in Kabul oder einer anderen Stadt Afghanistans zu stationieren. Obwohl Deutschland der drittgrößte Truppensteller der ISAF-Mission ist. Und die Niederlande mittlerweile nur noch mit einer vergleichsweise kleinen Polizeiausbildungsmission  und ein paar F-16-Kampfflugzeugen im Norden Afghanistans präsent sind.

Zum anderen aber: Natalie Rightons Berichte und vor allem ihr Twitter-Stream hat mir oft wertvolle Hinweise auf Ereignisse und Entwicklungen vor allem in Kundus gegeben. Auf dem Weg habe ich bisweilen von Ereignissen im Norden Afghanistans erfahren, lange bevor sie auf anderen Wegen in Deutschland ankamen.

Vor allem dafür: Dank U wel, Natalie.

(Für April hat sie ein Buch über ihre Zeit als Korrespondentin angekündigt. Da, fürchte ich, wird für mich allerdings eine Sprachbarriere bestehen…

 

Mali: So groß wie Afghanistan, nur schlimmer?

Touareg-Kämpfer im Norden Malis (Foto: Magharebia via flickr unter CC-BY-Lizenz)

Das Thema Mali und ein möglicher (Ausbildungs)Einsatz europäischer und damit auch deutscher Truppen in dem afrikanischen Land ist in der öffentlichen Wahrnehmung wieder weit nach hinten gerückt.

Zur Erinnerung und als Lesestoff ein ausführlicher Bericht von Associated Press zum Norden Malis, der unter der Kontrolle islamistischer Milizen und, so die Berichte, von Al-Kaida steht: Al-Qaida carves out own country in Mali:

Northern Mali is now the biggest territory held by al-Qaida and its allies. And as the world hesitates, delaying a military intervention, the extremists who seized control of the area earlier this year are preparing for a war they boast will be worse than the decade-old struggle in Afghanistan.
„Al-Qaida never owned Afghanistan,“ said former United Nations diplomat Robert Fowler, a Canadian kidnapped and held for 130 days by al-Qaida’s local chapter, whose fighters now control the main cities in the north. „They do own northern Mali.“

Das Gebiet im Norden Malis, das nicht mehr von der Regierung in Bamako kontrolliert wird, ist ziemlich genau so groß wie Afghanistan. Nur geographisch noch ein bisschen schwieriger.

 

Deutsche Marine stellt erneut Geleitschutz für US-Flugzeugträger

Der US-Flugzeugträger Harry S. Truman (Foto: Jennifer Lodge/ www.defenceimages.mod.uk/© Crown Copyright/via flickr unter CC-BY-NC-ND-Lizenz)

Das wird eines der spannendsten Vorhaben der Deutschen Marine im neuen Jahr: Die Fregatte Hamburg läuft am 3. Januar zu zu gemeinsamen Übungen mit einem Flugzeugträgerverband der U.S. Navy aus. Die Manöver vor der amerikanischen Ostküste sind politisch problemlos, interessant wird es dann im Februar:

Im weiteren Einsatzzeitraum ist auch eine Passage des Suezkanals vorgesehen, um an gemeinsamen Übungen im Arabischen Meer teilzunehmen. Die Fregatte „Hamburg“ wird im Rahmen ihres knapp sechsmonatigen Seefahrtvorhabens fester Bestandteil des Flugzeugträgerverbandes sein. Die Aufgabe besteht darin, das Zusammenspiel der Schiffe bei der Abwehr möglicher Gefahren aus dem Luftraum zu üben.

Im Arabischen Meer, ziemlich nahe dran an der Straße von Hormus und dem Iran. Spannend wird es, falls der Trägerverband eine ernsthafte Rolle in dieser Krisenregion bekommt und die Hamburg, die die Luftverteidigung des Verbandes sicherstellen soll, dabei bleibt.

2010 war schon mal eine deutsche Luftverteidigungsfregatte, die Hessen, mit diesem Flugzeugträgerverband unterwegs, in der gleichen Region. Damals hatte die Bundesregierung auf kritische Oppositionsfragen erklärt: Ein Herauslösen aus dem Verband ist durch die deutsche Seite jederzeit möglich.