Gaucks Dank an US-Hubschraubereinheiten

Bundespräsident Gauck (r.) befestigt das Fahnenband an der Flagge der US-Einheit (Foto: ISAF RC North PAO)

Vom Besuch des Bundespräsidenten in Afghanistan in dieser Woche gibt es überall genug Meldungen; deshalb hier nur ein Aspekt, der in der deutschen Berichterstattung ein wenig untergeht:

Bundespräsident Joachim Gauck hat den US-Hubschraubereinheiten im Norden Afghanistans für ihre Unterstützung gedankt und ihnen als Auszeichnung das Fahnenband des Bundespräsidenten verliehen. Bei vielen Gelegenheiten haben Sie sich nur aus einem Grund in Gefahr begeben: Um das Leben deutscher Soldaten zu retten, sagte Gauck nach einem Bericht der US-Soldatenzeitung Stars&Stripes bei der Zeremonie im Camp Marmal bei Masar-i-Scharif.

Die US-Einheiten machen mit ihren zahlreichen Hubschraubern den ISAF-Einsatz im Norden Afghanistans teilweise überhaupt erst möglich: Allein bis zu 15 Helikopter zur Rettung Verwundeter (MedEvac) erweiterten den Aktionsradius der Truppen in der Region. Ein absehbarer Abzug oder auch nur eine Verringerung von US-Kampfhubschraubern von Typ Apache, Transporthubschraubern vom Typ Blackhawk und Rettungshubschraubern im kommenden Jahr wird von Deutschland als Führungsnation im Regionalkommando Nord nur schwer auszugleichen sein.

Teile der derzeit in Nordafghanistan eingesetzten US-Hubschraubereinheiten sind laut Stars&Stripes die Zusammenarbeit mit deutschen Partnern gewohnt: Die Kräfte des 5th Battalion, 158th General Support Aviation Battalion sind in Deutschland stationiert.

 

Der Tiger fliegt

Der Tiger nach der Ankunft in Masar-i-Scharif (Foto: ISAF RC North PAO)

For the record: Der Tiger hat am (heutigen) Mittwoch seinen ersten Probeflug in Afghanistan absolviert. Das bestätigte das Einsatzführungskommando der Bundeswehr. Die ersten beiden der Kampfhubschrauber wurden in der vergangenen Woche nach Masar-i-Scharif geflogen.

Die volle Einsatzbereitschaft von dann vier Tigern wird nach wie vor für Ende Februar kommenden Jahres angestrebt.

Ex-Verteidigungsminister Peter Struck gestorben

Peter Struck auf dem Turm des U-Bootes U31 der Deutschen Marine vor Eckernförde

In meinen mehr als 20 Jahren bundespolitischer Berichterstattung hatte ich mit vielen Politikern zu tun; und seitdem ich die Sicherheits- und Verteidigungspolitik beobachte, habe ich einige Verteidigungsminister erlebt. Trotz aller nötigen professionellen Distanz: Peter Struck, Verteidigungsminister von 2002 bis 2005, war der Chef des Wehrressorts, mit dem ich am häufigsten auf Reisen war und mit dem ich mich am besten verstanden habe. Das eine hat sicherlich mit dem anderen zu tun, egal was Ursache und was Wirkung war.

In der (verteidigungspolitisch interessierten) Öffentlichkeit wird Strucks geflügeltes Wort in Erinnerung bleiben: Deutschland wird auch am Hindukusch verteidigt. Mir bleibt ein Verteidigungsminister in Erinnerung, der trotz aller Fehler (die er wie jeder Ressortchef gemacht hat) die Truppe hat spüren lassen, dass er sie mag – und Ernst nimmt.

Peter Struck ist am (heutigen) Mittwoch nach einem (erneuten) Herzinfarkt gestorben.

Ich bringe dazu im Moment nicht mehr heraus als: Tschüß, Herr Struck. Ihr lautstarkes Wiegold, was hast Du da wieder für einen Unsinn Scheiss geschrieben! wird mir fehlen.

Es regnet in Kahramanmaraş

Arg viel ist nicht zu sehen, dennoch aus Gründen der Dokumentation: Die türkische Nachrichtenagentur Anadolu hat ein Video veröffentlicht, das die Ankunft deutscher Soldaten in der südtürkischen Stadt Kahramanmaraş zeigt – dem vermutlichen Stationierungsort der deutschen Patriot-Flugabwehrstaffeln. Dabei dürfte es sich um das Feinerkundungsteam handeln, das die Einzelheiten der Stationierung klären soll:

Alman askerleri Kahramanmaraş’ta

(Vielen Dank für den Leserhinweis!)

Was war denn nun wichtig dieses Jahr?

(Foto: Thomas Imo/photothek.net)

Während alles auf Weihnachten zusteuert… kommt in diesen Tagen anscheinend kein Medium ohne Jahresrückblick aus. Was war wichtig, was waren die entscheidenden Ereignisse, die bedeutsamen Personen, die neuen Entwicklungen?

Auf Augen geradeaus! verzichte ich gerne auf diese traditionelle Art des Jahresrückblicks. Ich habe schon ein paar Ansichten zum zurückliegenden Jahr. Viel interessanter finde ich aber (und ich hoffe, Sie auch), was meine Leser auf dem Feld der Verteidigungs- und der Sicherheitspolitik, der Bundeswehr, der militärischen Entwicklungen wichtig fanden und finden.

Denn da gäbe es einiges…. War auf diesem Feld die Neuausrichtung der Bundeswehr und wie sie umgesetzt wird das Bedeutsame? Die Diskussion über den Einsatz bewaffneter Drohnen? Die – doch erstaunliche – Entwicklung, wie scheinbar aus dem Nichts auf einmal neue Einsätze entstehen, jetzt tatsächlich in der Türkei und möglicherweise nächstes Jahr in Mali? Die Entwicklung in Afghanistan? Der drastische Rückgang der Piraterie vor Somalia? Und und und…

Deshalb: sagen Sie den anderen Lesern und mir, was Sie für wichtig gehalten haben in den vergangenen zwölf Monaten. In den Kommentaren.